Kultur – Deutsche Zeitung Cóndor – diario alemán Chile http://www.condor.cl Die deutsche Zeitung Cóndor in Chile - diario / periódico alemán Wed, 10 Jan 2018 20:43:02 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.1 https://i1.wp.com/www.condor.cl/wp-content/uploads/2016/11/condor-ave.jpg?fit=32%2C32 Kultur – Deutsche Zeitung Cóndor – diario alemán Chile http://www.condor.cl 32 32 120365451 Literaturtipp «El señor Presidente» von Miguel Ángel Asturias http://www.condor.cl/kultur/miguel-angel-asturias/ http://www.condor.cl/kultur/miguel-angel-asturias/#respond Mon, 08 Jan 2018 18:36:24 +0000 http://www.condor.cl/?p=22993 In dem lateinamerikanischen Klassiker «El señor Presidente» schildert Literaturnobelpreisträger Miguel Ángel Asturias die Mechanismen und Auswirkungen von Diktaturen.

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Wo alle Angst vor einem haben

Miguel Ángel Asturias wurde in Guatemala geboren, lebte aber als Diplomat viele Jahre im Ausland. 1967 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
Miguel Ángel Asturias wurde in Guatemala geboren, lebte aber als Diplomat viele Jahre im Ausland. 1967 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

 

In dem lateinamerikanischen Klassiker «El señor Presidente» schildert Literaturnobelpreisträger Miguel Ángel Asturias die Mechanismen und Auswirkungen von Diktaturen.

 

Von Arne Dettmann

Wütende Generäle, die mit Panzern und Soldaten eisern das eigene Volk unterjochen; und selbstherrliche Autokraten, die ihr Land ausbluten lassen, während sie selbst in Saus und Braus leben: Solche Schreckensherrschaften gehören offenbar immer mehr der Vergangenheit an. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls das Center for Systemic Peace in den USA.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hätte es demnach weltweit 225 bewaffnete Staatsputsche gegeben und immerhin 328 weitere, die allerdings fehlschlugen. Am meisten wurden die Regierungsmauern in den 60er bis 80er Jahren gestürmt, seitdem ist ein Rückgang zu verzeichnen. Die Globalisierung sowie die Unterstützung demokratischer Strukturen durch die USA, die EU und den Vereinten Nationen würde es machtlüsternen Tyrannen zunehmend schwerer machen, die Macht an sich zu reißen.
 

Staatliche Willkür und Gewalt

Was allerdings passiert, wenn sich ein Diktator erst einmal eingenistet hat, beschrieb der Schriftsteller Miguel Ángel Asturias (1899–1974) schon vor fast 100 Jahren am Beispiel seiner Heimat Guatemala. Staatliche Willkür und Gewalt, Entrechtung der Bürger sowie Bespitzelung in einer beklemmenden Atmosphäre, wo sich alle vor einem fürchten und einer vor allen, prägen das Bild in dem Klassiker «El señor Presidente» (deutscher Titel: «Der Herr Präsident»).

Und dass Asturias sein Werk bereits 1920 begann, aber aufgrund der strikten Zensur in Guatemala erst 1946 in Mexiko veröffentlichte, ist ein weiteres Merkmal von autokratischen Herrschaften: die Abschaffung der Pressefreiheit.

Als Vorbild für seinen unberechenbaren Despoten im Buch taugte Manuel Estrada Cabrera, der von 1898 bis 1920 Guatemala regierte. Wahlfälschung, Ausschaltung der Opposition – darunter auch Exekutionen – sowie Folter im Gefängnis ermöglichten seinen Machterhalt. Auch der Protagonist in Asturias Werk bekommt die Willkür des Präsidenten, der nie mit Namen genannt wird und somit als Muster für andere Diktatoren herhalten kann, zu spüren: Zunächst noch der Günstling des Präsidenten, endet er schließlich als anonymer Gefangener in Zelle 17 und stirbt an den unmenschlichen Bedingungen seiner Haft.
 

Caudillos und Diktatoren in Lateinamerika

Mit «El señor Presidente» schuf Asturias in Lateinamerika nicht nur das neue Genre der sogenannten Diktatorenromans, der sich speziell mit den Mechanismen des Caudillismo und seinen Auswirkungen auf die Gesellschaft beschäftigt. Der Autor gehört auch zu den ersten, die die Stilmittel des Magischen Realismus anwendeten. Traumbilder verschwimmen mit der Wirklichkeit, Gedanken und Geräusche werden laut ausgeschrieben, Textgattungen wechseln sich abrupt ab – die Entfremdung des Menschen in einer Diktatur wird dem Leser auch gefühlsmäßig über die Buchstaben vermittelt. Für seinen virtuosen Einsatz von Sprache erhielt Asturias 1967 den Nobelpreis in Literatur.

Trotz des schriftstellerisch hohen Niveaus beschreibt Asturias das Grauen oftmals ohne Umschweife. Ein Bettler wird beim Verhör zu Tode gefoltert, einer gefangen genommenen Mutter stirbt das Baby, nachdem die Soldaten ihre Brüste mit Kalk beschmiert haben, so dass der Säugling nicht mehr die Brust nimmt. Verzweiflung macht sich bis zur letzten Zeile breit. Ist eine solche plastische Anklage vielleicht übertrieben?

Wohl kaum. Zwei Jahrzehnte lang – von 1965 bis 1985 – dominierten Militärdiktaturen Lateinamerika. Fast alle Länder der Region wurden autoritär regiert. Und so kann der Leser am Ende der Lektüre zur Erkenntnis gelangen, dass die heutigen Demokratien – mögen sie auch noch so langsam arbeiten und mit vielen Mängeln behaftet seien – doch immer noch einem Staatsterrorismus vorzuziehen sind.

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Österreichische Künstlergruppe entwirft Dokumentation über Flüchtlinge http://www.condor.cl/kultur/goldextra/ http://www.condor.cl/kultur/goldextra/#comments Wed, 06 Dec 2017 17:04:28 +0000 http://www.condor.cl/?p=22759 Jährlich ertrinken Tausende von Flüchtlingen im Mittelmeer, Millionen Migranten fliehen vor Krieg, Verfolgung und Not. Darf man solche Schicksale in einem Computerspiel verarbeiten? – Eine österreichische Künstlergruppe geht einen ungewöhnlichen Weg.

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Grenzerfahrungen zwischen Spiel und Wirklichkeit

Bewusstsein für die Situation von Flüchtlingen schaffen: Die österreichische Gruppe «gold extra» recherchierte für die interaktive Dokumentation «From Darkness» in den Slums von Nairobi (Kenia).
Bewusstsein für die Situation von Flüchtlingen schaffen: Die österreichische Gruppe «gold extra» recherchierte für die interaktive Dokumentation «From Darkness» in den Slums von Nairobi (Kenia).

 

Jährlich ertrinken Tausende von Flüchtlingen im Mittelmeer, Millionen Migranten fliehen vor Krieg, Verfolgung und Not. Darf man solche Schicksale in einem Computerspiel verarbeiten? – Eine österreichische Künstlergruppe geht einen ungewöhnlichen Weg.

 

Von Arne Dettmann

Bei «Horizon: Zero Dawn» schießt der Spieler gegen Dinosaurier-Maschinen; bei «Resident Evil 7: Biohazard» erleben erprobte Horror-Freaks den Zombie-Grusel aus der Ego-Perspektive; bei «Fifa 18» sind Fußballpokale zu erdrippeln und bei «Nioh» zückt man das Samurei-Schwert gegen menschliche sowie dämonische Feinde.

Diese und weitere Spiele bilden die Highlights 2017 bei allen jugendlichen Zockern und solchen Spielnarren, die zwar älter, nicht aber erwachsen geworden sind. Laut Statista tauchen 34,1 Millionen Personen in Deutschland häufig oder gelegentlich in die Welt aus Action und Fantasie am Bildschirm ab – 25 Millionen von ihnen sind über 20 Jahre alt.

Bei übertriebenem Konsum ist Schlafentzug noch eine vergleichsweise harmlose negative Folge. Auf der Spielemesse Gamescom 2016 warnte der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen vor dem Einfluss gewaltverherrlichender «Killerspiele». Manche Forscher sehen sogar einen Zusammenhang zwischen Amokläufen und blutrünstigen Baller-Orgien am PC.

