Porträt – Deutsche Zeitung Cóndor – diario alemán Chile http://www.condor.cl Die deutsche Zeitung Cóndor in Chile - diario / periódico alemán Sun, 15 Apr 2018 07:24:56 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.5 https://i1.wp.com/www.condor.cl/wp-content/uploads/2016/11/condor-ave.jpg?fit=32%2C32 Porträt – Deutsche Zeitung Cóndor – diario alemán Chile http://www.condor.cl 32 32 120365451 Ítalo Riffo – Musiker und Chorleiter in Santiago de Chile http://www.condor.cl/portrat/italo-riffo/ http://www.condor.cl/portrat/italo-riffo/#respond Sat, 14 Apr 2018 08:36:38 +0000 http://www.condor.cl/?p=23460 Cóndor-Interview mit dem chilenischen Musiker Ítalo Riffo, der derzeitig den Dietrich-Bonhoeffer-Chor und den Männerchor Frohsinn leitet.

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Die Kunst in all ihren Ausdrucksformen schätzen

Ítalo Riffo
Ítalo Riffo

 

«Wenn ich einen Tag Präsident wäre, würde ich versuchen, Gesetze zu verabschieden, die die Musiker dieses Landes begünstigten! Mehr Mittel für die Musik, die Kunst und die Kultur!»

 

  1. Was wollten Sie als Kind werden?

Ich wollte Pfarrer werden. Als Kinder spielte ich mit meinen Cousins oft, dass wir in der Kirche waren. Ich war der Pfarrer. Das faszinierte mich.

 

  1. Wenn Sie wieder auf die Welt kämen, würden Sie den gleichen Beruf ergreifen?

Ich würde erneut ein Berufsmusiker sein, denn obwohl es schwer gewesen ist, hat es mir viel Genugtuung und Freuden bereitet.

 

  1. Wer war und ist Ihr Vorbild?

Meine Omi Blanca (mütterlicherseits). Sie ist stets eine wichtige Persönlichkeit in meinem Leben gewesen. Ihr verdanke ich es, Musiker zu sein. Ihre Mutter spielte Harfe und Klavier, ermunterte sie in der Liebe zur Musik und so kam es, dass sie immer mit Musikkreisen in Verbindung war, besonders mit Chören. Ich hörte sie oft singen, sodass ich Gelegenheit hatte, mit ihr im Duett zu singen, als ich 9 Jahre alt war. Später hatten wir einen Familienchor.

 

  1. Wofür sind Sie Ihren Eltern dankbar?

Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie mir beigebracht haben, die Kunst in all ihren Ausdrucksformen zu schätzen. Mein Vater war Maler. Wir besuchten oft Kunstgalerien und hatten danach ausführliche Gespräche darüber. Meine Eltern haben sich ebenfalls in einer sehr musikalischen Atmosphäre kennengelernt. Meine Mutter hatte ein Damenquartett und mein Vater spielte in einem Herrenquartett.

 

  1. Was war Ihr schlechtestes Schulfach?

Mein schlechtestes Schulfach war Englisch. Ich hatte eine Lehrerin, die mich in der fünften Grundschulklasse vor der gesamten Klasse lächerlich gemacht hat. Das hat mir einen Schaden zugefügt, der sich ausgewirkt hat, bis ich mit der Schule fertig war. Auf der Universität hatte ich aber sehr gute Noten in Englisch.

 

  1. Was macht Sie glücklich?

Es macht mich sehr glücklich, mit meiner Familie zusammen zu sein, da sie weit weg wohnt, und wir uns nur ein paar Male im Jahr treffen können, aber diese Augenblicke versuche ich, maximal auszunutzen.

 

  1. Was macht Ihnen Angst?

Es macht mir Angst, dass unsere Gesellschaft immer materialistischer wird und dabei wenig Sensibilität für jene Dinge zeigt, die wirklich bedeutend sind.

 

  1. Worauf könnten Sie verzichten?

Ich kann auf ein Auto verzichten. In Santiago kann man es manchmal nicht rechtfertigen.

 

  1. Was ist Ihnen peinlich?

Ich glaube, mir ist nichts peinlich.

 

  1. Wen beneiden Sie?

Ich wüsste nicht, dass ich jemals Neid verspürt habe.

 

  1. Mit wem würden Sie nie tauschen wollen?

Mit keinem Politiker. Kürzlich hörte ich, wie die Frau eines Senators sich beschwerte, dass ihr Mann nie Zeit für seine Familie hat. So etwas muss furchtbar sein.

 

  1. Wen würden Sie gerne einmal treffen?

Cecilia Bartoli, eine italienische Mezzosopranistin, deren Koloraturtechnik ich bewundere.

 

  1. Was würden Sie niemals tun?

Ich würde niemals in einem Konzert auftreten, ohne mich vorbereitet zu haben.

 

  1. Was regt Sie auf?

Das Fehlen an Pflichtbewusstsein und die Unbeständigkeit, wenn jemand nicht sein Wort einhält, was in unserer Zeit sehr häufig vorkommt.

 

  1. Was ertragen Sie mit Humor?

Das Leben im Allgemeinen ertrage ich mit viel Humor und guten Mutes.

 

  1. Über welche eigenen Schwächen ärgern Sie sich?

Wenn ich ins Fettnäpfchen trete.

 

  1. Weshalb würden Sie nie aus Chile auswandern?

Ein Faktor wäre die Familie, aber es gibt eigentlich keine mächtigen Gründe. Ich meine immer, wir haben keine bleibende Stätte.

 

  1. Wenn Sie einen Tag Präsident wären, was würden Sie ändern?

Wenn ich einen Tag Präsident wäre, würde ich versuchen, Gesetze zu verabschieden, die die Musiker dieses Landes begünstigten! Mehr Mittel für die Musik, die Kunst und die Kultur!

 

  1. Was sollten die Chilenen ernster nehmen?

Die Erziehung ihrer Kinder, denn von den drei Schauplätzen, wo sich die Erziehung abspielt (Elternhaus, Schulen, Universitäten), ist es die familiäre Erziehung, welche eine Person für ihr ganzes Leben formt, und ihr ein Gepräge verleiht, das ihre gesamte menschliche und kulturelle Entwicklung bewirkt.

 

  1. Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich lese gerade den «Prolog zur Liebe» von Taylor Caldwell und das Buch Amos aus dem Alten Testament.

 

  1. Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Pastel de choclo, kein Zweifel.

 

  1. Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

Lesen oder einen guten Film sehen.

 

  1. Bei welchem Film haben Sie geweint?

«Prayers for Bobby», ein Film, den ich sehr empfehle.

 

  1. Welchen Frauentyp finden Sie anziehend?

Die Frauen, die über analytisches und Kritik-Vermögen verfügen und einen tiefgreifenden christlichen Glauben haben.

 

  1. Wem wollten Sie schon lange ein Kompliment machen?

Das wüsste ich nicht. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann mache ich’s und fertig. So etwas verwirrt mich nicht.

 

  1. Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Es würde mir gefallen, als eine Person erinnert zu werden, die ihr ganzes Leben für den Dienst an der Musik gelebt hat.

 

  1. Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Musik kennt keine Grenzen.

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Zahnärztin Dr. Veronica Schulte-Herbrüggen http://www.condor.cl/portrat/veronica-schulte/ http://www.condor.cl/portrat/veronica-schulte/#respond Sat, 07 Apr 2018 08:11:54 +0000 http://www.condor.cl/?p=23435 Eine eigene Zahnarztpraxis in Chile zu eröffnen ist schwierig. Die Bürokratie legt einem ständig Hindernisse in den Weg. Doch Veronica Schulte-Herbrüggen biss sich durch.

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«Gar nicht so leicht, wenn man alles ganz genau und richtig machen will»

Zahnärztin Dr. Veronica Schulte-Herbrüggen
Zahnärztin Dr. Veronica Schulte-Herbrüggen

 

Eine eigene Zahnarztpraxis in Chile zu eröffnen ist schwierig. Die Bürokratie legt einem ständig Hindernisse in den Weg. Doch Veronica Schulte-Herbrüggen biss sich durch.

 

Von Arne Dettmann

Die Räume der Zahnklinik «Berlin» im 7. Stock des Edificio Médico Alcantara in der Straße Apoquindo sehen blendend aus: Alles erstrahlt in hellem Weiß, hier herrscht Sauberkeit und Ordnung. Seit Juni 2017 können sich Patienten in der neuen Praxis behandeln lassen. Das Angebot reicht von klassischer Zahnmedizin der Kariesbehandlung und Zahnreinigung über Kieferorthopädie bis hin zum Setzen von Implantaten. Doch vor die Eröffnung hatten die Götter den Schweiß gesetzt.

