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	<title>Deutsch-Chilenische Wochenzeitung</title>
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	<description>Periódico Chileno-Alemán &#124; Santiago de Chile</description>
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		<title>Paulmanns Eiffelturm für Chile</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 21:32:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arne Dettmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Titelblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Costanera Center]]></category>

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		<description><![CDATA[Für die einen ist es das neue, prestigeträchtige Wahrzeichen des modernen Chiles, für die anderen dagegen nur der Quell von weiterem Verkehrschaos in der Hauptstadt: Ende diesen Monats wird die Mall des Costanera Centers eröffnet – ein Megaprojekt, das in seinen gigantischen Ausmaßen Befürworter und Kritiker gleichermaßen beeindruckt. Wenn am Sonntag, den 27. Mai, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für die einen ist es das neue, prestigeträchtige Wahrzeichen des modernen Chiles, für die anderen dagegen nur der Quell von weiterem Verkehrschaos in der Hauptstadt: Ende diesen Monats wird die Mall des Costanera Centers eröffnet – ein Megaprojekt, das in seinen gigantischen Ausmaßen Befürworter und Kritiker gleichermaßen beeindruckt.</strong></p>
<p><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p8_9_1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2899" title="3988_p8_9_1" src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p8_9_1.jpg" alt="" width="640" height="407" /></a></p>
<p>Wenn am Sonntag, den 27. Mai, die Türen der Einkaufspassage vom Costanera Center feierlich geöffnet werden, soll es hoch hergehen. Für die Gala verspricht Horst Paulmann seinen Hunderten von Gästen eine tolle Künstler-Show sowie Spezialeffekte der neuesten Technologie. Denn immerhin, so ließ der Vorsitzende der Holding Cencosud kürzlich in einem Interview mit der chilenischen Tageszeitung El Mercurio verlauten, handle es sich beim Costanera Center um ein Bauwerk, das 7.000 Arbeitsplätze geschaffen habe und weiteren 6.000 Personen eine dauerhafte Beschäftigung verspreche. Bei der Einweihung eines solchen Projektes dieser Größenordnung dürfe der Präsident der Republik keinesfalls fehlen.</p>
<p>Die Einladung war damit öffentlich ausgesprochen worden, schwebte dann einige Zeit im Raum – und ist nun allerdings abgelehnt worden. Sebastián Piñera wird nicht zur Veranstaltung gehen, ebenso wenig sein Bauminister Laurence Golborne, der ehemalige Geschäftsführer von Cencosud, der zehn Jahre lang an der Seite von Paulmann arbeitete, bevor er seine politische Laufbahn begann.</p>
<p>Offiziell heißt es dazu lapidar aus dem Regierungspalast Moneda, der Präsident sei nicht «abkömmlich» für die Einweihung einer Mall. Doch intern geht vielmehr die Sorge um, der Präsident könnte sich zu sehr in das Rampenlicht eines gigantischen Bauwerks stellen, dass schon einen Tag später nach der feierlichen Eröffnung zu dem führen wird, was Verkehrsexperten seit langer Zeit prophezeien: einen gigantischen Stau.</p>
<p>Immer wieder hat Cencosud in der Vergangenheit beteuert, der riesige Gebäudekomplex im Herzen des modernen Geschäfts- und Bürozentrums von Santiago, dem sogenannten Sanhatten, würde die Verkehrssituation nicht verschlimmern. Dazu sollen alleine 22 Maßnahmen zur Verkehrsentlastung beitragen, unter anderem eine Fußgängerüberquerung zum Shopping-Center über die Straßen Vitacura und Holanda, eine neue Brücke über den Mapocho-Fluss sowie die Verbreiterung von umliegenden Straßen wie Nueva Tajamar, Avenida Providencia und Tobalaba. Auf 30 bis 40 Millionen US-Dollar beziffert der Einzelhandelskonzern diese Investitionen. Zudem stünden 1.200 Parkplätze in der Tiefgarage schon jetzt bereit, 5.700 sollen es bei der Fertigstellung des gesamten Costanera Centers im nächsten Jahr sein.</p>
<p>Doch im Bauministerium ist man skeptisch. Bereits jetzt ist die besagte Zone hoffnungslos verstopft, im Schnitt kriechen die Autos nicht schneller als acht Stundenkilometer vorwärts, in extremen Fällen nur ein bis zwei. Louis de Grange, Dekan von der Fakultät für Ingenieurswissenschaften an der Universität Diego Portales, hat sich bereits das Szenario ausgemalt, das den Santiaguinern bevorsteht. «Die Allee Andrés Bello ist schon jetzt komplett ausgelastet – dort passt kein Auto mehr rauf.» Rund 4.000 Wagen pro Stunde passieren dort während der Hauptverkehrszeit über den Asphalt. Mehr sei nicht drin. Daher werden sich mit dem erhöhten Autoaufkommen durch den Costanera Center Anfahrts- und Wartezeiten verdoppeln.</p>
<p>Nicht abzusehen ist außerdem, wie sich die erhöhte Fluktuation von Personen auf die Metro auswirken wird. Die U-Bahn in der Hauptstadt berstet bereits aus allen Ecken und Kanten, besonders am Umsteigebahnhof Tobalaba in der Nähe des Costanera Centers kommt es häufig zu zeitweisen Sperrungen der Bahnsteige wegen Überfüllung.</p>
<p>Das Transportministerium hat mittlerweile die Notbremse gezogen und der betreffenden Gemeinde Providencia weitere 28 Maßnahmen zur Verkehrsentlastung vorgeschlagen. Doch Bürgermeister Cristián Labbé schob den schwarzen Peter an Horst Paulmann weiter. Der Chef von Cencosud soll bitteschön prüfen, was er davon finanzieren kann und will. Dass allerdings kurz vor der Einweihung, sprich fünf vor zwölf, noch große strukturelle Verkehrsprojekte umgesetzt werden, daran dürfte wohl niemand ernsthaft glauben.</p>
<p>Wer wissen möchte, warum auf den letzten Drücker nachgebessert wird, der muss in der Geschichte um den Costanera Center einige Jahre zurückgehen.</p>
<p>Am 6. März 2003 erfolgte die Grundsteinlegung auf dem 47.000 Quadratmeter großem Areal, das Horst Paulmann 1986 von dem Getränkekonzern Compañía de Cervecerías Unidas erworben hatte. Auf 400 Millionen US-Dollar wurde damals die Investition für einen Komplex veranschlagt, der vier Gebäude für Büros und Geschäften mit einer Gesamtfläche von 600.000 Quadratmetern vorsah – viermal größer als das Cencosud-Einkaufszentrum Alto Las Condes. Das Schmuckstück sollte der Gran Torre Costanera werden, ein Wolkenkratzer mit einer Höhe von 250 Metern.</p>
<p>«Ein Meilenstein in der städtischen Entwicklung von Santiago», erklärte der damalige Staatspräsident Ricardo Lagos berauscht von der Größe des Projekts und setzte feierlich den ersten Mauerstein. Auch die Gemeindeverwaltung unter Cristián Labbé freute sich, versprachen doch die geplanten Supermärkte, 340 Einkaufsläden, Restaurants, Kinos, Freizeit- und Vergnügungsangebote auf sechs Etagen die Vergabe von 6.000 Gewerbescheinen – insgesamt zwölf Prozent mehr als derzeit – und damit millionenschwere Einnahmen für die Gemeindekasse Providencias. Und so wurde enthusiastisch grünes Licht gegeben.</p>
<p>Offenbar zu schnell. Schon kurz nach dem ersten Spatenstich rügte die Rechnungskammer, bei der Vergabe der Baugenehmigung Nr. 71-A/07 seien Fehler unterlaufen, die Eintragung von zusammengefassten Grundstücken in das Grundbuchamt weise Mängel auf. Die Bauerlaubnis selbst erfolgte 2007, als man bereits eifrig dabei war, Fundamente zu gießen und Stahlbeton hochzuziehen.</p>