Vor diesem Hintergrund dürfte es daher als recht außergewöhnlich gelten, was eine österreichische Künstlergruppe namens «gold extra» mit Sitz in Salzburg entwickelt hat. Bei «Frontiers» wird der Spieler an die Grenzen Europas geführt, unter anderem zur spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika, wo Flüchtlinge immer wieder versuchen, den Grenzzaun zu überwinden, um sich nach Europa zu retten. Reale Orte, Schicksale, Hintergründe – so wie in den Nachrichten erscheinen – flossen in das Computerspiel mit ein. Stehen gewöhnliche Videospiele unter dem Generalverdacht der Realitätsflucht, so schlüpft bei «Frontiers» der Spieler in die Rolle von Flüchtlingen oder Grenzpolizisten.
 

Auf Spurensuche von Flüchtlingen, Alltagsgeschichten von Migranten

Beim jüngsten Projekt «From Darkness» begibt sich der Spieler in der ostafrikanischen Metropole Nairobi auf eine Spurensuche von Flüchtlingen und erfährt dabei Alltagsgeschichten von Migranten. In der fiktiven Gestalt einer Mutter, die nach ihrer verschwundenen Tochter sucht, erlebt man die Geschichte von Kriegen, Fluchtbewegungen und Lebenschancen unmittelbar an Hand von interaktiven Simulationen, Videos und inneren Monologen.

Für die Entwicklung dieses Spiels reiste die Gruppe nach Uganda und Kenia, recherchierte vor Ort, sprach mit Betroffenen sowie Mitgliedern des Roten Kreuzes. In «From Darkness» wurden 60 Stunden Interview- und Filmmaterial in Form von Zitaten und Erinnerungen in einer multiperspektivischen 3D-Umgebung zusammengefasst.

Tobias Hammerle von «gold extra»
Tobias Hammerle von «gold extra»

Aber handelt es sich bei dieser künstlerischen Form überhaupt noch um ein Spiel? «Das ist schwer zu definieren», erklärt Tobias Hammerle von «gold extra», der vor Kurzem beim Goethe-Institut in Santiago de Chile einen Vortrag hielt. «Ich meine, es ist eine Kombination aus Dokumentation mit Interaktivität». Sinn und Zweck von «Frontiers» und «From Darkness» sei es, vergessenen Konflikten und menschlichen Schicksalen eine Stimme zu geben, ohne dabei in Klischees zu verfallen, geschweige denn eine Lösung anzubieten. «Wir haben die Spiele getestet und festgestellt, dass wir viele andere Leute erreichen konnten, die sonst von dem Migrationsthema kaum etwas erfahren hätten.» Das Problem von Migration und Flucht sei stärker ins Bewusstsein gedrungen.
 

Spiele und Moral

Der Faktor des Spielerischen durfte dabei allerdings nicht verloren gehen. Im Gegensatz zum Kino, so Tobias Hammerle, treffe man Entscheidungen. Bei «Frontiers» wurde ganz bewusst nicht darauf verzichtet, dass man in der Rolle des Grenzpolizisten auch auf einen Flüchtling schießen darf. «Denn eine Moral ist nur echt und wirksam, wenn sie aufgrund einer eigenen Entscheidung bestätigt wird.» Der Spieler müsse sich über die Konsequenzen seines Handelns klar werden. Und: «Wir haben als Kinder die Welt spielend erlernt und simuliert. Warum sollten wir damit aufhören, wenn wir erwachsen sind?»

Kritische Nachfragen während des Vortrags im Goethe-Institut gab es dennoch. Wie vermarktet sich nun so eine Innovation innerhalb einer Branche, die immer wieder in der Kritik steht, sich hauptsächlich über Gewalt zu verkaufen? «Wir sind nicht kommerziell ausgerichtet, sondern im künstlerischen Bereich tätig», erklärte Tobis Hammerle. Die Arbeit von «gold extra» würde unter anderem von der staatlichen Austrian Development Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit mitfinanziert. Sponsoren unterstützten zudem die Projekte. Die Spiele selbst sind kostenlos im Internet verfügbar. Für das Konzept von «From Darkness» hat «gold extra» 2012 den Medienkunstpreis des Landes Salzburg erhalten.

Link zum Spiel Frontier hier klicken Link zum Spiel From Darkness hier klicken

 

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Recital de baladas en el DCB http://www.condor.cl/kultur/recital-baladas/ http://www.condor.cl/kultur/recital-baladas/#respond Mon, 27 Nov 2017 12:11:09 +0000 http://www.condor.cl/?p=22673 En la sala de exposiciones de la Liga Chileno-Alemana (DCB) se presentó un recital de lieder bajo el título «La balada – historias contadas y cantadas».

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Un logro pedagógico admirable: Ahlke Scheffelt junto con sus alumnos.
Un logro pedagógico admirable: Ahlke Scheffelt junto con sus alumnos.

 

En la sala de exposiciones de la Liga Chileno-Alemana (DCB) se presentó un recital de lieder bajo el título «La balada – historias contadas y cantadas».

 

Por Sylvia Wilckens
Círculo de Críticos de Arte de Chile

Comenzó el programa con la narración hablada y cantada por Felipe Gutiérrez de «Die schöne Lilofee», una balada popular que habla de una niña en el fondo del río  que es acosada por el «Wassermann» (el ser de las aguas). Este dotado tenor nos hizo gozar una vez más de su  espléndido  timbre, su dicción del alemán y su musicalidad tan expresiva.

Esta primera parte del concierto tuvo como acompañante a la pianista coreana Eun Seong Hong – quien demuestra claro talento para interiorizarse en este género musical intrínsecamente alemán. Demostró expresividad estilística y facilidad de adaptación al cantante.

En la segunda parte del concierto acompañó en el piano Sergio Massardo, espléndido ejecutante que se adaptó perfectamente al contenido poético de las canciones con espléndida técnica y emotividad.

La segunda balada popular, «Die schöne  Bernauerin», fue cantada a capella por Vanessa Rojas, dotada soprano y Marco Huento, con su  valioso timbre baritonal y Felipe Gutiérrez como narrador, que nuevamente lució su espléndida pronunciación del alemán. Una excelente presentación a capella del conjunto.

Vanessa Rojas posee un exquisito timbre y su dicción irá perfeccionándose con el estudio. También en esta soprano  pudimos constatar e imaginar con gran admiración la inflexible y tenaz labor con que Ahlke Scheffelt debe haber instruido a sus alumnos, no sólo musicalmente, sino en el idioma alemán, lengua que les es totalmente ajena. Cantaron todo de memoria sin partitura ni textos en mano. Es un logro pedagógico admirable.

Vanessa Rojas con su bello timbre sopranístico interpretó «Es waren zwei Königskinder» con Felipe Gutierrez como narrador, con excelente pronunciación del alemán.

El conjunto nos entregó «Ach, Elselein, liebes Elselein», en el que se lucieron todos juntos a capella.

Al término de la primera parte del programa  nuevamente las cinco voces en conjunto se lucieron en «Die Lorelei», en una perfecta coordinación.

En la segunda parte del recital llegamos a las baladas clásicas o artísticas. Su máximo representante es el compsitor alemán Carl Loewe (1796-1869).

Primeramente se nos presentó de Johann Nepomuk Vogl  (1802-1866) «Heinrich der Vogler» con el tenor Felipe Gutiérrez. Excelente performance de Felipe Gutiérrez.

Siguió la balada «Archibald Douglas» con texto de Theodor Fontane (1819-1898).

Vanessa Rojas hizo de destacada narradora. Los intérpretes masculinos tuvieron espléndida oportunidad de lucirse en esta balada, participando el barítono Marco Huento, como el rey, y el tenor Felipe Gutiérrez, como Douglas. Sergio Massardo acompañó con su acostumbrada destreza. Admirable fue la entrega de los intérpretes, musicalmente y en emocionante expresión, todo de memoria, con un texto extremadamente exigente.

Vanessa Rojas y Marco Huento nos entregaron la balada «Edward», con texto alemán Johann Gottfried Herder (1744-1803) traducido del inglés. Fue otro éxito más de estos dos intérpretes.

Lo siguiente fue la balada «Prinz Eugen, der edle Ritter». Carl Loewe compuso con texto de Ferdinand Freiligrath (1810-1876) una balada describiendo los hechos con gran ingenio y humor. Actuó Marco Huento de narrador y el papel de trompetista lo realizó Felipe Gutiérrez. Fue una presentación de extraordinario nivel, en una partitura de grandes exigencias, realmente excelente. 

Marco Huento con Sergio Massardo en el virtuosístico acompañamiento de piano cerraron este impresionante y rara vez escuchado  programa con la balada «Der Erlkönig» que más bien debería llamarse «Der Elfenkönig» (el rey de lo elfos), balada-lied que requiere una interpretación vocal de profunda emotividad y una sublime técnica pianística. Ambas exigencias fueron ampliamente cumplidas por Huento y Massardo.   

