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	<title>Deutsch-Chilenische Wochenzeitung</title>
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	<description>Periódico Chileno-Alemán &#124; Santiago de Chile</description>
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		<title>Sommerprogramm im Club Manquehue</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 15:05:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<title>Digitale Bilderflut</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 21:31:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arne Dettmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cóndor-Gezwitscher]]></category>
		<category><![CDATA[Teaser]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch in dieser Urlaubszeit werden wir mit unseren Liebsten wieder neue Orte kennen lernen, schöne gemeinsame Momente erleben und Aufregendes entdecken. Und das muss natürlich festgehalten werden – per Foto.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Liebe Cóndor-Leser,</strong></p>
<p>auch in dieser Urlaubszeit werden wir mit unseren Liebsten wieder neue Orte kennen lernen, schöne gemeinsame Momente erleben und Aufregendes entdecken. Und das muss natürlich festgehalten werden – per Foto.<br />
Es ist erstaunlich, was die Digitalfotografie seit ihrem Durchbruch ab Mitte der 90er-Jahre ausgelöst hat. War ein Foto vor vielen Jahrzehnten noch etwas ganz Besonderes, zum Beispiel eine einzige Geburtstagsaufnahme, professionell von einem Fotografen in Schwarzweiß geschossen, ist heutzutage dank der Digitalkameras und der Mobiltelefone mit eingebauter Kamera jeder sein eigener Regisseur. Und zwar zu jeder Zeit an jedem Ort: ob in einem Konzertsaal, in der Atacama-Wüste oder im eigenen Garten. Lästiges Filmewechseln und Entwickeln in der Dunkelkammer sind längst passé, die digitale Fotografie ist stets abrufbereit, die Bilder können um den Erdball verschickt oder ins Internet gestellt werden. Willkommen im Reich der unbegrenzten Möglichkeiten.<br />
Diese Beliebigkeit hat allerdings auch zu einem merkwürdigen Phänomen geführt: Musste man sich früher aufgrund der Ressourcenknappheit einer 24er oder 36er Filmrolle gut überlegen, welche Motive während des Ferienaufenthaltes fotografiert werden sollten, regiert jetzt pure Willkür und Maßlosigkeit. Dutzende Aufnahmen werden geschossen, Opa mit dem Enkelkind auf dem Arm mal von links, mal von rechts, mit Hut und ohne. Alles wird «abfotografiert», jedes Detail, jede Szene, jeder Ort.<br />
Es ist interessant dabei zu beobachten, dass der Grund für das Foto, eben das Motiv, oftmals kaum noch eine Rolle spielt. Ein Beispiel: Bei der Ankunft des Katamarans vor dem gigantischen San-Rafael-Gletscher in Südchile wurde ich kürzlich Zeuge, wie die Bildjäger zuerst ihre Digitalkameras zückten und dann ein wahres Stakkato der Knipserei wie aus einem Maschinengewehr einsetzte. Doch sich einfach nur einmal hinstellen, das Eis ruhig betrachten und die Atmosphäre in sich aufzusaugen, das taten nur wenige.<div id="attachment_1995" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/02/Berlin-Touristen_2206026.jpg"><img src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/02/Berlin-Touristen_2206026-300x168.jpg" alt="" title="Berlin-Touristen_2206026" width="300" height="168" class="size-medium wp-image-1995" /></a><p class="wp-caption-text">Knipsen, was das Zeug hält - die digitale Kamera macht´s möglich.</p></div><br />
Der gleiche Vorgang spielt sich bei Familienfeiern ab. «Schnell, schnell, alle zusammen kommen! Das Gruppenfoto!» – Ist dann zwei-, dreimal mit allen Kameras durchgeknipst worden, atmen alle erleichtert auf. Das Wichtigste, so scheint es, wurde erledigt: Man hat diesen einzigartigen Moment für die Ewigkeit festgehalten. Oder im Fall vom Gletscher: Man kann beweisen, dass man selbst da gewesen ist.<br />
Ich behaupte an dieser Stelle sogar, dass es für die meisten später gar keine so große Rolle mehr spielt, ob man sich das Foto dann noch einmal anguckt oder nicht. Das «dokumentarische» Foto wurde ja gemacht – und das alleine zählt. Und mal ehrlich: Die Realität sieht ohnehin anders aus. Denn wer will sich ernsthaft in ein paar Jahren durch eine digitale Bilderflut kämpfen und hunderte, ja tausende Fotos auf dem Computer ansehen (zumal manchmal in nur bescheidener Qualität)?<br />
Weniger ist manchmal mehr. Diese Grundsatz, sich auf das Wesentliche zu reduzieren, könnte auch in der Digitalfotografie seinen Reiz haben. Zum Beispiel in Form eines Fotoalbums aus Karton und Papier, in dem keine digitale Überfrachtung mit unspezifischem Beiwerk stattfindet. Die allerwichtigsten und nachhaltigsten Szenen bleiben übrigens soundso in ganz anderer Form abgespeichert: in Form von Erinnerungen in unseren Köpfen.</p>
<p><strong>Herzlichst Ihr</p>
<p>Arne Dettmann</strong></p>
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		<title>«Die Schule ist meine zweite Familie»</title>
		<link>http://www.condor.cl/portrat/die-schule-ist-meine-zweite-familie/1988.html</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 21:18:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arne Dettmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträt]]></category>
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		<category><![CDATA[Titelblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Elena Lüer]]></category>
		<category><![CDATA[Valdivia]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Jahresversammlung des Deutsch-Chilenischen Bundes Mitte November in Valdivia wurde Elena Lüer mit der Anwandter-Medaille geehrt. Die 80-Jährige hat nicht nur als Lehrerin Jahrzehnte lang in der Deutschen Schule von Valdivia gewirkt, sondern sich auch im Deutschen Frauenverein engagiert, der in diesem Monat sein 110-jähriges Bestehen feiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf der Jahresversammlung des Deutsch-Chilenischen Bundes Mitte November in Valdivia wurde Elena Lüer mit der Anwandter-Medaille geehrt. Die 80-Jährige hat nicht nur als Lehrerin Jahrzehnte lang in der Deutschen Schule von Valdivia gewirkt, sondern sich auch im Deutschen Frauenverein engagiert, der in diesem Monat sein 110-jähriges Bestehen feiert.</strong></p>
