Zwölf deutsche Universitäten werben um Studenten in Chile

Großes Interesse an der Uni-Messe in der DS Sankt Thomas Morus

Universitäten Schüler Sankt Thomas Morus Schule Chile
Wie finde ich die ideale Uni für mich? Bei der Informationsbörse konnten sich die Schüler über die jeweiligen Studienangebote ein Bild machen.

Zwölf deutsche Universitäten stellten sich am 29. März bei der Uni-Messe 2017 in der Deutschen Schule Sankt Thomas Morus vor. Das Interesse war groß. Etwa 350 Personen waren bei den Vorträgen in der Turnhalle versammelt und besuchten anschließend die Informationsstände, darunter auch Schüler anderer deutschsprachiger Schulen.

 

Von Petra Wilken

Der Vertreter der Universitätsallianz Ruhr trat mit einem Schal von Borussia Dortmund auf die Bühne. Er hatte die Lacher und die Sympathien der Fußballfans auf seiner Seite. Jede der zwölf Universitäten warb mit ihren Studienschwerpunkten und Eigenstellungsmerkmalen für sich: Kooperation mit der Industrie und Forschungsinstituten, Anerkennung als Exzellenzzentrum, internationale Vernetzung oder eben auch die Lebensqualität des Standortes.

Neben den drei letzten Jahrgängen der Sankt-Thomas-Morus-Schule waren Schüler der Ursulinenschule, der Schweizer Schule und der Deutschen Schulen San Felipe, La Unión und Valdivia sowie einige Eltern und Ex-Alumnos gekommen. Letztere wollten sich über Master-Studiengänge informieren. «Das Interesse an einem Studium in Deutschland wächst», äußerte sich die Leiterin der Schule Sankt Thomas Morus, Sabine Trapp, gegenüber dem Cóndor.

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Rodrigo García und Anastasia Schmidt, beide von der Thomas-Morus-Schule, denken ernsthaft über ein Studium in Deutschland nach.

Rodrigo García, der gerade das letzte Jahr an der Thomas-Morus-Schule absolviert, gehört zu denen, die ernsthaft darüber nachdenken, in Deutschland zu studieren. Er interessiert sich für ein klassisches Volkswirtschaftsstudium und weiß auch schon, welche Uni ihm besten dafür gefällt: Regensburg. Es könnte aber auch Dresden oder Leipzig sein. Obwohl seine Eltern nicht deutschsprachig sind, kennt er sich sehr gut aus. Er war vor zwei Jahren im Schüleraustausch in der Nähe von Freiburg und ist seitdem Deutschland-Fan.

Anastasia Schmidt, ebenfalls Schülerin der Thomas-Morus, ist sich noch nicht so sicher wie Rodrigo. Die hohe Qualität der deutschen Universitäten reizt sie schon, gerade für die Richtung, die sie einschlagen will: Biologie, Genetik und molekulare Biotechnologie. «Die Uni Heidelberg wäre schon toll dafür», meint sie. Mit dem Gemischtsprachigen Internationalen Baccalaureate (GIB), mit dem beide die Schule abschließen werden, können sie sich bewerben. Chilenen sind aber auch mit einer PSU über 600 Punkten plus Deutschem Sprachdiplom der Stufe II (Niveau C 1) zum Hochschulstudium in Deutschland berechtigt.

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Vorstellung der zwölf deutschen Unis in Kurzvorträgen. Der Vertreter der Universitätsallianz Ruhr sorgte mit seinem Schal dafür, dass die Zuhörer seine Region mit dem Fußballclub Borussia Dortmund assoziieren werden.

Chile steht nach Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Peru an fünfter Stelle der ausländischen Studierenden aus Lateinamerika in Deutschland. Im Studienjahr 2015/16 waren 941 Studenten eingeschrieben. Zur Einordnung: In Deutschland gab es insgesamt 2,8 Millionen Studierende, wovon 340.000 aus dem Ausland kamen. Der Anteil der ausländischen Studierenden liegt bei etwa zwölf Prozent.

Ein Plus Deutschlands als Studienort ist die Gebührenfreiheit an den staatlichen Universitäten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat ausgerechnet, dass die Lebenshaltungskosten für einen Studierenden zwischen 700 Euro (in Leipzig) und 900 Euro (in München) liegt (zwischen 500.000 bis 650.000 Pesos). Zudem machte Arpe Caspary, Leiter des DAAD in Chile, bei der Uni-Messe darauf aufmerksam, dass auch die Möglichkeit von Stipendien existiert. Dazu ist ein NEM (Notas de Enseñanza Media) von über 6,5 Voraussetzung. Zwischen 2001 und 2016 sind insgesamt lediglich 24 Absolventen der deutschsprachigen Schulen in Chile mit einem Stipendium nach Deutschland gegangen. Dabei liegt die Obergrenze für die Förderung bei 27 Kandidaten pro Jahr.

Die deutschen Universitäten, die an der Präsentation in der Schule teilnahmen, waren zudem am 28. und 29. März bei der Expo Estudiante und Euro Posgrados vertreten, die im Hotel W in Las Condes stattfand. An der Thomas-Morus-Schule wurde die Uni-Messe zum ersten Mal veranstaltet. Sie war in Vorjahren auch an der Deutschen Schule Santiago ausgerichtet worden.

 

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