Cóndor-Gezwitscher – Deutsche Zeitung Cóndor – diario alemán Chile http://www.condor.cl Die deutsche Zeitung Cóndor in Chile - diario / periódico alemán Wed, 10 Jan 2018 20:43:02 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.1 https://i1.wp.com/www.condor.cl/wp-content/uploads/2016/11/condor-ave.jpg?fit=32%2C32 Cóndor-Gezwitscher – Deutsche Zeitung Cóndor – diario alemán Chile http://www.condor.cl 32 32 120365451 In Deutschland ist die Sau los! http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/wildschweine/ http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/wildschweine/#respond Wed, 13 Dec 2017 14:58:50 +0000 http://www.condor.cl/?p=22797 Liegt es an der fehlenden neuen Bundesregierung, dass respektlose Wildschweine in Deutschland derzeit auf Jäger losgehen?

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Wildschweine können gefährlich werden – auch für Jäger.

Allesfresser und sehr anpassungsfähig: Wildschweine gehörten zum wichtigsten Jagdwild der Menschen.
Allesfresser und sehr anpassungsfähig: Wildschweine gehörten zum wichtigsten Jagdwild der Menschen.

 

Von Arne Dettmann

Was ist bloß in Deutschland los? Einst galt das Land als ein Hort der Vernunft und Disziplin. Doch seit der Bundestagswahl Ende September steht noch immer keine neue Regierung. Verflixte Koalitionsverhandlungen statt verlässliche Führungsstärke prägen das Bild.

Und jetzt auch noch das: In Norddeutschland wurde ein 50 Jahre alter Jäger von einem Wildschwein angegriffen und getötet. Eigentlich war der Weidmann mit der Flinte in Vorpommern auf die Pirsch gegangen, um dem Keiler das Fell über die Ohren zu ziehen. Doch der unerschrockene Eber drehte den Spieß um und setzte zur Gegenattacke an.

Das ist kein Einzelfall. Schon im März 2016 hatte in Lübeck ein Wildschwein seinen zweibeinigen Kontrahenten zunächst in Sicherheit gewogen und war dann urplötzlich aus dem Schilfgürtel eines Teiches auf den Jäger zugeprescht.

Es scheint, dass die Saubande jegliche Angst vor den Menschen verloren hat. Und seitdem in Berlin nicht klar ist, wer künftig regieren wird, scheint sich dieser Respektverlust noch verstärkt zu haben: Im Oktober trauten sich mehrere Wildschweine in die norddeutsche Stadt Heide und rasten durchs Zentrum. Vier Menschen wurden verletzt. Ein Keiler drang sogar in eine Bank ein. Mitarbeiter und Kunden mussten über Fenster und Drehleitern aus dem Gebäude evakuiert werden. Die Behörden warnten die Bewohner, sicherheitshalber in ihren Häusern zu bleiben.

Nicht alle Experten glauben, dass die fehlende Staatssouveränität in Berlin allein schuld ist an dieser unerhörten Schweinerei. «Das Schwarzwild ist der Gewinner des Klimawandels und der Agrar- und Energiepolitik», meint etwa Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband. Die dickhäutigen Vertreter von Sus scrofa aus der Ordnung der Paarhufer würden heutzutage fast das ganze Jahr über Nahrung finden, da Buchen und Eichen immer mehr Früchte produzieren. Zufrieden grunzend fressen sich die Borstentiere durch Wald und üppige Maisfelder sogar bis nach Dänemark und Schweden, wo sie früher nicht verbreitet waren.

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat bereits eine Kopfgeldprämie von 25 Euro für jeden zottigen Halunken ausgelobt. Und tatsächlich werden jährlich um die 500.000 Wildschweine in Deutschland von Jägern erlegt. Aber das reicht lange nicht, um der Lage Herr zu werden.

Vielleicht sollten sich die Politiker in der Hauptstadt daran machen, nicht nur Erneuerbare Energien mit Subventionen zu fördern, sondern auch die allgemeine Schweinejagd auszurufen. Denn sonst brechen die furchtlosen Keiler eines Tages noch in den Reichstag in Berlin ein und suhlen sich im Plenarsaal. Denn: Cuando el gato no está en casa, los ratones bailan.

