Deutsche Schule Santiago eröffnet Museum

Der Lehrerin Juanita Böhmer ist es zu verdanken, dass die mehr als 120-jährige Geschichte der Deutschen Schule Santiago nun in einem eigenen Museum lebendig bleibt.

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«Beim Umzug der Schule von Antonio Varas nach Las Condes begann sie, Gegenstände und Dokumente zu sammeln», erzählte Rektor Gerhard Pschorn am Donnerstag vergangener Woche bei seiner Begrüßungsansprache während der feierlichen Einweihung des Museums vor zahlreichen Gästen, darunter der deutsche Botschafter Hans-Henning Blomeyer Bartenstein. «Vor gefühlten 100 Jahren», fügte er scherzend hinzu.
Nicht vor 100 Jahren, sondern Ende der 1980er Jahre zog die Schule in den modernen Neubau in der Straße Nuestra Señora del Rosario in Las Condes, womit eine lange Ära in der Geschichte der deutschen Bildungseinrichtung in Santiago zu Ende ging. Juanita Böhmer konnte die Schulleitung von ihrer Vision überzeugen, dass das kulturelle Erbe aufrecht erhalten und den zukünftigen Generationen zugängig gemacht werden sollte. So wurde ein multidisziplinäres Team eingesetzt, das der Ausstellung in jahrelanger Arbeit ein museales Konzept und Gestalt gab.

Schulleiter Gerhard Pschorn, Botschafter Hans Henning Blomeyer-Bartenstein, Schulvorsitzender Klaus Grodeke
Schulleiter Gerhard Pschorn, Botschafter Hans Henning Blomeyer-Bartenstein, Schulvorsitzender Klaus Grodeke

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nicht nur der Flair von authentischen alten Schulbänken und Schreibtischen macht den Besuch des Museums lohnenswert. Genauso interessant ist der zweisprachige Zeitstrang, der die wichtigen Ereignisse der allgemeinen Geschichte und der der Schule anschaulich vermittelt.
Die bekannte Architektin und Kulturmanagerin Magdalena Krebs bestätigte bei der Einweihungsfeier mit ihrem Vortrag über die Rolle von Museen in der Gesellschaft das gelungene Anliegen der Ausstellung, das historische, kulturelle und pädagogische Erbe zu bewahren. Die Deutsche Schule drückt dies mit dem Motto des Museums aus: «Dein Vermächtnis ist unsere Zukunft».

Petra Wilken

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