<p>Es folgte die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise, Paulmann ließ sein Millionenprojekt knapp ein Jahr lang brach liegen. Am 17. Dezember 2009 wurden die Baukräne wieder in Schwung gesetzt. Jetzt sollte der Hauptturm ganze 300 Meter hoch werden, die gesamte Investitionssumme kletterte auf veranschlagte 600 Millionen US-Dollar. «Arriba Chile» stand als ein riesiger Schriftzug auf dem Gran Torre, doch die neue Regierung konnte mit dem Tatendrang des deutschen Unternehmers offenbar nicht Schritt halten.</p>
<p>Zwar war Präsidentin Michelle Bachelet bei der Wiederaufnahme der Bauarbeiten medienwirksam zur Stelle und sprach von einem «Symbol der Stärke», das von dem Projekt für die Stadt ausginge. Doch mehr als dieses politische Signal für sich auszukosten war nicht drin. Noch immer blieb die Frage nach der Verkehrsentlastung ungeklärt.</p>
<p>Der damalige Bauminister Sergio Bitar behauptet zwar heute, dass er mit Paulmann über den Brückenbau über den Mapocho sowie die Untertunnelung der Avenida Andrés Bello verhandelt habe. Tatsächlich erklärt der deutsche Unternehmer, er habe damals 25 Prozent der Kostenübernahme für den Tunnel zugesagt. Doch interne Behördenpapiere offenbaren, dass der Staat nicht einmal Haushaltsmittel für eine finanzielle Beteiligung eingeplant hatte, wäre es denn zu einer gekommen.</p>
<p>Ohne das Problem gelöst zu haben, kam mit Hernán de Solminihac im Februar 2010 ein neuer Bauminister einer neuen Regierung ins Amt. Der Minister unter Staatspräsident Piñera erreichte, dass Paulmann schließlich nach langen Verhandlungen die gesamte Tunnelkosten von 30,6 Millionen US-Dollar zu bezahlen versprach. Ende gut, alles gut? Selbst unter dem neuen Bauminister Laurence Golborne hat der Bau bis heute nicht begonnen.</p>
<p>«Es sind sieben Jahre vergangen – und noch immer ohne Tunnel. Das ist peinlich!», erzürnte sich Horst Paulmann kürzlich in einem Interview mit dem El Mercurio. Architekt Yves Besançon, der den Costanera Center entworfen hat, versucht es mit etwas versöhnlicheren Worten: Ein Verkehrschaos werde es zwar nicht geben, aber der Staat hätte einige versprochene Arbeiten zu gegebener Zeit erledigen sollen.</p>
<p>Bei der Umgehungsstraße Costanera Sur, die einen Teil der Autoflut aus dem überfüllten Sanhatten-Stadtteil kanalisieren soll, scheint sich die Geschichte aus Nachlässigkeiten, Verzögerungen und Sorglosigkeit von Seiten der Behörden zu wiederholen: Zwar wird unter Hochdruck an der Fertigstellung gearbeitet, doch die Gemeinde Vitacura erhob nun Klage, dass die Fahrbahn auf einem Terrain erbaut würde, für das keine Genehmigung vorliege.</p>
<p>Doch vielleicht sind all diese Probleme von einer größeren Höhe aus betrachtet nur klein und nichtig. In den beiden letzten beiden Stockwerken des Hauptturmes vom Costanera Center werden bei der Fertigstellung im nächsten Jahr – ähnlich wie im Burj Khalifa in Dubai oder anderen Wolkenkratzern dieser Welt – Aussichtsplattformen die Besucher zu einem Rundumblick über Santiago einladen. Zeichnend war dabei Stararchitekt César Pelli, der die Petronas Tower in Kuala Lumpur entworfen hatte.</p>
<p>Von dort oben dürften dann Autos wie Ameisen und Staus wie niedlich anzusehende Ameisenstraßen wirken. Das jedenfalls will sich der chilenische Präsident nicht entgehen lassen und hat für die Einweihung des höchsten Gebäudes Lateinamerikas zugesagt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Lesen Sie auf der nächsten Seite einen Kommentar von Arne Dettmann.</em></p>
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		<title>Die Dänen regieren mit</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 21:30:18 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Landtagswahlen Schleswig-Holstein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Chance eines Machtwechsels im Norden Deutschlands will sich die SPD nicht entgehen lassen. Mit Hilfe der Grünen und der Partei der dänischen Minderheit soll nun eine Regierung gebildet werden. Berlin/Kiel (dpa) &#8211; Die deutschen Sozialdemokraten wollen nach der Wahl in Schleswig-Holstein vom vergangenen Sonntag mit einer sogenannten «Dänen-Ampel» zurück an die Macht, auch wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Chance eines Machtwechsels im Norden Deutschlands will sich die SPD nicht entgehen lassen. Mit Hilfe der Grünen und der Partei der dänischen Minderheit soll nun eine Regierung gebildet werden.</strong></p>
<p><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p2_1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2915" title="3988_p2_1" src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p2_1.jpg" alt="" width="640" height="407" /></a></p>
<p>Berlin/Kiel (dpa) &#8211; Die deutschen Sozialdemokraten wollen nach der Wahl in Schleswig-Holstein vom vergangenen Sonntag mit einer sogenannten «Dänen-Ampel» zurück an die Macht, auch wenn eine solche Koalition nur eine Mehrheit von einer Stimme hat. SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig sagte, er sei im Wahlkampf für dieses Bündnis mit den Grünen und der Partei der dänischen Minderheit, dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW), immer eingetreten.</p>
<p>Grüne und SSW haben sich ebenfalls zu einer solchen Koalition bereiterklärt. Die Grünen lehnten dagegen ein rein rechnerisch mögliches Zusammengehen mit CDU und FDP ab. Die angestrebte Dreier-Koalition könne selbst mit einer Mehrheit von einer Stimme ausgezeichnete Politik machen, erklärte Albig: «Wir werden einen Koalitionsvertrag zimmern, der fünf Jahre hält.»</p>
<p>Nicht ausgeschlossen ist eine Unterstützung der «Dänen-Ampel» durch die Piratenpartei, die in das dritte Landesparlament eingezogen ist. Ihr Spitzenkandidat Torge Schmidt kündigte Gespräche mit den drei Parteien an. Die letzte Entscheidung bleibe aber immer jedem der sechs Abgeordneten vorbehalten.</p>
<p>Nach Ansicht der CDU, die bei der Wahl knapp stärkste Partei geblieben ist, bedeutet eine «Dänen-Ampel» keine stabilen Verhältnisse. Ihr Spitzenkandidat Jost de Jager monierte in Berlin, SPD, Grüne und SSW seien «auf das Geldausgeben spezialisiert». Es müsse aber um eine Fortsetzung des Sparkurses gehen. Die CDU werde sich mit dieser Politik auseinandersetzen, sie werde aber nicht den Status des SSW als Minderheiten-Partei infrage stellen. Der SSW unterliegt nicht der Sperrklausel von fünf Prozent, die bei Wahlen nötig sind, um überhaupt in das Landesparlament einziehen zu können.</p>
<p>Die CDU hoffte zugleich noch auf Gesprächsbereitschaft bei den anderen Parteien in Schleswig-Holstein. Sie habe den Anspruch, die nächste Regierung zu stellen. «Wir wollen der Verantwortung für Schleswig-Holstein gerecht werden», betonte de Jager. Er selbst wird dem neuen Landtag nicht angehören, da er in keinem Wahlkreis antrat und die Landesliste nicht wirksam wurde.</p>
<p>Im neuen Landtag von Schleswig-Holstein sind sechs Parteien vertreten. Neben CDU, SPD, Grünen und SSW sind dies auch die FDP und die Piratenpartei. Die FDP hat überraschend gut abgeschnitten. Sie profitierte von der Popularität ihres Spitzenkandidaten Wolfgang Kubicki, nachdem sie lange unter der Fünf-Prozent-Hürde lag. Die Linke scheiterte nach nur zweieinhalb Jahren in Kiel an dieser Hürde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Lesen Sie auf der nächsten Seite über die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein.</em></p>