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Virale Marketing-Kampagne und der «completo» in der Provinz http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/completo-in-der-provinz/ http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/completo-in-der-provinz/#respond Wed, 06 Sep 2017 18:24:09 +0000 http://www.condor.cl/?p=21084 Liebe Cóndor-Leser, die Kunden der Edeka-Filiale in der Hamburger HafenCity staunten nicht schlecht: An einem Wochenende Ende August herrschte gähnende Leere in vielen Regalen des Supermarktes und Schilder erklärten: «Wir wären ärmer ohne Vielfalt.» Sämtliche ausländischen Produkte waren aus dem Sortiment verschwunden. Ein Video verbreitete sich schnell in den sozialen […]

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Liebe Cóndor-Leser,

die Kunden der Edeka-Filiale in der Hamburger HafenCity staunten nicht schlecht: An einem Wochenende Ende August herrschte gähnende Leere in vielen Regalen des Supermarktes und Schilder erklärten: «Wir wären ärmer ohne Vielfalt.» Sämtliche ausländischen Produkte waren aus dem Sortiment verschwunden.

Aufnahmen für einen Werbefilm in einem Hamburger Edeka-Markt.
Aufnahmen für einen Werbefilm in einem Hamburger Edeka-Markt.

Ein Video verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und fand Beifall als Protestaktion gegen Rassismus. Die Schilder seien eine deutliche Botschaft gegen  Fremdenfeinde, freuten sich viele, und auch Online-Medien berichteten, darunter das Spiegel-Jugendportal Bento und RTL.

Was sie noch nicht wussten: Das Video war eine virale Marketingstrategie, gepostet von einem preisgekröntem Werbefilmer, der kurz darauf erklärte, die Aktion sei eine «zutiefst beeindruckende Metapher für das, was wir in unserer Gesellschaft, sprich in Deutschland, verlieren, wenn wir auf Vielfalt verzichten». Da die Kampagne kurz vor der Bundestagswahl gestartet werde, habe sie einen politischen Hintergrund, der aber mit einer charmanten Lässigkeit daherkomme.

Dass sie einem Werbegag von Edeka aufgesessen waren, nahmen einige Medien dann doch nicht ganz lässig, und viele Kunden fanden ihn überhaupt nicht charmant. So berichtete der Stern über die hitzige Diskussion, die die Kampagne auf Facebook auslöste: Als völlig unsinnig, ungeeignet  und bevormundend bezeichneten viele Nutzer die Aktion und erklärten, Edeka zukünftig bei der Konkurrenz einzukaufen. Auch viele Hasskommentare wurden gepostet.

Werbung für den chilenischen completo in der schleswig-holsteinischen Provinz.  Foto: Lea Kuhlmann-Meincke
Werbung für den chilenischen completo in der schleswig-holsteinischen Provinz.
Foto: Lea Kuhlmann-Meincke

Edeka hätte sich auch vorher denken können, dass sie mit der etwas weit hergeholten ausländerpolitischen Metapher fürs Lebensmittelregal auch Aggressionen schüren würden. Da lobe ich mir doch die schleswig-holsteinische Provinz. Zeitgleich mit der Vielfalt-Kampagne in Hamburg warb der Edeka-Markt  im 30 Kilometer entfernten 8.000-Seelen-Ort Trittau auf einem Plakat vor dem Eingang für Hot Dogs. Und der ganz besondere Tipp: Ein Rezept des chilenischen completos italiano mit Avocado, gewürfelten Tomaten und Mayonnaise!

Das nenne ich positive Vielfalt-Werbung. Wer hätte das gedacht, dass der chilenische completo Einzug in die deutsche Provinz halten würde. Meine Freundin Lea aus Trittau, die vor Jahren hier ein Auslandsschuljahr absolvierte und seitdem immer große Sehnsucht nach Chile hat, war jedenfalls begeistert und schickte mir das Foto. Von einem completo-Skandal auf Facebook haben wir zum Glück nichts gehört.

Herzlichst Ihre

Petra Wilken

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Visums-Wahnsinn in Chile http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/visums-wahnsinn-in-chile/ http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/visums-wahnsinn-in-chile/#comments Thu, 03 Aug 2017 18:09:41 +0000 http://www.condor.cl/?p=20868 Liebe Cóndor-Leser, Chile ist das Land in Lateinamerika, das in den vergangenen Jahren den höchsten Anstieg an Einwanderung erlebt hat. Laut der UN-Wirtschaftskommission Cepal sowie der Internationalen Arbeitsorganisation betrug der jährliche Zuwachs im Schnitt 4,9 Prozent. Gute Erwerbsmöglichkeiten, Sicherheit und wirtschaftspolitische Stabilität machen Chile attraktiv – doch weiß das Land […]

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Liebe Cóndor-Leser,

Chile ist das Land in Lateinamerika, das in den vergangenen Jahren den höchsten Anstieg an Einwanderung erlebt hat. Laut der UN-Wirtschaftskommission Cepal sowie der Internationalen Arbeitsorganisation betrug der jährliche Zuwachs im Schnitt 4,9 Prozent. Gute Erwerbsmöglichkeiten, Sicherheit und wirtschaftspolitische Stabilität machen Chile attraktiv – doch weiß das Land mit dieser neuen Immigranten-Situation auch umzugehen?

