Jubiläumsfeier des Altenheims Carlos Schleyer in Temuco

50 Jahre jung

Die Bastelgruppe, die das Altenheim durch ihre Arbeit unterstützt, während der 50-Jahr-Feier. Foto: privat

Am 17. Mai beging die deutsch-chilenische Gemeinschaft Temucos ein großes Ereignis: Sie feierte das 50-jährige Bestehen ihres Altenheims und weihte gleichzeitig neue Räume ein.

Von Hans-Joachim Krämer

Der große Versammlungs- und Aufenthaltsraum des Altenheims bot einen fantastischen Rahmen für die Feier des 50-jährigen Bestehens. Die 1. Vorsitzende Maria Elena Hillbrecht begrüßte in ihrer Ansprache die Einwohner und die Mitarbeiter des Heimes, die vielen Mitglieder der Corporación de Beneficencia Alemana de Temuco (CBAT) und die zahlreichen Vertreter der DCIs (Deutsch-Chilenische Institutionen) in der Hauptstadt der Frontera, die die Einrichtung im Laufe der Jahre unterstützt haben.

Schriftwart Oswald Frindt erläuterte die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte des Heims bis heute: Am 17. Mai 1969 war das Altenheim in Freire eingeweiht worden. Die Familie Roth-Schleyer hatte dort großzügig ein Haus auf ihrem Land zur Verfügung gestellt, in das die ersten Heimbewohner im April einziehen konnten. Zwei Jahre später musste das Heim nach Temuco umziehen, weil der Teil des Gutes, wo das Haus stand, enteignet worden war.

Die erste Wohneinheit für pflegebedürftige Personen

Die Lutherische Kirche Temuco hatte zu jener Zeit ihren Neubau am heutigen Standort an der Avenida Alemania bezogen. Damit ergab sich die Möglichkeit eines Leihvertrages des alten Kirchenbesitzes in der Calle Varas an das Altenheim. Dort wurden Einzelzimmer eingerichtet, und später vier weitere Zimmer. Eine wichtige Stiftung Dr. Herbert Huckes hatte es der Kirche ermöglicht, diese Schritte zu unternehmen. 1983 wurde die erste Wohneinheit für pflegebedürftige Personen eingerichtet.

Im Laufe der Jahre kam immer wieder der Wunsch nach einem neuen Heim auf. Die Fügung war der deutsch-chilenischen Gemeinschaft wieder hold. Die Deutsche Schule hatte ein modernes Schülerinternat gebaut, das aber mit der Zeit immer weniger vollständig genutzt wurde. Erik von Baer war ausschlaggebend an dem Entschluss beteiligt, das Internat dem Altenheim durch einen zinsfreien Kaufvertrag auf 50 Jahre zur Verfügung zu stellen. Das vorherige Internatsgebäude wurde mit einem zusätzlichen Obergeschoss und einem Aufzug ausgestattet und mit weiteren kleineren Änderungen den neuen Erfordernissen angepasst. Großzügige Spenden von Mitgliedern und Gönnern des Altenheims und ein Beitrag der Ex-Schüler der Deutschen Schule trugen zu der Umgestaltung bei.

Bastelgruppe des Altenheims

Kürzlich kam dem Altenheim zum dritten Mal eine günstige Fügung zugute. Die Zusammenführung mit der mehr als 100-jährigen Deutschen Kranken- und Sterbekasse (Sociedad Alemana de Socorros Mutuos) trug als Erbe deren Grundbesitz westlich des Altenheimes bei. Damit war räumlich und finanziell Platz für die Erweiterung geschaffen, deren Einweihung nun gefeiert werden konnte. Die Bastelgruppe des Altenheims leistet mit ihren jährlichen Weihnachtsmarktverkäufen und mit Kaffeenachmittagen wesentliche Beiträge zur Finanzierung einzelner Projekte.

Mit Dankbarkeit und in Vertretung aller Helfer wurden die 1. Vorsitzenden, die die Geschicke des Altenheims geführt haben, genannt: Lotte Krebs (1968-1984), Werner Kuschke (bis 1990), Karin Frindt (bis 1998), Hans Kühn (bis 2004), Sonia Wörner (bis 2005) und derzeit Maria Elena Hillbrecht.

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One Comment

  1. Hans-Joachim Krämer

    Ich bedanke mich für die Veröffentlichung meines Berichtes betr. des 50-jähr. Temuco Altenheim Jubiläums, bedaure aber daß Sie den wichtigsten Pgph ausgelassen haben, der die „absolute“ 3-malige Zusammenarbeit der DCIs pries – Kirche, Schule und Kranken u. Sterbekasse… zu gunsten des Altenheimes. DAS hat das „große“ Gelingen und dieses Jubiläum ermöglicht. Dieser ausschlaggebende und leider immer seltener werdende Gemeinschaftsgeist verdient meines Erachtens besonders hervorgehoben zu werden und ich würde mich für diese Berichtigung erfreuen:
    „Zurückblickend muß man lobend die bemerkenswerte und beispielhafte Koordination, Planung und Zusammenarbeit seitens der DCI Vorstände, was Wunder gewirkt hat, feststellen. Der Gemeindesinn hatte die glückliche Übermacht, selbstlos behielt man die Ziele aller Institutionen im Auge, was – wie hier berichtet – zu den wichtigen Erfolgen für uns alle geführt hat!“

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