Deutsche Schule Frutillar im Wiederaufbau

Zukunfts- und umweltorientiert

Deutsche Schule Frutillar Cornelia Prenzlau und Pablo Moraga
Cornelia Prenzlau und Pablo Moraga von der Deutschen Schule Frutillar: Die Grundüberlegung lautete, was für eine Bildung streben wir für unsere Kinder an. Foto: Walter Krumbach

Von Walter Krumbach

Im Morgengrauen des 16. Mai 2016 zerstörte im vergangenen Jahr ein Brand mehrere Räumlichkeiten des Kindergartens und der Verwaltung der Deutschen Schule Frutillar. Insgesamt waren um die 700 Quadratmeter des Gebäudes betroffen, was etwa ein Drittel des gesamten Komplexes ausmacht. «Außerdem bedauern wir den Verlust zahlreicher historischer Dokumente sowie der Schülerdateien», erläutert Cornelia Prenzlau, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit des Schulvorstandes.

Die Versicherung wird, so schätzt die Schulgemeinschaft, etwa den dritten Teil des Wiederaufbaus finanzieren. Die restlichen zwei Drittel müssen noch besorgt werden. Bisher haben sich die ortsansässige Gemeinschaft und die restlichen Deutschen Schulen des Landes erkenntlich gezeigt. Die erhaltenen Mittel sind bereits investiert worden, um das Nötigste anzuschaffen und die zerstörten Zimmer behelfsmäßig funktionsfähig zu machen.

Heute richtet sich die Bitte um Hilfe an die deutsch-chilenische Gemeinschaft: «Unser Ruf, an der Aktion teilzunehmen, geht an alle», unterstreicht Claudia Prenzlau. Zusätzlich ist die Schule mit der Deutschen Botschaft in Santiago im Gespräch, um eine finanzielle Unterstützung zu beschaffen. Dieter Lamlé, Regionalbeauftragter für Lateinamerika und Karibik des Auswärtigen Amtes, besuchte kurz nach dem Brand die Schule und unternahm damals schon die ersten Schritte, um eine Spende von offizieller deutscher Seite zu ermöglichen.

150 Schüler besuchen zurzeit die DS Frutillar, von der Spielgruppe bis zum IV. Medio. Der Brand gab zu der Überlegung Anlass, ob die Klassenzimmer in der gleichen Größe wieder aufgebaut werden sollen: «Einige waren größer, andere kleiner», bemerkt Claudia Prenzlau, «so waren in einigen Fällen die Räume zu knapp, um 20 Schüler aufnehmen zu können. Jetzt werden einige Zimmer hinzukommen».    

Mit dem Projekt wurde Pablo Moraga beauftragt. Moraga, Beteiligter der Architekturfirma Moraga & Höpfner, fügt dem hinzu: «Als wir begannen, das Vorhaben auszuarbeiten, hielten wir es für wichtig, eine langfristige Planung vorzunehmen. Die Schule ist nunmehr 110 Jahre alt. So war es an der Zeit zu überlegen, was für eine Art von Bildung wir für unsere Kinder anstreben und welche Eigentümlichkeiten demnach der neue Bau haben sollte. Wir haben einen Masterplan erarbeitet, in dem wir uns in das Bildungswesen der kommenden 50 Jahre hineingedacht haben».

Hierbei spielten Überlegungen akustischer, thermischer und beleuchtungstechnischer Art eine herausragende Rolle. «Zum anderen haben wir in Gemeinschaftsarbeit mit der Schule das Bedürfnis festgestellt, die Kinder mit der Umwelt zu verbinden», fügt er hinzu; «wir haben den See und die Vulkane, die von den Klassenzimmern aus gesehen werden können, was nicht ständig klappt, weil es hier so viel regnet. Dazu gehören auch Gemüsegärten, die sie auf dem Hof anbauen sollen und die Klassenzimmer sollen möglichst lichtdurchlässig sein, damit viel Helligkeit hereinkommt».

Der leitende Gedanke des Konzepts ist es, eine traditionsbewusste Schule mit den modernen, erprobten Errungenschaften der Pädagogik auszustatten.

Das neue Gebäude wird im Vergleich zum geschädigten Haus größer sein. Es kommt nämlich ein viertes Spielgruppenzimmer hinzu, sowie verschiedene überdachte Innenräume, womit die Fläche auf etwa 1.100 Quadratmeter kommt. Der neue Maßstab ermöglicht es, bis zu 400 Schüler aufzunehmen, ein Ziel, das sich die Frutillarer mittelfristig gesetzt haben, da sich der Trend bemerkbar gemacht hat, dass Familien aus anderen Ballungsgebieten sich in der malerischen Stadt am Llanquihue-See und Umgebung niedergelassen haben. Alles deutet darauf hin, dass dieser Trend in der kommenden Zeit andauern wird. Damit wäre auch der Wirtschaftlichkeit der Schule gedient, denn «mit 150 Schülern ist sie eher schwach», stellt Cornelia Prenzlau fest.

Freundliche Geber können sich über institutoaleman@dsfrutillar.cl näher informieren und ihre Spenden auf das Konto der Schule (RUT 70.574.000-3), Banco Santander Nummer 25-92041-4, überweisen.

    

 

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