Diese Frage stellt sich Katharina Wittmann, nachdem sie eine Verwaltungsodyssee mit der chilenischen Ausländerbehörde hinter sich hat.

Bienenstöcke in Santiago de Chile: Die Deutsche Katharina Wittmann verkauft in Chile ihren selbst gemachten Honig. Doch eine definitive Aufenthaltserlaubnis konnte ihr die Ausländerbehörde noch immer nicht ausstellen.
Bienenstöcke in Santiago de Chile: Die Deutsche Katharina Wittmann verkauft in Chile ihren selbst gemachten Honig. Doch eine definitive Aufenthaltserlaubnis konnte ihr die Ausländerbehörde noch immer nicht ausstellen.

Die Deutsche kam am 14. November 2013 mit einem Touristenvisum ins Land, gültig für ein Jahr. In der Zwischenzeit begann die studierte Biolandwirtin mit dem Aufbau ihres eigenen Geschäfts: Sie betreibt mehrere Bienenstöcke in Santiago und verkauft Honig. Die Sache hatte nur einen Haken: Die 33-jährige Münchnerin war zwar im Besitz eines chilenischen Ausweises (carnet) sowie der chilenischen Steuernummer (RUT). Doch zur Ausstellung von Rechnungen (boletas und facturas) an ihre Kunden war sie rechtlich eigentlich nicht befugt. Denn da war ihr Ausweis bereits abgelaufen. Und ohne eine gültige «número documento» auf dem Carnet kann man keine Factura eléctronica ausstellen sowie Geschäftsbücher in das digitale Steuersystem SII hochladen.

Die Firmengründerin war allerdings nicht auf den Kopf gefallen und beantragte das Visum «titular», dass ihr aufgrund ihres Universitätstitels auch zuerkannt wurde. Dieses Visum konnte sie zweimal verlängern, dann war aber am 19. Juni 2016 Schluss. In weiser Voraussicht hatte sie bereits die «permanencia definitiva» benantragt, die unbeschränkte Aufenthaltserlaubnis.

«En trámite» stempelte die Ausländerbehörde auf einen Beleg – «in Bearbeitung». Und diesen Stempel musste sich die Imkerin alle zwei Monate erneut ins Dokument eintragen lassen, denn zu einer Entscheidung konnte sich die Extranjería irgendwie nicht entschließne. Katharina Wittmann: «Ich verlor langsam aber sicher die Fassung. Ich bat eine Freundin, mich zu den Behördengängen zu belgeiten, sonst hätte ich das alleine psychologisch gar nicht mehr durchgestanden.»

Lange Schlangen vor dem Schalter sowie endlose Wartezeiten machten die Deutsche mürbe, das Ausgeliefertsein an anonyme, bürokratische Mächte und die absurde Situation ohne Ausweg nahmen einen kafkaesken Zustand an. In Facebook boten Personen gegen Bezahlung an, sich für Antragsteller morgens in die Schlange zu stellen und einen Platz frei zu halten.

Zwischendurch kam der Deutschen in den Sinn, ihren chilenischen Freund zu heiraten, um somit die ersehnte Aufenthaltserlaubnis zu bekommen und dem Visums-Wahnsinn zu entrinnen. Doch der Schachzug «Mann für Visum» kam der Bienenzüchterin nicht gerade romantisch vor. Außerdem konnte auch das Registro Civil keine eindeutige Aussage machen, ob eine Ehe ohne gültigen Ausweis überhaupt möglich ist. «Ich rief mehrmals an, schaute zweimal persönlich vorbei: immer unterschiedliche und sich widersprechende Informationen.»

Vor Kurzem hat nun die Extranjería den Antrag auf eine «permanencia definitiva» abgelehnt und ein befristetes Visum auf ein Jahr ausgestellt, einen neuen Ausweis inklusive. Katharina Wittmann ist enttäuscht. «Ich hätte mit meinem Honig-Geschäft schon viel weiter sein können, wenn mir der Staat nicht so viele Hürden in den Weg gelegt hätte. Als Firmengründerin will ich doch etwas zum Land beitragen. Chile hat es mir allerdings schwer gemacht und schneidet sich damit ins eigene Fleisch.»

Allgemein gefrustet war offenbar auch Rodrigo Sandoval, der Leiter der chilenischen Extranjería, der vergangene Woche das Handtuch warf und von seinem Posten zurücktrat. Seine Begründung: Endlose Verzögerungen beim neuen Einwanderungsgesetz, das sich derzeit im Parlament zur Diskussion befindet, sowie eine ausbleibende Modernisierung seiner Behörde.