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		<title>Das gefährliche Spiel mit den Lebensmitteln</title>
		<link>http://www.condor.cl/wirtschaft/das-gefhrliche-spiel-mit-den-lebensmitteln/2917.html</link>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 21:30:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Heute Aktien oder Anleihen, morgen Gold oder Öl, übermorgen vielleicht Getreide oder Soja? Längst haben Investoren Lebensmittel als Spekulationsobjekt entdeckt – mit möglicherweise schlimmen Folgen. Frankfurt/Main (dpa) &#8211; Rasante Preisanstiege bei Sojabohnen und Mais haben die Debatte um Spekulation mit Agrarrohstoffen wieder entfacht. Extreme Wetterbedingungen, eine wachsende Weltbevölkerung und zunehmende Nachfrage aus den immer kaufkräftigeren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute Aktien oder Anleihen, morgen Gold oder Öl, übermorgen vielleicht Getreide oder Soja? Längst haben Investoren Lebensmittel als Spekulationsobjekt entdeckt – mit möglicherweise schlimmen Folgen.</strong></p>
<p><strong> <a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p1_1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2918" title="3988_p1_1" src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p1_1.jpg" alt="" width="640" height="407" /></a></strong></p>
<p>Frankfurt/Main (dpa) &#8211; Rasante Preisanstiege bei Sojabohnen und Mais haben die Debatte um Spekulation mit Agrarrohstoffen wieder entfacht. Extreme Wetterbedingungen, eine wachsende Weltbevölkerung und zunehmende Nachfrage aus den immer kaufkräftigeren Schwellenländern – der Boden für ein verknapptes Nahrungsmittelangebot scheint ohnehin bereitet. Als Reaktion auf die Schuldenkrise pumpen Zentralbanken nun auch noch riesige Summen von Geld in die Finanzmärkte und laden Banken und Fonds damit zum Zocken ein. Kommt die Welternährungskrise zurück?</p>
<p>«Sie war nie fort», sagt Ralf Südhoff, Deutschland-Chef des UN World Food Programme (WFP). Der globale Index für Nahrungsmittelpreise der Welternährungsorganisation (FAO) scheint ihm Recht zu geben: Obwohl das Barometer seit seinen Rekordständen Mitte vergangenen Jahres wieder gesunken ist, liegt es mit 214 Punkten weiter über dem Höchstwert der Ernährungskrise 2008. Damals, kurz vor dem Beinahe-Kollaps des Finanzsystems im Zuge der Lehman-Pleite, hatten die hohen Lebensmittelpreise weltweit für Unruhen gesorgt.</p>
<p>Sojabohnen kosteten in der vergangenen Woche so viel wie seit vier Jahren nicht mehr und Rohstoffhändler rechnen mit weiterem Preisauftrieb. Auch Mais hat sich zuletzt deutlich verteuert. Auch wenn bei Lebensmitteln derzeit keine Preisrallye auf breiter Front zu erkennen ist: Beide Agrarrohstoffe sind weltweit Grundnahrungsmittel – eine Preisexplosion könnte dramatische Konsequenzen haben.</p>
<p>«Hohe Nahrungsmittelpreise sind besonders für arme Länder problematisch, die einen Großteil ihrer Nahrungsmittel importieren, wie die große Mehrheit der afrikanischen Staaten», erklärt WFP-Experte Südhoff. Erhöhten sich die Einfuhrpreise, werde es für diese Länder schwieriger, ihre Bevölkerung zu ernähren. «Viele Haushalte in Entwicklungsländern geben ohnehin 60 bis 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus.»</p>
<p>Worin liegen die Ursachen für die steigenden Preise? Die Weltbevölkerung wächst: Laut Daten des UN-Bevölkerungsfonds kommen zu den rund sieben Milliarden jede Sekunde 2,6 Menschen hinzu. Etwa eine Milliarde Menschen hungern. Und vor allem in den rasch wachsenden Schwellenländern, allen voran China, nimmt die Nachfrage nach Nahrungsmitteln stark zu. Ein weiterer Grund liegt in den extremen Wetterbedingungen, die nach Einschätzung des WFP in den kommenden Jahren verstärkt auftreten werden.</p>
<p>Zu den Zutaten der Ernährungskrise 2008 zählten Wetterdesaster und Ernteausfälle weltweit. Auch für die jüngsten Preisanstiege machen Experten unter anderem einen Rückgang der globalen Produktion aufgrund von Dürre in Lateinamerika verantwortlich. Doch auch Finanzspekulanten dürften ihre Finger im Spiel haben. Und die haben zuletzt jede Menge neues Spielgeld von den Zentralbanken erhalten.</p>
<p>Agrarrohstoffe – und damit Lebensmittel – sind längst Renditeobjekte. Einer großangelegten Studie («Die Hungermacher») der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch zufolge sind Finanzriesen wie die Deutsche Bank oder Goldman Sachs dick im Geschäft. So funktioniert es: Seit eh und je sichern sich Produzenten und Agrarhändler gegen Preisschwankungen ab, indem sie frühzeitig Verträge über zukünftige Warenlieferungen vereinbaren. Diese sogenannten Futures werden an den internationalen Warenterminbörsen gehandelt.</p>
<p>Was der Branche Planungssicherheit verschafft, kann von Anlegern, die kein Interesse an der Lieferung der Waren haben, genutzt werden, um auf steigende oder sinkende Preise zu wetten. Zwar gilt ein gewisses Maß an Spekulation als erwünscht, da es die Märkte liquide hält, also stabilisiert. Doch seitdem Banken und Hedgefonds mit allen möglichen komplexen Finanzkonstrukten und hohen Fremdkapitalhebeln mit Rohstoffen zocken, ist das Maß aus Sicht vieler Beobachter voll. Laut Foodwatch-Angaben hat sich das Kapital an den Terminmärkten seit dem Jahr 2000, als die Politik diese Börsen für Investoren geöffnet hat, von 15 Milliarden auf 600 Milliarden Dollar erhöht.</p>
<p>«Es gibt volkswirtschaftlich gesehen absolut überhaupt keinen Grund, warum man Investoren erlaubt, Lebensmittel aus dem Markt zu nehmen und zu horten, nur um von Preissteigerungen zu profitieren», sagt der als «Mr. Dax» bekannte Börsenmakler Dirk Müller. Kritiker wie Foodwatch und Müller haben bislang jedoch einen schweren Stand gegen die Lobby der Investmentbranche. Die Zockerei könnte erst noch richtig in Fahrt kommen.</p>
<p>Denn dank der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) quillt der Finanzsektor vor überschüssiger Liquidität über. Die EZB hat die Banken im Euroraum für drei Jahre mit Billigkrediten über eine Billion Euro versorgt und ein Teil dieses Geldes wird sich seinen Weg an die Rohstoffmärkte bahnen, da sind sich Experten wie Börsenprofi Müller sicher.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Lesen Sie auf der nächsten Seite über Fettleibigkeit in den USA.</em></p>
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		<title>Wie geht’s weiter?</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 21:30:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach der Parlamentswahl mit ihrem unklaren Ausgang steht Griechenland näher am Abgrund denn je. Wie so oft drängt die Zeit. Doch stabile Regierungsverhältnisse sind weit und breit nicht in Sicht. Kommt es jetzt tatsächlich zur lange befürchteten Staatspleite? Berlin (dpa) &#8211; Wahl ohne klare Mehrheit, Regierungsbildung vorerst gescheitert: Griechenland scheint auf unaufhaltsamem Kurs in Richtung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach der Parlamentswahl mit ihrem unklaren Ausgang steht Griechenland näher am Abgrund denn je. Wie so oft drängt die Zeit. Doch stabile Regierungsverhältnisse sind weit und breit nicht in Sicht. Kommt es jetzt tatsächlich zur lange befürchteten Staatspleite?</strong></p>
