Freundeskreis «SMS Dresden» in Deutschland

Auch in Deutschland werden die Erinnerungen an die «Dresden» und ihre abenteuerliche Flucht mit Hilfe des Lotsen Albert Pagels wach gehalten.

Albert-Pagels-Gedenkstein in Klein Kubitz, dem Geburtsort Pagels auf der Ostseeinsel Rügen: Der Gedenkstein wurde auf Initiative des Albert-Pagels-Biografen Kapitän Horst Scholle (Foto) aus Stralsund errichtet. Er hat Vorträge über Albert Pagels gehalten und Artikel veröffentlicht. Als Seemann fühlt er sich dem «Lotsen von Feuerland» seelenverwandt.
Albert-Pagels-Gedenkstein in Klein Kubitz, dem Geburtsort Pagels auf der Ostseeinsel Rügen: Der Gedenkstein wurde auf Initiative des Albert-Pagels-Biografen Kapitän Horst Scholle (Foto) aus Stralsund errichtet. Er hat Vorträge über Albert Pagels gehalten und Artikel veröffentlicht. Als Seemann fühlt er sich dem «Lotsen von Feuerland» seelenverwandt.

Im Jahr 1996 recherchierte Gert Bürgel aus Dresden weltweit nach Orts- und Namensspuren seiner Heimatstadt. Er fand dabei geographische Orte im Süden Chiles, deren Ursprung er nicht kannte: «Dresden-See», «Dresden-Hafen», «Dresden-Fjord».
Martin Bachmann vom Deutsch-Chilenischen Bund half mit weiteren Informationen und vermittelte einen Kontakt zu einem Bekannten in Brasilien, der sich sehr für die Geschichte der «SMS Dresden» interessierte. Dieser wiederum kannte Frau Dresden Graff, die in Hildesheim (Deutschland) wohnende, älteste Tochter des Lotsen Albert Pagels. Auf ihrer Flucht hatte sich die «Dresden» mit Hilfe Albert Pagels erfolgreich in den Fjorden Feuerlands versteckt, die der Lotse offenbar so gut wie seine eigene Westentasche kannte.
Im Laufe der Jahre ist der Freundeskreis auf gut ein Dutzend Mitglieder angewachsen. Jeder befasst sich auf andere Weise mit dem Schicksal des Kleinen Kreuzers. Der Austausch des vielseitigen Wissens befördert seither den Geist unserer Gruppe.
Unsere Interessensgebiete umfassen Kontakte zu Nachfahren der Schiffsbesatzung in Chile und Deutschland, das Bewahren des Andenkens und der Biographie von Albert Pagels, die Sammlung antiquarischer Literatur und Bilder, das Schicksal der «Sierra Córdoba» und die Lebensgeschichte von Hugo Weber. Weiterhin pflegen wir Kontakte nach Chile, auch durch individuelle Reisen (Punta Arenas, Valdivia, Juan Fernández).
Wir erarbeiten Publikationen, halten Vorträge und vieles mehr. Sogar einen TV- Journalisten gibt es im Freundeskreis, der die geschichtlichen Ereignisorte der «SMS Dresden» in Chile besuchte. Sein letzter großer Fernseh-Beitrag hatte den Titel: «Die Vergessenen von Quiriquina».
Bei regelmäßigen Treffen vertieft der Freundeskreis die fachlichen und persönlichen Kontakte. Außerdem gibt es mit den Mitgliedern in Übersee einen intensiven E-Mail-Verkehr. Anfragen oder Kontaktwünsche an den Freundeskreis beantwortet der Koordinator Gert Bürgel gerne. Seine E-Mail: gert.buergel@gmx.de

Das Schwein Tirpitz

4129_p10dAuch in tragischen, ja tödlichen Momenten gibt es Ereignisse, über die man noch nach 100 Jahren schmunzeln kann.

Auf der «SMS Dresden» befand sich ein Maskottchen, das während der Flucht in Punta Arenas an Bord gekommen sein muss, wahrscheinlich als «Liebesgabe» der deutschstämmigen Bevölkerung dort. Das Schwein ging nicht mit dem Schiff unter, sondern schwamm in Richtung des englischen Kreuzers «Glasgow», wo es gerettet wurde. Die Besatzung verlieh dem Schwein symbolisch das Eiserne Kreuz, weil es auf der «Dresden» länger ausgeharrt hatte als deren Besatzung und taufte es «Tirpitz», nach dem «Vater» der deutschen Flotte, Großadmiral Alfred von Tirpitz. Das Schwein blieb mehr als ein Jahr lang auf der «Glasgow» und wurde später zu Gunsten des Roten Kreuzes versteigert (es erbrachte 1.785 Pfund Sterling). Später dann ging es in den Besitz des 6. Duke of Portland über, der nach dessen Tod den Kopf präparierte. Das Schwein Tirpitz befindet sich heute im Imperial War Museum in London.

Quelle: DCB

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