Francisco Gacitúa

Diese Ausstellung ist eine direkte Folge der 100 Meter langen Fußgängerbrücke, die Gacitúa ab 2009 für die Stadt Toronto in Kanada entwarf. Hier dreht sich fast alles um die Idee «Brücke», in den von dem Künstler stets bevorzugten Materialien Stahl und Stein. Die Titel der Werke weisen zumeist darauf hin.Auf der Straße vor der Galerie steht das etwa 2,20 Meter hohe und entsprechend breite Hauptstück der Ausstellung: eine gegenstandslose, harmonische und ausgewogene Komposition aus drei ineinander geschachtelten Blöcken aus weißem Granit, in gerundeten Formen und mit verschiedenartig bearbeiteten Oberflächen: rau, poliert, gehämmert, mit einem zentralen Durchblick. Ein echtes Meisterstück!

Die vielen gezeigten kleineren «Brücken» bestehen zumeist aus dünnen Stahlstäben oder -stangen, die sich in der Regel über einem rechteckigen Unterbau zu horizontalen Bögen verschlingen, wiederholt unter Einschluss eines steinernen Zusatzes. Oder die wie ein Gerüst Granit oder Basaltsteine tragen mögen. Stets sind die schließlich abstrakten Arbeiten völlig ausgewogen und von viel Luft und Licht durchflossen.

Rohe Kraft lassen uns andere Arbeiten empfinden, in denen wie in granitische Zangen gepresst, schwarze unregelmäßige Basaltsteine sich bogenartig aufwärts wölben, wie zum Beispiel in «Puente Cometa». Ein anderes Werk erinnert an den enormen «Segler» – die Skulptur Gacitúas vor Falabella im Parque Arauco – heute so von geparkten Autos umgeben, dass man sie selbst kaum mehr sieht.

Im oberen Stockwerk der Galerie sind weitere, meist kleinere Arbeiten in gleichartigem Stil zu sehen; wobei die mehr in sich geschlossene «Puente Águila« auf ein beweglichen Teil auf Adlersflügel anspielen mag. – Eine eindrucksvolle, hochkarätige, einheitliche Schau.

 

Von Pedro Labowitz

 

Die Ausstellung ist in der Galería ArtEspacio, Alonso de Córdova 2600, bis zum 22. November zu sehen.

Print Friendly

Leave a Comment

Su dirección de correo no se hará público. Los campos requeridos están marcados *

*