<p><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2909" title="3988_p3" src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p3.jpg" alt="" width="640" height="426" /></a></p>
<p>Berlin (dpa) &#8211; Wahl ohne klare Mehrheit, Regierungsbildung vorerst gescheitert: Griechenland scheint auf unaufhaltsamem Kurs in Richtung Staatsbankrott zu steuern. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie lange reicht das Geld noch?</strong></p>
<p>Für Athen wurde ein milliardenschweres Hilfspaket nach dem anderen geschnürt. Das zuletzt beschlossene Rettungsprogramm von insgesamt 130 Milliarden Euro samt Schuldenschnitt wird dringend benötigt, um sich über Wasser zu halten und die Pleite abzuwenden. Allerdings muss Athen die strengen Sparvorgaben der internationalen Geldgeber von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) erfüllen. Je nach Fortschritt fließt das Geld in einzelnen Tranchen. Das unter immensen Schulden ächzende Land braucht bald wieder frische Milliarden – bis Ende Juni sollen es 30 Milliarden Euro sein, die für Renten und Löhne von Staatsbediensteten sowie zur Stabilisierung des Bankenbereichs nach dem Schuldenschnitt bestimmt sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was passiert, wenn die unklare Lage anhältt?</strong></p>
<p>Die Regierungsbildung kann sich noch wochenlang hinziehen und angesichts der fehlenden klaren Mehrheit auch komplett scheitern. Dann würden Neuwahlen unausweichlich. Aber auch dann ist die weitere Entwicklung ungewiss. Die zähe Regierungsbildung könnte je nach Ausgang von vorn beginnen. Aber wie so oft drängt die Zeit gnadenlos. Fließt kein neues Geld, droht dem Land die Pleite.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Welche Rolle spielen die internationalen Geldgeber dabei?</strong></p>
<p>Geplant ist, dass die Kontrolleure der Geldgeber-«Troika» aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) spätestens Anfang Juni wieder nach Athen kommen, um die bisherigen Sparbemühungen zu prüfen und neue harte Einschnitte zu besprechen. Das Problem: Finden sie keine handlungsfähige Regierung vor, könnte der Geldhahn komplett zugedreht werden – die Pleite stünde bevor. Momentan haben in Griechenland jene politischen Kräfte die Oberhand, die den Sparkurs ablehnen und sich etwa für ein Schulden-Moratorium einsetzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie geht es weiter, wenn kein Geld mehr fließt?</strong></p>
<p>Staatliche Zahlungen wie Renten, Beamtengehälter und Sozialleistungen müssten eingestellt werden. Außerdem könnte Athen die Kredite nicht mehr zurückzahlen. Eine solche Entwicklung hätte unabsehbare Folgen – sowohl innenpolitisch als auch nach außen. Im Land dürfte mit sozialen Unruhen, einem Sturm auf die Banken und Kapitalflucht ins Ausland zu rechnen sein. Ein Ausstieg aus der Eurozone wird dann immer wahrscheinlicher. Angesichts der immensen Ansteckungsgefahr für weitere Sorgenkinder wie Spanien, Italien oder Portugal ist höchst fraglich, ob die Eurozone ein solches Schreckensszenario verkraften würde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Abgesehen davon – welche Entwicklung halten Experten noch für möglich?</strong></p>
<p>Einige Fachleute bewerten einen denkbaren Euro-Austritt Griechenlands nicht als Schreckensszenario, sondern als verkraftbar für den Rest der Eurozone – so etwa der Chef der Ratingagentur Fitch, Paul Taylor (siehe Artikel unten).</p>
<p>Auch mehren sich in der EU die Stimmen, dass der Spardruck auf Griechenland und die anderen Krisenländer gelockert werden sollte. Das könnte auch die Bildung einer neuen griechischen Regierung unterstützen. Denn das Grundübel sehen viele Fachleute wie die Mehrheit der Griechen darin, dass eine marode Wirtschaft unter extremen Sparzwängen nicht mehr auf die Beine kommen kann.</p>
<p>Mit der Wahl des Sozialisten François Hollande zum neuen Staatspräsidenten Frankreichs ist auch die Debatte über zusätzliche Wachstumsimpulse wieder kräftig angefacht worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist zwar ebenfalls für Wachstum, will aber am strikten Sparkurs nicht rütteln (siehe weiteren Artikel). Bei einem Sondertreffen der EU-Staats- und Regierungschefs am 23. Mai in Brüssel soll über mögliche Wachstumsanstöße debattiert werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Lesen Sie auf den nächsten Seiten über die Meinung der Rating-Agentur Fitch und den Standpunkt von Angela Merkel.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>«Chile besitzt ein großes Potenzial für Solarenergie»</title>
		<link>http://www.condor.cl/wirtschaft/chile-besitzt-ein-groes-potenzial-fr-solarenergie/2886.html</link>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 21:29:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arne Dettmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[erneuerbare Energien]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom Mittwoch bis Freitag dieser Woche fand die Energiemesse IFT Energy 2012 in Santiago statt. Der Cóndor sprach mit Axel Schmid, Geschäftsführer des Unternehmens Solset – Energías Renovables, das sich dort präsentierte.  Cóndor: Ihre Firma ist neu in Chile. Was bieten Sie an? Axel Schmid: Wir haben SolSet vergangenes Jahr gegründet und bieten Anlagen zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vom Mittwoch bis Freitag dieser Woche fand die Energiemesse IFT Energy 2012 in Santiago statt. Der Cóndor sprach mit Axel Schmid, Geschäftsführer des Unternehmens Solset – Energías Renovables, das sich dort präsentierte.</strong></p>
<p><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p14.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2887" title="3988_p14" src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p14.jpg" alt="" width="640" height="428" /></a></p>
<p><strong> Cóndor: Ihre Firma ist neu in Chile. Was bieten Sie an?</strong></p>
<p><strong>Axel Schmid: </strong>Wir haben SolSet vergangenes Jahr gegründet und bieten Anlagen zur Brauchwassererwärmung aus Edelstahl, die nach dem «Dual-Core»-Prinzip arbeiten. Dieses Prinzip sorgt dafür, dass sich das warme Wasser im Tank, wenn es mit kaltem Wasser vermischt wird, nicht so schnell abkühlt.</p>
<p>Weiterhin realisieren wir Warmwasserprojekte zwischen 500 und 10.000 Litern. Bei der Installation eines Dual-Core-Systems von SolSet spart der Kunde im Schnitt etwa 75 Prozent seines bisherigen Bedarfs an fossilen Brennstoffen ein. Die Investition in diese Systeme rentiert sich in weniger als zwei Jahren. Bis Ende 2013 besteht in Chile eine Subvention für den Einbau dieser Anlagen in Neubauten.</p>
<p>Zudem bieten wir die Installation von Fußbodenheizungen mit Solarkollektoren an. Die Rohre für die Fußbodenheizung beziehen wir aus Deutschland. Außerdem setzen wir Photovoltaik-Projekte für Privat- und Firmenkunden um und bieten Solarmodule von namhaften Herstellern an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie sehen Sie Ihre Marktchancen vor Ort?</strong></p>
