Wir wollen die Kooperation mit Chile verstärken»

21. November 2011 von

Seismologie, Stadtentwicklung sowie Polarforschung sind die drei Bereiche, bei denen die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren bereits mit Chile zusammenarbeitet. Um eine verstärkte Kooperation auszuloten, besuchte Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der deutschen Wissenschaftsorganisation, kürzlich das Land.

Ingrid Jung, Dr. Kerstin Krellenberg, Professor Onno Oncken, Botschafter Dr. Michael Glotzbach, Professor Dr. Jürgen Mlynek mit Ehefrau Dagmar beim Botschaftsempfang

 

Santiago – «Ich war das erste Mal in Lateinamerika, um vor Ort zu schauen, wie es hier um Bildung, Wissenschaft und Forschung steht», erklärte Jürgen Mlynek gegenüber dem Cóndor. Der Vorsitzende der Helmholtz-Gemeinschaft hatte zuvor Argentinien und schließlich Chile besucht, bevor ihn die insgesamt 14-tägige Reise an diesem Mittwoch zum letzten Stopp nach Brasilien führte.

In Santiago standen gemeinsam mit Dr. Kerstin Krellenberg von der Forschungsinitiative «Risk Habitat Megacity» Gespräche mit den chilenischen Kooperationspartnern über Urbanisierung auf dem Programm. Das Department Stadt- und Umweltsoziologie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig widmet sich dabei der Frage, wie sich Großstädte zukünftig entwickeln. Mlynek: «Für Santiago als Hauptstadt ist das ein besonders wichtiges Thema, zum Beispiel in Hinblick auf Energieeffizienz.»

In Antofagasta trafen sich Mlynek und Professor Onno Oncken vom Geoforschungszentrum Potsdam mit dem Intendant der II. Region Álvaro Fernández. Nach dem verheerenden Erdbeben vom 27. Februar 2010 hatte das Geoforschungszentrum in Kooperation mit der Universidad Católica Norte und Santiago dort seismische Messstationen eingerichtet. «Im Norden erwarten wir das nächste große Erdbeben, wahrscheinlich sogar mit einem Tsunami. Das Netzwerk soll uns Informationen über seismische Aktivitäten wie Vulkanausbrüche liefern, die für ein Frühwarnsystem nützlich sind», erläuterte Jürgen Mlynek.

Und schließlich sei auch darüber nachzudenken, wie Chile und Deutschland bei der Polarforschung enger zusammenarbeiten könnten. Mlynek nannte dabei das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung mit Sitz in Bremerhaven, das unter anderem die Neumayer-Station II und III in der Antarktis betreibt.

Die deutsche Delegation führte Gespräche mit Chiles Energieminister Rodrigo Álvarez, dem Präsidenten der nationalen Forschungsorganisation Conicyt, José Miguel Aguilera, dem Leiter des nationalen Katastrophenschutzes Onemi, Vicente Núñez, sowie den Vizepräsidenten der Universidad de Chile und Católica.

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Dabei handelt es sich um einen Mitgliederverbund von 17 unabhängigen Forschungszentren im naturwissenschaftlich-technischen sowie biologisch-medizinischen Bereich. Das jährliche Budget beträgt drei Milliarden Euro, wobei 70 Prozent vom Staat finanziert werden. Die Gemeinschaft zählt 30.000 Beschäftigte und wurde nach dem großen deutschen Physiologen und Physiker Hermann von Helmholtz (1821-1894) benannt.

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