28 Lehrer erhalten das DSD-GOLD-Zertifikat

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Das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz wird in Chile an 22 Schulen angeboten, die von der Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA) betreut werden. Die Überprüfung des Standards konnte bisher nur von entsandten Lehrkräften ausgeübt werden.

Ein erfolgreich bestandenes Sprachdiplom I ermöglicht den Schülern den Zugang zu einem Studienkolleg in Deutschland, mit dem Sprachdiplom II erhalten die Schulabgänger in Chile sogar die direkte Zugangsberechtigung zu den Universitäten in Deutschland. Dies mag ein Grund dafür sein, warum die Zahl der weltweiten Prüfungen stetig steigt: Allein in Chile stellten sich 2015 fast 1.500 Schüler dieser Herausforderung.

Um ein Sprachdiplom erfolgreich abzulegen, benötigen die Schüler einen modernen kompetenzorientierten Unterricht. Daher ist ein wichtiges Ziel der einjährigen Blended-learning-Ausbildung die Qualitätssicherung des Unterrichts. So diskutieren die Teilnehmer im Rahmen dieser Fortbildung methodisch-didaktische Fragen der Unterrichtsplanung in Wikis und Foren und laden erfolgreich erprobte Unterrichtsmodule in Datenbanken hoch. Auch die Bewertung von mündlichen Prüfungen und schriftlichen Arbeiten werden erprobt.

Ein weiteres Ziel dieser Fortbildung ist auch die Qualifizierung bereits sehr erfahrener Ortslehrkräfte zur Übernahme des Prüfungsvorsitzes bei den mündlichen Prüfungen des Sprachdiploms I. Der Prüfungsvorsitzende stellt unter anderem sicher, dass weltweit die gleichen DSD-Standards eingehalten und in der Prüfung angewendet werden. 

Bisher konnten diese Funktion nur aus Deutschland entsandte Lehrkräfte ausüben. Ab sofort ist dies anders. Seit Mai 2015 beteiligten sich 28 Deutschlehrer an diesem von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) initiierten und organisierten Blended-Learning Kurs.

Auf die Frage, ob sich die Anstrengung gelohnt habe, waren sich alle einig: Die Teilnehmer betonten, sie würden sich nun bei der Unterrichtsplanung sicherer fühlen, könnten noch effektiver mit den Schülern arbeiten und hätten darüber hinaus viel Material, um Kollegen an den Schulen vor Ort fortzubilden.

In einem Land, dessen Schulen sich über eine Distanz von 3.000 Kilometer erstrecken, ist das Modell einer Blended-learning-Fortbildung ideal. Die engmaschige und professionelle Begleitung durch die vier Tutorinnen gewährleistet, dass trotz räumlicher Entfernung die 28 Lehrer sich bei Fragen rund um den Kurs nie allein gelassen fühlten.

Für die meisten war es die erste Blended-Learning-Fortbildung. Manche Widerstände und Vorurteile gegen diese Art von Fortbildung wurden rasch verworfen, als die Lehrer feststellten, wie viel Vergnügen die gemeinsame Arbeit in einer virtuellen Lerngruppe bereiten kann.

Nach erfolgreicher Teilnahme erhielten am Mittwoch, den 9. März, die 28 Lehrer aus den Händen ihrer Tutorinnen Anna Hendrischk-Seewald (Fachberaterin der ZfA), Silke Heckele (Fachleiterin DS Valdivia), Nicole Ruf (Fachleiterin DS Thomas Morus) und Eva Schmaderer (DS Osorno) sowie Kathrin Herrmann (Mitarbeiterin der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft) die verdiente DSD-Gold Zertifizierung. Die chilenischen Lehrkräfte sind die ersten in Lateinamerika, welche diese Zertifizierung erworben haben.

Anna Hendrischk-Seewald
Fachberaterin der ZfA

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