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Frutillar es la primera Ciudad Creativa de Chile http://www.condor.cl/kultur/frutillar-unesco/ http://www.condor.cl/kultur/frutillar-unesco/#respond Tue, 14 Nov 2017 16:08:30 +0000 http://www.condor.cl/?p=22549 La Organización de las Naciones Unidas para la Educación, la Ciencia y la Cultura (UNESCO) reconoció a Frutillar como Ciudad Creativa de la Música, sumándola al selecto grupo de 30 ciudades en el mundo que destacan por el aporte que las industrias culturales hacen al desarrollo económico y social de la comunidad.

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Reconocimiento por UNESCO

Teatro del Lago en Frutillar: La ciudad fue reconocida por UNESCO.
Teatro del Lago en Frutillar: La ciudad fue reconocida por UNESCO como Ciudad Creativa de la Música.

 

La Organización de las Naciones Unidas para la Educación, la Ciencia y la Cultura (UNESCO) reconoció a Frutillar como Ciudad Creativa de la Música, sumándola al selecto grupo de 30 ciudades en el mundo que destacan por el aporte que las industrias culturales hacen al desarrollo económico y social de la comunidad.

 

La comuna de la región de Los Lagos (en el sur de Chile) cuenta con 17.500 habitantes y recibe anualmente a 250 mil visitantes que llegan para participar de las Semanas Musicales y los espectáculos de Teatro del Lago. Tal es la relevancia de la actividad cultural para Frutillar, que solo la música aporta el 5,4% de las ventas totales anuales de la comuna, 57 veces más que el promedio nacional.

El ministro de Cultura, Ernesto Ottone destacó el nombramiento. «Queremos felicitar a la comunidad de Frutillar por consolidarse como la primera ciudad de Chile en ingresar a la Red de Ciudades Creativas de la UNESCO por su aporte desde el ámbito de la música, donde sin lugar a dudas las Semanas Musicales y la presencia de un espacio privilegiado como el Teatro del Lago, han impactado positivamente. Nos alegra que una ciudad de regiones nos esté demostrando que las industrias creativas pueden ser parte esencial de las estrategias de desarrollo en un país tan rico y diverso en materia cultural como el nuestro.»

El alcalde de Frutillar, Claus Lindemann, celebró la noticia: «Con este reconocimiento Frutillar obtiene la consolidación de un largo camino e historia de esfuerzo y cultura. Es un orgullo pasar a ser parte de esta red de relevancia mundial y un tremendo apoyo al desarrollo local desde uno de nuestros elementos más distintivos: la música”.

Frutillar cuenta con una larga trayectoria musical originada en el impulso que dieron los coros de tradición alemana con el fuerte arraigo de la música en la comunidad local. Esta verdadera fusión cultural ha consolidado un sello que identifica a Frutillar como la ciudad ícono de la música en Chile.

 

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«Nadie elige las cosas que hizo su padre» http://www.condor.cl/kultur/andres-lubbert/ http://www.condor.cl/kultur/andres-lubbert/#respond Fri, 03 Nov 2017 18:35:03 +0000 http://www.condor.cl/?p=22462 Andrés Lübbert hizo el documental «El color del camaleón», una recomposición fragmentaria sobre el pasado de su padre en Alemania Oriental.

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Andrés Lübbert, director del documental «El color del camaleón»

Andrés Lübbert hizo el documental «El color del camaleón», una recomposición fragmentaria sobre el pasado de su padre en Alemania Oriental.
Andrés Lübbert hizo el documental «El color del camaleón», una recomposición fragmentaria sobre el pasado de su padre en Alemania Oriental.

 

Por Rodrigo Fredes Pizarro

Como sus antepasados de Hamburgo de finales del mil ochocientos, Andrés Lübbert, también debió pasar por Valparaíso alguna vez en su vida. Acaba de estrenar en el Teatro Condell de esta ciudad puerto su última película documental: «El color del camaleón», un viaje al interior de su padre, Roberto, un avezado camarógrafo que debió exiliarse a fines de los años 70 en Berlín.

Sentado en los salones del hotel O’Higgins, donde se desarrolla la versión número 50 del Festival Internacional de Cine de Viña, este joven cineasta belga-chileno-alemán, observa con calma los movimientos de un país que apenas conoce. Su vida transcurrió entre Bélgica y Alemania. La de su familia paterna, entre Chile, el exilio y la vida en Berlín, donde también vivía y sigue viviendo su tío, Orlando Lübbert, destacado cineasta chileno alemán («Taxi para tres»).

Hasta aquí la historia era parecida y concordante con muchas familias de exiliados en Europa. Pero Andrés sabía que en el caso de su padre existía algo más. De niño lo encontró algo extraño, distinto a los demás. De adolescente veía como su este sufría de insomnio, se despertaba gritando, tenía conductas autodestructivas y problemas de adicción. A los 19 Andrés se decidió y comenzó a investigar sobre la vida y el misterioso pasado inconcluso de Roberto, la personalidad retraída y la distancia que mantenía en su relación familiar.  

«Mi padre llegó a Berlín Oriental, aprovechando que mi tío Orlando estaba haciendo una película allá, y tenían una visa temporal, producto de la doble nacionalidad, que les permitía estar en los dos lados. Sin embargo, lo expulsan prontamente los organismos de la STASI hacia Alemania Occidental y no puede volver más hasta la caída del muro.»

Andrés necesitaba un diálogo abierto con Roberto, para poder identificar su lugar en la relación padre-hijo. Entonces, le propuso indagar juntos en su pasado buscando las respuestas a través de este documental, que hoy viene de ganar cinco premios en el DOK.Fest Munich, además de mejor director y premio del público en el recién pasado SANFIC de Chile.

De esta manera, Andrés Lübbert irá plasmando en su película la búsqueda de un puzzle inconcluso, en donde el espectador va descubriendo gradualmente la historia, para darse cuenta que su padre, fue convertido en un instrumento de los servicios secretos chilenos, quienes lo forzaron a trabajar para ellos.

«ViendoDas Leben der anderen” (2008) una cinta alemana ganadora de un premio Óscar, me di cuenta que mi padre había sido espiado muchos años por la STASI. ¿Y por qué lo espiaron me pregunté? Sólo sabía que a él también le habían pasado cosas en Alemania, pero no sabía precisamente qué. Averigüé y me contestaron del archivo de la STASI que habían encontrado 180 páginas sobre mi padre. Y estaba fichado desde el primer día que llegó con un timbre que decía que era un agente de la CNI.»

Andrés va más allá de las fronteras de la binacionalidad, cuenta historias de su entorno intercultural relacionadas con las temáticas de migración, derechos humanos, identidad y asuntos sociales. Sus documentales han participaron en más de 130 festivales en 20 países y ganado 19 premios. En 2009, su corto documental «La realidad» fue nominado para la Golden Key en el Festival de Cine Documental de Kassel en Alemania.

¿Cómo fue la recepción del público en Alemania y Chile? «Fue muy buena, quizá porque Alemania es una país que debió pasar por situaciones similares y luego por una Guerra fría. En Chile todo fue muy emotiva, después de la exhibición se me acercó mucha gente a abrazarme, personas de distintos sectores de la sociedad chilena. Nadie elige las cosas que hizo su padre. Y espero aportar un grano de arena con este documental para solucionar este gran drama que muchos chilenos aún sufren.»

«El color del camaleón»

Dirección: Andrés Lübbert
Año: 2017
Duración: 87 min
País: Chile
Género: Documental
Clasificación: Todo espectador


 

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«Rassistische Überzeugungen sind in Deutschland immer noch präsent» http://www.condor.cl/kultur/uwe-timm/ http://www.condor.cl/kultur/uwe-timm/#comments Thu, 26 Oct 2017 14:06:28 +0000 http://www.condor.cl/?p=22447 Gerade hat Uwe Timm seinen neuen Roman «Ikarien» veröffentlicht – ein höchst aktuelles Buch über Rassenwahn. Der deutsche Schriftsteller kommt nun nach Chile, um aus seinen bekannten Werken «Die Entdeckung der Currywurst» und «Am Beispiel meines Bruders» auf der Buchmesse Filsa in Santiago zu lesen. Cóndor-Redaktionsleiter Arne Dettmann führte mit ihm vorab ein Interview.

