Kreativprojekt Podcast: Schüler vom Insalco in Wort und Bild

Auszubildende berichten über ihren Berufsalltag

Die Azubis vom Insalco haben dieses Mal nicht nur in Schrift über ihren Berufsalltag berichtet, sondern auch Podcasts erstellt.
Die Azubis vom Insalco haben dieses Mal nicht nur in Schrift über ihren Berufsalltag berichtet, sondern auch Podcasts erstellt.

 

Lorenz Stumpf ist erstaunt: «Meine Stimme klingt so anders.» In der Tat hört sich seine Audio-aufnahme ebenso seriös wie ein Nachrichtenbeitrag im Radio an. Der angehende Speditionskaufmann bei Kühne & Nagel berichtet für ein Projekt im Deutschunterricht des Insalco über seinen Berufsalltag. Die Schülerinnen und Schüler des zweiten Ausbildungsjahres haben die Aufgabe bekommen, ihren Tagesablauf in den Unternehmen zu beschreiben. Welche Aufgaben haben sie? Mit welchen Kollegen haben sie zu tun? Gibt es eine Kantine? Was sie an drei Tagen pro Woche in ihren jeweiligen Lehrbetrieben machen, bleibt während der zwei Tage Berufsschule meistens außen vor. Es sei denn, sie erzählen in einem Podcast über ihren Arbeitsalltag.

 

Podcast als Medienform

Ein Podcast ist eine maximal 8-minütige Audio- oder Videodatei, die im Internet zur Verfügung gestellt wird. Inhalt ist meistens ein spezielles Thema oder eine Auswahl von Themen, ähnlich einer Radiosendung. Viele Unternehmen nutzen dieses Medium, um sich online umfassend zu präsentieren.

 

Kreative Umsetzung

Bei der Umsetzung des Podcasts gab es keine Vorgaben. Nur Hinweise, wie lang der Hör- oder Videobeitrag maximal sein sollte und den Rat, sich für die Verwendung von Aufnahmen das Ok des Arbeitgebers einzuholen. Die Auszubildenden konnten sich also kreativ austoben. Matias Escanilla und Sebastian Schaad zum Beispiel haben sich für die Videovariante entschieden. Während Sebastian sich für eine Art Interview-Tisch entschieden hat, an dem er seine Kollegen auf Spanisch zu ihren Arbeitsinhalten befragt – und die Übersetzung gleich in der Untertitelung mitliefert –, geht es bei Matias locker zu. Sein Videocast hat Qualitäten einer Stand-Up-Comedy: Er unternimmt eine humorvolle Tour durch die weitläufigen Büroräume seines Ausbildungsbetriebs Panalpina und setzt auf Interaktion mit seinen Kollegen.

 

Deutschpraxis für die Wirtschaft

Der Podcast soll aber nicht nur der Unterhaltung dienen. Neben dem Einsprechen der geschriebenen und überarbeiteten Texte stehen auch Grammatik und die Erweiterung des fachspezifischen Wortschatzes auf dem Programm. Zuvor haben sie sich mit dem Themenfeld Beruf und Berufsalltag anhand von Hör- und Lesebeispielen auseinandergesetzt.

Die jungen Azubis kommen nicht als Deutsch-Neulinge an die deutsch-chilenische Berufsschule. Mindestens B1-Niveau müssen sie mitbringen, oft sind ein oder beide Elternteile deutschstämmig oder -sprachig. Der Unterrichtsplan des Insalco verlangt neben den teilweise auf Spanisch gehaltenen Inhalten der allgemeinen und speziellen Wirtschaftslehre zusätzlich deutsche Lehrstunden in Rechnungswesen und darüber hinaus Wirtschaftsenglisch. Der reine Deutschunterricht soll sie fit machen für kaufmännische Kommunikation. Zwei Tage Unterricht in der kaufmännischen Berufsschule, drei Tage Arbeit in der jeweiligen Ausbildungsfirma – die Schülerinnen und Schüler haben viel zu tun.

Natacha Herrera (19)

Natacha Herrera
Natacha Herrera

angehende Kauffrau für Groß- und Außenhandel bei Junkers

«Ich lasse mich bei Junkers in der Marketing-Abteilung ausbilden. Junkers gehört zu Bosch. Wir verkaufen verschiedene Produkte, die mit Thermotechnologie zu tun haben, aber unser Schwerpunkt sind Wasserkessel. Marketing ist ein sehr breit gefächerter Bereich. Meine Arbeit ist, die Produktmanagerin Paulina bei der Markteinführung von Produkten zu unterstützen. Noch dazu arbeiten Paulina und ich an einem Projekt zum Thema Zentralheizung. Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Marktforschung zu Radiatoren, Thermostaten, Heizkesseln und Zubehör. Wir erstellen Empfehlungen für die Einführung neuer Produkte.»


