Internationales Finale von «Jugend debattiert in Südamerika»

Schülerin der DS Temuco gewinnt Wettbewerb

Josefa Hidalgo Gudenschwager von der Deutschen Schule Temuco und Ansgar Kemmann, Leiter «Jugend debattiert»: Die chilenische Schülerin hat beim Wettbewerb den 1. Platz belegt.
Josefa Hidalgo Gudenschwager von der Deutschen Schule Temuco und Ansgar Kemmann, Leiter «Jugend debattiert»: Die chilenische Schülerin hat beim Wettbewerb den 1. Platz belegt. Foto: Pedro Carlos Martins

 

Ende Oktober fand in Sao Paulo das mittlerweile zweite Finale des internationalen Wettbewerbs «Jugend debattiert in Südamerika» statt. Gewinnerin ist Josefa Gudenschwager von der DS Temuco.

 

Von Anna Hendrischk-Seewald
Fachberaterin in Chile

Nach dem gelungenen Auftakt 2016 in Santiago de Chile organisierten die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und die Hertie-Stiftung nun zum zweiten Mal diesen Wettbewerb für junge Deutsch-Lerner in Südamerika. Rund 35 Schulen aus Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay und erstmals auch Peru nahmen daran teil. Abschluss und Höhepunkt war das internationale Finale der Landessieger in São Paulo. Aus Chile hatten sich Florencia Hemmelmann, Schülerin der DS Osorno, sowie Josefa Gudenschwager von der DS Temuco dafür qualifiziert.

Das Thema der Schlussdebatte lautete: «Soll die Festlegung von Flächen als Naturschutzgebiete nicht wieder rückgängig gemacht werden dürfen?» Hier überzeugte die 17-jährige Josefa Hidalgo Gudenschwager, die eindrucksvoll gegen einen Bestandsschutz argumentierte und damit den Gesamtsieg errang. Den zweiten Platz belegte Joana Derksen aus Menno (Paraguay), gefolgt von Juana Perdomenico aus Buenos Aires und João Apuleiro aus São Paulo.

Wie immer bei «Jugend debattiert» vertraten die Jugendlichen ihre Positionen anwaltlich. Bei der Abstimmung im Publikum votierte die Mehrheit klar für die Beibehaltung einmal ausgewiesener Naturschutzgebiete.

Die Finaltage hatten mit einem gemeinsamen Stadtspaziergang durch das Zentrum von Sao Paulo begonnen, bei dem Florencia und Josefa aus Chile die anderen Teilnehmer kennenlernten. «Auf dieser Tour wurden uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt gezeigt und Einzelheiten über deren Geschichte erzählt, selbstverständlich alles auf Deutsch», so Florencia Hemmelmann.

Am folgenden Tag begannen die Klassifikationsrunden – dabei debattierten die zehn Schüler, ob im Sportunterricht auf Notengebung verzichtet werden und der Flächenverbrauch durch Straßen und Bebauung in städtischen Regionen strikt begrenzt werden sollte. Zudem wurde erörtert, ob es sinnvoll sei, die Gehälter von Berufsfußballspielern durch die FIFA zu begrenzen. Austragungsort der Qualifikationsrunden war das Colégio Benjamin Constant, Schule des Südamerika-Siegers von 2016. Das Finale fand in der Residenz des deutschen Generalkonsuls Axel Zeidler statt.

Ansgar Kemmann, Leiter von «Jugend debattiert», betonte in seiner Rede die Bedeutung der demokratischen Bildung, bei der junge Menschen schon in der Schule lernen, wie man gut zuhört, frei spricht, Meinungen begründet und auch in Streitgesprächen zu guten Ergebnissen kommt.

Dass Josefa Gudenschwager die Jury sowie das Publikum letztendlich überzeugen konnte, lag nicht nur an ihrer hohen Deutschkompetenz. Sie verstand es durch Rhetorik und kluge Argumentation den Gesprächskontrahenten Paroli zu bieten. «Es war so schön, aber auch anstrengend den ganzen Tag auf Deutsch mit den anderen zu sprechen und zu debattieren. Nie hätte ich geglaubt, dass ich gewinnen würde. Ich konnte selber überprüfen, wie die deutsche Sprache so viele Türen öffnen kann», strahlte Josefa Gudenschwager nach der Siegerehrung.

Aber auch Florencia meint, sie habe sehr viel gewonnen. «Oft hat man Angst, Deutsch zu sprechen oder Fehler zu begehen. Aber für uns ist das nun Vergangenheit. Wir haben verstanden, dass es nicht wichtig ist, perfekt zu sprechen, sondern miteinander kommunizieren zu können.»

Die Teilnehmer des Wettbewerbs: Vitória Aparecida Schuh (Brasilien), Augustina Provenzani (Argentinien), Klaus Kruger Serrano (Peru), Josefa Hidalgo Gudenschwager (Chile), Juana Perdomenico (Argentinien), Generalkonsul Axel Zeidler, Joana Derksen (Paraguay), João Pedro Apuleiro (Brasilien), Dijke Libussa Behage von Schmeling (Paraguay), Maria José Peña Zavala (Peru), Florencia Hemmelmann Hott (Chile) und Ansgar Kemmann von der Hertie-Stiftung. Foto: Pedro Carlos Martins
Die Teilnehmer des Wettbewerbs: Vitória Aparecida Schuh (Brasilien), Augustina Provenzani (Argentinien), Klaus Kruger Serrano (Peru), Josefa Hidalgo Gudenschwager (Chile), Juana Perdomenico (Argentinien), Generalkonsul Axel Zeidler, Joana Derksen (Paraguay), João Pedro Apuleiro (Brasilien), Dijke Libussa Behage von Schmeling (Paraguay), Maria José Peña Zavala (Peru), Florencia Hemmelmann Hott (Chile) und Ansgar Kemmann von der Hertie-Stiftung. Foto: Pedro Carlos Martins
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