<p>Wir sehen unsere Marktchancen sehr positiv, weil wir sehr gute internationale Allianzen und Partner und eine gute Strategie haben. Auch denken wir, dass die geplanten und zum Teil genehmigten Projekte wenigstens zu einem Teil bald umgesetzt werden. Dies bietet ein großes Potenzial für uns und unsere Partner. Chile hat in Lateinamerika mit die höchsten Strompreise. Dies wirkt sich positiv auf den Einsatz von Photovoltaik-Technik aus. Vor allem im Bereich der Solarwärme sehen wir ein enormes Potenzial, weil wir schlüsselfertige Lösungen zu einem guten Preis anbieten.</p>
<p>Positiv wirkt sich auch der Preisverfall der Module aus sowie der Umsatzrückgang mit Photovoltaik-Produkten in Europa. Dies rückt den chilenischen Markt in ein interessanteres Licht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Gibt es Schwierigkeiten bezüglich der Umsetzung von erneuerbaren Energien und Energie-Effizienz in Chile?</strong></p>
<p>Das Gesetz für die Energieeinspeisung ins öffentliche Netz ist leider noch nicht umgesetzt worden, obwohl es bereits im Januar 2012 beschlossen wurde. Uns ist auch noch nicht klar, wie die chilenische Regierung den Energiebedarf bis zum Jahr 2020 mit 20 Prozent erneuerbaren Energiequellen – derzeit lediglich drei Prozent – decken will.</p>
<p>Die chilenische Bevölkerung ist sichtlich sensibilisiert auf Solarenergie. Wenn es jedoch um die Umsetzung geht, stehen immer die Investitionskosten im Wege und Entscheidungen werden verschoben. Eine Flasche Flüssiggas kostet nur 15.000 Pesos. Auf kurze Sicht erscheint dies eben günstiger als eine Investition in die Zukunft. Ein Vier-Personenhaushalt kann beim Einsatz eines Thermosolarsystems mit einer Lebensdauer von zehn Jahren etwa vier Millionen Pesos ohne Subvention einsparen. Dies ist eine gigantische Rendite. Auch sehen wir mangelnde Entscheidungsfreude bei Konstruktionsfirmen im Bereich Photovoltaik-Technik, weil es hierbei noch keine Subvention gibt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vielen Dank für das Gespräch.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Die Fragen stellte Arne Dettmann.</em></p>
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		<title>Krisenmanagement bei Naturkatastrophen</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 21:29:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nur 36 Stunden nach dem verheerenden Erdbeben vom 27. Februar 2010 traf ein erstes Team des Technischen Hilfswerkes (THW) in Santiago ein. Während in Deutschland der Zivilschutz über die eigenen Grenzen hinaus offenbar gut funktioniert, gibt es beim staatlichen Krisenmanagement noch Nachholbedarf. Eine bilaterale Konferenz Mitte April sorgte für Erfahrungsaustausch.   Unter Leitung von Oberst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nur 36 Stunden nach dem verheerenden Erdbeben vom 27. Februar 2010 traf ein erstes Team des Technischen Hilfswerkes (THW) in Santiago ein. Während in Deutschland der Zivilschutz über die eigenen Grenzen hinaus offenbar gut funktioniert, gibt es beim staatlichen Krisenmanagement noch Nachholbedarf. Eine bilaterale Konferenz Mitte April sorgte für Erfahrungsaustausch.</strong></p>
<p><strong> <a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p6_2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2903" title="3988_p6_2" src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p6_2.jpg" alt="" width="640" height="407" /></a></strong></p>
<p>Unter Leitung von Oberst i.G. Bohnert reiste eine fünfköpfige Delegation nach Santiago, die sich aus drei Offizieren des für territoriale Aufgaben zuständige Streitkräfteunterstützungskommando sowie jeweils einem zivilen Vertreter des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und des THWs zusammensetzte. Auf chilenischer Seite lag die Federführung für die Durchführung der Konferenz beim Estado Mayor Concunto (EMCO), das die Zivilschutzbehörde ONEMI, das Gesundheitsministerium und die Forstschutzbehörde CONAF zu integrieren versuchte. Ferner fanden Besichtigungsbesuche bei dem für die Auslösung einer Tsunamiwarnung zuständigen Institut der Marine für Ozeanologie SHOA sowie beim Instituto Geográfico Militar (IGM) statt.</p>
<p>Bei der bilateralen Konferenz ging es weniger um den Einsatz der Streitkräfte bei Naturkatastrophen, sondern vielmehr um den Führungsprozess im Zivilschutz und um die Koordination der zivilmilitärischen Zusammenarbeit. Durch das Vortragen des jeweiligen nationalen Systems sollten Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede identifiziert werden. Die Gesamtverantwortung für den Zivilschutz ist in beiden Ländern gleichermaßen den zivilen Behörden zugeordnet, die auf den unterschiedlichen Verwaltungsebenen die Führungsprozesse zu leiten haben.</p>
<p>Die Kräfte und Mittel für die Rettung der Bevölkerung, der Humanitären Hilfe und der Abwehr weiterer Katastrophen sind in Deutschland hauptsächlich im zivilen Bereich vorhanden und organisiert; die Bundeswehr kann nur auf Antrag staatlicher Instanzen zur Leistung von Amtshilfe herangezogen werden. In Chile dagegen werden im Schwerpunkt die einzelnen Teilstreitkräfte zu diesen Arbeiten herangezogen, obwohl diese für spezifische Tätigkeiten wie Bergung von Verschütteten weder ausgebildet noch entsprechend ausgerüstet sind. Das System des THWs sowie die zivil-militärischen Übungen über alle Verwaltungsebenen hinweg stellten die für Chile interessanten Aspekte des deutschen Modells dar, während sich die deutsche Delegation insbesondere an der in Chile bereits praktizierten Aufnahme internationaler Hilfskräfte interessiert zeigte und auch von den Leistungen von SHOA und IGM beeindruckt war.</p>
<p>Auf Grundlage der zahlreichen Vorträge mit den anschließenden, meist intensiven Diskussionen und auch der Besichtigungen der bereits genannten Institute konnten reale Möglichkeiten der Fortführung der deutsch-chilenischen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet ermittelt werden. Wenngleich sich die Beteiligung der zivilen Behörden Chiles auf die Vorstellung des chilenischen Systems konzentrierte ist die Konferenz als erfolgreiche Maßnahme zu werten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Von Oberstleutnant Christoph Gambka, Verteidigungsattaché Botschaft BRD in Chile</em></p>
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		<title>«Ein mit positiven Höhepunkten gekennzeichnetes Jahr»</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 21:29:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vier Themenbereiche bewegen die Corporación Alemana de Beneficencia in ihrem Tun und Wirken. So sagte es ihr Vorsitzender Dirk Leisewitz am vergangenen 25. April, als er die Jahresversammlung einleitete. Diese sind: Gesundheit, Wohltätigkeit, Bildung und Seniorenarbeit. Leisewitz legte einen ausführlichen Bericht über das im vergangenen Jahr Geleistete vor. Die Deutsche Klinik Santiago nahm in dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vier Themenbereiche bewegen die Corporación Alemana de Beneficencia in ihrem Tun und Wirken. So sagte es ihr Vorsitzender Dirk Leisewitz am vergangenen 25. April, als er die Jahresversammlung einleitete. Diese sind: Gesundheit, Wohltätigkeit, Bildung und Seniorenarbeit.</strong></p>
<div id="attachment_2905" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p6_1.jpg"><img class="size-full wp-image-2905" title="3988_p6_1" src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p6_1.jpg" alt="" width="640" height="407" /></a><p class="wp-caption-text">Dirk Leisewitz: «Wir sind alle Hauptdarsteller gewesen»</p></div>
