Chile debattiert mit Herz und Verstand

Ende Mai fand der zweite Wettbewerb «Debattieren mit Herz und Verstand» in Santiago statt. Die 18 Schüler aus neun Deutschen Auslandsschulen sowie DSD-Schulen hatten sich zuvor schulintern für das nationale Finale in Santiago qualifiziert. Am ersten Tag trafen sie sich in der DS Santiago und diskutierten über das Thema: Sollen Noten an Schulen abgeschafft werden?

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«Wozu benötigen wir Noten? Ich bin extra aus Punta Arenas gekommen, um mit euch zu debattieren, ohne dafür eine Note zu erhalten!» – «Ja richtig, wir haben auch noch Spaß dabei!», fügte Isidora, Schülerin der DS Valdivia hinzu.

Auch die Vizeschulleiterin der DS Santiago, Alida Rihm, äußerte sich begeistert über die hohe Sprachkompetenz der Schüler und deren Fähigkeiten, fließend auf Deutsch ihre Gedanken und Ideen mitzuteilen.

Der zweite Tag des Wettbewerbs fand wie bereits im Jahr zuvor in der Deutschen Botschaft Santiago statt. Mit dabei waren Lehrer der teilnehmenden Deutschen Schulen, die ehemaligen Gewinner des Vorjahres, interessierte Eltern und Botschaftsangehörige. Das Thema der Debatte hier: Soll man zugunsten der Umwelt auf Urlaubsreisen mit dem Flugzeug verzichten?

Die Schüler hatten am ersten Tag alle ein individuelles Feedback zu ihren Debattierleistungen von der Jury erhalten. Diese Tipps wurden erfolgreich umgesetzt, sodass die Jury bestehend aus Dr. Barbara May, Leiterin des Kultur- und Pressereferats, Jorge Álvarez, Fachleiter der DS Chillán, und Anna Hendrischk-Seewald, ZfA-Fachberaterin für Deutsch, übereinstimmend feststellten, dass die acht Schüler sich alle noch einmal deutlich gesteigert hätten.

Schließlich wurde die vier Vertreter für den Internationalen Wettbewerb in Paraguay ermittelt: Zwei Schüler der DS Valdivia, ein Schüler der DS Thomas Morus und ein Schüler der DS Concepción werden vom 16. bis 19. Oktober Chile auf internationaler Ebene vertreten.

Der Höhepunkt war ohne Zweifel die Finalrunde, in der die vier Schüler in einer spontanen Debatte zum Thema «Sollten heutzutage noch große Sportveranstaltungen in einem Land stattfinden?»engagiert debattierten. Der diesjährige nationale Gewinner, Julián der DS Concepción, erhält eines der fünf jährlich vergebenen Stipendien des PAD für einen vierwöchigen Studienaufenthalt in Deutschland.

Auf die Frage, was diese Erfahrung am zweiten Wettbewerb «Debattieren mit Herz und Verstand» teilgenommen zu haben, bedeute, waren die Teilnehmer sich einig: «Das ist mehr als nur ein Wettbewerb. Es bedeutet die Möglichkeit, viel zu lernen und auch neue und interessante Mitschüler anderer Deutscher Schulen kennen zu lernen.» Schließlich ging es auch darum, dass man nicht nur eigene Argumente vorstellen müsse, sondern auch den anderen wirklich aktiv zuhören sollte. Die Argumentation der Gesprächspartner müsse nämlich geprüft und überdacht werden.

Der Wettbewerb in Chile hat gezeigt, dass Debattieren in der Fremdsprache die anspruchsvollste, höchste Form der Kommunikation darstellt und einen wichtigen Beitrag zur Demokratieerziehung der Schüler Deutscher Schulen in Chile liefert. Daher habe die Deutsche Botschaft von Beginn an die Initiative begrüßt und unterstützt und gerne die Schirmherrschaft übernommen, erklärte Botschafter Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein.

 

Anna Hendrischk-Seewald, Fachberaterin der ZfA in Chile

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