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Interview mit dem deutschen Schriftsteller Uwe Timm

Mit seinem Buch «Die Entdeckung der Currywurst» feierte der deutsche Schriftsteller Uwe Timm in den 90er Jahren große Erfolge. Das Werk wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt.
Mit seinem Buch «Die Entdeckung der Currywurst» feierte der deutsche Schriftsteller Uwe Timm in den 90er Jahren große Erfolge. Das Werk wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

 

Gerade hat Uwe Timm seinen neuen Roman «Ikarien» veröffentlicht – ein höchst aktuelles Buch über Rassenwahn. Der deutsche Schriftsteller kommt nun nach Chile, um aus seinen bekannten Werken «Die Entdeckung der Currywurst» und «Am Beispiel meines Bruders» auf der Buchmesse Filsa in Santiago zu lesen. Cóndor-Redaktionsleiter Arne Dettmann führte mit ihm vorab ein Interview.

 

Cóndor: Herr Timm, werden Sie das erste Mal in Chile sein?

Uwe Timm: Nein, ich war vor 15 bis 20 Jahren schon einmal in Chile und traf mich mit dem chilenischen Schriftsteller Antonio Skármeta. Anschließend flog ich damals weiter auf die Osterinsel und schrieb dort einen Bericht für meinen Roman «Kopfjäger», in der die Insel eine Rolle spielt.

 

Ihre Ehefrau Dagmar Ploetz stammt aus Argentinien, das Land kennen Sie wahrscheinlich besser?

Das ist richtig, meine Frau ist Deutsch-Argentinierin, ihre Familie ist schon vor mehr als 200 Jahren dorthin ausgewandert. Ihre Eltern hatten eine Estancia, ich war oft mit ihr dort. Sie selbst hat an der Goethe-Schule in Buenos Aires Abitur gemacht. Dann ist sie nach München gekommen, hat Romanistik studiert, und so habe ich sie an der Universität kennen gelernt.

 

Sowohl «Die Entdeckung der Currywurst» als auch «Am Beispiel meines Bruders» handeln vom Zweiten Weltkrieg. Sie wurden 1940 in Hamburg geboren: Spielen persönliche Kriegserfahrungen in den beiden Büchern eine Rolle?

Ja, diese Zeit und danach sind für mich entscheidende Erfahrungen und Erinnerungen. Als die Amerikaner kamen – damals waren wir nach Coburg evakuiert worden, weil wir in Hamburg ausgebombt worden waren – veränderten sich die Erwachsenen von heute auf morgen, insbesondere die uniformierten Männer. Plötzlich durfte ich auch als Kind nicht mehr «Heil Hitler» sagen und die Hacken zusammenschlagen.

Beeindruckend war, dass ein Kreisleiter, eine gefürchtete Nazi-Größe in dieser Kleinstadt, plötzlich in der Gosse stand und in brauner Uniform fegen musste. Die amerikanischen GIs fuhren vorbei, und weil es geregnet hatte, wurde er nass gespritzt und sprang auf das Trottoir. – Das sind Bilder, die sich mir als Kind ganz intensiv eingeprägt haben.

Das Verhalten der Erwachsenen entsprang natürlich einer großen Angst, einer kollektiven Angst. Hitler-Bilder und SS-Dolche wurden vergraben. Hier fand ein Mentalitätsbruch statt, der die Demokratie westlicher Art möglich machte.

 

Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist das zentrale Thema in Ihrem autobiografischen Buch «Am Beispiel meines Bruders». Was beschäftigte sie dabei?

Wie kam mein älterer Bruder dazu, sich als 18-Jähriger freiwillig bei der Waffen-SS zu melden, einer Elite-Einheit, um im Zweiten Weltkrieg mitzukämpfen? Diese Frage habe ich während der Nachkriegszeit scharf in meiner Familie gestellt. Eine endgültige Antwort darauf habe ich natürlich nicht gefunden.

Seit meiner Jugend beschäftigte mich die Einstellung der Elterngeneration zur Nazi-Vergangenheit. Mein Vater war in der Luftwaffe gewesen, er sagte immer, er habe tapfer gekämpft, die Luftwaffe habe sich anständig verhalten und nichts mit dem Holocaust zu tun. Wobei ich immer dachte, dass diese Mordmaschinerie gegen die Juden nur so lange laufen konnte, weil eben Soldaten wie er so tapfer an der Front gekämpft hatten. Hier geht es also darum, sich mit dem alten deutschen Erziehungsmodell, das Anstand und Tugenden gutheißt, auseinander zu setzen.

 

Hat Deutschland die NS-Vergangenheit gut aufgearbeitet?

Vor zwei Jahren habe ich das noch gedacht. Doch ich habe mich geirrt. Das Entstehen der Pegida-Bewegung in Dresden und das Aufkommen der AfD zeigen, dass noch immer nationalistische und rassistische Überzeugungen in Deutschland präsent sind. Die immerhin fast 13 Prozent Stimmenanteil für die AfD bei der Bundestagswahl waren für mich überraschend.

Selbstverständlich sind nicht alle diese Wähler Nationalsozialisten. Viele werden die AfD aus oppositionellen Gründen gewählt haben, weil sie sich in der Zuwanderungsfrage nicht von den anderen Parteien vertreten fühlen oder weil sie sich als sozial Deklassierte betrachten. Aber die führenden Köpfe der AfD sind sicherlich von stark nationalistischem Denken geprägt, und das finde ich doch in unseren heutige Zeit sehr bedrückend und erschwerend für Deutschland.

In der Literatur und in den Politikwissenschaften hat man sich intensiv mit der Schuld der Vätergeneration auseinandergesetzt. Zu nennen sich hier ab den 50er Jahren Schriftsteller wie Heinrich Böll, Günter Grass und Arno Schmidt.

 

Ihr neuer Roman «Ikarien» beschäftigt sich ebenfalls mit Rassismus.

Das Buch behandelt die Eugenik und spielt im Jahr 1945. Ein deutsch-amerikanischer Offizier kommt ins zerstörte München mit dem Auftrag herauszufinden, welche Rolle ein bedeutender Wissenschaftler im Dritten Reich bei der so genannten Rassenhygiene spielte. Es geht um die Frage, wie ein solcher Wunsch entstehen kann: Menschen zu optimieren und entsprechend zu züchten.

Die Thematik ist aktuell, da im Silicon Valley solche Anstrengungen unternommen werden. Zudem verbindet mein Buch diese Fragen mit dem gesellschaftlichen Bruch 1945.

 

Apropos Bruch: Sie selbst traten 1973 in die Deutsche Kommunistische Partei ein, später aber wieder aus. Was war passiert?

Ich hatte Kommunisten kennen gelernt, die in Konzentrationslagern gefangen gewesen waren. Mich beeindruckte deren Weitsicht und radikale Einsicht gegen den Faschismus zu kämpfen. Wir führten damals sehr offene Diskussionen, auch über den Finanzkapitalismus, den wir analysierten sowie kritisierten und der ja vor zehn Jahren dann tatsächlich mit der Finanzkrise die ganze Welt erfasste.

Aber mir schien die DKP gegenüber der DDR zu hörig, unterwürfig und opportunistisch. Und somit trat ich 1981 wieder aus, meinem eigenen politischen Bewusstsein folgend.

 

Sie haben 1971 mit «Das Problem der Absurdität bei Albert Camus» promoviert. Ist das Ihr Lieblingsschriftsteller?

Albert Camus ist ein sehr wichtiger Autor, sein kritisches Verhältnis zur Gesellschaft hat mich beschäftigt. Der französische Existenzialismus ist bedeutsam gewesen, allerdings habe ich Albert Camus in den vergangenen Jahrzehnten kaum wieder neu gelesen.

 

Sie wohnen in Berlin und München – und nicht mehr in Ihrer Heimatstadt Hamburg?

Ich wollte immer gern in den Süden. Mir gefällt München, es hat schon italienisches Flair und Barock-Ambiente. Ich habe auch zwei Jahr in Rom gelebt. Mich fasziniert auch immer noch der bayerische Dialekt, den ich nicht gut verstehe. Hamburgisch hat natürlich auch seinen Reiz, aber die Stadt München verfügt über mehr Sonnentage.

 

Herr Timm, ich bedanke mich für das Gespräch.

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«Das Boot» – Der Zweite Weltkrieg aus der Unterwasserperspektive http://www.condor.cl/kultur/das-boot/ http://www.condor.cl/kultur/das-boot/#respond Fri, 06 Oct 2017 10:12:41 +0000 http://www.condor.cl/?p=22364 Zweiter Weltkrieg aus der Unterwasserperspektive: Regisseur Wolfgang Petersen schuf 1981 mit dem Film «Das Boot» einen Klassiker des deutschen Films.

