Auslandsschulen wissenschaftlich erforschen

Vor Kurzem besuchte Stefanie Mersch von der Universität Düsseldorf im Rahmen eines Forschungsprojektes eine Woche lang die Deutsche Schule Sankt Thomas Morus, wohnte dem Unterricht bei und informierte sich über das Schulkonzept und strukturelle Bedingungen.

Das Auslandsschulwesen ist ein zentrales Element der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands. Die derzeit 141 deutschen Auslandsschulen haben das Ziel, die schulische Versorgung deutscher Staatsangehöriger im Gastland zu gewährleisten und Kindern und Jugendlichen der Gastländer die Möglichkeit zu bieten, sich mit Deutschland, seiner Sprache und Kultur vertraut zu machen. Gestaltet als Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs scheinen diese Schulen besonders geeignet, Schülerinnen und Schülern verschiedener Nationen und Kulturen für die Zukunft in einer globalisierten Welt auszubilden.

Das Projekt widmet sich dem Auslandsschulwesen als einem bislang kaum beachteten Themenfeld empirischer Bildungsforschung. Denn bisher liegen keine umfassenden und wissenschaftlichen Untersuchungen zum deutschen Auslandsschulwesen vor. Nur oftmals ältere und methodisch unsystematische Beiträge dokumentieren die Geschichte des Auslandsschulwesens oder die Situation einzelner Schulstandorte und werden ergänzt durch deskriptive Dokumente der bildungspolitischen Akteure zum Beispiel der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen.

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Forschungslage beabsichtigt dieses Projekt das Auslandsschulwesen als neues Forschungsfeld empirischer Bildungsforschung zu erschließen und die Rahmenbedingungen deutscher Auslandsschularbeit zunächst auf systematischer und institutioneller Ebene zu erfassen.

Stefanie Mersch besucht im Rahmen ihrer Forschungsarbeit Schulen in Südafrika, Asien, Europa und Südamerika.

 

Von Sabine Preuss-Schmitz, Fachleiterin DaF

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