<div id="attachment_1989" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/02/3972_p16_1.jpg"><img class="size-full wp-image-1989" title="3972_p16_1" src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/02/3972_p16_1.jpg" alt="" width="640" height="407" /></a><p class="wp-caption-text">Elena Lüer wohnt in Valdivia direkt neben dem Anwandter-Museum. Die 80-Jährige wurde kürzlich vom DCB mit der Anwandter-Medaille geehrt.</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und zwar exakt am 13. Dezember 1901 wurde unter der Schirmherrschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche der Frauenverein gegründet, um hilfsbedürftigen deutschen Einwanderer und deren Nachkommen zu unterstützen. Und nicht nur denen. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg organisierte der Verein eine groß angelegte Hilfsaktion für ein Deutschland, das damals in Trümmern lag.</p>
<p>Während der Frauenverein früher einmal 100 Mitglieder zählte, ist es heute nicht einmal mehr die Hälfte. Die meisten Damen sind über 60 Jahre alt, manche verwitwet. Doch der Verein ist immer noch aktiv. Aus Mitgliedsbeiträgen, Jahresverlosungen und sonstigen Einnahmen werden mehrere sozial tätige Einrichtungen unterstützt, beispielsweise das Hogar Luterano, Hogar de la Madre Campesina und andere. Selbst angefertigte Stricksachen sowie Babykleidung überbringen die Damen zu besonderen Anlässen wie Weihnachten und Muttertag persönlich.</p>
<p>Elena Lüer ist seit 40 Jahren Mitglied im «Deutschen Frauenverein Valdivia» und leitet seit zehn Jahren den Vorstand. Jeden ersten Dienstag im Monat trifft sie sich mit den anderen Mitgliedern in der Lutherischen Kirche, um bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen, Musik zu hören oder einen Film zu sehen. «Lesungen und selbst die Schriftakten werden auf Deutsch gehalten und geführt, denn natürlich ist auch ein Anliegen des Vereins, die deutschen Sitten und Gebräuche aufrecht zu erhalten», betont die erste Vorsitzende.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Schulzeiten</strong></p>
<p>Elena Lüer wurde am 4. März 1931 in Valdivia geboren, wo sie auch zur Deutschen Schule ging. Zum dritten Oberstufenjahr wechselte sie jedoch nach Santiago zum englischsprachigen Colegio Dunalastair, an dem sie schließlich 1949 ihren Abschluss machte.</p>
<p>Es folgte an Instituto Chileno-Británico eine Ausbildung zur zweisprachigen Sekretärin und im Anschluss eine Anstellung als Sekretärin in der Geschäftsführung von Sodimac Valdivia. Warum die Rückkehr nach Valdivia? «Ich bin die einzige Tochter meiner Eltern gewesen, die daher wollten, dass ich zu ihnen nach Hause zurückkomme», berichtet Elena Lüer. Zudem stammte ihr erster verstorbener Ehemann aus Valdivia.</p>
<p>Zu jener Zeit begann Elena Lüer bereits Privatunterricht in deutschsprachigen Häusern zu geben und sprang auch als Vertretung in der Deutschen Schule Carlos Anwandter ein. Eine Anekdote am Rande: Ihre Familie war 1857 aus der Mark Brandenburg nach Corral eingewandert, und der Urgroßvater von Elena Lüer hatte weiter flussaufwärts eine Schule mit anfänglich sechs Schülern gegründet. Sie selbst sollte 30 Jahre lang – bis zum Jahr 2000 – dem Lehrerberuf und damit der Deutschen Schule Valdivia treu bleiben. Und auch ihre drei Kinder haben das Institut Carl Anwandter besucht. «Es ist ein tolles Erlebnis, wenn ich heute Ex-Schüler von mir sehe, die ich als kleine Kinder kennen gelernt habe und die nun erwachsen sind. Mit meiner Zeit an der Schule, sowohl als Lehrerin als auch Schülerin, verbinde ich viele gute Erinnerungen. Die Schule war und ist wie meine zweite Familie.»</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Spaß an der Musik</strong></p>
<p>Dabei waren es nicht ausschließlich die Unterrichtsfächer Deutsch und Englisch, in denen Elena Lüer lehrte. Vor allem Musik und Bildende Kunst hatten es ihr angetan. Sie gründete Folklore- und Theatergruppen sowie Chöre, in denen deutsche Volkstänze und Kinderlieder eingeübt wurden, und die zu verschiedenen sozialen Anlässen auftraten. «Alles, was ich selbst einmal gelernt hatte, habe ich weitergegeben.» Sie selbst beteiligte sich aktiv am Singkreis Arturo Junge, dem Singkreis Valdivia sowie dem Erwachsenenchor der Deutschen Schule Carl Anwandter und spielte außerdem Klavier.</p>
<p>Ihr Engagement und Einsatz sind darauf noch längst nicht begrenzt. Für das Austauschprogramm «Youth for Understanding» mit Deutschland und den USA war Elena Lüer 20 Jahre lang die Pensionsmutter von Universitätsstudenten.<em></em>Aus diesem Modell heraus würde übrigens auch die Idee zur Gründung der Mädchenschaft Valdivia geboren. Zudem betätigte sich Elena Lüer als Mitglied in der Evangelisch-Lutherischen Kirche, dem Deutschen Altersheim Villa Payllahuén, dem Damenkomitee vom Rotary Club Valdivia und als Unterstützerin in der 1. Freiwilligen Feuerwehrkompanie Germania.</p>
<p>Es ist daher alles andere als ein Zufall, dass Elena Lüer in diesem Jahr die Anwandter-Medaille verliehen bekommen hat. Und just neben dem Anwandter-Museum, wo der berühmte Einwanderer einst sein Domizil samt Bierbrauerei hatte, wohnt auch Elena Lüer. Von hier aus fällt der Blick auf den Calle-Calle-Fluss und den Fischmarkt, eingerahmt von zwei großen Kastanien und einer mächtigen Eiche an der Uferböschung. «Diese beiden Bäume dürfte Carl Anwandter wahrscheinlich selbst noch gepflanzt haben», erklärt Elena Lüer. Und auch die Standuhr in ihrem Wohnzimmer soll tatsächlich aus dem Besitz des umtriebigen und ehrgeizigen Kolonisten kommen.</p>
<p>Das Haus sei zwar sehr groß, doch langweilig würde es ihr und ihrem Ehemann Federico Dünner eigentlich nie werden. «Ich pflege Freundschaften so viel wie möglich. Außerdem ist bei uns immer was los: Besuche aus Santiago, Theatergruppen und Chöre, denen wir eine Unterkunft bieten.» Ganz zu stressig wie in Santiago soll es dann bitte aber auch nicht sein. Elena Lüer: «Ich könnte dort nicht leben. Das ist mir viel zu unruhig und weitläufig.»</p>
<p>Mehrmals ist sie auch in Deutschland gewesen, unter anderem um die älteste Tochter Barbara zu besuchen, die dort geheiratet hat und bei der Lufthansa arbeitet. Drei Enkelkinder leben daher in Deutschland. Die zweite Tochter Loretta ist Toningenieurin in Santiago und beim Teatro del Lago in Frutillar. Der Sohn Ricardo arbeitet in Valdivia.</p>
<p>Obwohl Elena Lüer väterlicherseits die dritte Generation und mütterlicherseits die zweite Generation darstellt, die hier in Chile lebt, hat sie daher den Kontakt zum Ursprungsland ihrer Vorfahren nie abbrechen lassen. «Ich rechne und bete auf Deutsch. Ich bin mit der deutschen Sprache aufgewachsen.» Und da verwundert es dann auch nicht, dass ihre Lieblingskomponisten Mozart, Strauß und Beethoven heißen. Elena Lüer: «Bei manchen Sitzungen des Frauenvereins hören wir dann diese klassische Musik genussvoll und sehr lange – und kommen dann beinahe tanzend aus der Versammlung heraus.»</p>
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		<title>Der stille Tod</title>
