Zwei-Millionen-Dollar-Investition in Berghütte Lo Valdés

Vergangene Woche vergab der DAV Santiago die Konzession seiner Berghütte Lo Valdés. Die neuen Betreiber wollen zwei Millionen US-Dollar investieren.

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Geplant ist demnach die Restaurierung der 1932 erbauten alpinen Hütte sowie die Errichtung einer neuen Unterkunft auf demselben Gelände im Cajón del Maipo. Dieses Hotel soll bis zu 20 Zimmer mit privatem Bad umfassen, verteilt auf zwei Stockwerke in zwei Gebäudetrakten. Außerdem besteht die Absicht, an der Lagune drei beheizte Badebecken für jeweils zehn Personen sowie einen Massage- und Erholungsbereich einzurichten.
Neuer Konzessionär ist das Unternehmen Tiempo Libre Spa Ltda., das bereits in Nordchile bei La Serena im Valle de Elquí die touristische Unterkunft Los Domos aufgebaut hat und betreibt. Dabei handelt es sich um kuppelartige Zelte sowie Hütten, in denen die Gäste durch große Panorama-Fensterscheiben beziehungsweise durch Freilegen der PVC-Zeltplane den Sternenhimmel bei Nacht bewundern können. Die Anlage verfügt zudem über ein astronomisches Observatorium. Den beiden Geschäftspartnern Juan Eduardo Biehl (42) und Álvaro López (43) schwebt mit Lo Valdés Ähnliches vor. So sollen die neuen Hütten ebenfalls mit großflächigen Schreiben die Sicht auf den 5.800 Meter hohen Vulkan San José bieten.
«Wir sind im Januar 2009 selbst auf den San José gestiegen und waren von der umliegenden Natur beeindruckt«, berichtet Juan Eduardo Biehl. Bereits Jahre zuvor hatten sie die Gegend immer wieder zu Fuß und per Fahrrad erkundet. Álvaro López feierte seine Hochzeit sogar auf Lo Valdés. Als der Deutschen Andenverein in diesem Jahr die Konzession zum Betrieb der Hütte ausschrieb, bewarb sich das Duo neben anderen Firmen. Der Architekt Rodrigo Duque entwarf für Tiempo Libre Spa das Design der geplanten neuen Unterkünfte. Auf einer außerordentlichen Versammlung erteilten nun die DAV-Mitglieder dem Vorstand die Erlaubnis, dem besagten Unternehmen den Zuschlag mit einer Laufzeit von 20 Jahren zu erteilen.

Die neuen Konzessionäre Álvaro López und Juan Eduardo Biehl
Die neuen Konzessionäre Álvaro López und Juan Eduardo Biehl

Die Kosten für den Um- und Neubau beziffern die beiden Investoren auf 1,6 bis 2 Millionen US-Dollar. Dabei ist ebenfalls vorgesehen, den Speisesaal in der alten Berghütte zu erweitern, die Verteilung der Räume im zweiten Stock neu zu ordnen, die Übernachtungsmöglichkeiten unter dem Dach zu verbessern und zudem einen neuen Versammlungsraum in der Nähe des gegenwärtigen Grillplatzes zu errichten. Die Arbeiten könnten im Mai nächsten Jahres beginnen und voraussichtlich im Dezember 2016 abgeschlossen sein.
«In den vergangenen Jahren sind immer mehr Santiaguiner in den Cajón del Maipo gefahren, um in der Natur zu sein. Das ist unsere Zielgruppe», erklärt Juan Eduardo Biehl. Berg- und Wandertouren zu unternehmen, Fahrrad- und Reitausflüge zu machen oder einfach nur die Sicht auf die Bergwelt zu genießen seien Aktivitäten, die viele Personenkreise reizen würden. Álvaro López: «Die alpine Berghütte Lo Valdés soll als einzigartiger Anziehungspunkt natürlich so bestehen bleiben. Allerdings wollen wir den Standard heben und die Unterkunft attraktiv und gemütlich gestalten.»
Nach ihren Schätzungen könnten bis zu zehn Angestellte zukünftig für den Betrieb von Hotel und Restaurant verantwortlich sein. Vorteilhaft sei zudem, dass Lo Valdés dank des Wasserkraftwerkprojektes Alto Maipo von AES Gener nun bald über fließend Strom und einen asphaltierten Straßenzugang verfügen wird. Der staubige und holprige Weg bis zur Ortschaft Baños Morales gehört dann der Vergangenheit an.

Arne Dettmann

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