Ein «Fest der Schweiz» in Chile

Der Cóndor sprach mit Sergio Conus Rivas, Leiter der Asociación Descendientes Suizos de La Araucanía (Ades), über diese Vereinigung und deren Wirken.

Còndor: Wie lange gibt es schon die Vereinigung der Schweizerischstämmigen in der IX. Region Araucanía?

Sergio Conus Rivas: Ades entstand vor 20 Jahren. Am 17. Januar 1993 wurde in Victoria die Vereinigung junger Schweizerischstämmiger der Araucanía gegründet. Im Jahr 1995 wurde Ades seitens des Kongresses der Auslandsschweizer in der Stadt Lugano offiziell anerkannt.

 

Wie kam es zur Gründung?

Ades wurde mit der Zielsetzung gegründet, dem wachsenden Interesse der zahlreichen Söhne und Enkel von Schweizern gerecht zu werden, die mehr über die Aktivitäten des Landes ihrer Vorväter wissen wollten. Aber es bestand auch die Notwendigkeit, eine Gruppe von Nachkommen der in der Araucanía lebenden Schweizer Siedler zu haben, da diese noch keine Vereinigung hatten, die sie repräsentieren und mit der sie sich identifizieren könnten.

 

Wie viele Mitglieder haben Sie?

Derzeit hat Ades 350 Mitglieder, die sich über ganz Chile verteilen und andere, die im Ausland leben.

 

Und was sind Ihre Aufgaben und Ziele?

Unsere Hauptzielsetzungen bestehen darin, kulturelle, politische, soziale und sportliche Beziehungen mit dem Vaterland ihrer Vorfahren zu entwickeln und zu erweitern und Verbindungen zu pflegen, die es ermöglichen, die Schweizer Präsenz in Chile aktiv zu erhalten. Ades strebt auch an, die Verbindung zwischen Chile und der Schweiz durch spezifische Projekte zu intensivieren. Gerade derzeit hat sich die Organisation vorgenommen, ein Projekt zu fördern, das darauf abzielt, das «Fest der Schweiz» einzuführen. Wir betrachten das als eine Möglichkeit, der chilenischen Gemeinschaft etwas über Bräuche und Traditionen der Schweiz zu zeigen.

 

Wie viele Schweizer sind in die Region eingewandert?

Man nimmt an, dass etwas über 8.000 Schweizer in der Araucanía die Konzession für ihren Grundbesitz erhielten, wobei die Einwanderer sich vor allem in den Städten Victoria und Traiguén niederließen. Das geschah besonders gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Der Zeitraum der Einwanderung beläuft sich zwischen 1833 und 1900.
Wie betrachten Sie den Mapuche-Konflikt?

Der Mapuche-Konflikt ist eine reine Staatsangelegenheit, das heißt, eine Angelegenheit des chilenischen Staates. Demzufolge sollte diese Problematik vom Staat selbst gelöst werden.

 

Und das Attentat gegen die Familie Luchsinger?

Der Anschlag auf die Familie Luchsinger ist eine bedauernswerte Angelegenheit, und unsere Organisation wird immer gegen Gewalt sein, unabhängig vom Ursprung oder dem Motiv.

 

Herr Conus Rivas, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

Die Fragen stellte Arne Dettmann.

 

Kontakt: adesaraucania@gmail.com; im Internet: www.adesaraucania.cl

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