		<link>http://www.condor.cl/titelblatt/der-stille-tod/1982.html</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 20:51:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arne Dettmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sommerzeit bedeutet Badespaß – der leider aber auch einen tödlichen Ausgang nehmen kann. Nach Angaben des chilenischen Sozialministeriums starben vergangenes Jahr 162 Kinder und Jugendliche durch Ertrinken. Unaufmerksame Eltern, die ihren Nachwuchs beim Planschen nicht bewachen, aber auch oftmals das Überschätzen der eigenen Kräfte sind die häufigsten Todesursachen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sommerzeit bedeutet Badespaß – der leider aber auch einen tödlichen Ausgang nehmen kann. Nach Angaben des chilenischen Sozialministeriums starben vergangenes Jahr 162 Kinder und Jugendliche durch Ertrinken. Unaufmerksame Eltern, die ihren Nachwuchs beim Planschen nicht bewachen, aber auch oftmals das Überschätzen der eigenen Kräfte sind die häufigsten Todesursachen.</strong><div id="attachment_1983" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/02/3975_pag1.jpg"><img src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/02/3975_pag1.jpg" alt="" title="3975_pag1" width="640" height="428" class="size-full wp-image-1983" /></a><p class="wp-caption-text">Badeunfälle sind oftmals eine Sache von Sekunden: Beim Planschen am Beckenrand sollte kein Kind unbeaufsichtigt bleiben.</p></div></p>
<p>Chile besitzt eine tausende Kilometer lange Küste mit unzähligen Badestränden; hinzu kommen Flüsse, Seen und Schwimmbecken, die Kinder geradezu magisch anziehen. Entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim Schwimmen etwas passiert: Alleine 800 Kinder und Jugendliche hatten 2011 einen Badeunfall, 162 starben dabei und 700 wiederum weisen aufgrund des erlittenen Sauerstoffmangels und des Kälteschocks Gehirn- oder andere körperliche Folgeschäden auf. Zum Vergleich: In Deutschland gab es 17 Kinder und Jugendliche, die 2011 Todesopfer eines Badeunfalls wurden.<br />
Der Tod tritt dabei still und unbemerkt auf. Die Mehrzahl aller Opfer inklusive Erwachsener ertrank in Deutschland an unbewachten Badeseen, wo keine Hilfe von außen erwartet werden konnte. Entgegen der landläufigen Annahme, Ertrinkende würden durch lautes Rufen und Winken auf sich aufmerksam machen, fehlt den betroffenen Personen oftmals aufgrund des Kälteschocks der Atem. Wer zu ertrinken droht, antwortet nicht auf einen Zuruf. Im Fall von Chile zeigt die Statistik ihre eigene Dramatik auf: Die meisten tödlichen Badeunfälle von Kindern ereignen sich beim Spielen, und zwar zwischen freitags bis sonntags, in der Zeit von 16 bis 18 Uhr nachmittags, wenn die Eltern müde und unaufmerksam sind.<br />
«Prepárate para un verano seguro» («Sorge für einen sicheren Sommer») lautet dementsprechend die neue Kampagne des Sozialministeriums in Zusammenarbeit mit dem Versorgungsamt für Behinderte und der Stiftung Alter Ego, die Minister Joaquín Lavín vergangene Woche vorstellte. Dabei rief er in einem Appell alle Eltern dazu auf, kein Kind zu keiner Zeit unbewacht an einem Strand, im Schwimmbecken sowie in der Badewanne zu lassen. Selbst in wenigen Zentimetern Wassertiefe wie im Gartenteich oder Planschbecken könnte ein Erstickungstod eintreten.<br />
Doch nicht nur Kinder sind vom «stillen Tod» bedroht, wie Zahlen aus Deutschland deutlich machen. Im Jahr 2010 ertranken dort insgesamt 438 Menschen, 80 Prozent davon waren Männer. Und wiederum mehr als die Hälfte aller Ertrunkenen waren über 50 Jahre alt. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnte entsprechend: Das männliche Geschlecht verdränge Gefahren häufiger und überschätze beim Schwimmen die eigenen Kräfte. Und: Die meisten Unfälle ereigneten sich an unbewachten Stränden und Seen.<br />
Dabei wäre ein Großteil dieser Tragödien vermeidbar gewesen, erklärt die DLRG, denn letztendlich käme es durch Unachtsamkeit und Leichtsinn immer wieder zu schweren Unfällen. Wer also einige grundsätzliche Tipps der Lebensretter beachtet, kann sich im kühlen Nass uneingeschränkt erfrischen und sorgenfrei seine Bahnen ziehen:</p>
<p>•	Nur an bewachten Badestellen schwimmen gehen und Warnhinweise beachten.<br />
•	Nie unbeaufsichtigt schwimmen.<br />
•	Eltern sollten kleine Kinder am und im Wasser nie aus den Augen lassen.<br />
•	Nie in unbekannte Gewässer springen. Kopfsprünge im Ufer- und Flachwasserbereich können lebensgefährlich sein oder zu schwersten dauerhaften Gesundheitsschäden wie Querschnittslähmung führen.<br />
•	Erkundigen Sie sich bei Einheimischen über besondere Gefahren von unbekannten Gewässern.<br />
•	Die eigene Leistungsfähigkeit nicht überschätzen &#8211; nicht übermütig werden.<br />
•	Auch nach mehreren Tagen ist bei tiefen Gewässern nur die Oberfläche angenehm warm. Weiter unten ist es kalt &#8211; das kann zu Unterkühlung und Krämpfen führen und lebensgefährlich werden.<br />
•	Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere sind gefährliches Spielzeug und können leicht abgetrieben werden.<br />
•	Trinken Sie vor dem Baden keinen Alkohol und vermeiden Sie es, unmittelbar vor dem Schwimmen zu essen.<br />
Besondere Vorsicht ist auch in offenen Gewässern, im Meer und Flüssen geboten:<br />
•	In Flüssen führen Strömungen, Brückenpfeiler, Sogwirkungen, Unterwasserhindernisse und Schiffsfahrrinnen zu unkalkulierbaren Risiken.<br />
•	Beim Baden im Meer können Gezeiten und nicht erkennbare Strömungen sowie starke ablandige Winde auch gute Schwimmer in Lebensgefahr bringen. </p>
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		<title>Die Lust auf ein gutes Bier</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 20:43:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bier]]></category>
		<category><![CDATA[Brauerei]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmann]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Name Kunstmann ist in Chile mittlerweile zum Synonym geworden für «das gute Bier» aus Valdivia, wie es auch als Leitspruch auf den Flaschenetiketten steht. Und wenn nächste Woche das große Bierfest der Brauerei in der deutschen Einwandererstadt steigt, werden tausende Gäste zu dieser touristischen Attraktion erwartet, um den Gerstensaft zu kosten. Kaum zu glauben, dass Armin Kunstmanns Erfolgsgeschichte einmal ganz klein in einer Autogarage begann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Name Kunstmann ist in Chile mittlerweile zum Synonym geworden für «das gute Bier» aus Valdivia, wie es auch als Leitspruch auf den Flaschenetiketten steht. Und wenn nächste Woche das große Bierfest der Brauerei in der deutschen Einwandererstadt steigt, werden tausende Gäste zu dieser touristischen Attraktion erwartet, um den Gerstensaft zu kosten. Kaum zu glauben, dass Armin Kunstmanns Erfolgsgeschichte einmal ganz klein in einer Autogarage begann.</strong><div id="attachment_1977" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/02/3975_pag16.jpg"><img src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/02/3975_pag16.jpg" alt="" title="3975_pag16" width="640" height="427" class="size-full wp-image-1977" /></a><p class="wp-caption-text">Hopfen und Malz, Gott erhalt´s: Armin Kunstmann in seiner valdivianer Brauerei, wo gerade das Gran Torobayo abgefüllt wird.</p></div></p>