«Es war ein zehn Monate langer bürokratischer Hürdenlauf», berichtet Veronica Schulte-Herbrüggen. Zertifikate und Genehmigungen mussten bei der Gesundheitsbehörde und Gemeindeverwaltung von Las Condes angemeldet sowie für Umbaumaßnahmen unzählige Regeln eingehalten werden. Ein langer Prozess, der viel Zeit und Mühe kostete, wie die Zahnärztin versichert. Erschwerend kam noch hinzu, dass Veronica eine deutsche Mentalität besitzt. «Man will eben alles ordnungsgemäß, richtig und ganz genau machen.»

Deutsches Verantwortungsbewusstsein wurde ihr offenbar vom Elternhaus mit in die Wiege gelegt. Als Kind einer deutschen Mutter und eines deutsch-italienischen Vaters aus Chile, kam sie 1987 in Berlin zur Welt. Weil der Vater für das Pharmaunternehmen Schering und später durch die Firmenübernahme für Bayer in Argentinien, Kolumbien und Chile tätig war, hatte Tochter Veronica schon früh Kontakt zur lateinamerikanischen Welt. Doch ihr Abitur machte sie schließlich 2007 in Berlin.

 

Studium, Familie und Praktikum

Im Anschluss ging sie nach Chile und studierte Zahnmedizin an der Universidad del Desarrollo. Ehemalige Mitschüler aus ihrer Zeit an der Deutschen Schule Santiago hatten sie auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. Dass sie allerdings hier ihren zukünftigen Ehemann kennen lernen und bleiben würde, «war nicht geplant», wie die 30-Jährige lächelnd einräumt. Das Paar hat einen gemeinsamen dreijährigen Sohn namens Julian. Im Juni dieses Jahres soll der zweite Nachwuchs geboren werden. Neben ihrer Tätigkeit als Zahnärztin arbeitet Veronica auch als Dozentin der Pharmakologie an der Universidad Mayor und der Universidad de Los Andes.

Eine einschneidende Erfahrung war nach der Beendigung des Studiums 2014 ein neunmonatiges Praktikum als zahnärztliche Assistentin in einer öffentlichen Praxis (consultorio). Eine solche Hospitanz wird von den Universitäten vorgeschrieben. Veronica absolvierte sie in La Pintana, einem Stadtteil von Santiago, in dem einkommensschwache Schichten wohnen.

«Was man dort teilweise zu sehen bekommt, ist schon erschreckend und traurig.» Fehlende finanzielle Mittel für einen Zahnarztbesuch sowie eine nachlässige Zahnpflege hätten dort sichtbare Folgen. Veronica: «Oft blieb uns nur noch übrig, Zähne reihenweise zu ziehen. Leider auch bei Kindern.»

Dennoch ist sie für diese Erfahrung sehr dankbar. «Ich halte es für es sehr gut, dass man in sozialschwachen Stadteilen ein Praktikum absolvieren muss und somit die andere Realität Chiles kennenlernt.» Der Unterschied zwischen dem privaten und öffentlichen Gesundheitssektor sei enorm. Soweit es ihre eigenen finanziellen Mittel zulassen, will Veronica auch sozial schwächere Menschen behandeln. «Ich kann wenigstens versuchen, Kindern und Jugendlichen die Bedeutung einer regelmäßigen Zahnpflege zu erklären.»

 

Keine vollgezuckerten Säfte!

Doch das ist gar nicht immer so leicht. Während in Deutschland das Bewusstsein dafür viel ausgeprägter sei, würde im Vergleich zu Chile noch ein großer kultureller Unterschied klaffen. «Es ist hierzulande keine Seltenheit, Kindern vollgezuckerte Säfte und Süßigkeiten zu geben und dabei das Zähneputzen vollkommen zu vernachlässigen.»

Wer trotz guter Zahnpflege Beschwerden hat und zu Veronica muss, der brauche keine Angst zu haben. Die Zahnarztpraxis als ein «Ort des Schreckens» sei ein Klischee von gestern. Die Technik habe sich in den vergangenen Jahren so schnell entwickelt, die Kenntnisse derart erweitert, dass Eingriffe heute wesentlich schneller und unkomplizierter ablaufen würden. «Vor 20 Jahren wäre es undenkbar gewesen, eine Krone in derselben Sitzung zu preparieren und einzusetzen.»

Wichtig für einen angenehmen Zahnarztbesuch sei zudem das persönliche Gespräch mit dem Patienten. Zu Veronicas Kunden zählen nicht nur Chilenen, sondern auch Deutsch- und Englischsprachige. «Es hilft vielen Patienten, wenn ich mich mit ihnen in ihrer jeweiligen Muttersprache unterhalten kann und Sachverhalte erläutere.» Die 30-Jährige räumt aber ein: «Menschen, die Angst vorm Zahnarzt haben, wird es immer geben.» Vielleicht trägt jedoch Veronicas freundliche Art dazu bei, die letzte Furcht zu nehmen.

Clíncia odontológica Berlin

Av. Apoquindo 3990, oficina 703
Las Condes
Telefon: 9 89 67 07 94 und 2 26 97 84 62
www.clinicaberlin.cl

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Martin Gellert, neuer Rektor der Deutschen Schule Valparaíso http://www.condor.cl/portrat/martin-gellert/ http://www.condor.cl/portrat/martin-gellert/#respond Sun, 01 Apr 2018 07:29:31 +0000 http://www.condor.cl/?p=23400 Seit Anfang März hat Martin Gellert die Nachfolge von Dr. Hans-Joachim Czoske an der Deutschen Schule Valparaíso angetreten. Der Cóndor führte mit ihm ein Interview.

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Von Ecuador, Costa Rica und Hamburg nach Valparaíso

Martin Gellert ist neuer Rektor der Deutschen Schule Valparaíso
Martin Gellert ist neuer Rektor der Deutschen Schule Valparaíso

 

Seit Anfang März hat Martin Gellert die Nachfolge von Dr. Hans-Joachim Czoske an der Deutschen Schule Valparaíso angetreten. Der Cóndor führte mit ihm ein Interview.

 

Von Arne Dettmann

Cóndor: Sie sind nicht das erste Mal an einer deutschen Auslandsschule?

Nein, es ist insgesamt das dritte Mal. In den 90er-Jahren arbeitete ich schon an der Deutschen Schule in Guayaquil in Ecuador. Das war auch eine schöne Schule, mit über 60 frei laufenden Iguanas auf dem parkähnlichen Schulgelände. Manchmal fand man diese großen, grünschwarzen Echsen dann morgens in den Klassenzimmern. Leider wollten sie dann immer schnell hinaus, so dass ich bis heute nicht weiß, wie gut sie eigentlich Deutsch als Fremdsprache gelernt hätten. Meine zweite Schule war dann die Deutsche Schule in San José in Costa Rica. Dort wird das Abitur als Abschluss angeboten, so dass doch vieles ähnlich war wie in Hamburg, nur in einer costa-ricanisch-lateinamerikanischen Version.

 

Kam Ihr neuer Posten als Leiter der DS Valparaíso ganz zufällig?

Nein, das war kein Zufall für mich. Schon als Jugendlicher bin ich gerne beim Betrachten von Landkarten in die Welt gereist, und schon damals fielen mir der schöne Klang und die vielversprechende Bedeutung mancher Städtenamen auf, wie zum Beispiel Montevideo, Buenos Aires oder eben Valparaíso. Von Ecuador und Costa Rica aus habe ich dann zusammen mit meiner Frau – sie stammt aus Ecuador – fast ganz Lateinamerika bereist und auch Chile schon ein wenig. Aber das Wenige machte entschieden Lust auf mehr. Als dann die Stelle ausgeschrieben war, stieß ich erst spät auf die Anzeige, tat dann aber alles dafür, mich noch bewerben zu können. Umso besser war es dann, dass es ja geklappt hat.

 

Erzählen Sie uns bitte ein wenig über Ihren beruflichen Werdegang. Sie stammen gebürtig aus Hamburg?

Schon wieder muss ich zuerst mit Nein antworten, das ist wirklich nicht mein Lieblingswort. Ich komme nicht gebürtig aus Hamburg, sondern bin gebürtiger Lübecker. Ich gebe zu, das ist nicht gerade weit weg. Ich ging nach dem Abitur zum Studium der Fächer Deutsch und Geschichte nach Freiburg, wechselte nach vier Semestern nach München, weil dort sehr berühmte Professoren meiner Fächer unterrichteten, die ich hören wollte, und kam dann zurück ans Meer, nach Kiel.

Und erst nach den Staatsexamina dort ging ich zum Referendariat, das ist die eigentliche Lehrerausbildung, nach Hamburg. Da wusste ich aber schon genau, dass ich nur nach Hamburg wollte. Schon während des Referendariats war dann klar, dass man 1993 mit meinen Fächern auch mit einem sehr guten Abschluss keine Stelle bekommen würde – es gab einfach keine. Die Alternative war Taxifahren oder etwas ganz anderes zu machen.

