Bärenstark aus Schokolade

Liebe Cóndor-Leser,

Bären können nicht nur kraftstrotzend daher kommen, sondern sich auch süßlich-lieb geben: Während nämlich im Parque Bicentenario noch bis zum 19. Juni die Ausstellung «United Buddy Bears» mit den wuchtigen 124 Skulpturen zu bewundern ist, kam Café-Mozart-Inhaber Gerhard Kalbhenn auf die Idee, den Berliner Bären nicht aus Kunststoff, sondern aus purer belgischer Schokolade zu gießen.

Zum Reinbeißen lecker: Carlos Lilienfeld vom Café Mozart mit den Schokoladen-Bären.
Zum Reinbeißen lecker: Carlos Lilienfeld vom Café Mozart mit den Schokoladen-Bären.

Ganz so füllig wie die lebensgroßen Figuren ist Meister Petz aus der Konditorei allerdings nicht geworden. Die große Variante bringt 660 Gramm auf die Waage, daneben gibt es noch eine mittlere und kleinere Kaufoption. Der Preis: ab 2.000 bis 20.000 Pesos. Einen dieser Schokoladenbären hat Gerhard Kalbhenn unter anderem dem deutschen Botschafter Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein geschenkt, der mit seinen Mitarbeitern die Ausstellung organisierte.
Ob der Botschafter allerdings den Schoko-Vierbeiner als Dekoration lange überleben lassen wird, ist fraglich. Gerhard Kalbhenn, der die Schirmherrschaft des österreichischen Bären in der Buddy-Bears-Ausstellung übernommen hat, merkt dazu an, dass Schokolade nicht allzu lange aufgehoben werden kann, zumal Temperaturschwankungen dem feinen Material zusetzen. «Die Versuchung dürfte zudem groß sein, die Schokolade zu essen.» – Und so fragen wir uns schon jetzt: Wird der Botschafter der süßen Versuchung widerstehen?

Versteigerung für einen guten Zweck
Das Projekt «United Buddy Bears» soll laut den Initiatoren Eva und Klaus Herlitz von der Buddy-Bär-Berlin-Gesellschaft Menschen aus aller Welt Denkanstöße zu einem besseren Verständnis untereinander geben. In den vergangenen zehn Jahren konnten durch viele Aktivitäten rund um die Wanderausstellung mehr als zwei Millionen Euro zugunsten von Unicef sowie diversen lokalen Kinderhilfsorganisationen weitergegeben werden.
Und auch in Chile sollen einige Bären-Miniaturen (33 Zentimeter bis einen Meter), gestaltet von chilenischen Künstlern, am 4. Juni in der Galería Artium für einen guten Zweck versteigert werden. Das Geld geht an die Kinderhilfsorganisation Christo Vive. Am 18. Juni beendet dann die Galería Artium mit einer Prämierung einen Künstlerwettbewerb. Eine Bärenfigur wird dabei der deutschen Botschaft überreicht werden.

Nachtrag zu den schiefen Bildern
Im vorangegangenen Cóndor-Gezwitscher (Nr. 4133 vom 24. April) fragte ich – etwas ironisch –, warum in vielen chilenischen Haushalten Bilder schief an den Wänden hängen würden. Einige Leser antworteten mir. So meinte jemand, nicht die Bilder hingen schief, sondern die Wände seien schräg gebaut worden. Ein anderer Leser verwies auf die Putzfrauen, die vielleicht absichtlich Bilder schief hängen ließen, um den Hausherren zu beweisen, sie wären dort mit dem Staubwedel rübergegangen. Eine alternative Erklärung: Bei den vielen Erdbeben und Erschütterungen seien schiefe Bilder ganz normal.
Mit dem Erdbeben 2010 habe ich übrigens auch eine Erfahrung gemacht. Dabei fiel zwar kein Bild von der Wand, wohl aber ein Küchenregal aus Holz. Dieses kam aus chinesischer Herstellung und krachte einfach nach unten, während aber die Halterungen – von mir persönlich eingeschraubt! – noch felsenfest in der Wand steckten. Und somit kann ich ohne übertriebenen Stolz sagen: Deutsche Wertarbeit hält, auch wenn alles andere schief geht.

Herzlichst Ihr

Arne Dettmann

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