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Ein Klassiker des deutschen Films von Regisseur Wolfgang Petersen

Szene aus dem Film «Das Boot»: Die Mannschaft und der Kapitän (Jürgen Prochnow, rechts) beim Appell vor der Abfahrt aus La Rochelle.
Szene aus dem Film «Das Boot»: Die Mannschaft und der Kapitän (Jürgen Prochnow, rechts) beim Appell vor der Abfahrt aus La Rochelle.

 

Von Walter Krumbach

La Rochelle, Frankreich, Oktober 1941. Am Vorabend zu einer neuen Ausfahrt reagiert sich die Besatzung der U-96 in einem Bordell ab. Die Männer erfahren einige Neuigkeiten von der Front. Sie sind denkbar schlecht. Etliche Bekannte sind vor kurzem gefallen.

Am nächsten Tag sticht das U-Boot unter dem Jubel der zurückgebliebenen Freunde in See. Kapitän und Offiziere halten Ausschau nach alliierten Handelsschiffen, die sie versenken sollen. Außer einem kurzen, heftigen Fliegerangriff ohne Folgen laufen die ersten Tage routinemäßig ab. Langsam aber beständig macht sich jedoch in der nächsten Zeit eine gewisse Spannung unter den Männern bemerkbar. Die Enge, das Gefühl, eingesperrt zu sein, werden immer unangenehmer.

Ein Unterwasserbombenangriff fügt dem Boot Schäden zu, die schnell repariert werden müssen. Der unheimliche Vorfall weckt Ängste, von denen die Mannschaft nicht mehr loskommt. Endlich stoßen sie auf eine Kolonne Frachter. Die U-96 greift an und erzielt verschiedene Torpedotreffer. Es folgt ein furchtbarer Gegenangriff, der das Boot zwingt, in gefährliche Tiefen abzutauchen, um den Bomben zu entgehen und gleichzeitig die nötigen Reparaturen vorzunehmen.

Als alles vorbei ist, taucht das U-Boot auf, um den brennenden Frachter zu treffen, auf dem sich noch lebende Besatzungsmitglieder befinden, die sich nun auf das feindliche U-Bott retten wollen. Der Kapitän ordnet jedoch Rückfahrt an und rechtfertigt seine Entscheidung vor seiner Mannschaft: «Musste sein, weil ein Boot wie unseres kaum für die 50 Mann ausreicht, die an Bord sind». Die Besatzung ist geschockt.

Es soll aber noch schlimmer kommen: Unversehens trifft ein dreifach verschlüsselter Funkspruch mit dem Befehl ein, in Vigo (Spanien, Atlantischer Ozean) Treibstoff und Proviant aufzunehmen, um in La Spezia (Italien, Mittelmeer) einen neuen Auftrag zu erfüllen. Im Hinblick auf die von England bestens bewachte Enge von Gibraltar, die durchbrochen werden muss, um nach La Spezia zu gelangen, gleicht der Befehl einem Himmelfahrtskommando.

Der Film liegt dem gleichnamigen Roman von Lothar-Günther Buchheim zugrunde, der darin seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg schildert. Das Buch erschien 1973. Der Film wurde 1980 gedreht, die Arbeiten zogen sich in Anbetracht der technischen Schwierigkeiten über ein Jahr hin.

Die Regie übernahm Wolfgang Petersen (1941), der 1971 mit «Reifezeugnis», einer Folge des Fernsehkrimis «Tatort», auf sich aufmerksam gemacht hatte. Petersen schrieb auch das Drehbuch, das nicht lediglich eine Adaption von Buchheims Roman ist, sondern die meisten Dialoge neu gestaltet. Außerdem fasste Petersen mehrere Figuren in einer zusammen, da bekanntlich in einem Film der zur Verfügung stehende Zeitraum im Gegensatz zu einem Buch begrenzt ist.

Petersens Regieleistung wurde international anerkannt. Sie öffnete ihm die Tore Hollywoods, wo er so erfolgreiche Streifen wie «Air Force One» (1997) und «Troja» (2004) drehte.

Das Innere des U-Bootes musste detailgetreu nachgebaut werden, was notwendig war, da die Männer fast ständig mit den technischen Apparaturen beschäftigt sind, diese also ebenso wie die Menschen eine Rolle spielen. Manchmal wird Blaulicht eingeschaltet, dann Rotlicht, Ventile platzen bei dem Überdruck beim Tieftauchen, Torpedos werden startklar gemacht und nach den erlittenen Angriffen wird an den verschiedensten Apparaturen umständlich repariert. Sogar eine echte Enigma-M4-Maschine wird beim Entschlüsseln codierter Funksprüche eingesetzt.

Bavaria-Filmstudio München: Teilansicht des detailgetreuen Nachbaus des Bootsinneren.
Bavaria-Filmstudio München: Teilansicht des detailgetreuen Nachbaus des Bootsinneren.

Die Außenaufnahmen entstanden auf dem Bodensee, in La Rochelle, die Sturmszenen auf der Nordsee und die Innen- und Unterwasserszenen in den Studios der Bavaria in München. Die Kulisse, die den Innenraum des Bootes darstellte, war auf eine hydraulisch betriebene Apparatur aufgebaut, um die Auf- und Abwärtsfahrten sowie das Kippen darstellen zu können. Diese Spezialeffekte fielen gut aus, allerdings waren die Antriebsmotoren der Hydraulik derartig laut, dass nicht mit Originalton gedreht werden konnte, sondern später nachsynchronisiert werden musste.   

Als Darsteller der Bootsmannschaft verpflichtete Petersen zum großen Teil junge, noch relativ unbekannte Schauspieler, von denen etliche nach Erscheinen dieses Films berühmt wurden. Der Regisseur forderte sie auf, sich zehn Tage vor Drehbeginn nicht mehr zu rasieren. U-Bootsbesatzungen pflegten sich während der Fahrten nicht zu rasieren, um Trinkwasser zu sparen. In den Sommermonaten wies Petersen die Darsteller strikt an, sich nicht die Haut bräunen zu lassen.

Ein Detail ist dem peniblen Filmemacher jedoch in seinen Bemühungen um die authentische Erscheinung der Männer entgangen: Die Haartrachten entsprechen meistens nicht im Entferntesten den kurzen Schnitten, die für deutsche Soldaten in den 1940er Jahren üblich waren.

Das Hauptmerkmal von «Das Boot» ist zweifelsohne die Darstellung der Platzangst, die sich im Verlauf der Handlung immer deutlicher und intensiver bemerkbar macht. Die Männer müssen sich wochenlang auf engstem Raum dulden, was häufig zu Auseinandersetzungen führt. Die sanitären Bedingungen sind nicht gut: 50 Mann müssen mit einem ein Klo und ohne Dusche auskommen. Tag für Tag halten sich die Männer in der stickigen Luft des Bootsinnern auf. Das Tageslicht sehen die meisten während der Feindfahrt nie.

Der Film stellt diese Atmosphäre so überzeugend dar, dass der Zuschauer von ihr regelrecht angesteckt wird. Jedes Mal, wenn das Boot auftaucht und die Offiziere den Turm besteigen, um Ausschau zu halten, atmet man erleichtert auf. Regisseur Petersen zeichnet die bedrückende Stimmung ungeschminkt-glaubwürdig, von den Besatzungsmitgliedern erstellt er ein Psychogramm. Dabei fallen eigenartigerweise höchst selten Namen. In der Regel reden sich die Männer mit dem Dienstgrad an. Vom Kapitän erfährt der Zuschauer nie den Namen. Er wird mit «Herr Kaleu» (Kapitänleutnant) angeredet und, wenn er nicht anwesend ist, «der Alte» genannt.

«Das Boot» schlug mit seinem nüchternen Erzählstil, mit der Anwendung der Spannung als wesentliches dramaturgisches Mittel und dem Scharfsinn, mit dem die Schicksale der Beteiligten geschildert wurden, in Hollywood wie eine Bombe ein. Mag es daran gelegen haben, dass das Kriegsgeschehen aus der bis dahin beim Publikum unbekannten Unterwasserperspektive, eindringlich geschildert, einen tiefen Eindruck hinterließ? Oder ist es darauf zurückzuführen, dass erstmals der deutsche Soldat in Amerika nicht wie ein brutaler Geistesgestörter gezeigt wurde?

Tatsache ist, dass der Film sechs Oscar-Nominierungen bekam: beste Regie, beste Kamera, bestes adaptiertes Drehbuch, bester Schnitt, bester Ton und bester Tonschnitt. Allerdings ging er bei der Statuettenverteilung leer aus. In Europa dagegen wurde er mit Preisen überhäuft.