<p>Wer in Valdivia auf dem Weg nach Niebla rechts einen kleinen Abstecher zur Gasthausbrauerei Kunstmann macht, kann nicht nur in dem urigen Lokal deftige deutsche Hausmannskost schlemmen und dazu frisch vom Fass gezapftes Bier genießen. Nein, neben den riesigen kupferfarbenen Braukesseln gibt es auch ein kleines Museum zu bewundern, in dem unter anderem der Stammbaum der Familie Kunstmann zu sehen ist. Den Ursprung bildeten dabei die beiden Brüder Ernesto sowie Karl Immanuel Hermann Kunstmann von Lüttichau, die aus Dresden kommend über Hamburg Mitte des 19. Jahrhundert nach Valdivia einwandert waren.<br />
Während der berühmte Emigrant und Apotheker Carl Anwandter 1851 auf der Insel Teja seine Brauerei gründete, ging Immanuel Hermann Kunstmann dem Müllerhandwerk nach und errichtete 1853 eine Mühle zur Herstellung von Mehl. Die legendäre Anwandter-Brauerei wurde leider im verheerenden Erdbeben von 1960 für immer unter Schutt und Trümmern begraben, doch die Kunstmänner hatten mehr Glück: Ihr Unternehmen Collico widmet sich heute der Herstellung von Hefe sowie Zutaten fürs Backwerk und weist von der I. bis zur XV. Region Niederlassungen auf.<br />
Vor diesem geschichtsträchtigen, traditionsreichen Hintergrund ruft der Satz von Nachfahre Armin Kunstmann – «Ich habe mich schon immer fürs Bierbrauen interessiert» – kaum noch große Verwunderung hervor. Nach dem Besuch der Deutschen Schule Valdivia und seinem Studium des Chemieingenieurwesens an der Technischen Universität Federico Santa María in Vaparaíso absolvierte der damals 25-Jährige zwischen 1978 und 1979 eine Fortbildung am Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie zu Berlin. Seine Tätigkeit bei Collico seit 1980 sei zwar interessant gewesen, doch Armin Kunstmann ließ der Gedanke an ein eigenes Bier nicht mehr los.</p>
<p><strong>Bierbrauen in der Garage</strong><br />
«Ich hatte damals die Idee, die Bierherstellung ähnlich wie ein Hobby, sagen wir wie beispielsweise Fischen oder Fotografie, zu betreiben. Von einer Reise in die USA brachte ich mir ein entsprechendes Anleitungsbuch mit, wo es das Konzept der homebrewer bereits gab.»<br />
Zunächst wurde in der Küche experimentiert, dann schuf Armin Kunstmann 1989/90 in seiner Garage Platz, um eine kleine Anlage aufzustellen. Für das Erhitzen der Maische, eine Mischung aus Wasser und geschrotetem Malz, verwendete Kunstmann einen Küchenherd – der kann noch heute im besagten Museum besichtigt werden.<br />
Genau am 13. Dezember 1991 verließ schließlich die erste Bierkiste die kleine Produktionsstätte. Der selbst produzierte Gerstensaft schmeckte offenbar, denn Absatz und Kundenstamm wuchsen. Im Jahr 1997 entschloss sich Kunstmann dazu, das, was als Hobby begonnen hatte, hauptberuflich zu machen, nämlich sein Bier im großen Stil herzustellen und außerdem zu exportieren. «Diese Entscheidung war mit viel Risiko verbunden. Ich hatte bei Collico eine feste Anstellung und ein gutes Gehalt.» Außerdem musste er sein Auto verkaufen, um das nötige Startgeld für die anfängliche Investition aufzubringen.<br />
Doch der mutige Pioniergeist, mit denen schon Anwandter und die Kunstmann-Vorfahren sich ans Werk gemacht hatten, zahlte sich aus. Seitdem der chilenische Marktführer Compañía Cervecerías Unidas (CCU) im Jahr 2002 zu 49 Prozent bei der Firma Kunstmann eingestiegen ist und sowohl den Transport als auch die Verteilung übernommen hat, konnte Kunstmann bis heute seinen Marktanteil unter den Premium-Bieren auf 10 Prozent erweitern.<br />
Dieser Erfolg hat viele Nachahmer auf den Plan gerufen. Schätzungsweise 300 kleine Brauereien gibt es heutzutage in Chile, doch nicht immer überzeugt das Produkt. Armin Kunstmann: «Ein gutes Bier herzustellen ist gar nicht so schwer. Was dazu gebraucht wird, kann man im Internet nachlesen. Doch in der Produktionsreihe stets das gleiche Niveau zu halten und zu kontrollieren, sprich ein Qualitätsmanagement sicherzustellen, das ist schwierig.» Auch die hohen Anfangskosten sowie die Markteinführung bei zunächst nur geringer Rentabilität seien große Herausforderungen, so der Unternehmer.</p>
<p><strong>Auf den Geschmack gekommen</strong><br />
Armin Kunstmann hat es wie kein Zweiter verstanden, nicht nur den nach neuen Geschmackserlebnissen durstigen Gaumen der Chilenen zu bedienen – jüngst ist eine Sorte mit  Heidelbeere (arándano) erschienen. Sondern er hat sich auch im Dschungel der Biermarken mit einem unverwechselbaren Image durchgesetzt. Das entsprechende Marketingkonzept lautet: deutsche Tradition. Nicht nur die Anlage in Valdivia und der angestellte Braumeister kommen aus Deutschland. Auch das Flaschenetikett mit dem von Pferden gezogenen Bierkarren sowie die gesamte Aufmachung der Gasthausbrauerei sind typisch deutsch.<br />
Das am kommenden Wochenende stattfindende, mittlerweile zehnte Bierfest Kunstmann hat sich zu einem valdivianer Ereignis mit überregionaler Anziehungskraft entwickelt. Zünftige Festzeltstimmung mit deutscher Folklore, aber auch der große Wagenumzug unter Beteiligung beispielsweise der 1. Freiwilligen Feuerwehrkompanie «Germania» machen die Feier auch für Touristen aus dem In- und Ausland interessant. Insbesondere in den Sommermonaten besuchen rund 2.000 Gäste täglich die familieneigene Gasthausbrauerei, die von Armins Ehefrau Patricia Ramos geleitet wird.<br />
Das Paar hat drei Söhne und zwei Töchter, doch viel Zeit für seine Familie bleibt dem geschäftsführenden Vorsitzenden der Cervercería Kunstmann nicht gerade. In den Ferien fährt die Familie daher zu einer Hütte am Calafquén-See, um auszuspannen. Armin Kunstmann mag´s aber auch sportlich: Erst im Oktober legten seine Söhne, Freunde und er, zu einer Motorradgruppe zusammengeschlossen, gemeinsam rund 1.300 Kilometer zwischen Arica und der Atacama-Wüste zurück. «Ich bin gerne draußen in der Natur und mag daher auch Skifahren und Bootstouren, den Wassersport sowie Wandern.»<br />
