Geerbte Schönheit

Liebe Cóndor-Leser,

 

Deutsch ist nach Portugiesisch die zweithäufigste Sprache in Brasilien, denn Millionen Brasilianer haben deutsche Vorfahren. So auch das weltbekannte braslianische Fotomodell Gisele Bündchen. Und diese bekommt vielleicht demnächst scharfe Konkurrenz.

Denn die dortige aktive deutsche Minderheit hat nunmehr die schönste Deutsch-Brasilianerin aus ihren Reihen gewählt. Siegerin ist die 18-jährige Studentin Ruth Böck, die aus einer Bauernfamilie stammt und in Agudo im Bundesstaat Rio Grande do Sul lebt. Ruth spricht nicht nur deutsch, sondern sogar noch Hunsrücker Platt, ein Dialekt aus dem Rheinischen Schiefergebirge.

Auch die Galapagos-Inseln bestechen offenbar nicht nur durch ihre einmalige Flora und Fauna. Zur «Miss Ecuador 2011» wurde die 21-jährige Claudia Schiess Fretz gewählt, die zwar in Puerto Ayora-Santa Cruz geboren wurde, aber – wie ihr Name schon sagt – schweizerisches Blut in sich trägt und auch ein Jahr lang in der Schweiz gelebt hat. Dort lernten sich ihre Eltern kennen, ihr Vater stammt von einer Kolonistenfamilie auf dem Archipel ab. Claudia Schiess tritt nun am 12. September für Ecuador bei der Wahl zur «Miss Universum» in São Paulo an.

Bei so viel Schönheit bleibt nur noch eine Frage: Wann kürt endlich die Deutsch-Chilenische Gemeinschaft ihre «Miss» und schickt sie mit ins Rennen?

 

Chilenische Venus mit deutschen Wurzeln

Cecilia Bolocco mit ihrem Sohn Máximo und der Bürgermeister von Goch, Karl-Heinz Otto

Eine andere, ehemalige Miss Universum aus dem Jahr 1987 befand sich kürzlich auf Spurensuche nach ihren deutschen Wurzeln: Cecilia Bolocco Fonck reiste mit ihrem Sohn Máximo nach Deutschland, wo sie in Goch bei Düsseldorf die Stadt ihrer Ahnen besichtigte. Ihr Ururgroßvater Dr. Franz Fonck hatte 1854 seine Heimat verlassen, um in Chile als Arzt zu arbeiten.

«Es ist eine große Freude für mich, Goch besuchen zu dürfen. Es ist der Ort, wo meine Vorfahren gelebt haben», sagte Bolocco bei ihrem Besuch im Gocher Ratssaal, wo sie von Bürgermeister Karl-Heinz Otto empfangen wurde. «Ich habe die Herzlichkeit des Bürgermeisters gespürt, deswegen kann ich mir vorstellen, wie meine Vorfahren in Goch gewesen sind», sagte die ehemalige Schönheitskönigin.

Bei der anschließenden Stadtführung besichtigte die 46-Jährige auch das Sparkassengebäude, das früher einmal das Stammhaus der Familie Fonck war. Für die chilenische TV-Moderatorin war es übrigens nicht der erste Besuch in Goch. Bereits 1987 stattete Cecilia Bolocco der Stadt einen Besuch ab. «Da stand sie nun, die Venus von Chile», schrieb damals die Rheinische Post.

Angesichts der bezaubernden Bolocco bewahrte Bürgermeister Karl-Heinz Otto dennoch die Fassung und sagte routiniert: «Ich bin sehr froh, dass Sie hier in Goch sind, um die Luft ihrer Ahnen zu schnuppern.» Und über die Vorfahren: «Wo der Name Fonck in Goch auftaucht, ist er mit Nächstenliebe und Großzügigkeit verbunden.» – Wenn das kein Kompliment ist!

 

Herzlichst Ihr

 

Arne Dettmann

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