Volkstrauertag 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs

Ökumenischer Gottesdienst in der Erlöserkirche

Ökumenischer Gottesdienst am Volkstrauertag: Franz Müller von der deutschsprachigen katholischen Gemeinde Sankt Michael, Pastor Johannes Merkel von der Evangelisch-Lutherischen Versöhnungsgemeinde, Pastorin Hanna Schramm von der Evangelisch-Lutherischen Erlösergemeinde, Jürgen Leibbrandt (Erlösergemeinde), Lili Leyton (Versöhnungsgemeinde), Pfarrer Erich Hauck von Sankt Michael, Herbert Rennke (Versöhnungsgemeinde) und Alejandro Seidel, Ehrenmitglied der 15. Deutschen Feuerwehrkompanie.
Ökumenischer Gottesdienst am Volkstrauertag: Franz Müller von der deutschsprachigen katholischen Gemeinde Sankt Michael, Pastor Johannes Merkel von der Evangelisch-Lutherischen Versöhnungsgemeinde, Pastorin Hanna Schramm von der Evangelisch-Lutherischen Erlösergemeinde, Jürgen Leibbrandt (Erlösergemeinde), Lili Leyton (Versöhnungsgemeinde), Pfarrer Erich Hauck von Sankt Michael, Herbert Rennke (Versöhnungsgemeinde) und Alejandro Seidel, Ehrenmitglied der 15. Deutschen Feuerwehrkompanie.

 

Von Silvia Kählert

Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg – der Anlass für die Einführung des Volkstrauertags. An dem deutschen Feiertag am 18. November 2018 gedachten die evangelischen Pastoren Johannes Merkel und Hanna Schramm sowie der katholische Pfarrer Erich Hauck von der Gemeinde Sankt Michael in einem ökumenischen Gottesdienst der Gefallenen und Opfer aller Kriege und Gewalt. An der Kranzniederlegung nahmen Militärattaché Oberst Gregor Engels und eine Ehrenformation der 15. Deutschen Feuerwehrkompanie teil. Die Zeremonie umrahmte der Chor Frohsinn unter Leitung von Ítalo Riffo vor dem Eingang der Erlöserkirche in der Calle Lota in Providencia.

Vor der Erlöserkirche fand die Kranzniederlegung statt: Militärattaché Oberst Gregor Engels, Stabsfeldwebel Knut Kistner, die Ehrenformation der 15. Deutschen Feuerwehrkompanie und der Chor Frohsinn mit Chorleiter Ítalo Riffo.
Vor der Erlöserkirche fand die Kranzniederlegung statt: Militärattaché Oberst Gregor Engels, Stabsfeldwebel Knut Kistner, die Ehrenformation der 15. Deutschen Feuerwehrkompanie und der Chor Frohsinn mit Chorleiter Ítalo Riffo.

 

Nie wieder Krieg

Bei den Gedenkfeiern zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren spielte die Freundschaft der ehemaligen Erzfeinde Deutschland und Frankreich eine besondere Rolle. Die Ansprache zur Gedenkstunde des Volkstrauertags vor dem deutschen Bundestag hielt dieses Jahr der französische Präsident Emmanuel Macron. Oberst Engels sagte in seiner Rede während des Gottesdienstes in der Erlöserkirche, dass er die Ehre hatte, an der Gedenkveranstaltung am 11. November 2018 in der Residenz des französischen Botschafters Roland Dubertrand in Santiago anlässlich des Waffenstillstandsabkommens vom 9. November 1918 teilzunehmen. Dort haben ihn vor allem die Briefe von drei französischen Soldaten beeindruckt, die sie genau an diesem Tag geschrieben hatten. «Nie wieder Krieg» lautete ihre gemeinsame Botschaft. Es habe im ersten Weltkrieg rund 20 Millionen und im Zweiten Weltkrieg mehr als 50 Millionen Tote gegeben.

«Warum gibt es Kriege?» Dieser Frage ging Pastor Johannes Merkel von der Versöhnungsgemeinde in Santiago nach. Seiner Meinung nach seien Kriege keine zwangsläufigen Entwicklungen, sondern beruhten immer auf konkreten Entscheidungen. Er berief sich auf das Buch des Historikers Herfried Münkler «Der Dreißigjährige Krieg», der vor 400 Jahren begann.

Der Autor habe aufgezeigt, dass es immer wieder Situationen im Kriegsverlauf zwischen 1618 und 1648 gegeben habe, in der konkrete Personen diesen besonders grausamen Krieg hätten beenden können.

Der Pastor der Versöhnungsgemeinde wies daraufhin, dass es in der Bibel im Psalm 34 eine deutliche Anweisung gäbe, wie Kriege zu verhindern seien: «Suche Frieden und jage ihm nach.» Diese Aufforderung beträfen auch die kleinen Konflikte im Alltag, die zu Ausgrenzung, Streit und Feindschaft führen könnten. Der evangelische Pastor betonte: «Manchmal muß nicht nur einmal, sondern mehrfach die Hand zur Versöhung ausgestreckt werden.»

Volkstrauertag

Der Volkstrauertag ist ein deutscher staatlicher Feiertag, an dem aller Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht wird. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge schlug den Gedenktag 1919 vor. 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. Vier Jahre später wurde entschieden, den Volkstrauertag zur jährlichen Einrichtung zu machen. 1952 erließ die Bundesrepublik Deutschland Gesetze über Feiertage und regelte, dass der Volkstrauertag immer zwei Sonntage vor dem ersten Advent stattfindet.

Die zentrale Gedenkstunde wird im Plenarsaal des Bundestages im Reichstagsgebäude in Berlin abgehalten. In den meisten deutschen Städten und Gemeinden gibt es Gedenkstunden mit Kranzniederlegungen an Kriegerdenkmalen oder auf Friedhöfen. Auch wenn der Volkstrauertag ein staatlicher Feiertag ist, mahnen auch die Kirchen in ihren Gottesdiensten an diesem Tag zu Frieden und Versöhnung in der Welt.

 

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