Bezüglich seiner beruflichen Zukunftspläne will Armin Kunstmann zwar in Valdivia ansässig bleiben, strebt aber den Export seines Bieres nach Argentinien, Kolumbien, Venezuela, Australien und Neuseeland an. «Auch bei den Marken wollen wir wachsen – alles andere wäre ein Rückschritt.» Bisher gibt es die Sorten Lager, Lager unfiltriert, Lager alkoholfrei, Bock, Torobayo Ale, Gran Torobayo, Honig, Weizen (Weißbier), das Anwandter sowie das bereits erwähnte Bier mit Heidelbeere-Aroma.</p>
<p><strong>Tipps rund um den Gerstensaft</strong><br />
Und was trinkt der Bierexperte selbst am liebsten? Das hänge natürlich von der Jahreszeit und der Stimmung ab, erwidert der 58-Jährige. Bei Kälte und Dunkelheit sei ein dunkles Bock das Passende. Auch würden ihm hopfig-herbe Biere schmecken, die allerdings in Chile kaum kommerzialisierbar seien, da der chilenische Geschmack süßere Noten bevorzuge. Sehr gerne trinke er das Anwandter-Bier seiner Brauerei, weil es «Körper» habe, also reich und vollmundig sei.<br />
Und vier Tipps rund ums richtige Biertrinken gibt Armin Kunstmann den Cóndor-Lesern noch mit. Erstens: Der Gerstensaft sollte kalt, allerdings nicht eiskalt getrunken werden, weil sich sonst die Aromen nicht entfalten können und der Geschmack auf der Strecke bleibt. Eine Kühlschranktemperatur von sieben bis neun Grad ist empfehlenswert.<br />
Zweitens: Geringste Spülmittelreste im Glas verhindern die Schaumbildung des Bieres – und eine schöne Schaumkrone erfreut doch Auge und Herz. Dritter Kardinalfehler: Keine verschiedenen Biersorten zur gleichen Zeit durcheinander trinken, rät Armin Kunstmann, sondern lieber auf einer Linie bleiben.<br />
Und schließlich viertens: Im Gegensatz zum Wein, der lange lagern und reifen sollte, ist erst jüngst gebrautes und dann frisch gezapftes, naturbelassenes Bier ohne Konservierungsstoffe am besten. Daher bietet Armin Kunstmann seinen Gästen auch Krüge – in Deutschland als Zwei-Liter-Siphons bekannt – zum Kaufen an, die noch in der Brauerei mit Bier aufgefüllt werden können, um es dann zu Hause in Ruhe zu genießen. Ganz frei nach dem Motto: Ein gutes Bier am Abend, erquickend und labend.</p>
<p>Infos: www.cerveza-kunstmann.cl (Biersorten); www.lacerveceria.cl (Gasthausbrauerei) und www.bierfestkunstmann.cl</p>
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		<title>Die erfolgreiche Premiere von Mozarts Zauberflöte in Frutillar</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 13:47:39 +0000</pubDate>
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		<title>«Der chilenische Staat sollte mehr Anreize schaffen»</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 21:34:22 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Vergangene Woche fand in Santiago die zweite Energieeffizienz-Messe in Chile statt. Ein Referent war Roger Walther vom Schweizer Ingenieur-, Planungs- und Beratungsunternehmen Ernst Basler + Partner, das in der Schweiz und Deutschland rund 320 Mitarbeiter beschäftigt. Die Firma sucht in Brasilien und Chile lokale Partner für eine Zusammenarbeit in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Abfallwirtschaft und nachhaltige Mobilität. Der Cóndor sprach mit dem 37-Jährigen über nachhaltige Entwicklung, Smogbelastung und staatliche Förderung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vergangene Woche fand in Santiago die zweite Energieeffizienz-Messe in Chile statt. Ein Referent war Roger Walther vom Schweizer Ingenieur-, Planungs- und Beratungsunternehmen Ernst Basler + Partner, das in der Schweiz und Deutschland rund 320 Mitarbeiter beschäftigt. Die Firma sucht in Brasilien und Chile lokale Partner für eine Zusammenarbeit in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Abfallwirtschaft und nachhaltige Mobilität. Der Cóndor sprach mit dem 37-Jährigen über nachhaltige Entwicklung, Smogbelastung und staatliche Förderung.</strong><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2011/12/3969_pag3.jpg"><img src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2011/12/3969_pag3.jpg" alt="" title="3969_pag3" width="640" height="428" class="aligncenter size-full wp-image-1963" /></a></p>
<p><strong>Cóndor: Herr Walther, Ihr Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, ob Regionen in der Schweiz, die sich energetisch selbst versorgen, auch ein Modell für Chile sein könnten. Wie müssen wir uns das vorstellen?</strong><br />
Roger Walther: Es geht darum, fossile Energieträger durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Das Ziel besteht darin, die lokalen Ressourcen in nachhaltige Energie umzuwandeln, um somit auchArbeitsplätze und Einkommen in der Region zu schaffen. Unser Unternehmen hat vor sechs Jahren mit einem solchen Modellprojekt im Goms, eine Hochtalebene in den Alpen, begonnen, den Energiebedarf der lokalen Bevölkerung aus Sonne, Biomasse, Wasser, Bodenwärme und Wind selbst abzudecken. Auch in Deutschland bestehen mehrere solche Initiativen Das beweist: Eine solche Idee ist realisierbar, auch in Chile. Die energetische Unabhängigkeit der betreffenden Region wird gefördert und umweltschonende Techniken eingesetzt. Zugleich entstehen neue Arbeitsplätze für die lokale Industrie.</p>
<p><strong>Klingt schön. Doch ohne staatliche Förderung war das sicherlich nicht möglich.</strong><br />
In der Schweiz konnten wir zu Beginn des Projektes nicht mit Fördergeldern für die Energieanlagen rechnen, in Deutschland dagegen schon. Erst in den vergangenen drei Jahren gibt es auch in der Schweiz staatliche Unterstützung,. beispielsweise für die Windanlagen und Kleinwasserkraftwerke. Generell muss man heutzutage bei solchen Initiativen eine gemischte Finanzierung suchen, also private und staatliche Geldgeber finden. Ebenfalls sollten Nichtregierungsorganisationen bereits früh in die Planungsphase integriert werden. Unsere Pilotprojekte zeigen, dass so etwas möglich ist und dass dabei Geld verdient werden kann, denn schließlich geht es um ein Geschäftsmodell, das funktionieren soll.</p>
<p><strong>Chile ist reif für solche Projekte?</strong><br />
Es gibt viel – sagen wir: ungenutztes –  Potenzial in Chile, sonst wären wir nicht hier, um Allianzen zu suchen. Markt und Politik sind stabil, es gibt Wirtschaftswachstum und Sicherheit. Doch ob solche Projekte erfolgreich umgesetzt werden können, hängt vor allem von den Chilenen selbst ab. Denn die Hauptherausforderung – so zeigen unsere Erfahrungen – ist ein Gesinnungswandel vom Energieproduzenten bis hin zum Konsumenten. Wo die Energieerzeugung zentral funktioniert, braucht es eine Verhaltensänderung hin zu einer dezentralen Versorgung. Ein Beispiel: Wollen wir in einer 30.000-Einwohnerstadt in Chile ein solches Projekt umsetzen, dann hängt dies vom Bürgermeister und den privaten lokalen Unternehmen ab, ob sie auf kurze und langfristige Sicht neue Wege beschreiten wollen. Die Technologien sind vorhanden. </p>
