Orchideen – schöne und aufwendige Betrüger

Bedrohliches Bienensterben

 

Im Jahr 2000 wurde erstmals ein massives Bienensterben in Nordamerika und Europa beobachtet, das sich 2006 in Nordamerika weiter ausbreitet. Dem sogenannten Colony Collapse Disorder, zu Deutsch Völkerkollpas, fielen in manchen Regionen 80 Prozent aller Bienenvölker zum Opfer. In der Schweiz gingen 2012 rund 100.000 Bienenvölker zu Grund, etwa die Hälfte des gesamten Bestandes.

 

Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Ein Grund dürfte der Befall mit der Varroa-Milbe sein; diskutiert werden aber auch Faktoren wie Insektizide, Mangelernährung, Erkrankungen, Genetik und Funkstrahlung.

Weil die Honigbiene bei der Bestäubung zahlreicher Nutzpflanzen die entscheidende Bedeutung zukommt, wird befürchtet, dass es bei einem Anhalten des mysteriösen Bienensterbens zu Engpässen und Ausfällen in der Versorgung von bestimmten Lebensmitteln kommen könnte. Betroffen wären in den USA der Anbau von Äpfeln, Birnen, Beerenarten, Gurken, Kirschen, Kürbissen und Melonen, Mandeln, Pfirsichen, Sojabohnen und etwa 90 andere Obst- und Gemüsearten gewesen.

Nach Angaben der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim in Stuttgart hat sich die Bienenpopulation inzwischen weltweit wieder etwas erholt. Entwarnung gibt es trotzdem nicht: In Deutschland gibt es nach Angaben des Deutschen Imkerbundes (DIB) derzeit etwa 600.000 Bienenvölker. «Das ist viel zu wenig, wir könnten leicht das Dreifache haben», sagte DIB-Präsident Peter Maske. Im Winter 2013/14 wurde bei den Imkern in den USA ein Verlust von 23 Prozent der Bienenvölker registriert.

 

Arne Dettmann

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