Heute, über 30 Jahre nach der Premiere, hat sich der Wirbel gelegt. Damals wurde er nicht nur im Kino, sondern auch im Fernsehen vermarktet. Als sechsteilige TV-Serie hat «Das Boot» eine Gesamtspielzeit von über fünf Stunden. Die 1981 uraufgeführte Kinoversion hatte 149 Minuten Spieldauer.

Wolfgang Petersen erstellte später einen Director‘s Cut, also eine Schnittversion, in der er seine persönliche künstlerische Absicht umsetzt. Diese Fassung hat eine Länge von 208 Minuten. Die Bildqualität wurde einer Verjüngungskur unterzogen und der Ton auf 7.1 Kanäle verteilt, wobei der Subwoofer (die Basslautsprecherbox) effektvoll eingesetzt wurde. Diese Fassung erschien 2010 als Blu-Ray-Disc, ist aber gegenwärtig vergriffen. Eine Neuauflage wäre den Rechteinhabern zu empfehlen, da es für Filme wie «Das Boot» immer ein dankbares Publikum geben wird, welches solch hochqualitative Werke zu schätzen weiß.   

 

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«Heimat»: Deutsche Zeitgeschichte im Hunsrück von 1919 bis 2000 http://www.condor.cl/kultur/heimat-film/ http://www.condor.cl/kultur/heimat-film/#comments Thu, 05 Oct 2017 13:21:31 +0000 http://www.condor.cl/?p=22357 Regisseur Edgar Reitz hat mit der Trilogie «Heimat» ein Meisterwerk des deutschen Films geschaffen. Die Geschichte spielt im Hunsrück von 1919 bis 2000.

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Film-Trilogie von Regisseur Edgar Reitz

Marita Breuer spielt Maria Wiegand vom jungen Mädchen bis zur 82-jährigen Greisin.
Marita Breuer spielt Maria Wiegand vom jungen Mädchen bis zur 82-jährigen Greisin.

 

Von Walter Krumbach

Die Chronik beginnt am 9. Mai 1919, einem Freitag, wie es der Titel über der ersten Szenenfolge kundtut. Paul Simon kehrt aus dem Weltkrieg heim. Sechs Tage war er aus Frankreich zu Fuß unterwegs, nachdem man ihn aus der Gefangenschaft entlassen hatte. Erfreut und neugierig betrachtet er die altbekannte Gegend, während er das Elternhaus aufsucht.

Als er Mathias, den Vater, in der Schmiede hämmern hört, geht er ihm entgegen und hilft ihm, das Rad eines Ochsenkarrens zu montieren, ohne dass dabei ein Wort gewechselt wird. Als sie mit der umständlichen Arbeit endlich fertig sind, legt Mathias eine Verschnaufpause ein, blickt seinen Sohn an und sagt: «Gott sei Dank». Katharina, die Mutter, hat den Vorgang beobachtet und stellt fest: «Der Paul ist wieder da». Man fällt sich nicht gegenseitig um den Hals, jeder geht unbeirrt seiner Tätigkeit nach.

Allerdings kontrastiert die Schweigsamkeit des ersten Kontaktes mit dem Heimkehrer mit der darauffolgenden Redseligkeit der restlichen Familienmitglieder. Der lungenkranke, etwas deppenhafte Eduard liest laut aus der Zeitung vor, ein Ehepaar aus der Nachbarschaft eilt herbei, um sich Paul aus der Nähe anzugucken und dabei zu erwähnen, dass ihr Sohn «in Russland geblieben ist», und die übrigen schwatzen munter drauflos, sodass Paul bald bestens über die Verhältnisse im Dorf informiert ist.

Pauls Rückkehr in die Heimat als Zugehörigkeitsbeweis des jungen Mannes zu seinem Fleckchen Erde und seiner Familie? Irrtum, er lebt sich nie wieder ein. Obwohl er Maria Wiegand heiratet und mit ihr zwei Kinder zeugt, packt ihn das Fernweh, und eines guten Tages geht er, wie er behauptet, «ein Bier trinken», und verschwindet spurlos für viele Jahre. Ende der Folge eins.

Die Ungewissheit seines Aufenthaltsorts, die quälende Einsamkeit der nun allein erziehenden Mutter Maria, macht den Haupthandlungsstrang des größten Teils der ersten Staffel aus.

Der Regisseur Alexander Kluge baute als gebürtiger Hunsrücker selbsterlebtes in die Handlung ein.
Der Regisseur Alexander Kluge baute als gebürtiger Hunsrücker selbsterlebtes in die Handlung ein.

Regisseur Edgar Reitz konzipierte diese Film-Trilogie fürs Kino. Aufgrund ihrer Länge – 31 abendfüllende Folgen – fand sie hauptsächlich im Fernsehen Verwendung. «Heimat» ist die Geschichte der Familie Simon aus dem erfundenen Dorf Schabbach im Hunsrück.

«Heimat I – eine deutsche Chronik» (1984) erzählt den Werdegang der Maria Simon geborene Wiegand, von ihrem 19. Lebensjahr bis zu ihrem Tod als 82jährige. «Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend» (1992) schildert das Schicksal Hermann Simons, Marias Sohn, von 1960, als er sein Musikstudium in München aufnimmt und wie er zehn Jahre später nach Schabbach zurückkehrt. «Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende» (2004) beginnt mit dem Fall der Berliner Mauer und endet mit der Neujahrsnacht der Jahrtausendwende. Die Handlung folgt weiterhin dem Schicksal Hermanns, seiner Frau und seiner Tochter Lulu.

Edgar Reitz (1932) ist selbst gebürtiger Hunsrücker. Seine Verbundenheit zur «Heimat»-Thematik drückt sich im Laufe des Geschehens wiederholt aus. So sind zum Beispiel im ersten Teil der Serie der Schmied Mathias Simon und der Uhrmacher Robert Kröber wichtige Figuren, die an Reitz‘ Großvater (Schmied) beziehungsweise Vater (Uhrmacher) angelehnt sind.   

Die Erzählung schildert den tagtäglichen Ablauf im Dorf, wobei der Genauigkeit der dargestellten Epoche große Wichtigkeit beigemessen wird. Das bezieht sich sowohl auf das politische Geschehen jener Zeit, als auch dem damaligen technischen Fortschritt. Als Paul etwa einen Radioempfänger bastelt, erfährt der Zuschauer eine Unmenge an Information über die Eigenart des damaligen Rundfunks.

Oder als Anfang der 1920er Jahre in Schabbach bei stürmischem Regenwetter ein Denkmal zu Ehren der Gefallenen des Ortes eingeweiht wird, hält ein angereister Beamter eine für die damalige Epoche typische Ansprache: «Sie wussten, wofür sie kämpften. Wir sollten kämpfen für Recht und Treue und Sittlichkeit im Namen unserer Gefallenen. Gerade wegen des Versailler Fastnachtsfriedens, der unser Volk so spekulativ zur Schau hält, wird Deutschland eines Tages den Genius aus seinem Blute erwecken, der uns aus diesem Kerker der Erniedrigung holen wird wie ein Heiland. Schon ahnen wir in der Ferne seine Lichtgestalt.»

Die akkurate Milieuschilderung verbindet Regisseur Edgar Reitz mit einer überaus gelungenen Typengestaltung. Die Figuren sind von einer verblüffenden Echtheit. Gleich in der ersten Folge versetzt Willi Burger als Mathias Simon mit seinen Schmiedekünsten in Erstaunen. Er geht mit Hammer und Amboss absolut professionell um. Marita Breuer erbringt als Maria Simon eine vortreffliche schauspielerische Leistung. Vom jungen Mädchen bis zur 82jährigen Greisin erfolgt ihr Reife- und Alterungsprozess, subtil, aber unausweichlich. Ähnliches geschieht mit Kurt Wagner als Glasisch Karl, einem hellen Kopf, der als unbekümmerter junger Mann in Erscheinung tritt und sich im Laufe der Jahre in eine menschliche Ruine verwandelt.

In der «zweiten Heimat» tritt der extravagante Schauspieler Alfred Edel in einer Nebenrolle auf. Edel verstand es wie keiner im deutschen Film zu extemporieren und mit einem unendlichen Reservoir an Einfällen gescheit daher zu quatschen. Es ist ein seltener Genuss, ihm zuzuhören. Leider eliminiert der Drehbuchautor seine Figur viel zu früh durch deren plötzlichen Tod.   

Reitz vermittelt bei der Personengestaltung Glaubwürdigkeit. Dazu bedient er sich wiederholt Laiendarsteller, die privat den Beruf der darzustellenden Person ausüben. Die Trauerfeiern – und es sind verschiedene davon in «Heimat» zu erleben, wo die Serie doch einen Zeitraum von 81 Jahren überbrückt – werden sehr eindrucksvoll von Pfarrern beider Konfessionen abgehalten.