<p><strong>Sie sind erst kürzlich in Chile angekommen, um sich hier niederzulassen. Haben Sie schon konkrete Vorstellungen von Projekten?</strong><br />
Wir glauben, dass im Bereich erneuerbare Energien, nachhaltiger Transport, Abfall und Recycling und Energieeffizienz am ehesten Projekte machbar sind. Klimaneutraler Tourismus, beispielsweise mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen als integraler Bestandteil des Tourismusproduktes wäre ebenfalls möglich. Das Thema energetische Nutzung von Biomasse ist zudem in Chile höchst interessant. Mit der Verwendung von Holzchips und neuen Filtern würde die Luftverschmutzung zurückgehen und der Forstsektor neue Beschäftigungsmöglichkeiten erhalten. In der Schweiz hat das über die Integration vom Forstsektor hervorragend funktioniert. Auch die Gebäude in Chile fressen viel Energie – das nachhaltige Bauen ist ein weiterer Ansatzpunkt, ohne staatliche Unterstützung jedoch schwierig realisierbar.<br />
Letztendlich bietet sich uns ein interessanter Markt. Es könnten neue Kooperationsmodelle entstehen, neue Akteure auftauchen, die viel stärker miteinander vernetzt agieren. Doch ich wiederhole: Wenn Chile seine Energieabhängigkeit von außen reduzieren und zu einem Industriestaat aufsteigen will, dann sollte es seinen Energiesektor dezentralisieren, mehr investieren, Anreize schaffen und für mehr Wettbewerb sorgen.</p>
<p><strong>Herr Walther, wir bedanken uns für das Gespräch.</strong></p>
<p>Die Fragen stellte Arne Dettmann.</p>
<p>Info: Die E-Mail-Adresse von Roger Walther lautet roger.walther@ebp.ch</p>
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		<title>Chile ist Spitzenreiter mit Modellcharakter</title>
		<link>http://www.condor.cl/politik/chile-ist-spitzenreiter-mit-modellcharakter/1959.html</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 21:29:37 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[Chile ist innerhalb Lateinamerikas das Land mit der am besten entwickelten Demokratie, wie aus dem Índice de Desarrollo Democrático en América Latina (IDD-LAT) 2011 hervorgeht. Experten und Politiker warnten jedoch bei der Vorstellung des Berichts davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Chile ist innerhalb Lateinamerikas das Land mit der am besten entwickelten Demokratie, wie aus dem Índice de Desarrollo Democrático en América Latina (IDD-LAT) 2011 hervorgeht. Experten und Politiker warnten jedoch bei der Vorstellung des Berichts davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.</strong><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2011/12/3969_p2_1.jpg"><img src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2011/12/3969_p2_1.jpg" alt="" title="3969_p2_1" width="640" height="407" class="aligncenter size-full wp-image-1960" /></a></p>
<p>Geht es um demokratische Institutionen wie Parlamente, um effizientes Regierungshandeln, die Wahrnehmung von Bürgerrechten und die politische Partizipation der Bevölkerung, dann sind Chile gefolgt von Uruguay und Costa Rica die fortschrittlichsten Staaten von Lateinamerika. Zu diesem Ergebnis kommt die IDD-LAT-Studie 2011, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit dem Politikberatungsunternehmen Polilat in Buenos Aires in Kooperation mit dem Centro Democracia y Comunidad in Santiago herausgegeben wird.<br />
Peru, Panama, Argentinien, Mexiko und Brasilien bilden in der Rangliste das Mittelfeld, während der anderen Hälfte der lateinamerikanischen Staaten nur noch eine niedrige bis sehr geringe Entwicklung demokratischer Funktionsweise bescheinigt wird.<br />
Gute Nachrichten also für Chile, was sogar noch deutlicher wird beim Blick auf die Zehnjahresbilanz. Bis auf zwei Ausnahmen hat Chile im besagten Politik-Ranking immer den ersten Platz belegt. Die Autoren der Studie kommen somit zu dem Schluss, dass sich das Land seit dem Ende der Militärherrschaft im Jahre 1989 zu den demokratisch am konsolidiertesten Ländern der Region gemausert hat. Die politische Stabilität schaffe eine hervorragende Basis für die wirtschaftliche Entwicklung, deutlich sichtbar an dem Eintritt Chiles in den OECD-Club als einziges südamerikanisches Land. Chiles Weg habe daher Modellcharakter für andere Länder.<br />
Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein. Paradoxerweise seien ökonomische Wachstumsraten und eine gefestigte Demokratie in Chile nicht einher gegangen mit der Akzeptanz der politischen Klasse. Zahlreiche Demonstrationen zu unterschiedlichsten Themen seit Ende 2010 würden vielmehr offenbaren, dass die Bürger immer größere Forderungen stellen, auf die Parteien und Staat bisher keine zufrieden stellenden Antworten gefunden hätten.<br />
«Unsere Wirtschaft läuft gut, die Politik schlecht», fasste es Senator Ignacio Walker (DC) bei der Präsentation des Berichts plakativ zusammen. Angesichts der Schüler- und Studentenproteste bezeichnete der Gastredner eine Reform des Bildungssystems als besonders dringend. Wichtig sei zudem eine Änderung des binominalen Wahlsystems, um eine größere Beteiligung der Bürger zu erreichen.<br />
Diskussionsteilnehmer Ernesto Ottone, Soziologe von der Universidad Diego Portales, mahnte zudem die Bekämpfung der sozialen Ungleichheit in Chile an. «Viele Menschen in diesem Land leben nicht nur sozial gesehen auf einem anderen Planeten, sondern auch geographisch», sagte Ottone in Anspielung auf reiche und arme Bevölkerungsteile, die in strikt voneinander getrennten Stadtteilen leben. Viele Bürger fühlten sich von Wohlstand und Demokratie ausgeschlossen. Auch Regierungssprecher Andrés Chadwick sprach von einem großen Vertrauensverlust in demokratische Institutionen, der aber auch Medien und Kirchen seit lange Zeit betreffe. Das gute Abschneiden Chiles in der aktuelle IDD-LAT-Studie sei somit zwar kein Grund zum triumphieren, aber ebenso wenig ein Grund zur Resignation.<br />
Als einen «Bruch zwischen Bürgertum und politischer Welt» bezeichnete erst kürzlich Roberto Méndez, Vorsitzender des Meinungsforschungsinstituts Adimark GfK, die Ergebnisse der jüngsten Umfragen. Demnach lehnen 60 Prozent der Befragten das liberale Wirtschaftsmodell Chiles aufgrund der bestehenden sozialen Ungleichheit ab; und gar 70 Prozent missbilligen Regierung, Parlament sowie die Parteienbündnisse Concertación und Alianza. Roberto Méndez: «Eine tiefgreifende politische Reform ist notwendig, um die Legitimität der repräsentativen Demokratie wieder herzustellen.»</p>