Ich entschied mich für das Andere und bewarb mich an 18 Schulen in Lateinamerika, weil ich unbedingt als Lehrer arbeiten wollte. Von dreien bekam ich ein Angebot, aber Guayaquil war das erste, deshalb sagte ich dort sofort zu. Nach dem Telefongespräch mit dem damaligen Rektor guckte ich dann erst mal im Atlas nach, wo diese Stadt überhaupt lag.

In Guayaquil habe ich dann nicht nur meine Frau kennengelernt, sondern auch begonnen, «Literatura y Comunicación» an der dortigen Universidad Católica zu studieren. Das war großartig, ich erinnere einen Gesprächskreis über «Sein und Zeit» von Heidegger auf Spanisch. Danach konnte mich das eigentliche Hauptstudium Spanisch in Deutschland nach meiner Rückkehr nicht mehr schocken. In einem Jahr hatte ich es neben der ersten Lehrtätigkeit an einer Hauptschule im Sauerland bewältigt.

Und diese Fächerkombination Deutsch, Geschichte, Spanisch war dann der Eintritt in die Verbeamtung in Hamburg. Tja, und weil ich ja schon einmal im Ausland gewesen war und meine Frau Ecuadorianerin ist, war es dann sehr einfach, nach knapp vier Jahren in Hamburg nach Costa Rica zu gelangen. Dort habe ich dann sehr viele Funktionen ausgeübt, vor allem in der Steuergruppe und in der Schulentwicklung; und darin habe ich auch nach der Rückkehr nach Hamburg an dem sehr guten und schönen Gymnasium Blankenese weiter gearbeitet. Mein Schulweg führte mit dem Fahrrad immer an der Elbe entlang, und wenn Sie da die großen Pötte immer elbabwärts fahren sehen, keimt dann doch der Wille, auch noch einmal raus zu wollen. Daraus ist nun Valpo geworden, wie schön.

 

Welche Herausforderungen stehen für die DS Valparaíso bevor?

Ich bin ja gerade erst angekommen und befinde mich noch in der Phase, die Schule überhaupt erst kennenzulernen, ihr Strickmuster zu verstehen. Aber sicher ist, dass wir in diesem Jahr eine große Schulinspektion aus Deutschland haben werden. Das ist allein schon organisatorisch im Vorhinein eine große Aufgabe, die uns alle in Beschlag nehmen wird.

 

Haben Sie Chile schon ein wenig kennen gelernt?

Bis jetzt war dazu noch überhaupt keine Zeit. Aber ein wenig kenne ich den Norden und den Süden, die alten Salpeterabbaustätten und Städte wie Pisagua zum Beispiel, aber auch Patagonien, wo ich schon mehrfach war. Das wären auch wieder die Gegenden, die mich zunächst interessieren: Über die Geschichte des Salpeterhandels müsste noch viel geforscht und gesagt werden, und gerade als Hamburger verbindet sich hier ja die Geschichte Hamburgs und seiner großen Segelschiffe mit dem Salpeterhandel Chiles. Über Patagonien hingegen muss man nichts sagen – hinfahren, sich durch die Natur bewegen und einfach nur schauen und aufnehmen. Darauf freue ich mich jetzt schon.

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http://www.condor.cl/portrat/martin-gellert/feed/ 0 23400
Constanza Cárdenas Aguirre, Geschäftsführerin der Chilenisch-Schweizerischen Handelskammer http://www.condor.cl/portrat/constanza-cardenas/ http://www.condor.cl/portrat/constanza-cardenas/#comments Tue, 20 Mar 2018 14:45:50 +0000 http://www.condor.cl/?p=23298 Vor vier Wochen hat Constanza Cárdenas die Geschäftsführung der Chilenisch-Schweizerischen Handelskammer übernommen. Eine neue Herausforderung, die sich in viele einreiht, die sie in ihrem Leben bereits gemeistert hat. Die chilenische Journalistin mag Bewegung und Neues.

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Immer wieder raus aus der Komfortzone

Constanza Cárdenas ist Geschäftsführerin der Chilenisch-Schweizerischen Handelskammer in Santiago de Chile
Constanza Cárdenas ist Geschäftsführerin der Chilenisch-Schweizerischen Handelskammer in Santiago de Chile

 

Vor vier Wochen hat Constanza Cárdenas die Geschäftsführung der Chilenisch-Schweizerischen Handelskammer übernommen. Eine neue Herausforderung, die sich in viele einreiht, die sie in ihrem Leben bereits gemeistert hat. Die chilenische Journalistin mag Bewegung und Neues.

 

Von Petra Wilken

«Ich finde es gut, mir etwas Unbekanntes zuzutrauen, dazuzulernen, als Person und im Beruf zu wachsen und einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten», meinte die 42-Jährige mit Blick auf ihren vielfältigen Lebenslauf. Dass Neues nichts Schreckhaftes für sie hat, ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass sie die Tochter eines Karrierediplomaten ist. Ihre Kindheit verbrachte sie in dem Rhythmus, der dieser Beruf vorschreibt: jeweils fünf Jahre «draußen» und zwei Jahre «drinnen».   

Ihr Vater, Manuel Cárdenas, wurde als Botschafter nach Brasilia geschickt, als sie drei Monate alt war. Mit fünf kam sie nach Chile zurück; zwischen dem siebten und zwölften Lebensjahr lebte sie in London, und zwischen 15 und 19 in Brüssel, wo sie die High School besuchte. «Ich wollte in Brüssel bleiben und dort studieren», erzählt sie, «aber meine Eltern haben darauf bestanden, dass ich in Chile studierte. „Als die Weltbürgerin, die du bist, musst du dein Land kennenlernen und dort zunächst die Wurzel bilden, die ein Baum zum Wachsen braucht“, haben meine Eltern gesagt.»

 

Film, Fernsehen und bei Mutter Theresa in Kalkutta

Sie sah es ein und studierte Journalismus an der Universität Diego Portales. Danach arbeitete sie kurze Zeit bei dem Politiker und New-Age-Guru Fernando Flores. Doch ihr Vater war gerade als Botschafter nach Neu Delhi berufen worden, und so konnte sie nicht widerstehen und ging für ein Jahr nach Indien – ein kompaktes Jahr, in dem viel passierte: Sie schrieb sich in eines der zahlreichen Institute für Film und Fernsehen ein, arbeitete als Freiwillige im Orden von Mutter Theresa in Kalkutta und bei Caritas. Und nicht zuletzt lernte sie ihren Ehemann kennen. Der Uruguayer und heutige Ex-Mann ist Vater ihres Sohnes Agustín, der heute 14 ist.

Als sie aus Indien zurückkehrte, bekam sie Arbeit als Produzentin der Nachrichtensendung «Teletrece». Doch sie merkte bald, dass die Welt des Fernsehens nichts für sie war. Die Unternehmerstiftung EuroChile, die den Handel mit Europa fördert, lag ihr bedeutend mehr. Sie war dort als Beauftragte für Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit und zuletzt als Project Managerin insgesamt drei Jahre tätig.

2007 führte sie ihr Weg nach Valparaíso, wo sie in der Bibliothek des Nationalkongresses mit den Beratern von Abgeordneten und Senatoren arbeitete. «Barack Obama hatte zum ersten Mal in einer Präsidentschaftswahl die sozialen Medien erfolgreich genutzt», erzählt sie. Ihre Aufgabe war es, Parlamentarier in der Nutzung der digitalen Netzwerke fortzubilden.

 

Public Relations in Australien

Doch dann traf sie eine Entscheidung, die sie unbedingt weiterempfiehlt: Sie verkaufte ihr Hab und Gut in Chile, um in Sydney einen Master in strategischen Public Relations und politischer Kommunikation zu machen. Sie war inzwischen von Agustíns Vater getrennt und ging alleine mit ihrem sechsjährigen Sohn nach Australien. «Wir hatten ein Studenten-Budget. Wenn mich Agustín um ein Eis gebeten hat, habe ich oftmals Nein gesagt, ‘wir müssen sparen, um in den Ferien zum Great Barrier Reef zu reisen, dort wo Nemo herkommt’.»

Sie empfiehlt es jedem, wenn möglich, mal aus der Komfortzone herauszugehen und etwas anderes zu wagen. Mit Komfortzone ist dabei der Bereich der Gewohnheiten gemeint, in dem man sich wohlfühlt und alles seinen geregelten Gang geht. Diese bequeme Zone zu verlassen, ist gewöhnlich mit Ängsten vor den neuen Herausforderungen verbunden. 

Mit dem Master aus Sydney in der Tasche wurde sie Leiterin für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei Holcim-Polpaico. Fünf Jahre lang hatte sie diese Position inne, bis Holcim 2016 das Betonwerk verkaufte und die Marketing-Abteilung geschlossen wurde. Eine neue Aufgabe fand sie bei der Stiftung Portas des früheren Geistlichen Rodrigo Tupper, die Studenten aus sozialen Brennpunkten finanziell und psychologisch unterstützt.

