Wo man singt, da lass dich ruhig nieder

Treffen des Chores Divertimento in Limache

Die Chorleiterin Mario Schmidt-Hebbel (3. von links) inmitten einiger ihrer Sängerinnen. Sie trug die Hauptlast des Treffens.
Die Chorleiterin Mario Schmidt-Hebbel (3. von links) inmitten einiger ihrer Sängerinnen.

 

Von Dietrich Angerstein

Es mag kein Zufall sein, dass gerade das Ferienheim der Deutschen Schule in Limache oft Mittelpunkt des Netzes der Chöre unserer deutsch-chilenischen Gemeinschaft ist, bietet es doch ausreichend Möglichkeiten für Proben, Übernachtung und Verpflegung. Da darf es nicht wundern, dass wieder der Chor Divertimento, gebildet aus ehemaligen Schülern und Eltern der deutschen Schulen Santiago und Valparaíso (ein paar Auswärtige sind auch dabei) von dieser Gelegenheit Gebrauch machte, die Ruhe des von einem eindrucksvollem Park umgebenen Ferienheimes für fleißige Chorproben zu nutzen.

Chormusik hat sich im mitteleuropäischen Traditionsraum nicht aus der Gebundenheit des Brauchtums lösen können, ein Brauchtum, das sich schon vorzeitig von der Chormusik der kirchlichen Organisationen absetzte.

Die ausgedehnten Parkanlagen des Ferienheims der Deutschen Schule Valparaíso in Limache laden zum Spaziergang ein. Hier sehen wir den Großteil der Mitglieder des Chores Divertimento. Allerdings mussten sie dazu erst recht lauthals zusammengerufen werden.
Die ausgedehnten Parkanlagen des Ferienheims der Deutschen Schule Valparaíso in Limache laden zum Spaziergang ein. Hier sehen wir den Großteil der Mitglieder des Chores Divertimento. Allerdings mussten sie dazu erst recht lauthals zusammengerufen werden.

So begann sie bereits im Mittelalter sich zum zentralen Punkt des Gemeinschaftslebens außerhalb der Kirchen zu entwickeln, erreichte eine volle Entfaltung dann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In Chile nahm gleichzeitig mit der deutschen Einwanderung auch die außerkirchliche Chormusik einen raschen Aufschwung. Noch heute zählen wir unter unseren deutsch-chilenischen Chören die ältesten, stark mit deutschem Kulturgut verbundenen Chöre des Landes.

Selten tritt ein Chor «in eigener Sache» auf. Chormusik ist daher nicht etwas Starres, endgültig und einmalig Fixiertes, sondern eine ständige Anpassung an Neuem, aus der Entwicklung und Anpassung an die besonderen Lebensformen unseres Landes sich ergebende Verhaltensregeln. Das ist am Repertoire des Divertimento zu erkennen. Es beinhaltet chilenische und deutsche Volksmusik, eine Auswahl an Klassik sowie Stücke aus dem amerikanischen und afrikanischen Liedgut.

Natürlich saß man bequem im großen Kreis während der Proben. Kam es aber zum Finale, hieß es: Alle aufstehen! Der große Raum des Ferienheims bot Platz für alle, auch für die Schlachtenbummler, die ja nie fehlen dürfen.
Natürlich saß man bequem im großen Kreis während der Proben. Kam es aber zum Finale, hieß es: Alle aufstehen! Der große Raum des Ferienheims bot Platz für alle, auch für die Schlachtenbummler, die ja nie fehlen dürfen.

Natürlich war auch für lustige Unterhaltung beim Treffen gesorgt worden. Den Abend gestalteten allegorische Darbietungen der Chormitglieder, sodass es noch einer langen Zeit bedurfte, bis endlich alle zur Nachtruhe fanden.

Seelisch und körperlich gestärkt verließen am folgenden Sonntagabend die Sänger und Sängerinnen (sie bilden die Mehrzahl) das Ferienheim. Die Chorleiterin Frau Marion Schmidt-Hebbel dürfte bestimmt zufrieden gewesen sein.

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