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		<title>Vorarlberg im Vierländerdreieck</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 21:26:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die österreichischen Bundesländer]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Bundesland Vorarlberg wird von dessen Bewohnern «Ländle» genannt. Dieser für so manchen Deutschen schwäbisch anmutende Name hat seinen Ursprung in der geographischen Lage des Vorarlbergs: Das zweitkleinste und mit 372.000 Einwohnern zweitbevölkerungsärmste Bundesland Österreichs macht die westliche Spitze der Alpenrepublik aus und grenzt sowohl an die Schweiz, an das Fürstentum Liechtenstein als auch an Deutschland, genauer genommen an das Allgäu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_1956" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2011/12/3969_pag13.jpg"><img src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2011/12/3969_pag13.jpg" alt="" title="3969_pag13" width="640" height="480" class="size-full wp-image-1956" /></a><p class="wp-caption-text">Die Schattenburg in Vorarlberg wurde um 1200 von Graf Hugo Montorf gegründet. Die hochmittelalterliche Anlage war Stammsitz des Grafengeschlechts und verfügt heute über eine bedeutende Waffensammlung.</p></div>Das Bundesland Vorarlberg wird von dessen Bewohnern «Ländle» genannt. Dieser für so manchen Deutschen schwäbisch anmutende Name hat seinen Ursprung in der geographischen Lage des Vorarlbergs: Das zweitkleinste und mit 372.000 Einwohnern zweitbevölkerungsärmste Bundesland Österreichs macht die westliche Spitze der Alpenrepublik aus und grenzt sowohl an die Schweiz, an das Fürstentum Liechtenstein als auch an Deutschland, genauer genommen an das Allgäu.</p>
<p>In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich dieses kleine Bundesland von seinen Nachbarbundesländern; mehrmals in der Geschichte unterlag es verschiedenen kulturellen Einflüssen und auch heute charakterisiert es sich noch durch schweizerische Wirtschaftseinflüsse, schwäbischen Dialekt und Bahnlinien nach Vaduz. Für Österreich ist der Bodenseehafen in Bregenz bedeutend, der vorarlberger Hauptstadt, der das Land auch auf dem Wasserweg mit seinen Nachbarstaaten verbindet.</p>
<p>Brigantier, Römer und Alemannen<br />
Das kleine Bundesland Vorarlberg beherbergt einen der längsten und wichtigsten schiffbaren Ströme Europas: den Rhein. Dessen Auen und fruchtbare Böden waren auch einige der Gründe für die frühe Ansiedlung von Menschen entlang des Flusses zur Zeit der mittleren Steinzeit. Besonders um die heutigen Städte Bregenz und Bludenz fand die frühe Sesshaftwerdung statt.<br />
Bereits im Jahr 1.500 v. Chr. siedelten im Bregenzer Raum frühzeitliche Stämme. Der keltischen Brigantier mischten sich ab 15 v. Chr. mit den römischen Zuwanderern. Der Raum wurde ab diesem Jahr Teil der Provinz Rätien. In Brigantium, dem heutigen Bregenz, lebten bereits 1.500 Menschen. Allerdings wurde das friedliche Zusammenleben der sich neu bildenden Ethnie der Rätoromanen ab Mitte des 3. Jahrhunderts jäh vom Einfall der Alemannen gestört, die die Bevölkerung sukzessive zurückdrängte und ihren Einfluss verstärkte. </p>
<p>Die Grafen von Montfort<br />
Das frühe Mittelalter wurde von der voranschreitenden Christianisierung bestimmt: Im 6. Jahrhundert gelangten irische Missionare in den vorarlberger Raum und bekehrten die Bevölkerung zum Christentum. Bereits 719 wurde das Kloster in St. Gallen gegründet, und 843 wurde das Gebiet in das Ostfränkische Reich eingegliedert. Schon zu dieser Zeit galt der 1.793 Meter hohe Arlberg als Ostgrenze und spätere Namensgeber der Region.<br />
Die mit dem Karolinger Geschlecht verwandten Udalrichinger beherrschten das Land bis ins 12. Jahrhundert. Damals bestimmend war die territoriale Rivalität zwischen den Grafen von Bregenz und dem Kloster St. Gallen. Nach dem Tod des letzten Udalrichingers wurde das Land von den Grafen von Montfort regiert; deren Nachkommen bestimmten das weitere Schicksal bis ins 14. Jahrhundert. Die Montforts gründeten dabei auch die Stadt Feldkirch und veranlassten den Bau der Schattenburg.<br />
Während des im ausgehenden 14. Jahrhundert tobenden Appenzellerkriegs war das unter der Einflussnahme der Habsburger stehende Vorarlberger Land Aufmarschgebiet gegen die Schweizer Eidgenossen, die schwere Zerstörungen hinterließen. Die Habsburger Herrschaft wurde bis 1753 von Landvögten mit Sitz in Feldkirch ausgeübt. Damals war es Teil Vorderösterreichs.</p>
<p>Hexen, Reformation und die Revolution des gemeinen Mannes<br />
166 Menschen, darunter hauptsächlich Frauen, fielen im 16. und 17. Jahrhundert der Hexenverfolgung zu Opfer. Im Vorarlberg erreichte diese Welle so fanatische Grade, dass sogar der Landadel regulierend eingreifen musste.<br />
In dieses finstere Kapitel der beginnenden Neuzeit fiel durch Martin Luther initiiert die Reformation. Maßgeblich an dieser beteiligt waren dabei auch zwei Vorarlberger: Die Gebrüder Bartholomäus und Thomas Bernardi aus Schlins bei Feldkirch waren in Wittenberg als Schüler Luthers tätig und gehörten zu den Vertretern der protestantischen Lehren erster Stunde. In ihrem Heimatort erfuhren sie dafür starke Kritik und Skepsis. Bartholomäus Bernardi war gar der erste verheiratete Priester überhaupt, noch vor Luther selbst. Dennoch oder gerade deswegen waren Verfolgung der protestantischen Anhänger und Zwangsaussiedlungen Teil des Tagesgeschehens jener Zeit.<br />
Um 1620 kursierte die Pest im Vorarlberg, der in Dornbirn die Hälfte der Bevölkerung zu Opfer fiel.<br />
Von Montafon aus regte sich zu dieser Zeit aufgrund der Not, Armut und Krankheit Widerstand gegen das Machtungleichgewicht zugunsten der Adligen: Die «Revolution des gemeinen Mannes» beabsichtigte Reformen des Steuersystems, klare Ausschreibungen und Urkundlichmachungen der Besitztümer sowie eine Änderung der Besetzung der Amtsposten. Diese Auflehnung gegen die herrschenden Umstände verlief zunächst auch erfolgreich für das breite Volk, doch dann besteuerten die Landesherren den Garnexport, der bestimmend für die Wirtschaft war, und veranlassten somit neue Unruhen und teils gewalttätige Übergriffe auf Steuereintreiber. Durch Einsatz von Waffen wurden die Tumulte beigelegt und die alte Ordnung wieder hergestellt.</p>
<p>Koalitionskriege und territoriale Veränderungen<br />
Nach der Regierungsära Maria Theresias im 18. Jahrhundert mit Verwaltungsreformen und Vertreibung der Juden und der darauffolgenden Herrschaft Josefs II. mit Beamtenstandards und der Einschränkung der Kirchengewalt begann Ende des 18. Jahrhunderts die Bedrohung durch die napoleonischen Territorialabsichten. Trotz der Befestigung der Vorarlberger Städte marschierte am 11. Mai 1800 die französische Armee in Bregenz ein.<br />
