Küchenmaschine von Bosch 60 Jahre im Einsatz

Leider keine Ersatzteile für Gerät aus 1957

Gerda Gans: Restlos glücklich mit dem neuen Gerät. Foto: Walter Krumbach

 

Von Walter Krumbach

Gerda Gans beschäftigte sich schon immer gerne in der Küche. Sei es beim Kuchenbacken, Saftauspressen oder Schlagsahne anrühren. Sie ist heute über 90 und lebt seit über 70 Jahren in Chile. Im Januar 1940 verließ sie mit ihrer Familie Berlin, als ihr Vater in Concepción eine Anstellung bei der Firma Frigidaire erhielt.

1957 erwarb er in Santiago ein Küchengerät der Firma Bosch, einen Alleskönner, der kneten, reiben, pressen, schlagen und vieles mehr konnte. Gerda war von dem Roboter, wie diese Maschinen damals genannt wurden, begeistert, sodass sie ihren Mann bat, ihr ebenfalls eine zu kaufen. Sie war ihr bis vor kurzem eine unerlässliche Hilfe, bis sie unerwartet, nach 60 Jahren im Einsatz, den Dienst versagte.  

Gerda Gans ließ daraufhin den defekten Roboter zum nahegelegenen Bosch-Geschäft zur Reparatur bringen. Eine Instandsetzung des Oldtimers war jedoch nicht möglich, da heute keine Ersatzteile mehr für diesen Jahrgang hergestellt werden. Also musste sie sich von dem treuen Gehilfen trennen, um sich einen Nachfolger – Jahrgang 2017 – anzuschaffen.

«Mit der alten Maschine habe ich Mürbeteig und Rührkuchen gemacht», meint sie, und ihre Trauer um den Verlust ist unüberhörbar. Als die neue in ihre Küche kam, musste sie zunächst umdenken und sich auf ihre Handhabung einstellen: «Ich fürchtete, ich kriege dabei noch mehr graue Haare, als ich habe. Aber jetzt bin ich restlos glücklich mit ihr».        

Ob das neue Gerät ebenso lang funktionieren wird, wie das alte, steht noch in den Sternen. Im Zeitalter der Konsumgesellschaft und der schnellen Verschrottung bilden Bosch-Geräte jedoch bekanntlich die Ausnahme: sie sind langlebig und haltbar. Somit dürfte die Prognose gut sein.

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