«Bachelet ist nach links gewichen»

Ende Juni besuchte Christian Hegemer, Leiter des Instituts für internationale Zusammenarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung, Chile.

Auf dem Programm standen unter anderem ein Treffen mit dem Minister im Präsidialamt, Cristián Larroulet, der chilenischen Regierungssprecherin Cecilia Pérez und mit dem Minister für Sozialentwicklung, Bruno Baranda. Zudem kam Christian Hegemer mit Patricio Melero zusammen, dem Vorsitzenden der Unión Demócrata Independiente (UDI) und dessen Generalsekretär, José Antonio Kast.

Die Hanns-Seidel-Stiftung steht der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU) nahe und ist wie die UDI und die Renovación Nacional (RN) Mitglied in der «International Democrat Union», der Dachorganisation für konservative, christdemokratische, liberale Parteien. Der Vorsitzende der Unterorganisation «Unión de Partidos Latinoamericanos» (UPLA) ist UDI-Senator Joaquin Novoa, der sich ebenfalls mit dem deutschen Gast traf.

In Südchile sprach Christian Hegemer mit dem Bürgermeister von Panguipulli, René Aravena, wo die Jaime-Guzmán-Stiftung über ihr Programm «Jugend im Dienste Chiles» (Jóvenes al Servicio de Chile) tätig ist. Dabei unterstützten Landesweit 80 junge Akademiker die Gemeinden bei ihrer Arbeit. Die Fundación Jaime Guzmán ist wiederum eine Partnerorganisation der Hanns-Seidel-Stiftung.

Weitere Ziele waren Valdivia, Frutillar sowie Puerto Varas, wo Christian Hegemer mit dem RN-Senator Carlos Kuschel im Deutschen Verein zusammentraf. In Puerto Montt schließlich stand am Sonntag, den 30. Juni, die Beobachtung der Vorwahlen (Primarias) auf dem Programm. Das Ergebnis prognostizierte der deutsche Besucher dem Cóndor auf Anfrage schon vorab – zumindest in Bezug auf das linksgerichtete Parteienbündnis: «Es dürfte wohl kaum überraschen, wenn Michelle Bachelet als Siegerin hervorgeht», so Christian Hegemer.

In Bezug auf die chilenische Präsidentschaftswahl prophezeite der Politikexperte eine stärkere Konfrontation. «Bachelet ist nicht mehr die gleiche wie zur Zeit ihrer Regierung. Sie ist weiter in Richtung links gewichen, fühlt sich freier in ihren Entscheidungen und folgt stärker ihrem politischen Gewissen.» Das sei insofern gut, so Christian Hegemer weiter, als dass es im Wahlkampf für klare Verhältnisse sorge.

Für die deutsche Bundestagswahl am 22. September sagte Christian Hegemer einen 42- bis 43-Prozent-Sieg der Parteien CDU/CSU Angela Merkel voraus. «Das ist kein Wunschdenken, sondern ein Faktum aus den Umfragen.» Bleibe nur offen, ob die Bundeskanzlerin ihre dritte Amtsperiode mit dem Koalitionspartner FDP oder SPD fortführen wird.

Print Friendly

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*