«Es sind junge Leute mit Talent, die wenige Chancen haben und Unterstützung brauchen, um das Studium zu Ende zu bringen.» Als praktizierende Katholikin liegt Constanza Cárdenas soziales Engagement. «Ich erziehe meine beiden Kinder im christlichen Glauben», erklärt sie.

 

Eine schwierige Geburt

Agustín hat vor vier Jahren eine Schwester bekommen. Die Geburt war die schwierigste Erfahrung, die Constanza Cárdenas je gemacht hat, denn Josefina kam mit fünf Monaten zur Welt. Ihre Überlebenschancen waren nicht sehr hoch. «Sie war fast an dem Punkt, zu gehen», erzählt sie. «Aber sie haben es geschafft. Ich bin der Clínica Alemana sehr dankbar. Josefina war die jüngste Frühgeburt, die die Deutsche Klinik je hatte. Josefina ist gesund. Nur die Lungen sind noch immer unterentwickelt, weshalb jede Erkältung sich zur Bronchitis steigern kann. Aber ansonsten ist sie ein ganz normales Kind.» Wie sie das sagt, ist herauszuhören, dass es schon so etwas wie ein Wunder ist. 

«Das bin ich – alleinerziehende Mutter von zwei Kindern», fasst sie resolut ihre Vorstellung zum Auftakt ihrer neuen Position in der Chilenischen-Schweizerischen Handelskammer zusammen. Für diese neue Arbeit hat sie sich auch schon einen Schwerpunkt auf die Fahnen geschrieben: die duale  Berufsausbildung.

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http://www.condor.cl/portrat/constanza-cardenas/feed/ 1 23298
Dieter Bräuer, Projektleiter für Aus- und Weiterbildung, AHK Chile http://www.condor.cl/portrat/dieter-braeuer/ http://www.condor.cl/portrat/dieter-braeuer/#respond Sat, 10 Mar 2018 09:27:00 +0000 http://www.condor.cl/?p=23281 Als Dieter Bräuer 1957 kurz vor sieben Uhr morgens in Bruchweiler-Bärenbach mitten im Pfälzer Wald das Licht der Welt erblickte, waren die meisten der 1.200 Einwohner auf dem Weg zur Arbeit in eine Schuhfabrik. Auch seine Großmutter flocht Schuhe für eine der vier Fabriken des Dorfes. Sie tat es jedoch in Heimarbeit, womit ihr Enkel den Geruch von Leder in die Wiege gelegt bekam.

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«Es gibt nichts, was Leder ersetzt»

Dieter Bräuer: 60, Deutscher, Schuhtechniker und Designer, Unternehmensgründer, Ausbilder, Expat, Weltenbummler.
Dieter Bräuer: 60, Deutscher, Schuhtechniker und Designer, Unternehmensgründer, Ausbilder, Expat, Weltenbummler.

 

Als Dieter Bräuer 1957 kurz vor sieben Uhr morgens in Bruchweiler-Bärenbach mitten im Pfälzer Wald das Licht der Welt erblickte, waren die meisten der 1.200 Einwohner auf dem Weg zur Arbeit in eine Schuhfabrik. Auch seine Großmutter flocht Schuhe für eine der vier Fabriken des Dorfes. Sie tat es jedoch in Heimarbeit, womit ihr Enkel den Geruch von Leder in die Wiege gelegt bekam.

 

Von Petra Wilken

«Heute steht das Basismaterial Leder für die Schuhproduktion nicht mehr so uneingeschränkt zur Verfügung», erzählt Bräuer im Interview mit dem Cóndor an seinem Arbeitsplatz. Seit 2015 arbeitet er als entsandter Experte für duale Berufsausbildung an der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer (Camchal). «Doch es gibt nichts, was Leder ersetzt.» Die wahre Qualität hat für ihn nur die obere Schicht der Kuhhaut. Spaltleder hingegen, die heute vielfach verwendete untere Schicht, ist nichts für ihn. «Das ist eigentlich ein Abfallprodukt.»

So war das jedenfalls damals, als er nach der Volksschule in eine Kinderschuhfabrik in die Lehre ging und das Handwerk von der Pike auf lernte – vom Lederlager bis zur Verpackung der Schuhe. In seiner dreijährigen dualen Berufsausbildung arbeitete er unter Anleitung eines Ausbilders vier Tage pro Woche im Betrieb und einen Tag wurden ihm in einer Berufsfachschule die fachtheoretischen Kenntnisse vermittelt.

Für diese Formel der Berufsausbildung – angepasst an die hiesigen Bedingungen – wirbt er heute in Chile. Der Industrieverband Sofofa ist dabei seit mehreren Jahren sein Kooperationspartner und hat soeben die erste Zertifizierung in Lateinamerika von fünf Berufsschulen nach dem internationalen Qualitätsmanagement-System DIN ISO 29.990 erreicht.

Nach Sofofa hat er jetzt auch Fedeccal, den Verband der Schuhindustrie, als Kooperationspartner gewinnen können. Damit ist Dieter Bräuer wieder ganz in seinem Element. Doch der Reihe nach. Wie hat er sich dafür qualifiziert, als Entsandter im Programm ExperTS des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nach Chile zu kommen?

 

Seine eigenen Ideen ausleben

Nach seiner dualen Ausbildung hängte er noch zwei Jahre an der Schuh-Akademie in Pirmasens dran und studierte Betriebstechnik und Design. Damit erhielt er Anstellungen in namhaften Unternehmen wie Salamander, Schuh Union und Sioux France. Als er 30 wurde, wollte er jedoch seine eigenen Ideen ausleben und machte sich als freiberuflicher Schuhdesigner selbstständig. Gleichzeitig bildete er sich permanent weiter: Schuhmachermeister- und Ausbildereignungsprüfung, Unternehmensführung, Projektmanagement mit Projektleiterprüfung vor der IHK Bremen.

«Um in der schwierigen Anfangszeit über die Runden zu kommen, habe ich Naturfußbettschuhe unter dem Logo „Bräuer-Naturläufer“ produziert», erinnert er sich. «Doch dann ging alles sehr schnell, die ersten Aufträge, Auslandseinsätze in Italien, der Türkei, Tunesien, Ägypten, Sri Lanka, Chile und Ecuador.» Dank eines Fünf-Jahres-Exklusiv-Vertrages mit dem holländischen Chemiekonzern Akzo Nobel, der die Klimamembrane Sympatex für Schuhe entwickelt hatte, war der Durchbruch geschafft. 1995 erhielt er für eine Kinderkollektion auf der Schuhmesse in Pirmasens die Auszeichnung für das beste Design. Die Trophäe, ein beflügelter Merkur, sollte ihn daraufhin in die Welt hinaustragen.

Noch im selben Jahr ging er als Experte des CIM-Programms nach Chile, wo er die Geschäftsführung des «Instituto Tecnológico de Calzado» übernahm und die erste duale Berufsausbildung für Schuhfertiger im Land einführte. Gleichzeitig beriet er das traditionsreiche Familienunternehmen Guante bei der Modernisierung seiner Marke und entwickelte die hochwertige klassische Herrenlinie «President». Diese aufwendige Machart «Goodyear» ist bis heute die Nobelmarke des Unternehmens.

Nach Chile folgten vier Jahre als Berater der Schuhindustrie in Ecuador und anschließend acht Jahre in Tunesien. Danach kam er nach Chile zurück, zuerst als CIM-Experte am Bildungsministerium, und seit drei Jahren ist er nun als Projektleiter für die Aus- und Weiterbildung an der AHK im Einsatz.   

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit der technischen Ausbildung in Chile gemacht?

«In einem globalisierten und sich permanent veränderten Markt spielen Faktoren wie Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit eine Schüsselrolle, insbesondere für chilenische Unternehmen. Wie kann man aber effizient, produktiv und wettbewerbsfähig sein? Das geht nur mit qualifiziertem Fachpersonal, das auch in der Lage ist, eigenständig Verantwortung zu übernehmen. Positiv ist, dass es sich einige Unternehmerverbände zur Aufgabe gemacht haben, die Qualität der Ausbildung zu verbessern, enger mit der Industrie zu kooperieren und die Weiterbildung der Dozenten voranzutreiben, insbesondere in neuen didaktischen Methoden».   

 

Wie sehen Sie die chilenische Schuhindustrie heute?

«Als ich 2013 nach Chile zurückkam, sah ich den enormen Wandel, den sie durchgemacht hat. Unter den ersten einhundert Importfirmen sind nicht mal mehr fünf, die noch selber im Land produzieren. Viele, mit denen ich 1995 noch zusammengearbeitet habe, sind vom Markt verschwunden. Das lag aber nicht nur an der Konkurrenz aus Asien. Viele Firmen hatten schon vorher finanzielle Probleme, keine innovativen und auch keine produktiven und effizienten Prozesse. Doch inzwischen gibt es ein neues Szenarium, das mir sehr gut gefällt: kleine Firmen, die neue Produkte unter eigener Marke kreieren und selber vermarkten. Diese Firmen sind sehr flexibel und antworten schnell auf neue Modetendenzen.»

