«Musik ist unser Lebensmotto»

Im November wird der Deutsche Chor Divertimento 30 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums hat der Cóndor einen Blick hinter die Kulissen geworfen und sich mit Rogelio González, dem Leiter des Chors, auf einen Gespräch getroffen.

Vor vier Jahren hat der gebürtige Chilene die Leitung des deutschen Sängerkreises übernommen. «Zu dieser Zeit hatte der Chor keinen Leiter», erzählt González. «Und weil mein Professor ein Freund des damaligen Chorlehrers war, hat er mich an den Chor weiterempfohlen.» Zu jener Zeit hatte Rogelio González gerade sein Studium der Chorleitung beendet.

Heutzutage ist der Divertimento ein gemischter Chor. Insgesamt 35 Mitglieder zählt er. Die Mitglieder sind Lehrer, Eltern und ehemalige Schüler der deutschen Schulen. «Musik ist unser Lebensmotto», erklärt González, und das gelte besonders für viele ältere Sänger. «Für mich selbst ist es unbeschreiblich Teil der Musik und dieses Chors zu sein», berichtet der 42-Jährige.

Neben Chorleitung hat González auch Klavier und Komposition studiert. Für ihn hat die Musik schon immer einen hohen Stellenwert gehabt. Aus diesem Grund hat er auch sein Philosophiestudium an den Nagel gehängt. Was ihn aber am Chor so fasziniert, ist die Gemeinschaft. «Es ist nicht zu vergleichen mit dem Musizieren eines Instrumentes.» Vielmehr seien es die Sänger, die zusammen ein viel größeres Instrument bilden, eben den Chor.

Es sind fast alle Altersklassen vertreten. Sänger von 25 bis 80 Jahren sind aktiv dabei. Gesungen werden hauptsächlich christliche Lieder, aber auch nicht-geistliche Stücke, die aus Deutschland, Lateinamerika und natürlich Chile kommen. «Gerade proben wir das Stück „La Jardinera“ von Violetta Parra», erzählt González. Das Programm umfasse aber auch französische Stücke von Gabriel Fauré, ungarische Lieder von Zoltán Kodály und amerikanische Gospels. «Damit wollen wir versuchen den Chor internationaler zu machen», fügt der Chorleiter hinzu.

Jeder, der im Chor mitsingen möchte, ist willkommen. Wichtig sei nur, dass man gut hören kann, erklärt González. Ein- bis zweimal die Woche wird geprobt und sogar Hausaufgaben bekommen die Sänger zugeteilt. Dass sich das viele Proben gelohnt hat, bewies eine Feier zu Ehren Martin Luthers im vergangenen Jahr. Die ist dem Chorleiter González nämlich als einer der besten Auftritte in Erinnerung geblieben. Insgesamt viermal trat der Chor auf, das Konzert im Präsidentenpalast La Moneda in Santiago im November war für den Musiker das Beste. Musikalisch unterstützt wurde der Divertimento-Chor damals von der chilenischen Volksgruppe «Barroco andino».

Gegründet wurde der Chor Divertimento im Dezember 1983 von Juan Carlos Arancibia anlässlich eines Weihnachtskonzerts. «Damals gab es ausschließlich deutsche Männerchöre. Als gemischter Chor haben wir eine Lücke schließen können», erzählt der Chorleiter.

 

Von Sabrina Greifzu

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