Podcast von Matías Eduardo Escanilla
Lucas Martinez (22)

Lucas Martinez
Lucas Martinez

Auszubildender zum Kaufmann für Groß- und Außenhandel bei Emasa

«Studieren in einer Sprache, die nicht Ihre Muttersprache ist, ist manchmal sehr schwierig, aber zwingt Sie, Ihr Bestes zu geben. Meine Lehrfirma ist zur Zeit die Emasa der Bosch-Gruppe. Ich arbeite im Bereich Diesel als Junior Product Manager, wo ich den Produktmanager in allen Funktionen der Position unterstütze. Kontrolle über Aktien, Marktanalysen, Präsentationen, die sich auf die Veränderungen beziehen oder irgendwelche Verhandlungen über Preise oder Angebote, sind einige der Aufgaben, die ich zusammen mit María Fernanda, der Produktmanagerin, erfüllen muss.»

Sebastian Schaad (21)

Sebastian Schaad
Sebastian Schaad

Azubi zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei Siemens

«Wir erlernen in unseren Ausbildungsunternehmen den praktischen Bestandteil unseres Berufes, und wir gehen durch verschiedene Bereiche des Unternehmens. Persönlich bin ich bereits in meiner Firma durch vier Sektoren gegangen. Ich bin jetzt im Bereich des Außenhandels. In diesem Bereich bearbeiten wir den Import unserer Waren, die als Boots- oder Luftfracht kommen. Diese Waren müssen den Zoll passieren. Das Wichtigste dabei ist die Dokumentation jeder Ladung mit dem ganzen Papierkram, den damit verbunden ist.»

Ruben Westermeier (25) und Daniel Pinto (30)

Ruben Westermeier Daniel Pinto
Ruben Westermeier Daniel Pinto

angehende Speditionskaufleute bei BASF

«Wir arbeiten mit Excel, rufen Lieferanten an, kaufen Rohstoffe ein und begleiten die Ausfuhr von Gütern, usw. Für unsere Arbeitsprozesse müssen wir auch auf das Trade Control Programm achten. Das ist ein Codex, der verhindern soll, dass aus den Rohstoffen Waffen oder Drogen hergestellt werden können.»

Vertragsunterzeichnung

Kooperation von USACH und Insalco über duales Studium

Rudolf Schwinghammer, Direktor Insalco, und Francisco Castañeda, Vizedekan Lehre und Innovation an der USACH, präsentieren den wegweisenden Kooperationsvertrag.
Rudolf Schwinghammer, Direktor Insalco, und Francisco Castañeda, Vizedekan Lehre und Innovation an der USACH, präsentieren den wegweisenden Kooperationsvertrag.

Ein neuer Meilenstein in der beruflichen Bildung ist gesetzt: Zwischen Universidad de Santiago (USACH) und dem Instituto Superio Aleman de Comercio (Insalco) wurde am 18. Juni ein weitreichender Kooperationsvertrag geschlossen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Absolventen des Insalco für ihre zweijährige Berufsausbildung Anerkennungspunkte erhalten und so ein betriebswirtschaftliches Anschlussstudium an der USACH drastisch verkürzen können. Von fünf auf dreieinhalb Jahre lässt sich so die Regelstudienzeit bis zum Titelerwerb des Ingeniero Comercial reduzieren. Darüber hinaus erhalten die Studierenden an der USACH die Möglichkeit, an einer der zahlreichen Partnerhochschulen in Deutschland ein Auslandsjahr zu absolvieren.

Vernetzt mit Partnerhochschulen

«Der erste Kontakt zur USACH kam Anfang des Jahres über einen Ex-Alumno des Insalco, der an der Fachhochschule in Münster studiert. Die dortige Fachhochschule steht unter anderem bereits in einer Partnerschaft mit der Universidad de Santiago, und so kam es dann letztendlich zur Kontaktaufnahme mit der USACH», sagt Rudolf Schwinghammer, Rektor des Insalco.
Im April 2018 kam es dann zu einem ersten Gespräch zwischen Francisco Castañeda, Vizedekan für Lehre und Innovation an der USACH und der Leitung des INSALCO. Das Konzept des Insalco, Wirtschaftstheorie und praktische Anwendungsbeispiele zu verbinden, überzeugte laut Rudolf Schwinghammer: «Pro Jahrgang hält die USACH nun zehn Plätze für Insalco-Absolventen bereit. Damit ist der Weg für ein duales Studium à la chilena bereitet.»

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