Wenn es nach im geht – hoffentlich mit echtem Leder. 

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http://www.condor.cl/portrat/dieter-braeuer/feed/ 0 23281
Claus Lindemann, Bürgermeister von Frutillar http://www.condor.cl/portrat/claus-lindemann/ http://www.condor.cl/portrat/claus-lindemann/#respond Sat, 03 Mar 2018 09:12:15 +0000 http://www.condor.cl/?p=23214 Im Oktober 2016 wählte ihn die Stadtgemeinde zum Bürgermeister Frutillars. Der erfolgreiche Unternehmer hätte eigentlich schon Jahrzehnte davor diesen Posten innehaben können.

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«Die Musikwochen sind für die Ewigkeit bestimmt»

Claus Lindemann, Bürgermeister von Frutillar: «Ein Auto ohne Reifen taugt nicht.» Foto: Walter Krumbach
Claus Lindemann, Bürgermeister von Frutillar: «Ein Auto ohne Reifen taugt nicht.» Foto: Walter Krumbach

 

Von Walter Krumbach

Im Oktober 2016 wählte ihn die Stadtgemeinde zum Bürgermeister Frutillars. Der erfolgreiche Unternehmer hätte eigentlich schon Jahrzehnte davor diesen Posten innehaben können. Bereits während der Militärregierung bot man ihm die Ernennung an. «Ich habe es damals abgelehnt, weil ich fand, dass ein Bürgermeisterposten nur durch eine Wahl rechtsgültig ist», sagt er mit Nachdruck. Vor fünf Jahren kam dann die Aufforderung, sich zur Wahl zu stellen, was Lindemann ebenfalls ausschlug, «da der damalige Bürgermeister mit 71 Prozent der Stimmen gewählt worden war».

Vor zwei Jahren änderte sich diese Konstellation drastisch. Zahlreiche Bürger, die nach einem Wechsel in bestimmten öffentlichen Ämtern verlangten, taten ihre Meinung kund. Sogar Vertreter Lindemanns Gegenpartei sprachen ihn an, es sei notwendig, in Frutillar einen Kurswechsel vorzunehmen. Damals war das Misstrauen, das die beiden großen politischen Bündnisse gegeneinander hegten, in der Stadt am Llanquihue-See übermässig groß. Das Volk hielt nach einem glaubwürdigen Kandidaten Ausschau. So entschloss Lindemann, sich aufzustellen, und konnte mit 47 Prozent der Stimmen siegen.

Seine Familie, des heutigen Bürgermeisters Eltern und seine Geschwister, haben seit Jahzehnten den Werdegang der Stadt und damit auch seiner Einwohner, geholfen mitzuprägen. Grundlegend war etwa die Hilfe, die sie uneigennützig Notleidenden während einer großen Krise in den 1980-er Jahren gaben. Das hatte das Volk bei der letzten Wahl nicht vergessen und in dem Sinne drückte es seinen Vorzug bei der Stimmagbabe aus.

Als er das Amt übernahm, war sein Hauptanliegen – und es hört sich beinahe wie ein Leitsatz an – «nicht zu messen, wie viel Millionen die Personen erreichen, sondern wie viel Personen von den Millionen erreicht werden». Das politische Klima war in der Gemeinde alles andere als gut, was sich, wie Lindemann sich erinnert, auch bei den Beamten im Rathaus widerspiegelte: «Oft stimmten sie für einen Kandidaten, um ihre eigene Kontinuität zu garantieren. Es wurden separatistische Reden geschwungen, in denen es um Arme und Reiche, um das Frutillar von oben und das Frutillar von unten ging, dem ich mich nicht anschließen kann, weil wir nicht für die Gemeinde arbeiten können, wenn wir nicht eine einzige Gemeinde sind». Aus dem Grund haben er und seine Mitarbeiter sich zum Ziel gesetzt, das obere Frutillar zu entwickeln und zusätzlich ein «mittleres Frutillar», wie er es nennt, zu fördern, wo ein Bürgerzentrum mit einem Platz und einem Park entstehen wird. In den kommenden Monaten soll bereits eine Bibliothek dazu eingeweiht werden, die mit den modernsten Errungenschaften der Elektronik ausgestattet sein wird.

Dazu kommt ein Raum, in dem Kunsthandwerker ihre Erzeugnisse anbieten können. Dies hat einen besonderen Grund: «In Chile haben wir 345 Gemeindeverwaltungen. Im Verzeichnis zwischen den wohlhabendsten und den ärmsten sind wir an 320. Stelle», vergleicht er, «es gibt nur 25 Gemeinden im Land, die ärmer sind als Frutillar!» Dazu kommt, dass 2014 und 2015 die Bevölkerung eine Zunahme der Armut um 5,9 Prozent verbuchte, «was bedeutet, dass die riesenhafte öffentliche Investition, die in Frutillar vorgenommen wird, die Arbeitsprobleme der Leute nicht gelöst hat». Jeden Morgen verlassen über 600 Arbeitskräfte Frutillar, um sich in Osorno, Purranque. Llanquihue, Puerto Varas und Puerto Montt ihr tägliches Brot zu verdienen. «Hier ist noch viel zu erledigen, eine soziale Vision der Dinge ist vonnöten», unterstreicht der Bürgermeister.

Einiges ist auf diesem Gebiet bereits getan worden. Hausfrauen haben Lehrgänge in Kunsthandwerk machen können, «aber es gibt keinen Ort, wo sie ihre Produkte verkaufen können. Im unteren Frutillar ist im Sommer die Nachfrage nach Verkaufslokalen riesig. Wem es gelingt, eines zu ergattern, wird Erfolg haben, aber den wenigsten glückt es». Lindemann hat daher verfügt, im oberen Stadtteil einen Grundbesitz zu erwerben, der diesen Geschäftsleuten zur Verfügung gestellt werden kann.

Weitere Aufgaben, die Lindemann reizen, sind «Straßen, die immer noch nicht betoniert worden sind und Bezirke, die noch kein Trinkwasser haben». Ebenso besitzen etliche Landgebiete noch keinen elektrischen Strom: «Ich hoffe, dass wir in drei Jahren eine Gemeinde sind, in der es keine Elektrizitätsprobleme auf dem Land mehr gibt». Danach möchte er das Trinkwassernetz auf den Landgebieten entwickeln: «Es gibt tiefe Brunnen, die gebaut wurden, weil die nötigen Mittel da waren, aber das Netz dazu existiert noch nicht. Ein Auto ohne Reifen taugt nun einmal nicht», lacht er, «ich weiß zwar, dass ich in dieser Periode das Wassernetz nicht vollenden kann, aber ich werde mich dafür einsetzen, dass wir es fertigstellen können».

Frutillars Bürgermeister ist – so ist es in den Satzungen der Musikwochen festgelegt – der zweite Vorsitzende im Vorstand des Festivals. «Es besteht kein Zweifel, dass das Rathaus hier ein Nebendarsteller ist», sagt er bescheiden, «es sind die anderen Direktoriumsmitglieder und die Liebhaber, welche die Mühe auf sich genommen haben. Wir sind Teil einiger Unterstützungen, die sich zum Beispiel in jährlichen Zuwendungen ausdrücken. In diesem Jahr hatten wir das Glück, sie verdoppeln zu können, denn schließlich feiert man nicht alle Tage den 50. Geburtstag». Im kommenden Jahr erhält das Rathaus einen Bus für knapp 40 Fahrgäste, darunter vier Behinderte auf ihren Rollstühlen: «Wir sind sehr stolz darauf, dass der Vorstand in Zusammenarbeit mit der Regionalregierung und uns diese Anschaffung tätigen konnte», womit er zur Überlegung kommt: «Ich glaube fest an die privaten Einrichtungen. Dass die Musikwochen ihr 50. Jubiläum begehen konnten, signalisiert, dass sie für die Ewigkeit bestimmt sind. Inzwischen werden viele Bürgermeister durch das Rathaus gehen, aber die Musikwochen werden unbeirrt fortbestehen». 

Claus Lindemann ist in Frutillar geboren. Er besuchte die Deutschen Schulen seiner Heimatstadt und Osornos. Nach seiner beruflichen Fortbildung war er an verschiedenen Privatunternehmen tätig. Heute sieht er seinen Posten als eine Ganzzeitbeschäftigung an, die er sichtlich genießt. Das kommt zweifelsohne durch seine Lebensauffassung: «Das Dasein ist sehr einfach und sehr leicht. Es gibt zwar Menschen, die es schwierig machen. Ich dagegen versuche, es allen leicht zu machen. Damit kommt man nicht immer gut an. Aber zumindest hat es mir geholfen, mit dem, was ich tue, zufrieden zu sein».

