Lafontaine tritt als Parteichef ab
Der Chef der Linkspartei, Oskar Lafontaine, tritt von seinen bundespolitischen Ämtern zurück. Er werde den Parteivorsitz und sein Bundestagsmandat aufgeben, kündigte der 66-Jährige nach einer Vorstandssitzung in Berlin an. Auf dem Parteitag Mitte Mai werde er nicht erneut kandidieren. Alleiniger Grund sei seine Krebserkrankung, so Lafontaine. Der parteiinterne Streit habe keine Rolle gespielt bei seinem Rückzug. Die Linkspartei braucht jetzt fast eine komplett neue Führungsriege. Auch der Co-Vorsitzende Lothar Bisky und Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch wollen nicht mehr antreten. dpa
Debatte über Rot-Rot
Der Rückzug von Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine aus der Bundespolitik regt eine Debatte über eine Annäherung zwischen der Linken und der SPD an. SPD-Chef Sigmar Gabriel erteilte solchen Überlegungen allerdings eine klare Absage. Er sagte am Verhältnis der beiden Parteien zueinander verändere sich durch die Personalie gar nichts. Wenn die Linkspartei wie derzeit in Nordrhein-Westfalen mit -so wörtlich- «wirren Programmen» antrete, verbiete sich die Zusammenarbeit aus inhaltlichen Gründen. Abgeordnete von Linken, SPD und Grünen dagegen veröffentlichten in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung einen gemeinsamen Aufruf, in dem sie ihre Parteien auffordern, ab sofort auf eine rot-rot-grüne Mehrheit im Bund hinzuarbeiten. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sieht nun bei den Sozialdemokraten «alle Dämme brechen». dpa
Mehr als 27.000 Asylanträge
Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, stellten 27.649 Menschen einen Antrag auf politisches Asyl. Dies entspreche einer Steigerung von 25 Prozent im Vergleich zu 2008. Der Anstieg sei vor allem auf eine weiterhin hohe Zahl von Asylanträgen von Irakern zurückzuführen. Zudem hätten mehr Afghanen Asyl beantragt, so das Innenministerium. dpa
Einwohnerzahl Deutschlands sinkt
Die Zahl der Einwohner in Deutschland geht weiter zurück. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, sank die Zahl der dort lebenden Menschen zwischen 2008 und 2009 um rund 200.000 auf jetzt etwa 81,7 Millionen. Seit 2003 beobachtet die Behörde einen rückläufigen Trend. Die
Demographen führen dies unter anderem auf sinkende Geburtenraten zurück. dpa
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