Herzlichst Ihr

Arne Dettmann

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Handy- und Kasperl-Ampeln http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/handy-und-kasperl-ampeln/ http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/handy-und-kasperl-ampeln/#respond Sun, 23 Jul 2017 12:20:28 +0000 http://www.condor.cl/?p=20823 Liebe Cóndor-Leser, in Concepción gibt es seit Kurzem zwei Ampeln, die nicht hoch über den Köpfen der Fußgänger leuchten, sondern im Fußboden eingelassen sind. Denn genau dorthin blicken Handybenutzer, die mit gesenktem Kopf durch die Stadt gehen, die Augen auf das Smartphone gerichtet, mit den Fingern Nachrichten schreibend. Unfälle – […]

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Liebe Cóndor-Leser,

Eine Bodenampel für Handynutzer in Concepción
Eine Bodenampel für Handynutzer in Concepción

in Concepción gibt es seit Kurzem zwei Ampeln, die nicht hoch über den Köpfen der Fußgänger leuchten, sondern im Fußboden eingelassen sind. Denn genau dorthin blicken Handybenutzer, die mit gesenktem Kopf durch die Stadt gehen, die Augen auf das Smartphone gerichtet, mit den Fingern Nachrichten schreibend.

Unfälle – auch tödliche – sind bei diesen technologischen Schlafwandlern nicht ausgeblieben. Und eben weil die Telefonnutzer nicht mehr nach oben schauen und auf ihre Umwelt achten, zeigen nun 60 Zentimeter große Tafeln im Boden an, ob man ungestört weiterlaufen darf oder bei Rot lieber warten und den Autos die Vorfahrt lassen sollte.

Die Idee dazu kommt aus Deutschland, wo in Augsburg und Köln im vergangenen Jahr die ersten Pionier-Ampeln für Handy-Süchtige in Betrieb genommen wurden. Sie halten das für verrückt? Zur Erinnerung: «Deutschland – ein Land der Innovationen» lautet ein Slogan der Bundesregierung. Und weil Holland die Idee gut fand, übernahm es ebenfalls die Ampeln für verträumte Mobiltelefon-Abhängige.

Die Kasperl-Ampel in der Nähe der Augsburger Puppenkiste
Die Kasperl-Ampel in der Nähe der Augsburger Puppenkiste

Doch damit nicht genug, die Deutschen haben jüngst nachgelegt in Sachen Ampel-Kreationen: Seit dem 14. Juli leuchtet in Augsburg nun auch die erste Fußgängerampel mit einem gehenden Kasperl als Motiv. Das leuchtende Anlage zur Verkehrsregelung steht in der Nähe der Augsburger Puppenkiste, ein in Deutschland berühmtes Marionettentheater.

Die Stadt Augsburg hat sich bei der Regierung von Schwaben eine Ausnahmegenehmigung geholt, um den klassischen Ampelmann durch die Puppe zu ersetzen. Mit Erfolge: Als der Kasperl erstmals grün aufleuchtete, brach eine Gruppe Kinder sofort in Begeisterung aus.

Nun bleibt noch abzuwarten, bis die Kasperl-Figur auch für Handybenutzer als Bodenampel installiert wird. Aber vielleicht ist dazu gar keine Ampel nötig. Vielleicht reicht ja auch einfach ein Spiegel?

 

Herzlichst Ihr

Arne Dettmann

 

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Eine deutsche Bank in Chile http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/eine-deutsche-bank-in-chile/ http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/eine-deutsche-bank-in-chile/#respond Fri, 30 Jun 2017 17:12:56 +0000 http://www.condor.cl/?p=20678   Liebe Cóndor-Leser, seit Kurzem steht in der Bibliothek des Goethe-Instituts ein aufklappbarer Tisch mit zwei Gartenbänken zwischen den Bücherregalen. Das Besondere: die zünftigen Möbel stammen direkt aus Deutschland. Die Idee dazu hatte Bibliotheksleiter Alexander Schultheis, als er auf der Hochzeit seiner Schwester in Düsseldorf war und während der Feier […]

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Bücher und Bier: Alexander Schultheis und Christian Mentler im Goethe-Institut auf der neuen Bank, direkt aus Deutschland importiert.
Bücher und Bier: Alexander Schultheis und Christian Mentler im Goethe-Institut auf der neuen Bank, direkt aus Deutschland importiert. Foto: Arne Dettmann

 

Liebe Cóndor-Leser,

seit Kurzem steht in der Bibliothek des Goethe-Instituts ein aufklappbarer Tisch mit zwei Gartenbänken zwischen den Bücherregalen. Das Besondere: die zünftigen Möbel stammen direkt aus Deutschland. Die Idee dazu hatte Bibliotheksleiter Alexander Schultheis, als er auf der Hochzeit seiner Schwester in Düsseldorf war und während der Feier auf einer solchen Bank Platz nahm. Geselliges Beisammensein ist der gebürtige Münchner ja von den Biergärten seiner Heimatstadt gewohnt – und so kaufte er gleich eine Sitzgelegenheit und brachte sie nach Chile.