 

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Rechtsanwalt Gerardo Hüne: Die Natur ruft http://www.condor.cl/portrat/gerardo-huene/ http://www.condor.cl/portrat/gerardo-huene/#respond Wed, 14 Feb 2018 08:53:05 +0000 http://www.condor.cl/?p=23190 Er leitet die Rechtsabteilung der Firma Ultranav. Ein verantwortungsvoller Posten, handelt es sich doch um ein Unternehmen, das mit zahlreichen Partnern weltweit im Geschäft ist.

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Gerardo Hüne
Gerardo Hüne

 

Er leitet die Rechtsabteilung der Firma Ultranav. Ein verantwortungsvoller Posten, handelt es sich doch um ein Unternehmen, das mit zahlreichen Partnern weltweit im Geschäft ist. Gerardo Hüne muss dabei die rechtlichen Risiken im Griff haben, was bedeutet, dass eine Unmenge von Dokumenten über seinen Schreibtisch geht, die sorgfältig bearbeitet werden müssen.

 

Von Walter Krumbach

Die Rechtsabteilung beteiligt sich aktiv bei der Ausarbeitung der anfallenden Projekte, sorgt dafür, dass sie sich ordnungsgemäß entwickeln, um dabei die vertraglichen Rückhalte, die mit den neuen Gesellschaften, die in dem Vorgang entstehen, auszuarbeiten. Zusätzlich muss sie auf Wunsch jederzeit Unterlagen bereitstellen können, die andere Abteilungen der Firma anfordern könnten: «Es fällt viel Arbeit an, bei der wir eine Art Unternehmenssekretariat sind.»

Damit nicht genug, überprüft er ständig, dass sämtliche Auftritte auf die traditionelle Vorgehensweise der Firma ausgerichtet sind, wobei die Geschäftsethik eine besonders große Rolle spielt.

Gerardo Hüne unterteilt den Aufgabenbereich seiner Abteilung in vier Säulen: Zunächst ist die Unterstützung des Geschäfts, also der kaufmännischen Sache, von Bedeutung. Dann ist da die Handhabung der Unternehmensdokumentation, drittens die Compliance-Überwachung (Compliance=die Einhaltung von Verhaltensmaßregeln, Gesetzen und Richtlinien durch Unternehmen) und schließlich müssen die verschiedenen Möglichkeiten und Zufälle, die anfallen könnten, beaufsichtigt werden.

 

Ordnung muss sein

Sein besonderes Augenmerk gilt den vielen Details, «die einem nicht entgehen sollten, und außerdem ist es nötig, den gesamten Informationsfluss mit der größtmöglichen Ordnung zu verwalten», was zwei Etappen ausmacht: «Die Dinge müssen nicht nur geordnet, sondern auch jederzeit auffindbar sein.» Dazu kommt eine ständige Koordinierungsarbeit mit anderen Abteilungen, die bei einem Unternehmen der Größenordnung von Ultranav eine besondere Herausforderung ausmachen, weil etliche Einheiten nicht in Chile, sondern im Ausland beheimatet sind.

Wenn zum Beispiel ein unerforschtes Land ins Visier genommen wird, um dort mit neuen Partnern zusammen zu arbeiten, wird zunächst eine Geschäftsanalyse durchgeführt. Unmittelbar danach treten Hüne und seine Mitarbeiter mit einem Anwaltsbüro jener Zone in Kontakt, um die Bedingungen unter die Lupe zu nehmen, unter denen auf dem neuen Markt aufzutreten ist.

Den Akzent setzt die Rechtsabteilung somit auf die Vorbeugung: «Unsere Arbeit ist präventiv, damit idealerweise nichts daneben geht.»

Gerardo Hüne arbeitet seit knapp zehn Jahren für Ultranav, nachdem er an der Universität Hamburg einen postgraduierten Abschluss über Ökonomische Analyse des Rechts bestanden hatte. Nach seiner Rückkehr befand sich die Strafprozessreform im Anfangsstadium. Er arbeitete eine Zeit als Staatsanwalt und sah sich bald nach anderen Alternativen um. So fand er eine Ausschreibung der Ultranav im Internet und bewarb sich erfolgreich.

Gerardo Hüne wurde in Los Ángeles geboren. In der Heimatstadt besuchte er die Deutsche Schule: «Ich gehöre zu der ersten Klasse, die damals bis zum IV Medio kam.» Es war die Zeit, als die dortige deutsche Gemeinschaft erfolgreich eine intensive Kraftanstrengung durchzog, um die Schule zu vergrößern. Die Mühe hat sich gelohnt, wie man heute weiß, denn die Schülernachfrage hat nicht nachgelassen.

Gerardos liebste Fächer waren die Geisteswissenschaften und Geschichte, was sich mit der Zeit und dem Heranreifen für sein Interesse am Jurastudium kundtat. Dazu ist sein Vater Rechtsanwalt, weshalb eine gewisse erbliche «Vorbelastung» in seiner Vorliebe für diesen Beruf nicht zu leugnen ist. Nachdem er das Studium an der Universidad de Concepción begonnen hatte, fand er seine Neigung bestätigt: «Das Studium ist interessanter als die Arbeit des Rechtsanwalts», lacht er. Nach einer Überlegungspause begründet er den Gedanken: «Während des Studiums fliegt die Seele höher und man befasst sich mit umfassenderen Dingen als bei der Arbeit.»

 

Mit dem Fahrrad zur Arbeit

Gerardo Hüne ist verheiratet und hat drei Kinder. Seine Frau stammt aus Griechenland. Er lernte sie während seines Deutschlandaufenthalts kennen, als sie, ebenso wie er, einem Studium nachging. Die Freizeitgestaltung bestimmen seine Zwillinge, die zurzeit anderthalb Jahre alt sind.

Ansonsten ist er ein leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Er verwendet das Rad nicht nur, um sich sportlich zu betätigen, sondern auch, um zur Arbeit zu fahren. Das sind jedes Mal 15 Minuten, was etwa eine Stunde täglich ausmacht, da er auch zur Mittagspause nach Hause radelt.

Seine große Vorliebe gilt der Natur, die er so oft wie möglich aufsucht. Es ist bezeichnend, dass jemand wie Gerardo Hüne, der inmitten der Natur aufgewachsen ist und aufgrund seines Berufes in einer Großstadt leben muss, die Tier- und Pflanzenwelt vermisst. «Allerdings können wir täglich die Natur genießen, indem wir in den Hausgarten gehen», versichert er. Die Familie hat nämlich das für Großstädter seltene Glück, nicht in einer Wohnung, sondern in einem Haus mit Garten zu leben.

Von der Naturidylle daheim geht es dann zweimal am Tag zur Arbeit. Gerardo Hüne bindet sich die Krawatte um, schnallt den Helm fest und steigt auf das Rad. Er setzt, wie so oft, eine heitere Miene auf und meint: «Dabei muss man besonders aufpassen, dass der Hosensaum nicht zwischen die Kette gerät!»

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Im Cóndor-Interview: Universitätsdozent Peter Downes http://www.condor.cl/portrat/peter-downes/ http://www.condor.cl/portrat/peter-downes/#respond Fri, 02 Feb 2018 20:09:07 +0000 http://www.condor.cl/?p=23160 Der Historiker Peter Downes arbeitet als Universitätsdozent an der Universidad Católica Silva Henríquez, wo er Kirchengeschichte lehrt, und Universidad Alberto Hurtado, wo er Antike Geschichte und Geschichte des Mittelalters unterrichtet.

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Peter Downes ist Dozent an der Universidad Católica Silva Henríquez sowie an der Universidad Alberto Hurtado
Der Historiker Peter Downes ist Dozent an der Universidad Católica Silva Henríquez sowie an der Universidad Alberto Hurtado
Alter und Geburtsort: 53 Jahre, Kamunting (Malaysia)

Familienstand: verheiratet, eine Tochter

Werdegang, Beruf und derzeitige Tätigkeit: Ich habe Geschichte und katholische Theologie in Münster (Westfälische Wilhelms-Universität) studiert mit den Abschlüssen als katholischer Diplomtheologe und als Magister (Neuere Geschichte, Mittelalter und katholische Theologie). War Assistent und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte an den Universitäten von Bochum und Mainz. Derzeit arbeite ich als Universitätsdozent (Profesor adjunto) in der Universidad Católica Silva Henríquez, wo ich Kirchengeschichte lehre, und Universidad Alberto Hurtado, wo ich Antike Geschichte und Geschichte des Mittelalters unterrichte.

Zum Nachnamen: Meine Mutter heißt Ingrid und ist eine geborene Lühring. Mein Vater heißt Terence John Downes.

 

 

  1. Was wollten Sie als Kind werden?

Verschiedenes: Astronaut, denn in den 60er Jahren hatte der erste Mensch den Mond betreten und es liefen die Serien «Lost in Space« und «Star Trek» (Raumschiff Enterprise) und die Animationsserie «Thunderbirds» (Donnervögel).

