Gemeinsames Pflanzen für gute Ernte

Pastor Johannes Merkel von der Versöhnungsgemeinde bei der Pflanzung des Apfelbaums
Pastor Johannes Merkel von der Versöhnungsgemeinde bei der Pflanzung des Apfelbaums

Einer der bekanntesten Sprüche von Martin Luther hat nicht direkt mit der Bibel zu tun, ist aber trotzdem zutiefst im christlichen Glauben verankert: «Und wenn ich auch wüsste, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich noch heute einen Apfelbaum pflanzen».

Ganz in diesem Sinne haben am Wochenende, den 6. Und 7. Juni, lutherische Gemeinden im ganzen Land an ihren gemeinsamen Ursprung erinnert und dabei Apfelbäume in ihren Gemeinden gepflanzt. Nicht in Erwartung des Endes der Welt, sondern in froher Hoffnung auf eine gute Zukunft.
In dieser Zukunft wollen die beiden seit den 1970er Jahren getrennten Kirchen ILCH (Iglesia Luterana en Chile) und IELCH (Iglesia Evangélica Luterana en Chile) auch besser und enger zusammenarbeiten. Eine gemeinsame Kirchenföderation mit zwei Synoden (Kirchenparlamenten) wird zurzeit diskutiert. Darüber hinaus gibt es konkrete Schritte im Miteinander und aufeinander zu.
So haben die Santiaguiner Gemeinden El Redentor und La Reconciliación nicht nur beide einen Apfelbaum gepflanzt; die Direktorien beider Gemeinden trafen sich beispielsweise unlängst, um sich gegenseitig über die Herausforderungen für die Lutheraner auszutauschen. Schon in diesem Jahr soll es zwischen beiden auch mehr gegenseitige Einladungen und gemeinsame Veranstaltungen geben. Zudem sind beide Gemeinden in Schulen im armen Süden der Stadt sozialdiakonisch engagiert und wollen hier ihre jeweiligen Erfahrungen füreinander fruchtbar machen.
Die Gläubigen werden am Sonntag, den 21. Juni, die Möglichkeit haben, eine andere Kirche oder einen anderen Pfarrer beziehungsweise eine andere Pfarrerin aus der anderen Gemeinde kennen zu lernen. Beim gegenseitigen«„Kanzeltausch» wird Pastor Esteban Alfaro in der «Kirche zum guten Hirten» (Versöhnungsgemeinde) predigen. Pastorin Nicole Oehler und ihr Mann, Pastor Johannes Merkel, gestalten im Gegenzug die Gottesdienste in der Erlösergemeinde (Lota-Kirche und San Pablo).

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