Deutsche Austauschstudenten in Chile: Alltagsgefahren + Auslandserfahrung

Am Lehrerbildungsinstitut LBI in Santiago

LBI Austauschstudenten
Die Austauschstudenten der Escuela de Pedagogías en Alemán Charlotte Zint, Thomas Halder, Eva Wolfgang und Lara Schüßler mit der Leiterin des International Office, Stephanie Bender (Mitte).

Studenten aus Baden-Württemberg waren für ein Auslandssemester an der Escuela de Pedagogías en Alemán, Campus Santiago-LBI.

 Von Thomas Halder, Lara Schüßler, Eva Wolfgang, Charlotte Zint

«Ein Stück Baden-Württemberg in die Welt tragen; heimkehren; und mit der Welt im Herzen Baden-Württemberg bereichern.» – Mit diesem Satz trat eine der Stipendiaten des Baden-Württemberg-Stipendiums ihr Auslandssemester an. Der erste Teil ist längst getan, ein weiteres Stück Baden-Württemberg wurde in die Welt getragen. Jetzt, knapp fünf Monate später, ist es Zeit, heim zu kehren. Und Bilanz zu ziehen.

Ein Semester lang waren vier junge Stipendiaten der Baden-Württemberg-Stiftung in Santiago. Hier haben sie an der Escuela de Pedagogías en Alemán, Campus Santiago-LBI der Universidad de Talca studiert, sind zu echten Teilzeit-Santiaguinos geworden und haben zwischendurch viel frische chilenische Luft geschnuppert.

Die vier Stipendiaten, das sind Charlotte und Thomas, die von der Pädagogischen Hochschule (PH) Weingarten kommen, sowie Lara und Eva, die normalerweise an der PH Heidelberg studieren.

Die Motivation, sich auf einen Platz an der Escuela de Pedagogías en Alemán über das Baden-Württemberg-Stipendium zu bewerben, war völlig unterschiedlich und setzt sich aus Fernweh, kulturellem Interesse, akademischer Neugier und Abenteuerlust zusammen. Thomas beispielsweise studiert unter anderem Deutsch als Fremdsprache. An seinem Studienaufenthalt am Campus Santiago-LBI reizte ihn vor allem die Vielschichtigkeit des Lehrens und Lernens, die er dort und an der Thomas-Morus-Schule erleben durfte.

Charlotte studiert im dritten Semester und überlegt sich nun, zusätzlich das Fach Deutsch als Fremdsprache zu studieren, da sie über ihre Zeit in Santiago tiefe Einsichten in Verzahnung von Theorie und Praxis im bilingualen Kontext erhielt, welche man so gebündelt in Deutschland selten erlebt. Eva, die Frühkindliche Elementarbildung studiert, profitierte von ihrem Praktikum an einem Deutschen Kindergarten, in dem sie Erkenntnisse aus Theorie und Praxis ihrer Heidelberger Studienzeit mit denen an der Escuela de Pedagogías en Alemán praktisch erproben konnte.

Die Musik- und Theaterpädagogik-Studierende Lara freute sich neben bereichernden Didaktik- und Methodik-Seminaren insbesondere über die Projektarbeit mit Theater und Chor, welche im Oktober in die traditionelle Theater-Chor-Reise mündete. Dabei führten Studierende der Escuela de Pedagogías en Alemán ein Theaterstück an Deutschen Schulen im Süden Chiles auf (wir berichteten).

Alle vier sind mit großen Erwartungen in ein halbes Jahr fern des bekannten Umfelds, der Freunde und Familien gestartet und haben das Semester genutzt, um sich in Santiago ein Leben zwischen Reise, neuen Erlebnissen und Studien-Alltag aufzubauen. Dabei stellte die Größe des Campus Santiago-LBI (circa 50 Studierende) einen angenehmen, familiären Kontrast zu Größe und Tempo Santiagos dar. Und nach einiger Zeit der Eingewöhnung schafften sie es sogar, trotz Stau und übervollen Metros meistens pünktlich in die Seminare zu kommen.

Jetzt, knapp fünf Monate nach Verlassen ihres liebgewonnenen und doch so ungeliebten Alltages blicken sie zurück auf eine bewegte Zeit voll spannender Begegnungen, bereichernder Eindrücke, faszinierender Natur, neuer Traditionen sowie eine Zeit mit Höhe- und Tiefpunkten, Alltag, fremder Sprachen und veränderter Blickwinkel. Ein Stück Welt im Herzen kehren sie heim.

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