Eine neue Werkstatt für behinderte Kinder

In San Francisco de Mostazal rund 60 Kilometer südlich von Santiago de Chile wurde vor sieben Jahren dank einer privaten Initiative eine Schule für behinderte Kinder gegründet, da in dieser von ärmeren Landarbeitern bewohnten Gegend ein dringender Bedarf für eine solche Einrichtung bestand. Die Finanzierung der Lehrkräfte stellte der chilenische Staat. Doch für die 60 Kinder reichte schon bald der Platz nicht mehr aus.

Die österreichische Entwicklungshilfeorganisation Hope 87 wurde auf die soziale Institution aufmerksam. Die Abkürzung «Hope» bedeutetet «Hundreds of Original Projects for Employment» und ist eine österreichische Initiative zur weltweiten Unterstützung der Jugendbeschäftigung und Jugendausbildung. Hope 87 (www.hope87.at) wurde 1987 als Antwort auf das Internationale Jugendjahr der Vereinten Nationen in Wien gegründet und führt zahlreiche Projekte für Kinder und Jugendliche in Südamerika, Afrika, Asien und Osteuropa durch.

In Absprache mit der Direktorin der Behindertenschule in Mostazal wurde der Neubau einer Werkstatt geplant, in der den Kindern und Jugendlichen neben dem Schulunterricht auch handwerkliche Fähigkeiten beigebracht werden können. Der Österreicher Franz Schubert mit seiner Tourismusorganisation «Trekking Chile», das als Nichtregierungsorganisation auch Hilfsprojekte durchführt, erklärte sich bereit, Geld für die Finanzierung aufzutreiben. Konkret handelt es sich um den Geschäftspartner von Trekking Chile, dem deutschen Touristikunternehmer Ulrich Klose, der in Deutschland das auf Naturreisen und Trekking spezialisierte Reisebüro WIGWAM-Reisen betreibt. Ulrich Klose spendete 35.000 Euro.

Die gesamte Aktion wurde von der deutschen «Stiftung Unesco-Bildung für Kinder in Not» und der Unesco-Sonderbotschafterin Dr. Ute H. Ohoven mitorganisiert. Ulrich Klose kam zur feierlichen Eröffnung der Werkstatt Anfang nach Chile und eröffnete das Gebäude unter Anwesenheit der österreichischen Botschafterin Dorothea Auer und dem Bürgermeister von Mostazal sowie zahlreichen anderen Gästen.

Die Gemeinde Mostazal, früher leider arm und ohne entsprechende Steuereinnahmen, verfügt seit dem Bau des Casinos Monticello auf ihrem Gemeindegrund über wesentlich höhere Steuereinnahmen, die auch zweckgebunden für soziale Zwecke eingesetzt werden müssen. Der Gemeinderat beschloss daher über Antrag des Bürgermeisters die Gesamtrenovierung der Schule und den Bau neuer Klassenzimmer, so dass die Kapazität der Schule von früher 60 auf nun 100 Kindern aufgestockt wurde.

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