Keine Utopie: Feier zum 65. Jubiläum

Der Haupteingang der Deutschen Schule Sankt Thomas Morus in der Straße Pedro de Valdivia im Stadtteil Providencia
Der Haupteingang der Deutschen Schule Sankt Thomas Morus in der Straße Pedro de Valdivia im Stadtteil Providencia

Von Arne Dettmann

In diesem Jahr feiert die Deutsche Schule Sankt Thomas Morus ihr 65-jähriges Bestehen. Die Jubiläumsfeierlichkeiten beginnen am Donnerstag, den 1. Oktober, mit einem großen Festakt. Am darauf folgenden Freitag, den 2. Oktober, treffen sich ehemalige Schüler zu einem Abendessen. Zum Tag der deutschen Einheit am Samstag, den 3. Oktober, ist die Schulgemeinschaft zu einem Oktoberfest mit vielen Spielen eingeladen. Am Montag, den 5. Oktober, plant die Schule für die Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse einen Wanderausflug auf den Cerro San Cristóbal.

Thomas Morus
Thomas Morus

Die Thomas-Morus-Schule zählt innerhalb der deutschen Schulen in Chile zu den jüngsten. Julius Diesenberg, ein deutscher Lehrer aus Puerto Montt, errichtete 1950 eine Privatschule, in der er mit 30 Schülern den Unterricht begann. «Entstanden in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wollte er mit der Schulgründung sicherlich auch ein Zeichen setzen, der symbolhaft für einen demokratischen Neuanfang steht», erklärt Rektorin Sabine Trapp. Auch der Namensgeber der Schule, ein englischer Staatsmann und humanistischer Autor, sei keinesfalls ein Zufall gewesen: Thomas Morus verfasste 1516 das Werk «Utopia», in dem eine ideale Gesellschaft geschildert wird. Der Anspruch des christlichen Humanismus mit dem Solidaritätsgedanken sei nach wie vor prägend für die Sankt-Thomas-Morus-Schule, so Sabine Trapp. Die Einrichtung sei zwar katholisch orientiert, doch würden Schüler aller Religionen – auch nicht Getaufte – angenommen werden. Derzeit sind es 800 Kinder und Jugendliche, die die Schule besuchen.
Im Jahr 2010 wurde das Gemischtsprachige Internationale Baccalaureate (GIB) eingeführt, das als Abschluss einen international anerkannten Hochschulzugang beinhaltet. Die mittlerweile vierte Schülergeneration hat das GIB nun absolviert. Im Dezember 2013 erhielt die Schule zudem das Gütesiegel der deutschen Kultusministerkonferenz als «Exzellente Deutsche Auslandsschule».
«Wir sind eine Stadtteilschule, die vor allem für viele junge Familien in Providencia sehr interessant ist – nicht ausschließlich wegen des Deutschunterrichts, denn nur sehr wenige Schüler bei uns haben einen familiären Bezug zu Deutschland», erläutert Sabine Trapp. Vielmehr würden das ausgezeichnete akademische Niveau der Schule und die bikulturelle, mehrsprachliche Bildung eine besondere Anziehung ausüben.
Die Bewerberzahlen bestätigen diese Attraktivität. Die Interessenten übersteigen bei Weitem die angebotenen Plätze. Dennoch will die Thomas-Morus-Schule nicht über ein gesundes Maß hinaus expandieren. Sabine Trapp: «Wir könnten wachsen. Doch wir wollen eine Stadtteilschule bleiben, die in unmittelbarer Nähe zur Schulgemeinschaft liegt.»

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