Ich wollte dann Taucher werden wie Jacques Cousteau, der die wunderschöne Unterwasserwelt filmte; schließlich wollte ich dann Lehrer werden. Chemie und Geschichte fand ich faszinierend.

 

  1. Wenn Sie wieder auf die Welt kämen, würden Sie den gleichen Beruf ergreifen?

Geschichte ist meine Leidenschaft, daher würde ich sicherlich wieder etwas mit Geschichte auswählen. Aber ich würde es gern mit Führungen an historischen Stätten verbinden, also als Touristenführer, etwa in Rom, Griechenland oder Ägypten.
 

  1. Wer war und ist Ihr Vorbild?

Einige meiner Dozenten an der Universität in Münster waren für mich Vorbilder, so Arnold Angenendt, der Kirchenhistoriker aus Münster, der immer seine Zuhörer in eine vergangene Welt zu führen verstand. Dann ist noch Peter Johanek zu nennen, der mich für immer mit dem Thema Wikinger begeisterte, denn seine Vorlesungen inspirierten mich, immer weiter zu lesen und bis heute mich zu aktualisieren. Dann der Theologie, Herbert Vorgrimler, der mich in die tieferen theologischen Fragen einführte.

Als Künstler sind Albrecht Dürer und Leonardo da Vinci große Vorbilder in ihrer Ausdruckskraft der Bilder und Symbole.

Schließlich möchte ich noch meine Frau Ana María erwähnen, die mir immer wieder zeigt, was es heißt, die Vergangenheit in ihrem Kontext zu belassen und stets mit neuem Mut und Schwung an einer positiveren Zukunft zu arbeiten.      

 

  1. Wofür sind Sie Ihren Eltern dankbar?

Meinem Vater bin ich dankbar für seinen typisch britischen Humor und seine Bereitschaft das Wohl der Familie an erster Stelle zu stellen. Meiner Mutter danke für ihren weisen Rat und ihre uneingeschränkte Liebe. Sie hat aber auch immer großes Interesse an der Geschichte gezeigt und mich zum Forschen motiviert.

 

  1. Was war Ihr schlechtestes Schulfach?

Schwimmen: Aufgrund von Atemproblemen war ich fast immer Letzter im Wettschwimmen. Ansonsten wechselten die Noten öfters, da vieles auch von der Motivation durch die Lehrer abhing.

 

  1. Was macht Sie glücklich?

Wenn wir als Familie zusammen sind, keiner erkrankt ist und die Arbeiten bewältigt wurden, kurz gesagt, wenn alles zusammenfällt und eine wirkliche Ruhephase eintritt. 

 

  1. Was macht Ihnen Angst?

Statt Angst würde ich eher von Sorgen sprechen. Mich besorgt die Erkrankung von Familienangehörigen und Freunden. Dann auch das ständige Konkurrenzgehabe von Kollegen und das stressige Arbeitsklima an den Unis, wo immer weniger Raum für die akademische Freiheit bleibt.   

 

  1. Worauf könnten Sie verzichten?

Auf manche Versammlungen und Besprechungen, die nichts Neues oder Wichtiges behandeln; auf die extrem gefüllte U-Bahn und auf Schlangen an der Kasse. Vor allem aber der Lärm der Autos und Motorräder in der Nacht.

 

  1. Was ist Ihnen peinlich?

Zu spät zu kommen, denn als halber Brite und halber Deutscher ist die Pünktlichkeit sozusagen in den Venen. 

 

  1. Wen beneiden Sie?

Meine Frau, da sie schlechte Erfahrungen langfristig vergessen oder verzeihen kann, während ich mich, wie ein Elefant, an alles auch noch nach Jahren erinnern kann (muss).

 

  1. Mit wem würden Sie nie tauschen wollen?

Mit Präsidenten, da sie stets kritisiert werden und stets in der Öffentlichkeit stehen.

 

  1. Wen würden Sie gerne einmal treffen?

Stephen Hawking, ein herausragender Wissenschaftler und Denker. 

 

  1. Was würden Sie niemals tun?

Fallschirmspringen, zumindest nicht freiwillig. 

 

  1. Was regt Sie auf?

Unlogische und dumme Kommentare. Und wenn jemand auf seinen Standpunkt beharrt, obwohl er völlig unlogisch ist.

 

  1. Was ertragen Sie mit Humor?

Manche Unkenntnis der Studenten zu geschichtlichen Epochen und Ereignissen. Aber auch meine eigne Unkenntnis über Musikgruppen und bekannte chilenische Persönlichkeiten. 

 

  1. Über welche eigenen Schwächen ärgern Sie sich?

Dass ich mich schnell über Dummheiten aufregen kann, statt es gelassener und mit Humor zu tragen.
 

  1. Weshalb würden Sie nie mehr aus Chile auswandern?

Never say never, sagen die Engländer. Ich bin in meinem Leben viel umgezogen und lebte in verschiedenen Ländern, daher ist mir nicht ein Land zur Heimat geworden, sondern dort wo sich meine Familie befindet. Ich lebe hier in Chile wegen meiner Frau und Tochter. Was ich ansonsten besonders an Santiago schätze ist die Sonne, das Licht. 

 

  1. Wenn Sie einen Tag Präsident wären, was würden Sie ändern?

Da ich niemals Präsident werden möchte, beantworte ich diese Frage aus der sich eines Mitarbeiters des Präsidenten. Ich würde dem Präsidenten raten, die Energie vollständig auf erneuerbare Formen umzustellen, womit Luftverschmutzung und Naturzerstörung unmittelbar zurückgingen. Dann würde ich einen Schwerpunkt auf die Ausbildung anraten, damit alle einen Beruf ausüben können, der ein würdiges Einkommen ermöglicht und die Arbeit nicht nur als Notwendigkeit zum Überleben betrachtet wird.

 

  1. Was sollten die Chilenen ernster nehmen?

Sie sollten die Ehrlichkeit schätzen und pflegen, dann sollten sie statt Neid und Angst um den eigenen Posten besser zusammenarbeiten und voneinander lernen (kooperativer sein). 

 

  1. Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich lese gerade ein Buch zu Ausschwitz. Ein sehr bedrückendes Thema. In den Ferien will ich dann «Homo Deus» und «De animales a dioses» von Yuval Noah Harari lesen, eine andere Sicht der Geschichte der Menschheit.

 

  1. Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Lammbraten mit Minze und Yorkscher Pudding. Aber auch ein gebratenes Hähnchen schmeckt mir sehr. 

 

  1. Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

Bücher lesen, spazieren gehen, Kinofilme ansehen und Museen besuchen. Gern würde ich Fahrradfahren, hab mich aber bei der hiesigen Verkehrslage nicht dazu durchringen können.  

 

  1. Bei welchem Film haben Sie geweint?

Bei Schindlers Liste.

 

  1. Welchen Frauentyp finden Sie anziehend?

Sie muss intelligent sein, wie meine Frau.
 

  1. Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Was immer man über mich sagen möchte, es sollte stets ehrlich sein.

 

  1. Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Never say never, denn nichts ist unmöglich.

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Biochemikerin Dr. Monika Greiner http://www.condor.cl/portrat/monika-greiner/ http://www.condor.cl/portrat/monika-greiner/#respond Sat, 20 Jan 2018 09:48:10 +0000 http://www.condor.cl/?p=23089 Es ist wieder die Zeit der Studienbewerbungen in Chile. Dr. Monika Greiner hat zu diesem Anlass eine klare Aussage: Studiere, was dich glücklich macht. Wenn etwas dein Herz erfüllt, dann mache es – auch wenn du damit nicht Millionär wirst.

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«Die Art, wie wir leben, wirkt sich körperlich aus.»

Biochemikerin Dr. Monika Greiner: Die Deutschstämmige stammt aus Antofagasta, studierte aber in Santiago de Chile.
Biochemikerin Dr. Monika Greiner: Die Deutschstämmige stammt aus Antofagasta, studierte aber in Santiago de Chile.

 

Es ist wieder die Zeit der Studienbewerbungen in Chile. Dr. Monika Greiner hat zu diesem Anlass eine klare Aussage: Studiere, was dich glücklich macht. Wenn etwas dein Herz erfüllt, dann mache es – auch wenn du damit nicht Millionär wirst.

 

Von Petra Wilken

Diesen Rat hat Monika Greiner (45) den Schülern bereits zweimal beim «Tag der Berufe» in der Deutschen Schule Santiago mit auf den Weg gegeben. Die Schule organisiert regelmäßig Vorträge von Eltern unterschiedlicher Berufsgruppen, in die sich die Schüler der 10. Klassenstufe je nach Interesse einschreiben können. Monika Greiner gehört zur Gruppe der Naturwissenschaftler. Ihr Beruf ist nicht sehr verbreitet. Sie ist Biochemikerin.

