Clínica Alemana wegweisend in der Frauenförderung

Deutsche Klinik Santiago: Verpflichtung zur Gleichstellung der Geschlechter

Paula Ithurbisquy, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Klinik Santiago. Foto: Clínica Alemana
Paula Ithurbisquy, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Klinik Santiago. Foto: Clínica Alemana

Mit mehr als als 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 60 medizinischen Spezialgebieten gehört die Clínica Alemana zu den größten und bedeutendsten Privatkliniken in Chile. Hauptgeschäftsführer ist eine Frau, und 63 Prozent des hohen und mittleren Managements ist ebenfalls in weiblichen Händen. 

Die Wirtschaftsingenieurin Paula Ithurbisquy arbeitet seit 25 Jahren in der Clínica Alemana. Bevor sie 2012 die Hauptgeschäftsführung übernahm, leitete sie die kaufmännische Abteilung der Klinik. Ihre berufliche Laufbahn begann im Finanzbereich, wo sie in Privatbanken und bei einer staatlichen Aufsichtsbehörde tätig war. Heute unterstehen ihr in der Clínica Alemana zehn Bereichsleitungen. 

 

CAMCHAL: Gibt es eine Firmenpolitik der Frauenförderung in der Clínica Alemana?

Paula Ithurbisquy: Seit der Gründung unserer Klinik gibt es eine Verpflichtung zur Gleichstellung der Geschlechter, die wir u.a. durch konkrete Praktiken, wie die Einstellung von Frauen in allen Bereichen der Organisation, die gleichmäßige Verteilung der höheren Führungspositionen, gleiche Bedingungen und Einkommen und einen steigenden Frauenanteil in leitenden Stellen gefördert haben. Da in unserer Branche der Großteil der Mitarbeiter Frauen sind, haben wir gleichzeitig eine Reihe von sozialen Leistungen eingeführt, die auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf abzielen.  

 

CAMCHAL: Welche Ergebnisse hat die Klinik damit erreicht?

Paula Ithurbisquy: Die Zahlen der Clínica Alemana sprechen für sich: 77 Prozent unserer Mitarbeiter sind Frauen, 63 Prozent der Stellen im hohen und mittleren Management sind von Frauen besetzt. Das gehobene Management ist zu je 50 Prozent zwischen Männern und Frauen aufgeteilt. 

Es ist uns sehr wichtig, nicht nur eine bedeutende Anzahl von Frauen innerhalb der Organisation zu haben, sondern ihnen auch alle Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die ihnen erfolgreiche  Karrieren ermöglichen und sich sowohl beruflich als auch persönlich zu entwickeln. 

 

CAMCHAL: Was können Sie uns über Ihre Erfahrung als Hauptgeschäftsführerin sagen? Welche Nachteile und welche Vorteile hat es, Frau zu sein? 

Paula Ithurbisquy: Es ist immer eine Herausforderung, in eine überwiegend männliche Welt einzusteigen. Denken Sie daran, dass in Chile nur acht Prozent der Geschäftsführer Frauen sind. Aus meiner Sicht eröffnet es eine Reihe von Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Einbringen einer anderen Sichtweise, das Bilden von vielfältigen und inklusiven Teams und eine andere Art und Weise zu zeigen, wie die Dinge getan werden. Es ermöglicht auch, neue Maßstäbe für das Land zu setzen, ein konkretes Beispiel für die Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt zu geben und den Weg für die neuen Generationen zu bereiten. All dies kann erreicht werden, ohne unser Wesen aufzugeben, mit einem eigenen weiblichen Führungsstil, der nicht versucht, dem männlichen gleich zu sein. 

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