Hermanns Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule München nimmt ihm – kein Zweifel – ein «richtiger» Musikdozent ab. Als Anton Simon stirbt, stellt sich eine sehr taktvolle Frau als Gisela Pick vor, um mit den Hinterbliebenen die Einzelheiten der Beerdigung zu besprechen. Im Nachspann stellt Frau Pick sich als Eigentümerin eines Bestattungsunternehmens heraus.

Auch Prominenz spielt mit: August Dahl, ein evangelischer Pfarrer, der in den 1980er Jahren durch seinen Einsatz gegen die Aufstellung von nordamerikanischen Atomraketen im Hunsrück einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichte, spielt sich selbst. Ebenso der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz Kurt Beck, der sich in der Eigenrolle sichtlich wohl fühlt.  

Die Bildgestaltung der «Heimat»-Serie ist ein Kapitel für sich. Die Hunsrück-Landschaften sind von beeindruckenden Schönheit und fabelhaft eingefangen (Kamera: Gernot Roll, Christian Reitz, Thomas Mauch). Reitz verwendet in der gesamten Trilogie den Sprung von farbig auf schwarzweiß und umgekehrt als Ausdrucksmittel. Nicht immer hat der Wechsel eine dramaturgische Logik, was beim Zuschauen eine gewisse Verwirrung verursacht.

2006 schnitt Edgar Reitz nicht verwendete Szenen der Trilogie zusammen, wodurch ein weiterer abendfüllender Film entstand: «Heimat-Fragmente – Die Frauen». Inhalt ist das Schicksal der weiblichen Figuren der drei Staffeln, die Hermanns Tochter Lulu ablaufen lässt und kommentiert. Damit nicht genug, drehte Reitz 2013 «Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht», ein 230-Minuten-Film, der vorerst die Serie abschließt. Zeit der Handlung ist 1842-1845, Hauptthema die damalige Auswanderungswelle, die auch die Einwohner im Hunsrück erfasst, von denen einige sich nach Brasilien aufmachen.        

«Heimat» hat nicht nur im deutschsprachigen Raum viele Bewunderer. Einer von ihnen war der große nordamerikanische Filmregisseur Stanley Kubrick («2001: Odyssee im Weltraum», «Barry Lyndon»). Kubrick hielt Reitz‘ Serie für einen seiner Lieblingsfilme.

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Touristenattraktion Barrio Lastarria in Santiago de Chile http://www.condor.cl/kultur/barrio-lastarria/ http://www.condor.cl/kultur/barrio-lastarria/#respond Mon, 25 Sep 2017 20:04:48 +0000 http://www.condor.cl/?p=22323 Wer Kurzbesuchern von Santiago ein Sightseeing-Programm empfehlen möchte, der sollte das Barrio Lastarria unbedingt mit aufnehmen. Es ist einfach alles vorhanden, was das Touristenherz begehrt: Geschichte, Kunst, Gastronomie und Kultur.

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Europäisches Ambiente mit Latino-Flair

Kleinhandel auf der Straße gehört zu den Attraktionen, die ausländische Touristen genauso wie die chilenischen Studenten der umliegenden Universitäten anlocken.
Barrio Lastarria in Santiago de Chile: Kleinhandel auf der Straße gehört zu den Attraktionen, die ausländische Touristen genauso wie die chilenischen Studenten der umliegenden Universitäten anlocken.

Wer Kurzbesuchern von Santiago ein Sightseeing-Programm empfehlen möchte, der sollte das Barrio Lastarria unbedingt mit aufnehmen. Es ist einfach alles vorhanden, was das Touristenherz begehrt: Geschichte, Kunst, Gastronomie und Kultur.

 

Von Petra Wilken

Das Attraktive des Viertels macht seine Mischung von Alt und Neu aus. Studenten, junge Kleinunternehmer, Gastronomen, Künstler, Kunsthandwerker und Straßenverkäufer haben das Barrio vor rund 15 Jahren für sich entdeckt und das  europäisch anmutende Ambiente der historischen Gebäude mit Latino-Flair verbunden. Damit hat sich das zentral gelegene Viertel am Fuße des Cerro Santa Lucia zwischen den Metrostationen Católica und Bellas Artes in ein Highlight für Touristen verwandelt.

Mehr als zehn Hotels haben sich dort angesiedelt, zumal Lastarria außerdem in zwei weitere kulturell interessante Sektoren übergeht – das Barrio Forestal und das Barrio Bellas Artes. Fußläufig sind das Kulturzentrum Gabriela Mistral (GAM), das Kunstmuseum, das Museum für Visuelle Kunst MAVI und zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten zu erreichen. So hat direkt an der Plaza José Gil de Castro mit seiner Architektur des 19. Jahrhunderts ein Fünf-Sterne-Hotel eröffnet: das Hotel Cumbres Lastarria, das mit frischem, modernen Design daherkommt.

Die Kirche Santa Cruz zählt neben dem Cerro Santa Lucía und dem Palast Bruna zu den drei geschützten Geschichtsmonumenten des Barrio Lastarria.
Die Kirche Santa Cruz zählt neben dem Cerro Santa Lucía und dem Palast Bruna zu den drei geschützten Geschichtsmonumenten des Barrio Lastarria.

Lokales Design ist überhaupt eine der Attraktionen des Viertels, sei es in Form von in Chile entworfenen und hergestellten Textilien, handgemachten Kunstbüchern oder Holzobjekten. Zudem bauen Antiquitäten- und Buchhändler immer donnerstags bis sonntags zwischen 10 und 20 Uhr in der Fußgängerzone der Straße Lastarria an der Plaza José Gil de Castro ihre Stände auf. Das Szenekino Biógrafo gab es schon, bevor das Viertel sich mauserte. Heute sind schicke Kunstgalerien, Restaurants und Cafés dazugekommen.

Die Ursprünge dieser kleinen Oase im pulsierenden Santiago gehen auf die Kolonialzeit zurück, doch die eigentliche Entwicklung als Stadtviertel begann mit dem Bau der Kirche Vera Cruz, der 1857 abgeschlossen wurde. Zu dieser Zeit ließen sich wichtige Persönlichkeiten der chilenischen Geschichte dort nieder.

Benjamín Vicuña Mackenna (1831 bis 1886), Historiker und Politiker, brachte aus dem Exil in den USA und England die Vorliebe für europäische Architektur mit. Als Verwaltungsleiter von Santiago veranlasste er den Bau von bedeutenden Werken in Santiago. So war er für die Umgestaltung des Cerro Santa Lucía zuständig. Er war verheiratet mit seiner Cousine Victoria Subercaseaux, eine historische Figur, die bei den Chilenen beliebt ist, ihren Mann politisch beraten und sich sozial engagiert hat.

Auch Pedro Aguirre Cerda, chilenischer Präsident zwischen 1938 und 1941, lebte dort. Der peruanische Maler José Gil de Castro unterhielt seine Werkstatt im Barrio Lastarria. Seinen Namen erhielt das Viertel von José Victorino Lastarria (1817 bis 1888). Er war nicht nur Abgeordneter und Finanzminister, sondern auch Schriftsteller und Literat, der als liberaler Freidenker die Zeitschrift «Santiago» gründete und die politische Führung kritisierte. Weitere Intellektuelle und bekannte Künstler des Viertels waren der Architekt und Maler Nemesio Antúnez und der Schriftsteller Luis Orrego Luco.

Die Jungfrauen-Statue Virgen del Carmen in der Kirche Veracruz.
Die Jungfrauen-Statue Virgen del Carmen in der Kirche Veracruz.

1997 wurde das Barrio Lastarria zur «Zona típica» erklärt, das drei staatlich geschützte Denkmäler (Monumentos Históricos) aufweisen kann: den Cerro Santa Lucía, die Kirche Veracruz und den Palast Bruna, ein prächtiges Gebäude im italienischen Renaissance-Stil an der Straße Merced, in dem die chilenische Handelskammer CNC untergebracht ist.

Die Kirche Santa Cruz wurde an einer Stelle gebaut (José Victorino Lastarria 124), an der nach Volksmeinung der spanische Eroberer Pedro de Valdivia gewohnt hatte. Das stellte sich jedoch im Nachhinein als Irrtum heraus. In dem Haus hatte eine Familie aus der Stadt Valdivia gelebt.

