50 Jahre Café Mozart: «Ohne Fleiß kein Preis»

Qualitätsbewusstsein und deutsche Hartnäckigkeit gehören zum Erfolgsrezept

Gerhard Kalbhenn, Gründer und Geschäftsführer vom Café Mozart in Santiago de Chile
Gerhard Kalbhenn, Gründer und Geschäftsführer vom Café Mozart in Santiago de Chile

 

In diesem Jahr feiert das Café Mozart sein 50. Jubiläum. Der Cóndor fragte Unternehmensgründer Gerhard Kalbhenn, welche Zutaten man für Konditoreiwaren mit einer solchen stolzen Jahreszahl benötigt.

 

Von Arne Dettmann

Und hier gleich die Antwort: «Beim Einkauf nicht auf billige Produkte setzen.» Auf die Qualität komme es schließlich an. Allerdings sei die Auswahl sei nicht immer leicht gewesen. In den nun 50 Jahren hätten Lieferanten durchaus versucht, ihm mangelhafte Ware unterzujubeln. Aber ein gekonnter Blick auf die kandidierten Früchte, ein kurzes Schnuppern mit der Expertennase – schon wurde das höchst fragwürdige Angebot abgelehnt.

Zweite Erfolgszutat: Innovationen. Gerhard Kalbhenn ist jemand, der ausprobiert. So schnitt er einst eine Mozartkugel auf und schaute sich an, was drinnen steckt: Schokolade, Pistazien, Marzipan und Nougat. Mit der gleichen Kombination stellte er dann seine Mozarttorte her, neben der Schwarzwälder Kirschtorte sicherlich ein unvergleichliches Markenzeichen seiner Konditorei.

Das Café Mozart hat seinen Hauptsitz in der Straße Pedro de Valdivia.
Das Café Mozart hat seinen Hauptsitz in der Straße Pedro de Valdivia.

Das Café Mozart betreibt heute sein altes Stammhaus im Santiaguiner Stadtteil Ñuñoa bei der Avenida Pedro de Valdivia sowie eine Filiale in der Straße Luis Pasteur in Vitacura. Der Firmenchef widmet sich in den vergangenen Jahren fast ausschließlich der Geschäftsführung und guckt nur noch hin und wieder seinen Mitarbeitern über die Schulter, um zu prüfen, ob auch alles richtig läuft. Ist das vielleicht das Geheimnis, weshalb er nicht in Versuchung kommt, zu viele Süßigkeiten in seinem eigenen Betrieb zu naschen? «Nein», erwidert Gerhard Kalbhenn. «Mir sagte mal jemand: Wenn Sie keinen Hunger mehr haben, dann hören Sie auf zu essen. – Daran halte ich mich.»
 

Kein Zuckerschlecken

Und tatsächlich ist seine Lebens- und Firmengeschichte nicht immer ein Zuckerschlecken gewesen, sondern war vielmehr geprägt von bitteren Hungerstrecken. Der gebürtige Hannoveraner, Jahrgang 1940, verlor schon sehr früh seine Mutter und musste zusammen mit seiner Schwester und seinem Bruder ins Waisenhaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchte der junge Mann als gelernter Konditor eine Erwerbsmöglichkeit im Ausland. Südafrika, Kanada und Chile standen 1961 zum Auswandern im Angebot – die Wahl fiel auf das südamerikanische Land.

Doch die Konditorei, bei der Gerhard Kalbhenn hätte anfangen sollen, war pleite gegangen. So blieb ihm nichts anderes übrig, als am Strand von Cartagena selbst gemachtes «pan de huevo» zu verkaufen. Später übernahm er eine Konditorei namens «California» und führte sie zum Erfolg – bis er von seinem Geschäftspartner betrogen wurde. «Ich hatte alles verloren und stand wieder da, wo ich begonnen hatte.»

Ein Neuanfang wäre mit Hilfe der Banken damals nicht möglich gewesen, die gaben kein Geld. Doch Bekannte zeigten sich barmherziger und unterstützten ihn. Miete musste der Mittellose zunächst auch nicht zahlen. So nahm das Café Mozart in bescheidenen Verhältnissen seinen Betrieb auf. «In den ersten zehn Jahren arbeitete ich komplett durch und hatte mir nur drei Tage frei genommen – für meine Hochzeit», erzählt Gerhard Kalbhenn und nennt eine weitere Zutat: «Ohne Fleiß kein Preis.»

Die Filiale des Cafés Mozart in der Straße Luis Pasteur.
Die Filiale des Cafés Mozart in der Straße Luis Pasteur.

In Bedrängnis brachte ihn dann noch einmal die Allende-Zeit. «Es fehlte nicht nur an Mehl und Zucker, sondern an allen Zutaten – die waren nach einer Stunde aufgebraucht.» Doch auch diese Episode überlebte das Unternehmen. Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen wären wohl die letzten beiden Zutaten für ein 50-jähriges Firmenjubiläum. Heute zählt das Café Mozart 99 Angestellte.
 

«Chile bot mir eine Chance, und ich habe sie genutzt.»

Das gute Verhältnis Gerhard Kalbhenns zu seiner Belegschaft kommt nicht von ungefähr. Nicht nur hat er jeden seiner Angestellten selbst angelernt, sondern auch eine persönliche Beziehung zu allen aufgebaut. Das spiegelt sich in der Loyalität seiner Mannschaft gegen über dem Betrieb wider. Auch die sichtbar gute Teamarbeit, die dem Café Mozart seine persönliche Note gibt, ist darauf zurückzuführen.

«Chile bot mir eine Chance, und ich habe sie genutzt», zieht der Firmengründer Bilanz. Gingen anfangs Schokoladen-Ostereier, Honigkuchen und Christstollen noch spärlich über die Ladentheke, sind diese typisch deutschen Produkte bei der chilenischen Kundschaft nun bestens bekannt und werden stark nachgefragt. «Heute kommen wir mit der Produktion kaum hinterher.» – Was kann sich ein Geschäftsführer mehr wünschen?

Gerhard Kalbhenn Behrens, dueño y fundador de Pastelería Mozart, llegó a Chile en 1961, a la edad de veinte años, luego de haber estudiado en Alemania, en su ciudad natal, Hannover, el oficio de pastelería. Luego, en 1967 se independiza, después de haber trabajado como Jefe de Pastelero en una pastelería de renombre en Santiago, dando origen así a Pastelería Mozart, ubicada hasta hoy en la comuna de Ñuñoa, en Pedro de Valdivia con Simón Bolívar, alcanzando con los años su prestigio como una de las pastelerías más exitosas y caracterizándose desde sus inicios como una pastelería novedosa, creativa y de la más alta calidad.

Posteriormente, en 2001, Pastelería Mozart abre una sucursal y Salón de Té en la Av. Luis Pasteur, comuna de Vitacura, la que al año siguiente es galardonada y reconocida como “El Mejor Salón de Té de Santiago”. En la actualidad, Pastelería Mozart, cuenta con 95 personas, distribuidas entre sus dos locales, quienes día a día trabajan para deleitar y atender a todos los clientes con la más alta calidad y excelencia en sus productos.

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