Eigentlich würde man erwarten, dass es sich nun Institutsbesucher dort gemütlich machen und in Büchern schmökern. Doch als das Fußballspiel Deutschland gegen Chile im Goethe übertragen wurde, nutzten einige Fans die neue Bank eben für das, was dem ursprünglichen Zweck entspricht: In ausgelassener Stimmung wurde das 1:1 mit Bier gefeiert.

Doch keine Panik: Wir gehen nicht davon aus, dass aus dem Kulturzentrum nun ein Biergarten wird. Die Bank bietet ohnehin nur für vier Personen Platz. Wir meinen vielmehr: eine pfiffige Idee!

 

Goic bei Merkel

Neue Impulse aus Deutschland holte sich am Montag auch die chilenische Präsidentschaftskandidatin Carolina Goic ab. Die Anwärterin der Christdemokraten traf in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen, um mit der CDU-Vorsitzenden über Politikinhalte zu diskutieren und sich gegenseitige Unterstützung zu gewähren.

Christdemokratinnen unter sich: Bundeskanzlerin Angela Merkel und die chilenische Präsidentschaftskandidatin Carolina Goic bei deren Besuch in Berlin
Christdemokratinnen unter sich: Bundeskanzlerin Angela Merkel und die chilenische Präsidentschaftskandidatin Carolina Goic bei deren Besuch in Berlin

Für Carolina Goic war es schon der zweite Besuch innerhalb eines Jahres bei Angela Merkel. Zum Abschluss des Treffens schenkte die chilenische Politikerin der Bundeskanzlerin ein Fotoband ihres Ehemannes mit dem Titel «Tierra del Fuego».

Nicht nach Feuerland, wohl aber in die Feuerprobe werden sich beide Damen bald begeben: In Deutschland sind am 24. September Bundestagswahlen. Sollte Angela Merkel erneut gewinnen und eine Regierungskoalition bilden können, wäre es ihre vierte Amtszeit seit 2005. Für Carolina Goic wird es dagegen erst am 19. November ernst, wenn in Chile Präsidentschaftswahlen anstehen. Zu den Vorwahlen an diesem Sonntag tritt sie nicht an.

 

Herzlichst Ihr

Arne Dettmann

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Ich bin ein Netflixianer http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/ich-bin-ein-netflixianer/ http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/ich-bin-ein-netflixianer/#respond Wed, 24 May 2017 17:57:32 +0000 http://www.condor.cl/?p=20426 Der Beitrag Ich bin ein Netflixianer erschien zuerst auf Deutsche Zeitung Cóndor - diario alemán Chile.

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Von Arne Dettmann

Die Sucht begann mit dem neuen Fernseher. Denn dessen Bildschirm war nicht nur viel größer, sondern er verfügte – im Vergleich zum vorherigen Steinzeitmodell – auch über einen Internetanschluss. Das wiederum ermöglichte den Zugang zur US-Online-Videothek Netflix, bei der Filme und Serien abrufbar sind.

Wie bitte? Ich und Fernsehserien? Niemals! Die letzte Serie, die ich wirklich jede Woche aufmerksam und regelmäßig verfolgt hatte, waren die Action-Krimi-Folgen um das Superauto «Knight Rider». Und das war von 1982 bis 1986. Serien hatten für mich seitdem immer diesen zweifelhaften Ruf von Oberflächlichkeit, eben wie lateinamerikanische Telenovelas, billig und blöd gemacht, die niederen Instinkte ansprechend. Zu Deutsch: Seifenopern.

Doch dann schlug meine Frau vor ein paar Jahren vor, dass wir uns mal «Breaking bad» auf Netflix anschauen sollten. Sie hatte diesen Tipp von Freunden erhalten.

Am Anfang lehnte ich diesen Vorschlag kategorisch ab, wollte dann aber auch kein Spielverderber sein und dachte – typisch norddeutsch: Na gut, wir probieren es mal aus. Die Serie startet bei mir mit zehn Minuspunkten und hat dann die faire Chance, sich auf null hochzuarbeiten. Wenn sie das nicht in zwei, drei Folgen schafft, lasse ich die Guillotine eiskalt heruntersausen: Zeigefinger auf den Aus-Knopf und Ende.

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Wir sahen uns alle 62 Episoden an, teilweise zwei, drei an einem Abend! Die packende Geschichte um einen krebskranken Lehrer, der sich vom biederen Kleinbürger zum rücksichtslosen Drogenkriminellen wandelt, war einfach zu gut. Tolle Schauspieler, eine facettenreiche Handlung, ungewöhnliche Kameraperspektiven und eine fesselnde Musikuntermalung – «Breaking bad» erhielt 2013 den Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde als best bewerteste Serie der Welt. Wohl zu Recht.

