Deutsche Schule Valparaíso feiert Kirmes

3.000 Gäste kamen zur Kirmes nach Limache

Die Deutschen Schule Valparaíso hat vor Kurzem mit 3.000 Gästen ihre traditionelle Kirmes im Ferienheim in Limache gefeiert. Das Bundesland Niedersachsen stand im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Die Deutsche Schule Valparaíso feiert ihre traditionelle Kirmes in Limache.
Die Deutsche Schule Valparaíso feiert ihre traditionelle Kirmes in Limache.

«Wir sind sehr zufrieden mit der regen Teilnahme des Publikums in diesem Jahr», erklärte Heidi Opitz, Mitglied der Kommission Kirmes. Das Fest war bunt gespickt: Spiele für Kinder und Jugendliche, jede Art von Speisen und Getränken an mehr als 20 Ständen, ein ausgezeichnetes kulturelles Programm mit künstlerischen und musikalischen Darbietungen, Vorstellungen der Sportlerinnen in rhythmischer und künstlerischer Gymnastik und eine Show der Salsa-Tanzgruppe. Außerdem gab es eine Lotterie und ein Tanzfest.

Die Stände, an denen Speisen und Getränke angeboten wurden, waren mit Elementen geschmückt, die für Niedersachsen typisch sind. So hatte sich der Stand Salate mit Bildern aus der Fabel des «Rattenfängers von Hameln» ausstaffiert. Der Bierstand zeigte typische Gebäude und bekannten Skulpturen der Stadt Hannover. Der Stand «Hähnchen», gestaltet von der Elternvertretung, hatte sich von der klassischen satirischen Geschichte «Max und Moritz» des Karikaturisten Wilhelm Busch inspirieren lassen, der in der Stadt Wiedensahl in Niedersachsen gelebt hat.

Für die vielen Kinder und Jugendlichen gab es unterhaltsame Spiele an den Ständen, die von Erzieherinnen, Eltern und Lehrern betreut wurden. Unter dem Anspruch, unserem Planeten zu helfen und unsere Erde zu schützen, konnten die Kinder eine Pflanze mit nach Hause nehmen, oder ein Buch oder eines ihrer selbst gestalteten Kunststücke, hergestellt aus Knetmasse aus Mehl und Samen.


Ein bewegender Augenblick war, als das Ehepaar Mila und Klaus May, ehemalige Erziehungsberechtigte und zur Zeit die offiziellen Fotografen der Schule, die seit 40 Jahren den Stand «Spießchen» geführt haben, für diese Arbeit geehrt wurden. Der Stand «Spießchen» des Deutschen Sportklubs hat immer sehr viel Anerkennung für seine permanente Teilnahme und sein uneingeschränktes Engagement, ebenso wie für seine kreative Dekoration erhalten.

Ebenso wurde die Unterstützung durch die ehemalige Schülerin Carola Alegria besonders anerkannt. Über 15 Jahre ist Carola im Vorstand der Ehemaligen Schüler tätig und hat in dieser Funktion unermüdlich für den Zusammenhalt der Abgänger unserer Schule gesorgt und den Stand der Ex-alumnos geführt.

Besonderer Dank gebührt ebenfalls den deutsch-chilenischen Institutionen, die als Zeichen ihrer Freundschaft mit der Deutschen Schule mit verschiedenen Ständen teilgenommen haben: Der Deutsche Klub (Bar), der Deutsche Sportklub (Spießchen), der Deutsche Ausflugsverein (Eis) und der Wohltätigkeitsverein Deutscher Damen (Kaffee und Kuchen).

Ein umfangreiches kulturelles Programm, welches auf der Bühne während der Kehrmesse gezeigt wurde und von Monica Körver, Lehrerin der Deutschen Schule, organisiert wurde, ist einer der wichtigsten Eckpfeiler der Kirmes. An dieser Stelle soll auch der Erziehungsberechtigten unserer Schule – Paula Núñez – gedankt werden, die zuständig für die Dekoration der Bühne war. Während des gesamten Tages wurden hier Musikstücke von den Schülern, ehemaligen Schülern, Lehrern und Eltern der Schule präsentiert. Auch gab es Darbietungen der Auswahl der rhythmischen und artistischen Turnerinnen.

