Unterricht mit schönen Aussichten

Im nächsten Jahr feiert die DS Villarrica ihr 100. Jubiläum. Doch von Alter keine Spur: Bald werden die neuen Gebäude eingeweiht.

Treffen einiger Ex.Schüler der Abschlussjahre ab 1975 bis 2014: (hintere Reihe) Jaime Vargas (Direktor), Isabela Chesta, Pia Gómez, Margarita Pérez (Lehrerin und Organisatorin des Treffens), Gisela Wolter, Catalina Rodríguez, Carolina Agnes; (vordere Reihe) Yazna Squifi, Daniela Durán, Javiera Wenzel, Alejandro Martini, Carlos Vásquez.
Treffen einiger Ex.Schüler der Abschlussjahre ab 1975 bis 2014: (hintere Reihe) Jaime Vargas (Direktor), Isabela Chesta, Pia Gómez, Margarita Pérez (Lehrerin und Organisatorin des Treffens), Gisela Wolter, Catalina Rodríguez, Carolina Agnes; (vordere Reihe) Yazna Squifi, Daniela Durán, Javiera Wenzel, Alejandro Martini, Carlos Vásquez.

Von Arne Dettmann

Für einen Santiaguiner ist die Anfahrt schon etwas Außergewöhnliches: Anstatt sich im nervenaufreibenden Stau langsam vorwärts zu stottern, geht es von Villarrica aus reibungslos über die Landstraße entlang am See Richtung Pucón. Nach viereinhalb Kilometern führt eine Abzweigung steil aufwärts zum Terrain Los Guindos («Die Kirschbäume»), wo Pferde auf der Nachbarwiese friedlich Gras rupfen. Im Hintergrund erhebt sich majestätisch der Villarrica-Vulkan. Der Ort und die Kulisse wären perfekt für ein Wellness-Hotel. Doch nein, hier wird kein Urlaub gemacht. Hier steht die neue Deutsche Schule Villarrica.
Der Kindergarten und der dahinter liegende Sportplatz samt Turnhalle sind schon seit zehn Jahren in Betrieb, das neue Gebäude für die Oberstufe steht jetzt kurz vor der Einweihung. «Was jetzt noch fehlt, ist die Grundschule ebenfalls hierher kommen zu lassen», erklärt Direktor Jaime Vargas beim Rundgang über das Gelände.

Das Fußballfeld und der Kindergarten der Deutschen Schule Villarrica; dahinter der Vulkan
Das Fußballfeld und der Kindergarten der Deutschen Schule Villarrica; dahinter der Vulkan

Mit dem Umzug aus dem Zentrum Villarricas beginnt für die Deutsche Schule ein neues Kapitel in ihrer langen Geschichte. Deutsche Einwanderer hatten 1916 in den Bergen in Quilaco hinter Pucón eine Schule gegründet. Im Jahr 1942 zog die Institution schließlich in die Stadt. Gerade einmal ein Dutzend ABC-Schützen drückten Ende der 50er Jahre dort die Schulbank. Im Jahr 1964 wanderte die Einrichtung dann ins benachbarte, größere Villarrica ab. Dort in der Straße Anfión Muñoz Nummer 51 verfügte sie ab 1968 erstmals über ein eigenes Haus, das in den folgenden Jahren aufgrund der steigenden Schülerzahlen erweitert wurde. Doch das reichte immer noch nicht.

Das neue Schulgebäude, in dem die Oberstufe unterrichtet werden soll.
Das neue Schulgebäude, in dem die Oberstufe unterrichtet werden soll.

Vor mehr als zehn Jahren beschloss der Schulvorstand daher, die Expansion auf dem Grundstück Los Guindos fortzusetzen. Denn die kleine Dorfschule von einst, die einmal nur den Kindern der deutschen Kolonisten vorbehalten war, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Bildungseinrichtung mit 300 Pennälern gemausert. Im Vergleich mit den anderen Deutschen Schulen in Chile (siehe Info-Kasten) gehört die DS Villarrica allerdings noch zu einer kleineren Institution «mit familiären Charakter», wie Jaime Vargas betont.
Und mit exzellenten Ergebnissen dazu: Von allen Schulen Chiles mit weniger als 20 Abgängern pro Jahr sei die DS Villarrica seit zehn Jahren die zweitbeste des Landes, gemessen am Abschneiden bei den PSU-Prüfungen. Derzeit geben 32 Lehrer Unterricht, wobei die Schüler bereits in der Spielgruppe Deutsch lernen. Das bilinguale Sprachkonzept beinhaltet sieben Wochenstunden Deutsch bis zur 4. Klasse, ab der fünften kommt Englisch hinzu. «Ziel ist das Bestehen des deutschen Sprachdiploms, wo unsere Schüler gute Resultate vorweisen können.»

Jaime Vargas im neuen Schulgebäude, wo die Möbelstücke bereits angekommen sind.
Jaime Vargas im neuen Schulgebäude, wo die Möbelstücke bereits angekommen sind.

Auch für Jaime Vargas bedeutet die bevorstehende Einweihung des Schulgebäudes einen Neuanfang. Ganze 23 Jahre lang hat er bereits in verschiedenen Schulen gearbeitet, darunter im Saint George´s College in Santiago und der British School in Punta Arenas, der chilenischen Stadt ganz im Süden Patagoniens, wo er auch geboren wurde. Im Januar dieses Jahres begann er nun als neuer Leiter der DS Villarrica. «Ich habe nicht nur mit viel Elan hier angefangen, sondern auch tolle Unterstützung aus der Schulgemeinschaft erfahren», erklärt der Sohn eines Chiloten und der Nachfahrin kroatischer Einwanderer.

Die Turnhalle der DS Villarrica
Die Turnhalle der DS Villarrica

Zu seinen Aufgaben zählt nun unter anderem das Fest zum 100. Jubiläum gemeinsam mit der Schulgemeinschaft zu organisieren. Er hat keinen Zweifel, dass es im nächsten Jahr eine gelungene Feier geben wird. Jaime Vargas: «Wir sind alle hochmotiviert. Und in dieser schönen Umgebung muss es einfach schön werden.»

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