Nun gab es für uns kein Halten mehr. Es folgte die US-amerikanische Serie «House of Cards», ein Politikthriller und gleichzeitig Drama um einen fiesen US-Präsidenten, genial gespielt von Kevin Spacey. Bilanz hier: 52 Episoden in vier Staffeln.

Mit «Homeland» lief der Fernseher dann so richtig heiß: Islamistische Terroranschläge, CIA-Agenten im Einsatz, Spionage und Schießereien machen diese Serie spannend und brandaktuell – erstaunlicherweise ohne Schwarz-Weiß-Malerei zu betreiben. Schließlich verfolgten wir den kolumbianischen Drogenboss Pablo Escobar, der bei «Narcos» in 20 Folgen auf Netflix sein Unwesen trieb.

Nun haben wir gerade «Vikings» abgeschlossen. Die Geschichte um den legendären Wikinger-Anführer Ragnar Lodbrok machte uns sogar selbst zu Plünderern, da die bisher letzten Folgen noch nicht auf Netflix liefen und wir sie uns illegal über Raubkopien im Internet ansahen. Ein anderes abschreckendes Beispiel, wohin Serien-Sucht führen kann, ist an meiner Frau zu beobachten: Sie meint, ich würde dem Wikinger-König sehr ähnlich sehen…

Doch ich kann nach all dem sagen: Ich bin ein Netflixianer!

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Mediziner warnt vor «Avocado-Hand» http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/mediziner-warnt-vor-avocado-hand/ http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/mediziner-warnt-vor-avocado-hand/#respond Thu, 18 May 2017 18:43:57 +0000 http://www.condor.cl/?p=20404   Liebe Cóndor-Leser, bisher galten Früchte, Obst und Gemüse als gesundheitsfördernd. Insbesondere die birnenförmige Avocado (Persea americana) wird aufgrund ihrer ungesättigten Fettsäuren und dem Vitamingehalt angepriesen. Der Verzehr der Frucht beuge Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und sorge sogar dafür, dass sich die menschliche Haut weich und gesund anfühlen könne. Doch nun schlug […]

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Gesund und gefährlich: Eine Avocado (Palta) aufzuschneiden ist nicht jedermanns Sache. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Gesund und gefährlich: Eine Avocado (Palta) aufzuschneiden ist nicht jedermanns Sache. Foto: Andrea Warnecke/dpa

 

Liebe Cóndor-Leser,

bisher galten Früchte, Obst und Gemüse als gesundheitsfördernd. Insbesondere die birnenförmige Avocado (Persea americana) wird aufgrund ihrer ungesättigten Fettsäuren und dem Vitamingehalt angepriesen. Der Verzehr der Frucht beuge Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und sorge sogar dafür, dass sich die menschliche Haut weich und gesund anfühlen könne.

Doch nun schlug ein britischer Mediziner Alarm. Immer mehr Menschen würden beim Schneiden von Avocados mit dem Messer am golfballgroßen Kern abrutschen und sich gefährliche Schnittverletzungen zuziehen, so Simon Eccles, Facharzt für plastische Chirurgie. Allein er behandle inzwischen schon etwa vier Patienten pro Woche in einem Londoner Krankenhaus, die sich auf diese Weise geschnitten hätten. Seine Mitarbeiter bezeichneten eine solche Verletzung bereits als «Avocado-Hand».

Um dieser Gefahr vorzubeugen, wäre ein Warnhinweis denkbar, zum Beispiel eine witzige Zeichnung (Cartoon) mit einer Avocado, einem Messer und einem großen roten Kreuz darauf, zitierte die Zeitung «The Times» den besorgten Mediziner. Die Nachricht von der Avocado-Gefahr machte – natürlich – auch in anderen Medien die Runde, so in der deutschen Presselandschaft sowie in Chile.

Hierzulande ist dagegen noch nichts bekannt geworden von massenhaften Schnittverletzungen. Dabei ist Chile einer der zehntgrößten Avocado-Produzenten weltweit. Doch die Chilenen öffnen ihre «Palta», wie die Frucht hier genannt wird, offenbar fachmännisch. Bandagierte «Avocado-Hände» mit Pflastern und Verbandszeug aus dem Erste-Hilfe-Kasten dominieren jedenfalls bisher nicht das Straßenbild.