<p>Leisewitz legte einen ausführlichen Bericht über das im vergangenen Jahr Geleistete vor. Die Deutsche Klinik Santiago nahm in dem Zeitraum zum nunmehr dritten Male den zweiten Platz unter den besten Krankenhäusern in Lateinamerika ein. Die Rangliste wird alljährlich von der Zeitschrift <em>América Economía </em>erstellt.</p>
<p>Das Haus an der Vitacura modernisiert sich unaufhaltsam, um die bestmöglichen Dienstleistungen zu bieten und stets konkurrenzfähig zu sein. So wurden im Rettungsdienstbereich die Verfahren neu formuliert und ein Hubschrauberservice eingeführt.</p>
<p>Auf akademischer Ebene konnte der Präsident ebenfalls Erfreuliches berichten. Die Absolventen der Medizinschule der Universidad del Desarrollo Clínica Alemana erhielten wieder die höchsten Punktzahlen des Landes, «von der Universidad Católica leicht übertroffen». In Santiago und Concepción lassen sich gegenwärtig Studenten an zehn Fakultäten in 25 Laufbahnen ausbilden.</p>
<p>Für das zweite Vierteljahr 2012 wird die Fertigstellung des Gebäudes Manquehue Oriente mit seinen vier OP-Sälen erwartet. Das Ärzte-Zentrum in La Dehesa, ein fünfstöckiger Baukomplex, soll im kommenden Jahr eingeweiht werden.</p>
<p>Die Deutsche Klinik in Temuco verfügt neuerdings über eine Onkologie-Abteilung, «die einzige in der Region», mit der dazugehörigen Apotheke. Außerdem wurden neue Arztpraxen gebaut.</p>
<p>Das Krankenhaus in Valdivia ist ebenfalls im Wachstum begriffen. Leisewitz berichtete von seiner Erweiterung. Diese bezieht sich nicht nur auf die Räumlichkeiten. Es wurde auch zusätzliches Personal angestellt. Außerdem setzte die Klinik eine Hämodynamik-Abteilung zur Behandlung von Koronar-Krankheiten in Betrieb.</p>
<p>Über den Bereich Seniorenbehandlung, dem die Corporación besondere Wichtigkeit beimisst, konnte Dirk Leisewitz ebenfalls Positives melden. Das Pflegeheim an der Straße Tupungato im Santiaguiner Stadtteil Vitacura hat nunmehr seine ursprüngliche Größe um ein Dreifaches übertroffen. Es wird rund um die Uhr von einer hochspezialisierten Ärzte- und Krankenpfleger-Belegschaft betreut. Das Altenheim der Evangelischen Kirche in der Straße Lyon erhält weiterhin finanzielle Unterstützung.</p>
<p>Leisewitz schloss seinen Bericht, indem er die Mitglieder darauf hinwies, sich über neue Dienstleistungen über die Web-Seite <a href="http://www.ccab.cl/">www.ccab.cl</a> zu informieren. Er erteilte anschließend dem Geschäftsleiter Jorge Lafrentz das Wort, der im Folgenden über die derzeitige finanzielle Lage referierte. Die Corporación verzeichnete einen 7,7 prozentigen Einkommenszuwachs im Vergleich zum vergangenen Rechnungsjahr. Lafrentz strich in seinem Vortrag das «starke Investitionsniveau» hervor. «Komplexität erfordert Investitionen», fasste er den Gedanken zusammen.</p>
<p>Nachdem Lafrentz’ Bericht von der Versammlung angenommen wurde, ergriff Dirk Leisewitz erneut das Wort, um bekanntzugeben, dass drei Vorstandsmitglieder ihre Periode beenden und eventuell wiedergewählt werden könnten. Er unterstrich, dass der Vorstand weiterhin mit der Zusammenarbeit von Gerardo Köster, Dag von Appen und Rolf Gremler zu rechnen wünscht. Die Versammlung reagierte sofort, indem sie diesem Anliegen durch Zuruf entsprach.</p>
<p>Der Vorsitzende beendete seine Ansprache, indem er 2011 als ein «intensives, mit positiven Höhepunkten gekennzeichnetes Jahr» darstellte. Er dankte den Anwesenden für ihre Unterstützung und hob abschließend hervor: «Wir sind alle Hauptdarsteller gewesen».</p>
<p>Gleich nachdem er die Jahresversammlung für beendet erklärt hatte, leitete Leisewitz eine außerordentliche Sitzung ein. Ihr Zweck war, die Versammlung mit einer vorher angekündigten Statutenänderung bekanntzumachen und sie um ihre Zustimmung zu bitten. Zahlreiche Korrekturen waren vorgenommen worden, die sich auf so verschiedentliche Dinge beziehen wie das Verhältnis zwischen Wohltätigkeit und Profit oder die Mitarbeit eines Ethik-Ausschusses. Auch bei dieser Gelegenheit nahm die Versammlung die Vorschläge durch Zuruf an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Von Walter Krumbach</em></p>
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		<title>«Die Eiserne Lady» und ihr Erbe</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 21:29:18 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus dem öffentlichen Leben hat sich die schwer kranke Margaret Thatcher seit Langem zurückgezogen. Im Gedächtnis der Briten ist die ehemalige Premierministerin, mittlerweile 86 Jahre alt, aber fest verankert. So gut wie jeder hat eine Meinung zu ihr, und die kann von wahrem Hass bis hin zu größter Verehrung reichen. Kein Wunder, dass schon die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aus dem öffentlichen Leben hat sich die schwer kranke Margaret Thatcher seit Langem zurückgezogen. Im Gedächtnis der Briten ist die ehemalige Premierministerin, mittlerweile 86 Jahre alt, aber fest verankert. So gut wie jeder hat eine Meinung zu ihr, und die kann von wahrem Hass bis hin zu größter Verehrung reichen. Kein Wunder, dass schon die Ankündigung der Verfilmung ihres Lebens mit Hollywood-Star Meryl Streep in der Hauptrolle Aufruhr auslöste.</strong></p>
<p><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p11_1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2893" title="3988_p11_1" src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p11_1.jpg" alt="" width="640" height="407" /></a></p>
<p>London (dpa) &#8211; Bereits Monate vor dem Kinostart wurde im Vereinigten Königreich über «Die Eiserne Lady» diskutiert. Die Urteile reichten schließlich von «flach» über «respektlos» bis hin zu «brillant». Einig waren sich die meisten Kritiker nur in einem: Meryl Streep legt eine atemberaubende Darstellung hin. Nun ist der Film auch in Chile angelaufen.</p>
<p>Die Macher dürften erwartet haben, Kontroversen auszulösen – und das nicht nur wegen der generell gespaltenen Meinung zu der konservativen Tory-Politikerin. Denn statt eine vor allem politische Biografie zu erzählen, die den Fokus auf die Zeitgeschichte lenkt, haben sie sich für einen sehr persönlichen Ansatz entschieden. Ausgangspunkt ist Thatchers Demenzerkrankung, über die ihre Tochter Carol 2009 ein Buch herausbrachte. Darin berichtete sie, dass ihre Mutter an schlechten Tagen manchmal denke, sie sei weiterhin Premierministerin und ihr 2003 gestorbener Ehemann Denis lebe noch.</p>
<p>Szenen über die heutige Zerbrechlichkeit der einst für ihren scharfen Verstand und stählernen Willen bekannten Politikerin sind Ausgangspunkt für Rückblicke, in denen die politische Karriere der Kaufmanns-Tochter dargestellt wird.</p>
<p>Als junge Frau sieht sie ihren eigenen Vater über die Vorteile einer freien Marktwirtschaft und die Eigenverantwortung jedes Einzelnen sprechen. Sie erlebt den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach, arbeitet selber im Geschäft mir. Ihr fleißiges Lernen bringt ihr einen Studienplatz in Oxford. Und mit wahrlich eisernem Durchhaltevermögen klettert sie in der Männerwelt der Politik für die Konservativen immer weiter nach oben. Parallel dazu heiratet sie und zieht zwei Kinder groß.</p>
