«Jawohl, wir schaffen´s!»

Liebe Cóndor-Leser,

 

viel ist über die Latinos als die am stärksten wachsende Minderheit in den USA berichtet worden. Umfragen legen sogar den Schluss nahe, dass Barack Obama seine Wiederwahl vor allem den lateinamerikanischen Einwanderern zu verdanken hat, die ihre Stimmen größtenteils dem alten und neuen Präsidenten gaben.

Umso verblüffender eine Erhebung der «Deutschen Rundschau» in den USA: Die deutschsprachige Zeitung hat durch eine Auswertung der neuesten Volkszählungsdaten herausgefunden, dass die Anzahl der Deutschamerikaner in den vergangenen Jahren sechs Millionen auf rund 50 Millionen Menschen gestiegen ist. Dabei sei diese Zunahme allerdings nicht auf vermehrte Einwanderung zurückzuführen. Vielmehr hätten alteingesessene Deutschstämmige bei der letzten Volkszählung ihre Kreuzchen nur geschichtsbewusster gemacht.

«Heute ist es in den USA wieder schick, sich zu seiner deutschen Abstammung zu bekennen», erklärte Juri Klugmann, Herausgeber der Zeitung, das Phänomen. Eine repräsentative Umfrage der Agentur «Frank N. Magid Associates Inc.» erbrachte kürzlich das Ergebnis, dass 55 Prozent der US-Bürger einen ausgezeichneten oder guten Gesamteindruck von der Bundesrepublik haben.

In einem Vergleich stellen demnach die Deutschstämmigen in den USA die größte Einwanderergruppe, gefolgt von den Irischstämmigen mit 35 Millionen und Zuwanderern aus Mexiko mit 31 Millionen. Englischstämmige US-Amerikaner gibt es demnach 27 Millionen. Experten gehen gar davon aus, dass es tatsächlich 60 Millionen Deutschamerikaner gibt – nicht alle hätten sich ausdrücklich in der Volkszählung zu ihren Wurzeln bekannt.

Rund zehn Prozent von ihnen sprechen noch deutsch. Damit sind die USA nach Deutschland und Österreich der Staat mit der drittgrößten deutschsprachigen Bevölkerung – noch vor der Schweiz. Und immerhin existieren in den USA über 100 deutschsprachige Zeitungen oder Zeitschriften.

Unser sehr gewagtes Fazit an dieser Stelle: Wir wissen zwar nicht, ob die Deutschstämmigen in den USA mehrheitlich für oder gegen Obama gestimmt haben. Aber hätte Angela Merkel dort kandidiert, dann wäre sie bei so viel Rückhalt durch die Deutschstämmigen vielleicht Präsidentin geworden. «Jawohl, wir schaffen´s!» anstatt «Yes, we can!».

 

Herzlichst Ihr

 

Arne Dettmann

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One Comment

  1. Lieber Herr Dettmann,

    mir gefällt Condor – Die deutsch-chilenische Wochenzeitung. Sie ist interessant, vielseitig und informativ. Eine wahrhaft zeigemäße Publikation. Weiterhin viel Erfolg, viele neue Abonnenten und Anzeigenkunden.
    Herzliche Grüße aus Kanada sendet Ihnen und Ihren Leserinnen und Lesern,

    Juri Klugmann, Herausgeber der Deutschen Rundschau und ein Freund von Chile.

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