Der kleine Tempel wurde im neoklassischen Stil erbaut. Über dem Altar hängt ein Christusbild, das der spanische König im 16. Jahrhundert den katholischen Ordensgemeinschaft der Mercedarier in Chile geschenkt hatte. Und natürlich darf, wie in keiner katholischen Kirche hierzulande, ein Bildnis der Jungfrau Virgen del Carmen, der Königin und Schutzpatronin von Chile, nicht fehlen.

 

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Zum 100. Geburtstag von Violeta Parra http://www.condor.cl/kultur/violeta-parra/ http://www.condor.cl/kultur/violeta-parra/#comments Thu, 21 Sep 2017 15:32:34 +0000 http://www.condor.cl/?p=22275 Am kommenden 4. Oktober jährt sich Violeta Parras Geburtstag zum 100. Mal. Heute ist sie eine international anerkannte Künstlerin, was zu ihren Lebzeiten durchaus nicht der Fall war.

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Volksmusik auf unübertroffenem Niveau

Violeta Parra während einer Aufnahme in Santiago im Jahr 1957. Die chilenische Musikerin wird am 4. Oktober mit einem großen Festival im Regierungspalast La Moneda geehrt. Foto: Archiv
Violeta Parra während einer Aufnahme in Santiago im Jahr 1957. Die chilenische Musikerin wird am 4. Oktober mit einem großen Festival im Regierungspalast La Moneda geehrt. Foto: Archiv

Am kommenden 4. Oktober jährt sich Violeta Parras Geburtstag zum 100. Mal. Heute ist sie eine international anerkannte Künstlerin, was zu ihren Lebzeiten durchaus nicht der Fall war.

 

Von Walter Krumbach

Violeta Parra war 49 Jahre alt, als sie am 5. Februar 1967 freiwillig aus dem Leben schied. In ihrem Freundeskreis war es allgemein bekannt, dass sie von Depressionen gequält wurde, aber es stellte trotzdem ein Paradoxon dar, dass die gleiche Person, die vor kaum einem Jahr «Gracias a la vida» komponiert hatte, sich das Leben nahm.

Die letzten Jahre waren nicht gut gewesen. 1966 hatte sie sich von Gilbert Favre auseinandergelebt. Der Schweizer Anthropologe ging nach Bolivien und Violeta verarbeitete den Abschied, indem sie eines ihrer bekanntesten Lieder schrieb: «Run Run se fue p’al norte». Ihr Gemütszustand war nun zerbrechlich. Als sie Favre später in Bolivien besuchte, hatte er geheiratet, was Violetas Verfassung nicht gerade förderlich war.

Zusammen mit ihren Kindern Ángel und Isabel, sowie Rolando Alarcón, Víctor Jara, Patricio Manns und anderen Musikern betrieb sie im Stadtteil La Reina ein Folklorezentrum. Dazu ließ sie ein großes Zelt aufschlagen, in dem sie und ihre Kollegen Volksmusik aufführten. Ihr Traum war, den Treffpunkt zu einem Vorbild der chilenischen Kulturpflege zu machen. Wider Erwarten war das Echo nicht gut und somit Violetas Enttäuschung groß.

Mit Alberto Zapicán sowie Isabel und Ángel nahm sie nun ihre letzte Langspielplatte mit dem Titel «Las últimas composiciones» auf, die eindrucksvoll Zeugnis davon abgibt, dass ihre Schaffenskraft keine Einbuße erlitten hat. Außer dem später zu weltweiter Bekanntheit kommendem Lied «Gracias a la vida», enthält die Scheibe Titel wie «El rin del angelito», «Pupila de águila», «Cantores que reflexionan» und «El Albertío».

Am kommenden 4. Oktober jährt sich Violeta Parras Geburtstag zum 100. Mal. Heute ist sie eine international anerkannte Künstlerin, was zu ihren Lebzeiten durchaus nicht der Fall war, obwohl ihren Leistungen in Kennerkreisen größter Respekt gezollt wurde. «Gracias a la vida» etwa wurde von unzähligen Größen, darunter Joan Baez und Nana Mouskouri, gesungen.

Violeta Parra wurde in San Carlos geboren. Der Vater war Musiklehrer, die Mutter sang Volkslieder. Mit neun lernte sie, sich auf der Gitarre zu begleiten und wenige Jahre später komponierte sie bereits. 1954 reiste Violeta nach Polen, in die Sowjetunion und nach Frankreich, wo sie sich zwei Jahre aufhielt und ihre ersten Schallplatten aufnahm. Als vielseitige Künstlerin widmete sie sich nicht nur der Musik, sondern auch der Malerei, der Töpferei und der Bestickung von Sackleinen. 1964 stellte sie im Pavillon de Marsan des Palais du Louvre in Paris Ölgemälde und Objekte aus Sackleinen aus.

Anfang der 1960er Jahre machte die Folklore-Sängerin und -Expertin Margot Loyola ihre hochbegabte Kollegin mit Professoren und Studenten der Musikfakultät der Universidad de Chile bekannt. Violeta wollte mit ihnen ihre Aufgabe teilen, in Volkskreisen Musikstücke ausfindig zu machen. Sie besuchte dafür oft ländliche Gegenden, wo musiziert wurde und nahm die Darbietungen mit ihrem Tonbandgerät auf. Der Dekan Alfonso Letelier wurde auf die aufgeweckte Frau aufmerksam und lud sie ein, auf dem familiären Landgut bei Aculeo und der Umgebung zu forschen.

Violeta besuchte die Leteliers von nun an oft, und nahm die Gelegenheit wahr, den traditionellen Bauerngesang von Familien, die aus Alhué und Los Andes stammten, festzuhalten. Miguel Letelier, Sohn des Dekans und wie sein Vater, ein herausragender Komponist, erinnerte sich später an die Begegnungen mit Violeta: «Sie ist mit den Leuten verrückt geworden und die Leute sind mit ihr verrückt geworden. Es formten sich immer Menschenschlangen, die darauf warteten, Violeta vorsingen zu dürfen. Sie nahm sie mit der Tonbandmaschine auf und schrieb alles mit.»

Miguel lernte die Forscherin während dieser Zusammenarbeit näher kennen, weshalb heute seine Meinung über sie besonders aufschlussreich ausfällt: «Sie war eine bezaubernde Frau, sie war weder herausfordernd noch aufwieglerisch. Sie war eine absolute Künstlerin, die sich jenseits sämtlicher Charakterisierungen befand. Sie hat die chilenische Folklore auf ein unglaubliches Niveau angehoben. Ihr künstlerisches Verständnis und ihre Originalität sind beeindruckend.»

Miguel Letelier war ihr nicht nur im Elternhaus behilflich. Einmal traf er sie zufällig auf einer Ausstellung im Parque Forestal: «Plötzlich sah ich einen Menschentumult, der einer Frau zuhörte, die mit schwarzem Haar, das ihr das Gesicht verdeckte, sang. Ich hörte der Musik zu und fand sie erstaunlich. Ich trat näher und stellte fest, dass sie es war. Violeta spielte „El gavilán“, ihre neueste Komposition, wie sie mir sagte. Ich meinte, wir müssten das aufnehmen und auf Notenpapier festhalten, damit es dokumentiert ist. Da sie keine Noten schreiben konnte, habe ich es getan. Wir trafen uns dann in ihrem Haus. Ich ging etwa eine Woche lang hin. Sie spielte vom Gehör und tat es jedes Mal anders.»

Bei diesen Treffen schrieb Letelier auch die fünf Anticuecas mit. Das formale Chaos dieses Werks offenbart, wenn es von jemandem gespielt wird, der keine Kenntnisse von Musikformen besitzt, wenn es «ordnungsgemäß» analysiert wird, wie Letelier sich ausdrückt, «eine Reihenfolge von Abteilungen, die mit Strawinskys Technik in „Le sacre du printemps“ vergleichbar sind. Violeta konnte keine Musik schreiben, sie war aber trotzdem imstande, das Doppel cueca-tonada, die allgemeinste Äußerung der Folklore in der Zentralzone, auf ein Stilisierungsniveau und eine Entwicklung zu bringen, die unbekannt waren und bis heute nicht übertroffen worden sind».

Miguel Letelier bringt es auf den Punkt: Violeta Parras Kunst ist Volksmusik auf höchstem Niveau. Ihre Ausdrucksintensität beim Singen versetzt in Erstaunen. Dazu klingt alles, bis in die letzte Nuance, echt und wahrheitsgetreu. Wie oft hört man unsere Volksmusik-Vortragenden jämmerlich an Redewendungen wie «Güen dar con la payasá, compadre» scheitern, weil sie imitieren, aber nicht imstande sind, den Volkston zu treffen. Violeta Parra konnte so etwas nicht passieren. Sie war die Inkarnation des Volkes schlechthin.         

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