Um 19.30 Uhr wendete sich das gesamte Publikum gespannt Richtung Bühne: Es war der Moment der großen Lotterie, bei der verschiedene Preise verteilt wurden. Der späte Abend gehörte der Tanzgruppe Salsa unter der Leitung des Lehrers Freddy Mix, gefolgt von einem Tanzfest.

Zum Schluss möchte die Kommission Kirmes all denen danken, die mit viel Enthusiasmus und noch mehr Kraft dabei geholfen haben, um wieder ein tolles Fest feiern zu können: Den Chefs der Stände, den Mitarbeitern und Freiwilligen, der Verwaltung der Schule, den Helfern in der Erziehung und allen Chilenisch-Deutschen Institutionen – Herzlichen Dank an alle!

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One Comment

  1. Volkhart Holscher

    Im Zusammenhang mit dem Ferienheim in Limache fällt mir die Geschichte meiner ersten Jahre in Chile ein.
    Es war 1948, ein Jahr nachdem meine Mutter und ich mit zwei weiteren Geschwistern mit der Presidente Errázuriz, ein Truppentransporter der chilenischen Marine, als Flüchtlinge in Chile ankamen. Meine Mutter hatte damals das große Glück die Verwaltung des Ferienheims in Limache zu übernehmen. Das war für uns, nach den schweren Kriegsjahren, der Start in ein neues Leben im Frieden. Die schlimmen Entbehrungen des Krieges waren vorbei. Für uns Kinder eine Zeit wie im Paradies die ich in meinen Kindes- und Jugenderinnerungen nicht missen möchte und nie vergessen werde.

    Wenn ich heute, etwa 70 Jahre später, von der Kirmes im Ferienheim im Condor lese, bin ich in Gedanken in der damaligen wunderschönen Zeit. Doch damals fand die Kirmes, auf die wir Kinder das ganze Jahr warteten, noch in der Schule in Valparaíso auf dem Cerro Concepción statt. Ein weiterer Jahreshöhepunkt war damals der einwöchige Besuch der ganzen Schulklasse im Ferienheim in Limache wo ich mit meinen Geschwistern das ganze Jahr wohnen durfte.
    Längst vergilbte Bilder erinnern an damalige Zeiten. Im Schwimmbad zu toben, auf einem halbwilden Pferd zu reiten, am estero Pejerreyes zu angeln, in der quebrada Höhlen zu bauen.

    Als im Jahr 2007 unsere Deutsche Schule Valparaíso ihr 150. Gründungsjubiläum feierte, konnten die Abiturienten meiner Klasse auf den 50. Jahrestag des Abiturs zurückblicken. Zusammen erst Recht besondere Anlässe um groß zu feiern. Durch die modernen Medien, E-Mail, wurde die Suche der ehemaligen Klassenkameraden erleichtert. Jeder kannte jemanden und so waren wir bald fast komplett. Das dann im Jahr 2007 internationale Treffen fand im Copihue in Olmué statt und war ein großes Wiedersehensfest mit Austausch vieler Erinnerungen. „No has cambiado nada“, „te acuerdas?“ und „encantada“ hörte man häufig.
    Seit diesem ersten Klassentreffen fanden verschiedene weitere Treffen immer im chilenischen Frühling statt. Das Datum und der Ort werden frühzeitig abgestimmt und bekanntgegeben, um auch den Schulkameraden die heute in der Welt verstreut sind die Gelegenheit zu geben die Reise zu planen.
    Es ist immer wieder so als wäre die Zeit stehen geblieben, ein wunderschönes Wiedersehen. Der Austausch der Erinnerungen versetzt uns in die damalige Jugendzeit und hält uns irgendwie jung. Längst vergangene Geschichten werden so wieder aus dem tiefen Schlaf der Erinnerungen geweckt. Weißt Du noch?
    Man kann nur empfehlen den Kontakt zu alten Klassenkameraden zu pflegen um so, durch das Aufleben alter Erinnerungen von Freunden, dem Leben mehr Leben zu geben.
    Liebe Grüße aus Deutschland

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