Weitreichendes Tourismusprojekt unterzeichnet

Der für Industrie und Unternehmertum zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Antonio Tajani, befand sich im Zuge seiner Lateinamerikareise, die ihn auch nach Argentinien und Brasilien führte, am 9. Juni in Chile um ein weitreichendes Projekt zur Förderung des Tourismus zwischen Chile und Europa zu unterzeichnen.

Antonio Tajani (2.v.li.) unterschreibt gemeinsam mit dem chilenischen Wirtschaftsminister Juan Andrés Fontaine (re.) ein umfangreiches Kooperationsabkommen zur Förderung des Tourismus.

 

Europa ist weltweit das Reiseziel Nummer eins. Mit 370 Millionen Besuchern aus aller Welt konnte der Kontinent im Jahr 2008 mehr als 40 Prozent der internationalen Reisenden für sich verbuchen. Als besonders attraktiv erweist sich das kulturelle Erbe Europas, seine unterschiedlichen Regionen und Kulturen, die von einer reichen und vielfältigen Geschichte Zeugnis geben.

Um die Position als Reiseziel Nummer eins zu halten, hat sich die Europäische Kommission auf ihre Fahnen geschrieben, die Marke «Europa» mit nachhaltigen Projekten zu fördern und die Zusammenarbeit mit den Ländern zu stärken, die für Europa auf dem Gebiet des Tourismus ein erhebliches Wachstumspotenzial besitzen. Die Kampagne richtet sich an EU-Mitgliedsstaaten sowie in Lateinamerika an Brasilien, Argentinien und auch Chile.

Für Südamerika wurde von der EU-Kommission ein innovatives Kooperationsprojekt erarbeitet, mit der Absicht, zusätzlich 50.000 Touristen zu gewinnen.

Durch intensive Werbekampagnen sollen 25.000 Südamerikaner zu einer Reise nach Europa motiviert werden, insbesondere zwischen Oktober 2012 und März 2013, und 25.000 Europäer sollen auf Südamerikareise gehen, insbesondere zwischen Mai und Oktober 2013.

Nicht saisonbedingter Tourismus

Das Projekt, das die Volkswirtschaften dabei unterstützen soll, die Flaute gerade in der Nebensaison zu bekämpfen, will die Zielgruppen der Touristen in Argentinien, Brasilien und Chile dazu anregen, ihren Urlaub auf einem anderen Kontinent zu verbringen.

Zu diesem Zweck kam der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Antonio Tajani, am 9. Juni mit dem chilenischen Wirtschaftsminister Juan Andrés Fontaine zusammen, um die umfangreiche Initiative zur Förderung des Tourismus zwischen Chile und der Europäischen Union zu besiegeln. «Wir sind entschlossen, Europa als Tourismusziel zu fördern und die Zusammenarbeit mit Ländern zu intensivieren, die auf dem Gebiet des Tourismus über ein großes Wachstumspotenzial verfügen. Sowohl die europäischen als auch die südamerikanischen Märkte werden stark von diesem Vorhaben profitieren. Es freut mich sehr, dieses innovative Pilotprojekt auf den Weg zu bringen, das erstmals verschiedene Mitwirkende vereint, die dasselbe Ziel verfolgen, nämlich den saisonalen Touristenstrom auf das gesamte Jahr auszudehnen, was Arbeitsplätze schafft und den Volkswirtschaften der Gastländer zugutekommt», erklärte Tajani auf einer Pressekonferenz.

Bisherige konkrete Vereinbarungen wurden von der Kommission in Zusammenarbeit mit mehreren Regierungen, Vertretern der Tourismusindustrie und großen Fluggesellschaften erarbeitet, dazu zählen derzeit: die Regierungen Frankreichs, Italiens und Spaniens;

Fluggesellschaften wie Air France, Alitalia, British Airways, Iberia, die Lufthansa-Gruppe und TAP Air Portugal (anderen interessierten Unternehmen steht die Mitarbeit offen); die European Tour Operators Association (ETOA) und die European Travel Agents and Tour Operators Associations (ECTAA).

«Herausragende Reiseziele»

Im Idealfall, so heißt es in einer Erklärung der Kommission, wird diese Initiative den einzelnen Bürgern ermöglichen, mehr als ein Land zu besuchen. Falls sich das Pilotprojekt als erfolgreich erweise, sei beabsichtigt, es auf andere Teile der Welt auszudehnen. Diese Kooperation stärke zudem die Zusammenarbeit zwischen Europa und Drittländern auf der Grundlage gemeinsamer Wurzeln sowie kultureller, sprachlicher und bildungspolitischer Bindungen.

Auch für die Wiederbelebung der Gesamtwirtschaft ist gerade die Förderung des Tourismus von wesentlicher Bedeutung. Werden auch verwandte Wirtschaftszweige berücksichtigt, so liegt der geschätzte Beitrag des Tourismus zum Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union bei über 10 Prozent, ungefähr 12 Prozent aller Arbeitnehmer der EU sind in der Branche beschäftigt.

Um Europa als weltweit beliebtestes Reiseziel noch attraktiver zu gestalten, schuf die Europäische Kommission 2008 einen Preis für «herausragende europäische Reiseziele», der einmal jährlich vergeben wird. Damit werden Reiseziele ausgezeichnet, die wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen. Jedes vorgestellte Reiseziel muss in diesem Sinne nachhaltig sein, dass es seine Umwelt, seine Kultur und sein soziales Gefüge bewahrt.

Mit dem neuen Kooperationsprojekt zwischen Chile und der EU wurden die besten Voraussetzungen geschaffen, dass auch Chilenen zu günstigen Bedingungen diese «herausragenden Reiseziele» im fernen Europa kennenlernen können.

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