Studenten kehren aus Deutschland zurück

Am 23. März begann am LBI das Semester für die Studierenden des dritten Studienjahres, die im Rahmen ihres Grundschullehrerstudiums im Januar, Februar bis in den März hinein in Deutschland ihr Praktikum absolvierten.

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Studentinnen am LBI: Hintere Reihe: Stefanie Fuhrmann (Gaststudentin aus der Schweiz), Jenny Krüger (Gaststudentin aus Freiburg), Friederike John. Vordere Reihe: Valeria Venthur, Nicole Farias, Fernanda Castro.

 

Ihre Eindrücke waren vielfältig und spannend. Positiv überrascht hatte einige, dass in vielen Schulen in Deutschland das Phänomen der Mehrsprachigkeit keine Ausnahme im Klassenzimmer darstellte, sondern eher eine Selbstverständlichkeit war und dennoch die Lehrer vor große Herausforderungen stellte.
Eine Studentin berichtet von Schwierigkeiten, mit denen eine Lehrerin in einer Gruppe von Schulanfängern in der Unterrichtsorganisation zu kämpfen hatte. Nach einem Abstand von mehreren Wochen besuchte sie die gleiche Klasse noch einmal und erlebte einen Lernraum, in dem die Kinder nun über beachtliche Fähigkeiten verfügten, sich selbst zu organisieren und selbstständig zu arbeiten.
Erstaunen löste auch aus, dass der Unterricht in einer Waldorfschule trotz einer großen Anzahl von 45 Schülern gut gelang. Irritiert zeigten sich einige Studentinnen jedoch auch von der hohen Anzahl von im Schulalltag benachteiligten Kindern, die offensichtlich wenig häusliche Unterstützung erfahren und um die sich die Lehrer engagiert kümmerten.
Die Gaststudentinnen aus Deutschland berichteten im Gegenzug dazu von ihren Erfahrungen nach einem Monat in Chile. Beide haben die Freundlichkeit der Menschen in Chile betont und zeigten sich überrascht über die Sprechgeschwindigkeit im chilenischen Spanisch, die sie bisher noch an ihre sprachlichen Grenzen bringt (L. Reelsen).
Die Studentin Nicole Farias berichtet von ihren Erfahrungen und Erlebnissen: «2014 war ein hervorragendes Jahr. Sieben Chilenen und ich sind nach Deutschland im Rahmen des Semesteraustausches geflogen. In diesem Jahr haben wir sehr viele Erfahrungen gesammelt und auch viel für unsere Ausbildung gelernt. Am Anfang hatten wir ein bisschen Angst, weil sechs Monate in Deutschland schwer oder anstrengend sein konnten. Auch waren manche traurig, denn es ist nicht so schön, so lange Zeit ohne unsere Familie zu sein. Aber später merkten wir, dass dieses Jahr bisher das Beste unseres Lebens war.
Ich habe in Januar an einigen Seminaren an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg teilgenommen und auch viele Museen und wichtige Orte der Stadt besucht.
Ende Januar war ich nervös, weil ich Heidelberg verließ, um alleine an zwei verschiedenen Schulen ein Praktikum abzuleisten. Das war wie ein Abenteuer. Wir sind alle in unterschiedliche Städte gefahren, um die Praktika in zwei Schulen zu machen. Eine davon war eine Regelschule, die andere eine reformpädagogische.
Für mich als Chilenin war es nicht einfach, dass junge Kinder, die nur fünf Jahre alt sind, Deutsch viel besser als ich konnten. Aber auf jeden Fall freut es mich, die Praktika gemacht zu haben, weil die Schule, Lehrer und Kinder mir so viel beigebrachten.
Zwei Monate später bin ich wieder nach Heidelberg gefahren und habe dann als Austauschstudentin an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg studieren dürfen, denn ich hatte ein Baden-Württemberg-Stipendium bekommen. Die Seminare, die ich da besucht habe, waren interessant und ich habe viel gelernt. Auch die anderen Austauschstudenten aus der Schweiz, Litauen, Luxemburg, Tschechien, Kolumbien, USA, Italien und England haben mir viele und verschiedene Kulturen, Sprachen und Traditionen nähergebracht.
Abschließend kann ich sagen, dass 2014 das wohl ereignisreichste Jahr in meinem bisherigen Leben war. Ich bin froh, die Entscheidung getroffen zu haben, am LBI zu studieren. Ich bin dem LBI und der Baden-Württemberg-Stiftung dankbar für die Möglichkeit dieses Deutschlandaufenthaltes. Die schönen Erfahrungen und Erinnerungen werde ich nicht vergessen.» (N. Farias)

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