Der 1805 geschlossene Frieden von Preßburg hatte für Vorarlberg, das damals noch mit Tirol zusammengefasst wurde, weitreichende Konsequenzen: Es wurde Teil Bayerns. Für die Bevölkerung bedeutete dies neben der Gebietsreform außerdem die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, die nicht sehr positiv aufgenommen wurde.<br />
Als Teil Bayerns verharrte das Land allerdings nur bis 1814, als es an Österreich zurückgegeben wurde. Das fortschreitende 19. Jahrhundert bedeutete für die Vorarlberger eine Zeit der Not: Kartoffelfäule und zahlreiche Hungersnöte bestimmten das Leben und veranlassten viele Einheimische zur Auswanderung, auch nach Übersee.</p>
<p>Emanzipierung von Tirol und die industrielle Revolution<br />
Erst 1861 spaltet sich Vorarlberg von Tirol ab. Bis dahin hatte das Land keinen eigenen Landtag, sondern unterstand Innsbruck. Ab diesem Datum wurde Bregenz nun auch offiziell Landeshauptstadt mit Landtag und Landeshauptmann. Das Land stand damals in voller Blüte der industriellen Revolution und zog eine Ansiedlung der Textilindustrie an, die für über 100 Jahre die Wirtschaft bestimmen sollte. Außerdem konnten zu dieser Zeit die immer wieder verheerenden Rheinhochwasser durch Durchstiche reguliert und der Anschluss von Arlbergbahn und Bregenzerwaldbahn gefeiert werden. Aufgrund der florierenden Industrie kamen Gastarbeiter, insbesondere italienische, in die Region, um den Arbeitermangel auszugleichen.<br />
Nach Ende des Ersten Weltkriegs entflammte die Diskussion über einen möglichen Beitritt zur Schweiz; die Kampagne «ProVorarlberg» initiierte eine Volksabstimmung zum Beginn von Verhandlungen über einen Beitritt. Diese scheiterte allerdings knapp. </p>
<p>Das neue Vorarlberg<br />
Am 12. März 1938 marschierten Truppen des nationalsozialistischen Deutschlands in Bregenz ein. Vorarlberg bildete in den nachfolgenden Jahren den Gau mit der höchsten NSDAP-Mitgliederdichte. Viele Vorarlberger Juden fielen den Deportationen zu Opfer. Die Französische Besatzungszeit nach 1945 in Vorarlberg wurde weitgehend angenehm empfunden, zumindest besser als die britische und russische der Nachbarbundesländer; der Landeshauptmann Ulrich Ilg führte das Land bis 1964 zur Demokratie zurück.<br />
Das Land erlebte eine Art Wirtschaftswunder in der Textilindustrie in der Nachkriegszeit. Allerdings hielt dieses nur bis Beginn der 1980er Jahre an, als mit der Weltwirtschaftskrise das Ende des über 100 Jahre präsenten Industriezweiges einläutete. Dennoch konnte sich die Wirtschaft erholen und fand mit Metall, Elektronikartikeln und Lebensmittel neue Standbeine. Seit den 1970er Jahren profitiert die Region außerdem vom Tourismus. Die einzigartige Grenzlage am Bodensee sowie die pittoresken Städte Vorarlbergs sind ein beliebtes Ziel von Alpentouristen. </p>
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		<title>Oldtimer auf Kurzwelle</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 21:18:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cóndor-Gezwitscher]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Welle]]></category>

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		<description><![CDATA[Kürzlich erhielt Cóndor-Leser Ulrich Behrendt in Concepción einen Brief von der «Deutschen Welle» (DW) in Bonn. «Seit vielen Jahren haben Sie regelmäßig unsere Kurzwellensendungen für Ihre Region abgehört und uns Ihre Frequenzbeobachtungen mitgeteilt. Ihre Informationen waren von großem Wert für die DW-Frequenzplaner. Für Ihre zuverlässige Unterstützung können wir Ihnen nicht genug danken.»]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Liebe Cóndor-Leser,</strong></p>
<p>kürzlich erhielt Cóndor-Leser Ulrich Behrendt in Concepción einen Brief von der «Deutschen Welle» (DW) in Bonn. «Seit vielen Jahren haben Sie regelmäßig unsere Kurzwellensendungen für Ihre Region abgehört und uns Ihre Frequenzbeobachtungen mitgeteilt. Ihre Informationen waren von großem Wert für die DW-Frequenzplaner. Für Ihre zuverlässige Unterstützung können wir Ihnen nicht genug danken.»<a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2011/12/3972_p6_edit.jpg"><img src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2011/12/3972_p6_edit-300x190.jpg" alt="" title="3972_p6_edit" width="300" height="190" class="aligncenter size-medium wp-image-1953" /></a><br />
Doch dann wird es ernst in dem Schreiben: Die Kurzwellensendungen für das Zielgebiet» würden eingestellt werden. Seit dem 30. November 2011 gibt es kein lineares DW-Radioprogramm in deutscher Sprache mehr. DW-Radio werde zukünftig auf Kurzwelle nur noch auf Englisch und ausschließlich in Afrika ausgestrahlt werden. «Wahrscheinlich wird das ein trauriger Tag für Sie sein. Auch ich werde den Kontakt zu meinen Monitors sehr vermissen», heißt es in dem Schreiben weiter, das zwar kein «Abschiedsbrief» sein soll, aber von Ulrich Behrendt doch als solcher aufgefasst wurde.<br />
«Das Ende einer Epoche», bilanzierte der Hobbyfunker. Denn die Deutsche Welle setzt zukünftig mehr auf Fernseh- und Online-Angebote anstatt Radio. Ulrich Behrendt: «Internet statt Kurzwelle heißt anscheinend die Devise. Tja, so langsam wird man wirklich zum Oldtimer.» Eine eigene E-Mail-Adresse hat er jedenfalls nicht. Und in dem betreffenden Antwortformular der Deutschen Welle hat Ulrich Behrendt unter der Angabe «E-Mail» entsprechend sarkastisch vermerkt: «Keine (`Kybernetischer Analphabet´)».</p>
<p><strong>Nostalgie zum Jahresende</strong><br />
Dabei steht Ulrich Behrendt mit seinem Abschied von der Kurzwelle nicht alleine da. Insgesamt macht sich – und ganz besonders zum Jahresende – eine Nostalgie breit. Mit leichter Trauer wird auf alles Zurückliegende geschaut. Der renommierte Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx spricht gar von einer starken soziokulturellen Tendenz hin zum «Retro»: Mode, Musik, Gedanken – alles dreht sich um eine Idealisierung der Vergangenheit, die angeblich besser war als die Gegenwart. Und das wird auch in 2012 so weitergehen. Die Zukunft und das Nach-Vorne-Schauende stünden dabei nicht so hoch im Kurs.<br />
Wir wissen natürlich nicht, ob Sie ausgelassen fröhlich oder auch mit einem weinenden Auge Silvester feiern werden. Für alle Pessimisten und Nostalgiker haben wir aber einen kleinen Hinweis parat. «Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.» &#8211; Diese Sätze stammen von einer Keilschrift aus Ur um das 2.000 v. Chr. Und das beweist: Trotz aller düsteren Prophezeiungen geht es doch irgendwie weiter. Sicherlich auch im nächsten Jahr.</p>
<p><strong>Herzlichst Ihr,</strong></p>
<p><strong>Arne Dettmann</strong></p>
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