Als leserorientierte Zeitung möchte der Cóndor Ihnen dennoch an dieser Stelle auch als praktischer Ratgeber zur Seite stehen: Legen Sie die Palta auf eine feste Oberfläche, schneiden Sie mit dem Messer einmal rundherum die Schale auf. Legen Sie das Messer aus der Hand und drehen die beiden Avocado-Hälften auseinander. Mit einem Löffel können Sie nun den Kern und auch das Fruchtfleisch herauslösen.

Unsere Angaben sind allerdings juristisch ohne Gewähr. Wir übernehmen keine Haftung bei falscher Palta-Öffnung. Für «Avocado-Hände» und sonstige Schnittverletzungen wenden Sie sich bitte in Santiago de Chile bitte an die Deutsche Klinik, Avenida Vitacura 5951. – Wir wünschen Ihnen in jedem Fall guten Appetit und notfalls auch gute Besserung.

Herzlichst Ihr

Arne Dettmann

 

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Wie ich noch einmal die Schulbank drücke http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/editorial-fernstudium-und-schulbank/ http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/editorial-fernstudium-und-schulbank/#respond Fri, 24 Mar 2017 17:41:52 +0000 http://www.condor.cl/?p=20144 Erfahrungen in Chile mit einem Online-Fernstudium in Deutschland   Liebe Cóndor-Leser, seit Jahren ist Bildung ein politisches Top-Thema in Chile. Sollte es Bildung kostenlos für alle geben? Wie kann die Qualität gesteigert werden und wo müsste das Erziehungssystem reformiert werden, um fit für die Zukunft zu sein? Fragen über Fragen. […]

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Erfahrungen in Chile mit einem Online-Fernstudium in Deutschland

Bildung Editorial
Man lernt bekanntlich nicht für die Schule, sondern fürs Leben. Das gilt auch bei der beruflichen Weiterbildung. Ohne Fleiß keinen Preis.

 

Liebe Cóndor-Leser,

seit Jahren ist Bildung ein politisches Top-Thema in Chile. Sollte es Bildung kostenlos für alle geben? Wie kann die Qualität gesteigert werden und wo müsste das Erziehungssystem reformiert werden, um fit für die Zukunft zu sein? Fragen über Fragen. Auch die nächste Regierung wird daran zu knabbern haben.

Ich persönlich habe mich seit ein paar Wochen ausgeklinkt und bin nach Deutschland gegangen. Also, um genauer zu sein, bin ich noch in Chile. Aber ich habe eine Fortbildung in Marketing an der IST-Hochschule in Düsseldorf belegt. Somit arbeite ich jetzt weiter in Chile und lerne gleichzeitig in meiner alten Heimat.

Das sogenannte E-Learning macht´s möglich. Die einzelnen Vorlesungen sehe ich mir am Computer an, was tolle Vorteile mit sich bringt: Wer Inhalte nicht sofort verstanden hat, hält den Film einfach an und wiederholt die entsprechende Stelle. Zudem kann ich mir die Vorträge der Dozenten anhören, wann ich es mag. Vorlesungen wie damals an der Hamburger Universität, bei denen ich am Montagmorgen mit hängendem Kopf versuchte wach zu bleiben, gibt es dank dieser Internet-Option nun nicht mehr. Meine Aufmerksamkeit ist an einem Samstagvormittag entschieden höher – und dann klicke ich auf die Start-Taste.

Die Hochschule hat sogar ein Herz für so alte (41 Jahre) Dinosaurier wie mich, die sich einfach nicht mit E-Readern anfreunden wollen. Die beiden begleitenden Studienbücher gibt es nicht nur zum Herunterladen und Lesen auf Bildschirmen, sondern glücklicherweise auch auf Papier. Richtiges Anfassen der Blätter macht mir eben mehr Spaß, und die Zustellung per Post ins ferne Chile klappte auch, was ja nicht immer selbstverständlich ist.

Und so fuchse ich mich in die Geheimnisse des Marketings ein – beim Frühstück, in der Mittagspause und abends im Bett. Wer hätte gedacht, dass ich als Berufstätiger noch einmal die Schulbank drücken würde, so wie unser älterer Sohn (7 Jahre alt), der auf die Deutsche Schule Santiago geht und nachmittags seine Hausaufgaben erledigen muss. Jetzt fehlt nur noch, dass wir uns zu Hause gegenseitig ablenken, Papierkügelchen durch die Luft schießen und unterm Tisch geheime Botschaften austauschen – halt so wie damals.

Doch so schön dieses Online-Fernstudium mit seiner Flexibilität auch ist, hat die Geschichte einen Haken. Denn am Ende steht eine Klausur – halt so wie damals. Und kein noch so schönes Marketingbuch, keine noch so toll gemachte Internet-Vorlesung und auch keine Bildungsreform nehmen mir eine entscheidende Sache ab: Ich muss mich auf den Hosenboden setzen und lernen – sonst falle ich durch.

