Rendezvous mit «Lili Marleen»

Liebe Cóndor-Leser,

 

eigentlich sollten diese Zeilen auf der Seite 14 stehen, auf der wir Kultur-, Unterhaltungs- und Gastronomietipps veröffentlichen. Doch das Restaurant «Lili Marleen» braucht keinen gesonderten redaktionellen Hinweis vom Cóndor. Es ist schon selbst eine Institution.

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Vergangene Woche zeichnete die El-Mercurio-Zeitungsbeilage Wikén das deutschstämmige Restaurant mit sechs symbolischen Gabeln aus, die höchste Bewertung in einer Gastro-Kritik. Für ganz besondere Leistungen gab´s auch noch eine zusätzliche siebte Gabel. «Alle Achtung» kann man da nur sagen und gleichzeitig der Familie Dittmann samt Team Glückwünsche aussprechen. Offenbar haben die etwas richtig gemacht.

Für mich stellte die Restaurant-Kritik allerdings keine große Überraschung dar. Immer wenn meine Eltern aus Hamburg in Chile zu Besuch waren, gingen wir ins «Lili Marleen». Und natürlich ist es so, wie es im El-Mercurio-Text steht: Kassler, Currywurst, Eisbein beziehungsweise Schweinshaxe sowie Bratkartoffeln und Rotkohl sind einfach ein Gedicht. Mir fließt schon jetzt wieder das Wasser im Mund zusammen.

Doch die exzellenten lukullischen Genüsse sind längst nicht das einzige Erfolgsrezept vom «Lili Marleen». Ein deutscher Kumpel sagte mir einmal bei einem Besuch: «Toll! So etwas gibt es bei uns in Deutschland leider nicht.»

Gemeint war die Inneneinrichtung aus altdeutschen Reminiszenzen. Fürst-Bismarck-Bild, preußische Pickelhaube, große Bierhumpen und unzählige weitere Dekorationsgegenstände wie aus Urgroßvaters Zeiten: Das Restaurant ist ein Museum zum Sattsehen. Dazu Marschmusik und die sentimentale Melodie von «Lili Marleen», das es auf Deutsch und Spanisch in vielen Versionen zu hören gibt. Einfach ein tolles Ambiente!

Aber wie gesagt, dieser Artikel soll kein Gastronomietipp sein und schon gar nicht Werbung für das Restaurant machen. Denn schließlich will ich bei meinem nächsten Rendezvous mit «Lili Marleen» möglichst ungestört sein. Daher werden wir an dieser Stelle auch nicht die Adresse verraten. Sollte der Leser sie doch hier irgendwo finden, handelt es sich um ein Versehen.

 

Herzlichst Ihr

 

Arne Dettmann

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