Mit ihren Studien hat sie zu bedeutenden Erkenntnissen für die Frauenheilkunde beigetragen. Sie hat daran mitgewirkt, den wissenschaftlichen Nachweis zu erbringen, dass anhaltende nervöse Angstzustände und Anspannung Eierstock-Zysten verursachen können.

Obwohl die wissenschaftliche Forschung sie glücklich macht, wie sie sagt, hat sie sie ihren Töchtern zuliebe wieder aufgegeben. «Forschungsstudien sind sehr aufwendige Arbeiten. Ich wollte meinen Töchtern mehr Zeit widmen», erklärt sie ihre Entscheidung. «Ich will nicht, dass sie irgendwann an die Uni gehen und ich weiß nicht, wie sie es geschafft haben». Ihre älteste Tochter Martina ist inzwischen 16, Sabine 15 und die jüngste, Simone, ist 5. Alle drei gehen auf die Deutsche Schule Santiago.

 

Nortina mit deutschen Vorfahren

Monika Greiner hat The Antofagasta British School besucht. Sie gehört zu den wenigen Deutsch-Chilenen, die im Norden aufgewachsen sind. Ihr Vater war ein deutschstämmiger Geologe, der mit elf Jahren nach Chile gekommen war. «Es war die Nachkriegs-Migration aus Schlesien», erklärt sie. Die Familie mütterlicherseits stammt auch aus Schlesien, gehörte jedoch schon zur ersten Migration in den Süden 1850: «Anton Gebauer ist auf dem Denkmal der deutschen Einwanderung am Llanquihue-See verewigt», erzählt sie.

Sie selbst jedoch ist mit Haut und Haar «Nortina». «Ich bin stolz darauf, aus dem Norden zu sein», betont sie. «Mein Vater hat seinen Beruf als Geologen geliebt. Durch ihn habe ich die Gesteine kennengelernt, die mich fasziniert haben. Ich liebe die Farben der Wüste». Als sie neun war, kam Martin Schäfer in ihre Klasse. Er war mit vier Jahren aus Deutschland nach Antofagasta gekommen. Die beiden kennen sich heute seit 36 Jahren. Als sie 26 Jahre alt waren, haben sie geheiratet.

Doch da lebten beide bereits in Santiago. Monika Greiner war mit 17 aus Antofagasta weggegangen, um an der Universidad de Chile Biochemie zu studieren. Die Hälfte der Studierenden waren Frauen, doch in die Forschung gingen mehr Männer als Frauen. Monika Greiner erklärt das mit der hohen Arbeitsbelastung. Sie selbst hat das während ihrer Doktorarbeit erfahren, die sie ebenfalls an der Universidad de Chile absolvierte.

 

Stress fürs Nervensystem

Für ihr Vorhaben hatte sie ein Stipendium der staatlichen Förderagentur für wissenschaftliche Forschung und Technologie, Conicyt, erhalten. In Tierversuchen mit Laborratten hat sie nachgewiesen, dass anhaltende Stresssituationen das Nervensystem derart beeinflusst, dass es den weiblichen Zyklus verändert, es zu Störungen beim Eisprung kommen und Zysten in den Eierstöcken entstehen können, was schließlich sogar zur Unfruchtbarkeit führen kann.

«Man denkt immer, das Nervensystem ist im Kopf angesiedelt. Aber das periphere Nervensystem verläuft durch den gesamten Körper. Die Art wie wir leben, wirkt sich letztendlich auf physischer Ebene aus», erklärt sie. Anhaltender Stress in Form von nervösen Angstzuständen (ansiedad auf Spanisch) findet also nicht nur im Kopf statt, sondern kann körperliche Veränderungen verursachen, die sogar dazu führen, dass Frauen unfruchtbar werden. Dieser Zusammenhang wurde vorher aufgrund von Statistiken vermutet. Die Laborversuche von Monika Greiner haben demonstriert, wie das konkret abläuft und welche biochemischen und physischen Veränderungen stattfinden.

 

Auswirkungen unseres Lebensstiles

«Derartige Forschungen sind die Grundlage für die Lösungssuche. Wenn wir die körperlichen Vorgänge verstehen, können wir die entsprechenden Heilmittel suchen, die dann in der Medizin eingesetzt werden», erklärt sie, was sie an ihrem Beruf reizt. Im Fall der neuroendokrinen Veränderungen in den Eierstöcken werden zum Beispiel kleine Stellen verätzt, damit die Neurotransmitter (Botenstoffe, die für die synaptische Übertragung auf andere Zellen zuständig sind, Anmerk. d. Red.) nicht mehr schädlich wirken können.

«Derartige Störungen haben letztendlich mit unserem Lebensstil zu tun», schließt die Biochemikerin. Sie selbst trifft sehr bewusst die Entscheidungen über ihr Leben. So hat sie sich für einen Teilzeitjob als Koordinatorin der Kurse für pathologische Physiologie an der Universidad Mayor entschieden.

Und zusammen mit ihrem Mann haben beide entschieden, in Santiago zu bleiben und nicht nach Antofagasta zurück zu gehen, weil sie wollten, dass ihre Töchter eine deutsche Schule besuchen konnten. «Uns beiden gefällt die Bikulturalität und das Aufrechterhalten der deutschen Kultur in unserer Familie. Deshalb war die Deutsche Schule sehr wichtig für unser gemeinsames Lebensprojekt.»

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Cóndor-Interview: Loretta Nass Lüer http://www.condor.cl/portrat/loretta-nass-lueer/ http://www.condor.cl/portrat/loretta-nass-lueer/#respond Mon, 08 Jan 2018 17:59:01 +0000 http://www.condor.cl/?p=22986 Loretta Nass Lüer ist 59 Jahre alt und stammt gebürtig aus Valdivia. Sie ist Chiles bekannteste Toningenieurin mit 32 Jahren selbstständiger Arbeit mit nationalen und internationalen Orchestern, Sängern und Solisten.

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Loretta Nass Lüer
Loretta Nass Lüer

Alter und Geburtsort: 59, Valdivia

Familienstand:ledig, aber nicht allein

Werdegang, Beruf und derzeitige Tätigkeit: 32 Jahre, Toningenieurin, selbstständige Arbeit mit nationalen und internationalen Orchestern, Sänger und Solisten.

Hobbys: mein Beruf, Schreiben

 

Was wollten Sie als Kind werden?
Musikalsängerin und Tänzerin

 

Wenn Sie wieder auf die Welt kämen, würden Sie den gleichen Beruf ergreifen?
Nein, es ist zu schwer Familie und Freunde zu behalten

 

Wer war und ist Ihr Vorbild?
Die Arbeit der Tonmeister in Deutschland, mit denen ich acht Jahre zusammen gearbeitet habe.

 

Wofür sind Sie Ihren Eltern dankbar?
Meiner Mami für ihre unendliche Liebe, Lust auf Reisen, eine positive Einstellung im Leben, Musik

 

Was war Ihr schlechtestes Schulfach?
Chemie

 

Was macht Sie glücklich?
Ein Fahrradtour oder Pferdereiten in der Natur

 

Was macht Ihnen Angst?
Feuer

 

Worauf könnten Sie verzichten?
Auf eine Mall

 

Was ist Ihnen peinlich?
Mich lächerlich zu machen

 

Wen beneiden Sie?
Meine Katze

 

Mit wem würden Sie nie tauschen wollen?
Mit einem Politiker

 

Wen würden Sie gerne einmal treffen?
George Clooney

 

Was würden Sie niemals tun?
Graffiti

 

Was regt Sie auf?
Eine Lüge in einer Familie

 

Was ertragen Sie mit Humor?
Von der Vergangenheit unter Freunden zu plaudern.

 

Über welche eigenen Schwächen ärgern Sie sich?
Kann Routine nicht haben. Anfangen zu rauchen nach sieben Jahren Pause.

 

Weshalb würden Sie nie aus Chile auswandern?
Wer sagt das?

 

Wenn Sie einen Tag Präsident wären, was würden Sie ändern?
Die Erziehung. Die Schüler sollen voll- und anständige Bürger werden, nicht nur Kenntnisse bekommen.

 

Was sollten die Chilenen ernster nehmen?
Arbeit, Qualität und Respekt vor anderen.

 

Welches Buch lesen Sie gerade?
«Bin ich zu laut? Erinnerungen eines Begleiters» von Gerald Moore

 

Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Austern mit Champagner

 

Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?
Tanzen und in der Natur spazieren gehen

 

Bei welchem Film haben Sie geweint?
«Always Alice» und viele andere. Ich weine oft, Gott sei Dank!

 

Welchen Männertyp finden Sie anziehend?
Ein guter Tänzer

 

Wem wollten Sie schon lange ein Kompliment machen?
Madonna

 

Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?
Sie hat viel für Musik und Kultur geschaffen.

 

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Heute, heute, nur nicht morgen

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