Neue «kulturweit»-Teilnehmer in Chile angekommen

Programm für ein soziales Engagement im Ausland

kulturweit Freiwillige
13 neue kulturweit-Freiwillige aus Deutschland sind in Chile angekommen.

 

Der Freiwilligendienst «kulturweit» der deutschen Unesco-Kommission und des Auswärtigen Amtes hat 13 deutsche Teilnehmer an Schulen in Chile entsendet.

Von Clara Sophie Cramer

Sie haben den Auftrag eines Multiplikators, eines kleinen Kulturbotschafters, der sein Herkunftsland und seine Muttersprache den Chilenen authentisch vermitteln soll. Die Schulen wiederum sind sogenannte Pasch-Schulen, einer deutschen Initiative für Einrichtungen, an denen Deutschland und die deutsche Sprache einen besonderen Stellenwert haben.

Nachdem alle «kulturweit»-Freiwilligen ein zehntägiges Vorbereitungsseminar am Berliner Werbellinsee hinter sich gebracht hatten, sollten sie nun in ihren ersten Tagen in Chile auch noch speziell in ihr Einsatzland und ihre bevorstehenden Aufgaben an den Pasch-Schulen eingeführt werden. In den vergangenen Jahren wurden alle Freiwilligen, die in Argentinien, Paraguay und Chile tätig waren, stets nach Buenos Aires zu einem solchen Seminar eingeladen. Doch da es bei dieser Ausreise so viele neue «Kurzzeit-Chilenen» gab, veranstaltete die Beauftragte der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), Anna Hendrischk-Seewald, dieses Jahr erstmals ein eigenes Einführungsseminar in Santiago de Chile.

Für die Organisation und Durchführung lud sie Björte Pürschel, Mitarbeiterin von Pasch, Nicole Ruf, Lehrerin an der Deutschen Schule Thomas Morus, Andrea Jimenez, Lehrerin an der Deutschen Marienschule, und drei Freiwillige ein, die bereits seit September 2016 in Chile an verschiedenen Schulen arbeiteten: Janneke Campen, Veronika Schwarzmann und Clara Sophie Cramer. Das Treffen fand im Lehrerbildungsinstitut (LBI) in Vitacura statt.

Zuvor sollten die 13 Neuankömmlinge – kurz nach ihrer Ankunft am Sonntag, den 12. März – erst einmal eine Idee davon bekommen, wo sie hier, 12.000 Kilometer von zu Hause entfernt, überhaupt gelandet waren. Deshalb unternahmen die alten Freiwilligen am Sonntagnachmittag zunächst eine kleine Stadttour durch das Zentrum von Santiago. Zwischen dem Museo Bellas Artes und La Moneda hatten sich alle unglaublich viel zu erzählen, denn alle befanden sich in einem Gefühlschaos zwischen Euphorie, Übermüdung und Vorfreude. Somit war es auch nicht verwunderlich, dass die ganze Truppe nach dem zweieinhalbstündigen Spaziergang ziemlich schnell im Hostal in Providencia ins Bett fiel.

Am nächsten Morgen wartete gleich eine Herausforderung auf die Deutschen: der Weg von Providencia nach Vitacura mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Gleich lernte man das Wort «permiso» kennen, überlebenswichtig in der völlig überfüllten Metro und dem chaotisch fahrenden Bus im Berufsverkehr.

Das Programm startete mit grundlegenden und sehr wichtigen Informationen zum chilenischen Schulsystem, zur Organisation Pasch und den verschiedenen Schulen des Netzwerkes. Um sich anschließend auch gleich in das Gefühl des Schullebens einzufinden, wurden alle Teilnehmer zum Mittagessen in der nahe gelegenen Deutschen Schule Santiago eingeladen.

Gleich an ihrem ersten Tag am anderen Ende der Welt hatten sie die Möglichkeit, die Deutsche Botschaft hier in Santiago zu besuchen und sich mit dem Kulturreferenten Udo Ewertz bekannt zu machen und auszutauschen. Der Weg zur Botschaft war ebenfalls für die Neuankömmlinge interessant, denn hier ist die geschichtlich bedingte enge Verbindung zwischen Deutschland und Chile nicht zu übersehen: von der Deutschen Schule kommt man zur Deutschen Klinik über das Deutsche Altenheim zur Deutschen Botschaft.

Trotz des offiziellen Rahmens gestaltete Udo Ewertz seinen Vortrag in einer sehr lockeren Art und Weise. Er erklärte die Arbeit in der Botschaft und war offen für alle Art von Fragen, so dass für alle Teilnehmer ein etwas anderes Bild der «Politik zum Anfassen» entstand. Eine wirklich tolle Erfahrung!

Nach dem Besuch verbrachten viele Teilnehmer den Nachmittag noch mit ein bisschen Stadtbesichtigung, indem sie den Cerro San Cristobal bestiegen und von oben die Aussicht über Santiago genossen. Am Abend folgte noch ein leckeres Abendessen in einem Restaurant in Bellavista.

Am nächsten Tag empfingen die Teilnehmer drei Schüler (zwei aus der Deutschen Schule Santiago und einen aus dem Instituto Nacional) im LBI und hatten Gelegenheit, die Schüler bezüglich ihrer Beziehung zu Deutsch und zum Deutschlernen zu befragen. Schnell löste sich die anfängliche Anspannung der Gäste auf, die Gespräche setzten sich von selbst fort. Dadurch erkannten die neuen Freiwilligen gleich den Vorteil ihrer neuen Rolle an den Einsatzstellen, denn sie sollen keine Lehrer, sondern vielmehr Mittler zwischen Schülern und Lehrern sein sowie die Sprache und ihre Kultur authentisch vermitteln.

Die verbleibende Zeit des Tages nutzen alle Freiwilligen noch für erste Projektideen. Man darf gespannt sein, was diese Freiwilligen aus ihrem Dienst in der kommenden Zeit in Chile machen werden.

 

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One Comment

  1. Auch am Goethe-Institut Chile begruessen wir unsere Freiwilligen vom Freiwilligendienst «kulturweit» der deutschen Unesco-Kommission. Gruesse Euer Alexander H.T. Schutheis

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