Recycling im Eimer

Liebe Cóndor-Leser,

 

es hätte so schön werden können: Vor Kurzem stellte die Santiaguiner Gemeinde La Reina mehrere Müllbehälter zur Wiederverwertung auf. Grün, gelb, blau für jeweils Papier, Dosen und Plastik – das würden auch die letzten Recycling-Muffel verstehen und somit für ein sauberes Chile sorgen. Das dachte ich zumindest.

Und zunächst kam´s auch so. Schnell füllten sich die farbenfrohen Behälter, die schon bald überquollen. Mit so viel Mülltrennungswut ihrer Bürger hatte die Gemeinde offenbar nicht gerechnet. Nun würden wohl bald größere Eimer aufgestellt werden. Das dachte ich zumindest.

Doch es kam nicht so. Eines Morgens auf dem Weg zur Arbeit fand ich die Stellen mit den Boxen leer. Sie waren einfach nicht mehr da. «Abmontiert», wie mir ein Café-Besitzer mitteilte. Und der Anlieger hatte auch eine Erklärung parat: Die Behälter waren von einer privaten Firma gestiftet worden, doch über die Müllabfuhr und deren Kosten hatte man sich mit der Gemeinde La Reina offenbar vorab nicht geeinigt.

Auch der Club Manquehue hat nun solche Mülltrennungseimer aufgestellt. Das ist vorbildlich. Und wenn uns das Organisationstalent des Vereins nicht im Stich lässt, dann wird es so einen peinlichen, beschämenden Rückzieher wie in La Reina natürlich nicht geben. Das denke ich mir zumindest so.

 

Herzlichst Ihr

Arne Dettmann

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