Schüleraustausch mit krönender Abschlussreise

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Hektisch laufen 36 chilenische Schülerinnen und Schüler in der Wartehalle des Frankfurter Flughafens umher. Die meisten von ihnen sind damit beschäftigt, ihre rund 50 Kilo Gepäck auf zwei Koffer zu verteilen. Vielen fällt es nicht leicht den Koffer zu schließen, denn es müssen nicht nur warme Winterpullover verstaut werden, sondern auch die Andenken an die vielen neuen Erfahrungen und Eindrücke, die die Jugendlichen während ihres Aufenthaltes in Deutschland gemacht haben.

Einiges ist in den letzten zweieinhalb Monaten zusammen gekommen: liebgewonnene deutsche Familien, die Schule, kulinarische Spezialitäten, Abschiedsgeschenke der neu gewonnenen Familien und Freunde sowie Souvenirs aus Deutschland, Tschechien, Österreich und Italien.

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Nach 72 Tagen Schüleraustausch und nun zum Schluss 14 Reisetagen in vier Ländern mit 4.261 zurückgelegten Kilometern kehren die Schüler von der Europareise nach Chile zurück.

Klaus Holzmann, ehemaliger Schulleiter der Deutschen Schule Puerto Varas, organisiert die Reise nach dem Austausch nun schon seit sieben Jahren für die Schüler der Deutschen Schulen in Chile. Der Großteil der Teilnehmer, die in diesem Jahr von der DS Frutillar, DS Puerto Varas, DS La Serena, dem Instituto Alemán de Puerto Montt und der Deutschen Schule Mariano von Schoenstadt Santiago stammen, nahm zuvor an dem Schüleraustausch Chile-Deutschland teil, der seit mehr als 40 Jahren von den Deutschen Schulen in Chile gemeinsam vom Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) und dem DCB (Liga Chileno Alemana) veranstaltet wird.

Außerdem machten fünf Schülerinnen und Schüler aus Puerto Montt einen Sprachkurs in München mit dem Programm EF Education First. Begleitet wurde die Reise von der in Puerto Varas lebenden Bettina Holzmann, ihrem Bruder Alexander Holzmann und der «kulturweit»-Freiwilligen Jana Utermöhlen.

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Am 7. Februar startete die 40-köpfige Truppe mit dem Bus von Marburg in Richtung Berlin, weiter ging es nach Dresden, über die tschechische Grenze nach Prag, in die österreichische Hauptstadt Wien, bis hin nach Venedig und Rom in Italien. Dort besuchten die Schüler den Vatikan und fuhren nach diesem Höhepunkt zurück nach Deutschland, wo die Reise mit dem Besuch des weltberühmten Märchenschlosses von König Ludwig II. von Bayern, Schloss Neuschwanstein, schließlich in München und anschließend in Frankfurt endete.

Damit vereint die Reise die Highlights von Mitteleuropa mit einem umfangreichen kulturellen Programm und viel Freizeit, in der die Schüler die Städte auf eigene Faust erkunden können.

Neben diesem kulturellen Schwerpunkt ist auch die berufliche Ausrichtung ein wichtiger Bestandteil des Programms: Den Schülern sollen Möglichkeiten einer eigenen Zukunft in Deutschland aufgezeigt werden. Informationen zu dem Weg ins Studium, Praktikum oder zu einer Arbeitsstelle in Deutschland erhalten die Schüler beim Besuch der Freien Universität Berlin.

Um in Deutschland zu studieren, müssen Schüler aus dem Ausland in der Regel zunächst ein Studienkolleg besuchen, das wie eine Brücke funktioniert. Dort nehmen die ausländischen Studienbewerber an Vorbereitungskursen teil, die ihnen dabei helfen sollen, aus der akademischen Kultur ihres Heimatlandes hinüber in die deutsche akademische Kultur zu gelangen.

Das Interesse an Informationen zu einem Freiwilligendienst in Deutschland war unter den Schülern so groß, dass die beiden Betreuerinnen Bettina Holzmann und Jana Utermöhlen ein Projekt ins Leben riefen, um Informationen für motivierte Schulabgänger von Deutschen Schulen zusammenzustellen. «Viele Schülerinnen und Schüler wissen in der 11. Klasse noch nicht, was sie in einem Jahr studieren wollen, sodass ein Praktikum oder der Besuch des Studienkollegs einer deutschen Hochschule eine gute Option für sie sein kann», sagt Jana, die diese Erfahrung selbst während ihrer Zeit als Freiwillige des deutschen Austauschprogramms «kulturweit» an der Deutschen Schule Puerto Varas machte. «Ich kann ein Freiwilliges Soziales Jahr jedem empfehlen, denn es macht selbstständiger, offener und aktiver. Man lernt nicht nur eine Sprache intensiver, sondern eine andere Kultur und auch sich selbst besser kennen. Ich habe es in Chile selbst erlebt», sagt sie nach der Reise.

Bettina Holzmann engagiert sich weiterhin, um langfristige Partnerschaften mit Trägerorganisationen in Deutschland aufzubauen, über die ein freiwilliges Engagement für chilenische Schüler im Ausland möglich werden kann. Eine Informationsbroschüre zu den Rahmenbedingungen eines Freiwilligendienstes, Bewerbungsablauf und dem Visaantrag steht im Internet unter www.dspuertovaras.cl zum Download bereit. Kontakt Bettina Holzmann, Cel +56974787390, E-Mail: bettina@congresosyeventos.cl.

Jana Utermöhlen

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