Rudolfo Goyeneche erhält Wilhelm-von-Humboldt-Medaille

In einer Feierstunde verlieh das LBI am 21. Juni, dem Tag der jährlich stattfindenden LBI-Generalversammlung, die Wilhelm von Humboldt Medaille an Rudolfo Goyeneche.

Der LBI-Vorstandsvorsitzende Kurt Hellemann überreicht die Urkunde, LBI-Rektor Alban Schraut die Medaille an den ersten LBI-Vorstandsvorsitzenden, Rudolfo Goyeneche.
Der LBI-Vorstandsvorsitzende Kurt Hellemann überreicht die Urkunde, LBI-Rektor Alban Schraut die Medaille an den ersten LBI-Vorstandsvorsitzenden, Rudolfo Goyeneche.

Nachdem der LBI-Vorstandsvorsitzende, Kurt Hellemann (DS Valdivia) die anwesenden Gäste von LBI und TEUTO sehr herzlich begrüßt hatte, würdigte LBI-Rektor Alban Schraut in seinem Geleitwort Rudolfo Goyeneche als «Einfädler». Er verglich Goyeneches Gründungsarbeit mit der Einfädelung eines Schuhs. Es komme darauf an, so Schraut, eine Sache von Anfang an richtig einzufädeln. Dies sei Goyeneche bestens gelungen, wie man heute nach einem Vierteljahrhundert guten Gewissens feststellen kann.

Laudator Peter Wessel informierte die anwesenden Gäste, dass Rudolfo Goyeneche der erste Vorstandsvorsitzende des Deutschen Lehrerbildungsinstituts gewesen war. Die wesentliche Arbeit jedoch leistete er, wie Wessel anschaulich darstellte, im Vorfeld zur Gründung des Instituts. Mehrere Jahre lang warb der Geehrte in seiner Funktion als DCB- und TEUTO-Vorsitzender bei Schulen, Dienststellen in Chile und Behörden in Deutschland für die Gründung einer Lehrerbildungsstelle in Chile.

Er war es, der bereits damals, lange bevor es andere sahen, einen künftigen Lehrermangel an den Deutschen Schulen befürchtete. Heute, 26 Jahre nach der Implementierung des LBIs, ist tatsächlich ein Mangel an qualifizierten Deutschlehrern an nahezu jeder Deutschen Schule Chiles auszumachen. Dies auch deshalb, weil die Schulen enorm gewachsen und viel mehr Schüler unterrichten als 1988. Nicht auszudenken, wie gravierend die Lücke an Deutschlehrern heute wäre und es an den Schulen heute aussehen würde ohne die rund 270 am LBI ausgebildeten Pädagogen.

In seinen Erinnerungs- und Dankesworten überblickte Rudolf Goyeneche seine Arbeit und die LBI-Zeit mit den Worten: «Ich empfand es als meine Pflicht, etwas für die Bildung zu tun und ich freue mich sehr, dass sich das Institut so gut entwickelt hat.» Er berichtete von der riesigen Herausforderung damals, die Deutschen Schulen für die gemeinsame Idee einer eigenen Pädagogischen Hochschule zu begeistern, was ihm in zum Teil langwierigen, mehrjährigen Verhandlungen und mit viel Fingerspitzengefühl auch gelang. Zum Ende versäumte er es nicht, allen damaligen Mitstreitern zu danken, die Arbeit seiner Nachfolger zu würdigen und dem LBI für die Zukunft alles Gute zu wünschen.

Die studentische Theater-, Chor- und Gitarrengruppen unter der bewährten Leitung der drei LBI-Dozentinnen Monika von Moldovanyi, Marion Schmidt-Hebbel und Luz María Saitua gaben der Feierstunde mit einem eindrucksvollen Brecht-Stück und mehreren Instrumentalliedern eine würdige musisch-ästhetische Komponente.

 

LBI

 

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