<p>Nicht immer in historisch korrekter Reihenfolge wird ihre Zeit in Downing Street Nummer 10 nachgezeichnet – die Straßenschlachten, die sie mit ihrer harten Sparpolitik auslöst, ihr Kampf gegen die Gewerkschaften, der Falklandkrieg. Am Ende klammert sie sich an die Macht, wird aber von Parteikollegen gestürzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Lesen Sie auf der nächsten Seite eine Kritik von Ralph Delaval, Herausgeber des Cóndors.</em></p>
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		<title>«Möge mein Blut dem Unheil ein Ende bereiten»</title>
		<link>http://www.condor.cl/titelblatt/mge-mein-blut-dem-unheil-ein-ende-bereiten/2889.html</link>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 21:29:10 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Teaser]]></category>
		<category><![CDATA[Titelblatt]]></category>

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		<description><![CDATA[Maximilian ging, kaum hatte er sein hohes Amt übernommen, gewissenhaft und voller Energie an die Arbeit. Sein Tatendrang und seine Sorge um die Menschen blieb den Mexikanern nicht verborgen. Das Kaiserreich richtete sich nach dem Leitsatz Equidad en la justicia – Gerechtigkeit im Justizwesen. Er lernte schnell Volk und Land lieben. Die Konservative Partei und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Maximilian ging, kaum hatte er sein hohes Amt übernommen, gewissenhaft und voller Energie an die Arbeit. Sein Tatendrang und seine Sorge um die Menschen blieb den Mexikanern nicht verborgen. Das Kaiserreich richtete sich nach dem Leitsatz <em>Equidad en la justicia</em> – Gerechtigkeit im Justizwesen.</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_pag131.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2958" title="3988_pag13" src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_pag131.jpg" alt="" width="640" height="416" /></a></strong></p>
<p>Er lernte schnell Volk und Land lieben. Die Konservative Partei und die überwiegende Mehrheit der Katholiken unterstützten ihn. Die Liberalen dagegen bildeten eine harte Oppositionspartei. Der Kaiser setzte alles daran, sein neues Land wirtschaftlich zu entwickeln. Dabei war seine große Sorge, dem Elend ein Ende zu bereiten. Dieses Vorhaben nahm er in Angriff, indem er die in seinem Heimatland erlernten Kenntnisse anwandte, die in der Tradition des Habsburgischen Katholizismus wurzelten.</p>
<p>Maximilian überraschte seine Anhänger mit seinem Liberalismus. Er war weit davon entfernt, im Interesse der Franzosen zu regieren, was diese natürlich nur allzu bald merkten. Viel wichtiger erschien ihm das Wohlergehen des Volkes, demgegenüber er sich als eine Art nationale Vereinigungs-Figur betrachtete.</p>
<p>Er verringerte die Arbeitsstunden, verbot die Erwerbstätigkeit der Minderjährigen, bezahlte sämtliche Schulden der Bauern, die die 10-Peso-Grenze überschritten und verbot alle Arten der körperlichen Züchtigung.</p>
<p>Maximilian hoffte, mit diesen Maßnahmen die Liberalen umzustimmen. Das Vorhaben misslang, da der Kaiser für die Opposition nicht viel mehr als eine Marionette der Franzosen darstellte.</p>
<p>Ein Jahr nach Maximilians Thronbesteigung endete in den USA der Bürgerkrieg. Mehrere nordamerikanische Regimenter rückten in Richtung der mexikanischen Grenze an. Eine Invasion war zu befürchten, die die Regierung von Benito Juárez wiederherstellen würde. Ein derartiger Fall hätte blutige Vergeltungsmaßnahmen zur Folge gehabt. Zahlreiche Anhänger des Kaisers gerieten in Panik, verließen die Hauptstadt und gaben damit ihre Anhängerschaft zur Monarchie auf.</p>
<p>Die Möglichkeit, dass Juárez wieder zum Staatsoberhaupt ernannt werden könnte, nahm besorgniserregende Formen an. Die Begeisterung, die das kaiserliche Paar vor nicht langer Zeit hervorgerufen hatte, nahm ebenso rasch ab. Napoleon III. kam zu der Erkenntnis, dass es sich angesichts der neuen politischen Konstellation nicht mehr lohnte, den Kaiser zu unterstützen. Entgegen seiner schriftlich abgegeben Erklärung, Maximilian «in jeder Möglichkeit, die eintreten könnte», beizustehen, ließ er gegen Ende 1865 seine Truppen einschiffen. Der Kaiser war nun seinem Schicksal allein überlassen.</p>
<p>Kaiserin Charlotte reiste Anfang 1866 nach Europa, um Napoleon dazu bewegen, seine Versprechen einzuhalten. Der französische Kaiser empfing sie, aber alles Mahnen, Bitten und Flehen nutzte nichts. Charlotte wandte sich nun an Papst Pius IX. Er hörte sie mit Anteilnahme an, erklärte ihr jedoch, dass er nichts unternehmen könnte. Allerdings versprach er Charlotte, für Maximilian zu beten. Die Kaiserin erlitt im Beisein des Pontifex Maximus einen Nervenzusammenbruch, weshalb er später sagte: «Für mich ist in diesem Leben nichts einfach, und jetzt dreht im Vatikan noch eine Frau durch».</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Aussichtslose Lage<br />
</strong></p>
<p>Maximilians Lage schien aussichtslos zu sein. Man schlug ihm vor, abzudanken und nach Österreich zurückzukehren, was er energisch zurückwies. Statt seine persönliche Sicherheit voranzustellen, erließ er eine Begnadigung der <em>Juaristas</em>, forderte Benito Juárez auf, Blutvergießen zu verhindern und versuchte, Friedensgespräche einzuleiten. Er rief zu einer nationalen Umfrage auf, in der das Volk über die zukünftige Regierungsform entscheiden sollte. Juárez wies den Vorschlag zurück, rüstete mit Mitteln auf, die er aus Washington erhielt und marschierte in Richtung Hauptstadt.</p>
<p>Der Kaiser verließ im Februar 1867 Mexiko Stadt mit einer Armee, die etwa 8.000 Soldaten zählte. Er machte noch ein Friedensangebot, welches Juárez ebenfalls ablehnte. Der Monarch verschanzte sich nunmehr mit seinen Getreuen in Querétaro, wo es zu blutigen Kämpfen kam, die mehrere Wochen andauerten.</p>
<p>Am 6. März umkesselte General Mariano Escobedo Querétaro. Gleichzeitig belagerte General Porfirio Díaz die Hauptstadt, womit er verhinderte, dass die kaisertreuen Truppen Verstärkung erhielten. Maximilian und seine Soldaten schlugen sich heldenhaft. Unter seinen Generalen brach Neid und Missgunst aus, was sich auf die Kampfesmoral negativ auswirkte. Am 15. Mai wurde der Kaiser von einem gewissen Oberst López verraten und die Stadt geriet in Feindeshand. Daraufhin übergab Maximilian dem General Ramón Corona sein Schwert. Mit dieser symbolischen Handlung gestand er seine Niederlage ein.</p>
<p>Der Kaiser und seine Generale Miguel Miramón und Tomás Mejía wurden vor ein Kriegsgericht gestellt. Es tagte im Teatro Iturbide der Stadt Querétaro. Ein Oberst und sechs Hauptmänner hatten den Vorsitz. Die Befragung wurde jedoch von Maximilian zum größten Teil nicht beantwortet, weil er der Ansicht war, dass das Verhör rein politische Angelegenheiten zum Inhalt hatte.</p>
<p>Das Gericht verurteilte den Monarchen, Miramón und Mejía zum Tode. Verschiedene europäische Königshäuser sandten Gnadengesuche ein. Es nutzte nichts. Benito Juárez wollte seine Rachegelüste an dem verhassten Ausländer unbedingt ausleben. Außerdem wollte er ein Exempel statuieren. Maximilians Schicksal war damit besiegelt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Ich verzeihe allen»</strong></p>
