Projekt Musikreise mit Kindern aus Puente Alto und Thüringen

«Wie eine Reise auf den Mars»

Freuen sich über das gelungene Projekt Musikreise: Michael Pohle (oben links), Simón Román, Ann-Kathrin Beutler, David Schmelzer, Theodor Samland, Ute Robst (unten links), Cristián Castro, Laura Aredondo, Paz Román, Kristin Gaete und Verónica Tapia von Zerner. Foto: Silvia Kählert

Ein musikalischer Schüler- und Kulturaustausch ist das Projekt Musikreise. Startete es im vergangenen Jahr mit der Reise der Kinder Laura, Paz, Kristin und Simón der Albert-Schweitzer-Schule in Puente Alto nach Deutschland, sind nun im Gegenzug im April die Schüler David, Ann-Kathrin und Theodor aus Thüringen nach Chile gekommen.

Von Silvia Kählert

Ein Konzert bildete einen der Höhepunkte der Reise – wie es sich bei diesem Projekt gehört. Cristián Castro dirigierte den Chor Amancay Ensamble Vocal» von rund 20 jungen Sängern, zum Teil Musikstudenten, in der lutheranischen Kirche San Pablo. Lieder chilenischer Komponisten, wie Victor Jarra und Violeta Para, und eine Cueca bot der Chor dar. «Wunderschöne Stimmen, wunderschöne Lieder», befand Michael Pohle. Beide Männer sind Musiklehrer und kennen sich bereits. Denn Cristián Castro begleitete im vergangengen Jahr Projektinitiatorin Verónica Tapia von Zerner und die vier Kinder aus Puente Alto nach Thüringen. Dort hatten Michael Pohle und Ute Robst aus Angelroda, Lehrer der Emil-Petri-Schule in Arnstadt, für die sechs Chilenen ein Programm organisiert.

Rührende Szenen spielten sich an diesem Abend in der lutheranischen Kirche ab. Der Chor überraschte am Schluss des Konzerts Ute Robst mit einem Geburtstagständchen. Verónica Tapia überreichte der freudestrahlenden Lehrerin eine Torte mit Kerze. Später bedankten sich mit vielen Umarmungen die Mütter von Kristin und der Geschwister Paz und Simón bei den Thüringern. An diesem Abend begegneten sie zum ersten Mal den Gastgebern ihrer Kinder in Deutschland. «So viel Herzlichkeit gibt es hier», meinte Ute Ropst bewegt.

«Für die chilenischen Schüler war die Reise nach Deutschland wie eine Reise auf den Mars», betonte Verónica Tapia. Denn selbst eine Fahrt an den Pazifik sei schon etwas Besonderes für ihre Familien aus dem Armenviertel. «Es hat sich auch ihr Blickwinkel ganz weit geöffnet und sie sehen die Welt mit anderen Augen», erzählte Schulleiterin der Albert-Schweitzer-Schule in Puente Alto Sinara Medalozzo.

Bei ihrem Gegenbesuch reisten die drei thüringischen Jugendlichen mit Michael Pohle und Ute Robst zehn Tage lang durch das Land. Vier verschiedene Schulen und ihre musikalischen Projekte lernten sie in Villarica, Panguipulli, Los Angeles und Santiago kennen. Es gab auch einen gemeinsamen Auftritt von David Schmelzer (17 Jahre), Theodor Samland (13 Jahre) und Ann-Kathrin Beutler (13 Jahre) mit dem Chor der Deutschen Schule von Los Angeles. «Besonders beeindruckt hat uns die Wanderung auf den Vulkan Antuco mit den unterschiedlichen Vegetationen», waren sich die drei einig. Auch die Freundlichkeit der Chilenen fiel ihnen auf.

Der Wunsch Verónica Tapias für die Zukunft ist: «Das Projekt Musikreise soll auch Schülern aus anderen Schulen offen stehen.»  Ziel sei außerdem: «Ein Instrument für jeden Schüler.» Wer sich für die Projektarbeit interessiert und sie unterstützen möchte, kann sich an Verónca Tapia von Zerner über diese E-mail wenden:

holamusikreise@gmail.com

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