Loge Lessing zu Valparaíso feierte Jubiläum

141 Jahre ununterbrochenes Bestehen

 

Am 10. November 2018 hat die Loge Lessing Nr. 95 zu Valparaíso ihren 141. Geburtstag gefeiert. In Anwesenheit des Großmeisters Sebastian Jans und Gefolge sowie von Brüdern anderer lokaler Logen wurde der Gründung bereits am 8. November im Tempel in der Wagner-Straße gedacht.

 

Von Dietrich Kern, Meister vom Stuhl

Die Hafenstadt Valparaíso, die «Perle des Pazifiks», war im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts die Eingangstür zu Chile. Viele Vereine und Institutionen von deutschen Einwanderern wurden als Erstes dort gegründet, darunter der Deutsche Verein (1838), die Deutsche Feuerwehr (1851), und die Deutsche Schule (1855). Im Jahr 1871 wurde eine deutsche Loge unter der Schirmherrschaft der hiesigen Großloge und mit Unterstützung der hier ansässigen nordamerikanischen Loge Bethesda gegründet. Wie konnte sie anders als Germania heißen? Sie trug die Nr. 8 und arbeitete in Bethesdas Tempel im schottischen Ritual.

Die Loge Lessing wurde 1877 in Valparaíso gegründet. Sie ist benannt nach dem Dichter, Philosophen und Freimaurer G. E. Lessing (1729-1781)

Freundschaft mit Großloge von Hamburg

Nach der Gründung des Deutschen Reiches kam jedoch der Wunsch auf, sich der Großloge von Hamburg anzuschliessen. So kam es, dass im Januar 1877 die Loge Lessing von zehn Brüdern der Germania gegründet wurde, ohne diese zu verlassen. Das geschah genau am Geburtstag von G. E. Lessing (1729 – 1781), Philosoph, Dichter und auch Freimaurer. Die Einsetzung geschah am 10. November 1877 unter der Schirmherrschaft der Großloge von Hamburg. Das Schröder-Ritual wurde übernommen und die Lessing wurde somit die erste in deutscher Sprache arbeitende Loge. Andere deutsche Logen in Chile folgten danach diesem Beispiel.

Brüder dieser Loge gründeten das Deutsche Hospital auf dem Hügel Cerro Alegre und halfen bei der Gründung des Seenotrettungsdienstes. Ab 1920 unterliegt der Deutsche Friedhof (Cuartel Alemán) im Friedhof Nr. 3 im Stadtteil Playa Ancha der Verwaltung der Loge Lessing.

Die Ereignisse in Deutschland in den 1930er Jahren blieben nicht ohne Folgen für Chile. Nach dem Verbot der Arbeit der Freimaurer, wurden die Lichter der Hamburger Großloge symbolisch hergebracht, und die Logen Drei Ringe in Santiago und Lessing in Valparaíso bewahrten die Lichter bis zur Wiedereinführung der Arbeiten in Hamburg 1949 auf, als  die Lichter  feierlich wieder zurückerstattet wurden. Seit 1952 hängt die Loge Lessing von der Großloge von Chile ab. Sie erhielt die Nr. 95.

Nachwuchsprobleme

Wie die meisten von Deutschen in Valparaíso gegründeten Institutionen und Vereine, leidet auch die Loge Lessing unter Nachwuchsproblemen. Augenblicklich von wenigen Brüdern besucht, mit einem Durchschnittsalter von etwa 70 Jahren, mangelt es an Interessenten. Auch die Verwendung der deutschen Sprache hat nachgelassen, und praktisch ist es nur noch das Eröffnungs- und Schließungsritual, das in Deutsch überlebt.

Diese Medaille wurde zum 100-jährigen Bestehen der Loge Lessing im Jahr 1977 geprägt.

Heute, unter der Leitung des führenden Hammers, Meister vom Stuhl, Dietrich Kern, und des Ersten Aufsehers Wolfgang Karle und Hans Bonert, als Zweiten, hoffen wir auf bessere Zeiten. Mitte Januar feiert die Loge ihr tradionelles Schwesternfest, zu dem auch Angehörige und Freunde sowie eventuelle Kandidaten, geladen sind. Die Feier findet im Ferienheim in Limache statt, das kürzlich sein 100jähriges Bestehen feiern konnte.

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