<p>Am Vormittag des 19. Juni 1867 wurde Maximilian erschossen. Er hielt sich bis zum letzten Moment mannhaft und redete nur in spanischer Sprache. «Ich verzeihe allen und bitte alle, mir zu verzeihen», sagte er mit ruhiger Stimme. «Möge mein Blut zum Wohle dieses Landes vergossen werden. Ich werde für eine gerechte Sache sterben: Die Unabhängigkeit und Freiheit Mexikos. Mein Blut möge dem Unheil meines neuen Vaterlandes ein Ende bereiten! Es lebe Mexiko!»</p>
<p>Er beschenkte die Männer des Erschießungskommandos mit Gold und bat sie, nicht auf sein Gesicht zu feuern, damit seine Mutter ihn noch einmal sehen könnte. Die Soldaten steckten die Münzen ein, ignorierten aber die Bitte des Verurteilten und zielten auf den Kopf. Maximilian stürzte und sprach, auf dem Boden liegend, seine letzten Worte: «<em>Hombre, hombre</em>&#8230;» Daraufhin näherte sich ein Soldat dem Sterbenden und gab ihm den Gnadenschuss.</p>
<p>Anschließend wurden Miramón und Mejía an die Wand gestellt. Kurz, bevor die Schüsse fielen, riefen sie: «Es lebe der Kaiser!»</p>
<p>Damit war das mexikanische Kaiserreich beendet. Maximilians Leiche sollte alsbald nach Europa überführt werden, was sich verzögerte, da Benito Juárez zunächst darüber mit sich verhandeln ließ. Als er endlich seine Genehmigung zum Transport gab, wurden die sterblichen Überreste auf der <em>Novara</em>, dem gleichen Schiff, welches das Kaiserpaar nach Amerika gefahren hatte, nach Europa gebracht. Maximilian ruht in der Wiener Kaisergruft.</p>
<p>Maximilians gewaltsamer Tod ist ein Paradoxon. Er hatte die Krone angenommen, um dem mexikanischen Volk zu dienen und ihm zu Wohlstand und Frieden zu verhelfen. Das tat er während seiner kurzen Regierungszeit auf ehrliche, redliche Art. Seine Rechnung ging jedoch nicht auf. Napoleon III., sein Verbündeter, ließ ihn fallen, was Benito Juárez, dem hasserfüllten Revolutionär, für die Erfüllung seiner Herrschsucht ein Geschenk des Himmels war.</p>
<p>Der Gesundheitszustand von Charlotte, der Kaiserin, verschlechterte sich nach dem Tod ihres Mannes. Sie wurde zunehmend gemütskrank. Sie lebte zurückgezogen im Gartenhaus von Schloss Miramare und wurde später nach Belgien, ins Château de Bouchout gebracht, wo sie völlig geistesumnachtet am 19. Januar 1927, 60 Jahre nach ihrem Gatten, starb.</p>
<p><em> Von Walter Krumbach</em></p>
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		<title>Nachgefragt &#8211; kurz und bündig</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 21:29:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Teaser]]></category>
		<category><![CDATA[Titelblatt]]></category>

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		<description><![CDATA[Christian Kroneberg wurde vor 56 Jahren in Temuco geboren und besuchte dort die Deutsche Schule bis zur 7. Klasse. Seine Familie siedelte dann nach Viña del Mar um, wo er zwei Jahre lang an der Deutschen Schule Valparaíso lernte. Danach ging er auf die Escuela Naval Arturo Prat, an der er sechs Jahre lang studierte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Christian Kroneberg wurde vor 56 Jahren in Temuco geboren und besuchte dort die Deutsche Schule bis zur 7. Klasse. Seine Familie siedelte dann nach Viña del Mar um, wo er zwei Jahre lang an der Deutschen Schule Valparaíso lernte. Danach ging er auf die Escuela Naval Arturo Prat, an der er sechs Jahre lang studierte und den akademischen Grad Marineingenieur erhielt. Seit Januar 2012 ist er Geschäftsführer des Deutsch-Chilenischen Bundes (DCB).</p>
<p>Christian Kroneberg hat drei verheiratete Kinder, liebt die Natur und auch die Geschichte, so dass er viel innerhalb Chiles und auch ins Ausland reist, immer, um Neues kennenzulernen. Sehr gerne geht der Deutsch-Chilene mit seiner Frau einen Kaffee trinken, so dass er sich in jedem Dorf oder Stadt, die er besucht, sofort nach einem gemütlichen Lokal umschaut. Auch im DCB wird man immer vom ihm zu einem Kaffee eingeladen.</p>
<p><a href="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p16_1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2875" title="3988_p16_1" src="http://www.condor.cl/wp-content/uploads/2012/05/3988_p16_1.jpg" alt="" width="640" height="407" /></a></p>
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<li><em>Was wollten Sie als Kind werden?</em>Ich wollte Landwirt werden wie mein Großvater.</li>
<li><em>Wenn Sie wieder auf die Welt kämen, würden Sie den gleichen Beruf ergreifen?</em>Nein, in meinem nächsten Leben werde ich Pilot einer Boeing 747 sein.</li>
<li><em>Wer war und ist Ihr Vorbild?</em>Mein Großvater, Arno Kroneberg war mein erstes Vorbild. Zur Zeit ist es mein Schwiegervater Justus Lodtmann.</li>
<li><em>Wofür sind Sie Ihren Eltern dankbar?</em>Für ihre große Liebe.</li>
<li><em>Was war Ihr schlechtestes Schulfach?</em>Es war kein Fach, ich war einfach sehr eigenwillig. Ich hatte mehrmals eine 3 in Betragen, bis ich bei der Marine landete.</li>
<li><em>Was macht Sie glücklich?</em>Ein schönes Lächeln.</li>
<li><em>Was macht Ihnen Angst?</em>Kein Großvater zu werden&#8230;   Ich habe drei verheiratete Kinder und immernoch keine Enkel!</li>
<li><em>Worauf könnten Sie verzichten?</em>Auf meinen Handy, Twitter und What´s up eingeschlossen.</li>
<li><em>Was ist Ihnen peinlich?</em>Das sich jemand in meiner Gegenwart blamiert.</li>
<li><em>Wen beneiden Sie?</em>Lionel Messi</li>
<li><em>Mit wem würden Sie nie tauschen wollen?</em>Mit einigen Politikern.</li>
<li><em>Wen würden Sie gerne einmal treffen?</em>Angela Merkel. Ich bewundere ihre Fähigkeit bei der Führung Europas.</li>
<li><em>Was würden Sie niemals tun?</em>Einen Marathon laufen.</li>
<li><em>Was regt Sie auf?</em>Der Lärm und die Rücksichtslosigkeit in unserer Hauptstadt.</li>
<li><em>Was ertragen Sie mit Humor?</em>Wenn andere über mich lachen.</li>
<li><em>Über welche eigenen Schwächen ärgern Sie sich?</em>Dass ich leider nur fast perfekt bin!</li>
<li><em>Weshalb würden Sie nie aus Chile auswandern?</em>Wegen meiner Ahnen, die in dieses Land mit großer Mühe eingewandert sind. Und trotz der vielen Jahre, die vergangen sind, finde ich dieses Land sehr schön zum leben.</li>
<li><em>Wenn Sie einen Tag Präsident wären, was würden Sie ändern?</em>Die Gesetze in Bezug auf verbrecherische Handlungen.</li>
<li><em>Was sollten die Chilenen ernster nehmen?</em>Die Möglichkeit ein entwickeltes Land zu sein, wenn wir Demagogie und politische Ränke beiseite lassen.</li>
<li><em>Welches Buch lesen Sie gerade?</em>«Weltgeschichte» von Adam Hart-Davis.</li>
<li><em>Was ist Ihr Lieblingsgericht?</em>Cazuela de polla soltera, con trutro corto.</li>
<li><em>Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?</em>Geschichte lernen und mich mit Familie und Freunden bei einem guten Glas Wein oder einem Kaffee zu unterhalten. Hängt von der Uhrzeit ab.</li>
<li><em>Bei welchem Film haben Sie geweint?</em>Beim Film «Der Partyschreck» von Peter Seller habe ich vor Lachen geweint.</li>
<li><em>Welchen Frauentyp finden Sie anziehend?</em>Natürlich meine Frau!</li>
<li><em>Wem wollten Sie schon lange ein Kompliment machen?</em>Dem japanischen Volk für seine Standhaftigkeit nach dem letzten großen Tsunami.</li>
<li><em>Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?</em>Das war alles.</li>
<li><em>Wie lautet Ihr Lebensmotto?</em>Vergeben macht frei!</li>
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