Herzlichst Ihr

Arne Dettmann

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Lufthansa, bitte kommen! http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/lufthansa-bitte-kommen/ http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/lufthansa-bitte-kommen/#respond Sat, 18 Mar 2017 08:03:05 +0000 http://www.condor.cl/?p=20094 In diesem Jahr ist Chile das internationale Tourismusziel Nummer eins. Doch wann bietet die Lufthansa endlich Direktflüge von Deutschland aus an?

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Lufthansa Flug Chile Deutschland
Ein Lufthansa-Direktflug Deutschland-Chile: Nur ein Traum?

Liebe Cóndor-Leser,

die britische Tageszeitung The Daily Telegraph hat vor Kurzem Chile auf den ersten Platz einer Rangliste von 20 Ländern gewählt, die man als Tourist 2017 besuchen sollte. Das südamerikanische Land gilt als Top-Favorit noch vor Kanada, Indien, Spanien und Peru. Drei Dutzend Nationalparks mit atemberaubenden Landschaften – von der Wüste bis Gletscher – würden eine Vielfalt bieten, die sonst auf dem Erdball kaum zu finden sei. Ob Kultur, Natur oder Abenteuer – Chile würde jedem Urlauber etwas bieten.

Die Besucherzahlen spiegeln diese Attraktivität wider: Im vergangenen Jahr verbrachten 5,6 Millionen Ausländer ihren Urlaub in Chile – eine Steigerung um 26 Prozent und ein neuer Rekord! In diesem Jahr könnten es laut Behördenangaben schon 6,4 Millionen sein.

Auch die Deutschen stehen auf Chile. Insgesamt 73.854 von ihnen kamen hierher – allerdings nicht direkt aus Deutschland. Denn während die Spanier mit Latam oder Iberia fliegen und die Franzosen sich bei Air France reinsetzen, müssen wir Teutonen einen Umweg wählen. Direktflüge Deutschland-Chile? Fehlanzeige. Stattdessen lästiges Umsteigen.

Dabei bot die Lufthansa einmal – viele Jahre ist´s her – so etwas an. Warum eigentlich nicht wieder? Ja, selbst Air Italia hat Chile 2016 in sein Programm aufgenommen. Und seit Anfang dieses Jahres fliegt auch British Airways auf Chile.

Also, lieber Kranich von Lufthansa, gib dir endlich einen Ruck, spreize die Flügel und nimmt uns mit auf deinen Schwingen. «Meine Damen und Herren, herzlich Willkommen auf unserem Direktflug von Frankfurt nach Santiago de Chile» – das wäre doch mal was! Und als unterhaltsame Lektüre an Bord dann noch die Cóndor-Zeitung lesen… So schön könnte Fliegen sein.

Herzlichst Ihr

Arne Dettmann

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Alea iacta est http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/alea-iacta-est/ http://www.condor.cl/condor-gezwitscher/alea-iacta-est/#respond Sat, 28 Jan 2017 08:11:20 +0000 http://www.condor.cl/?p=19862 Er ist ein Klassiker aus den 80er Jahren: der Zauberwürfel. Wie lange brauchen Sie dafür? Es gibt angeblich zig-tausend Lösungswege, aber mir gelingt kein einziger. Unser Sohn dagegen zaubert mit diesem verfluchten Ding.

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Der verfluchte Zauberwürfel

Zauberwürfel
Bitte recht freundlich drehen, aber nicht durchdrehen: der Zauberwürfel, hier in Form einer Pyramide.

Liebe Cóndor-Leser,

sicherlich kennen Sie noch den Zauberwürfel, jenes Drehpuzzle-Spiel, das sich Anfang der 80er Jahre großer Beliebtheit erfreute. In der Grundstellung sind die einzelnen Steine so geordnet, dass jede Seite nur eine Farbe aufweist: einheitlich weiß, gelb, grün, rot, blau und orange. Dann wird die schöne Ordnung durch zufälliges Verdrehen der Steine aufgehoben. Intelligente Zeitgenossen machen es sich nun zur Aufgabe, die Steine so zu drehen und zu wenden, dass die Grundstellung wieder hergestellt wird.

Ich gebe es zu: Ich habe es noch nie geschafft – bis auf ein einziges Mal. Im Dezember brachte der Weihnachtsmann unserem Sohn Kai einen Zauberwürfel als Geschenk. Dieser besitzt die Form einer Pyramide, aber das Prinzip ist das Gleiche. Man muss drehen und drehen und drehen, bis endlich alle Seiten wieder schön einfarbig erscheinen.

Wie ich es hinbekommen habe, ist mir ein Rätsel. Der Pyramidenbau war auf einmal fertig. Ich habe versucht, das Erfolgserlebnis zu wiederholen, ja womöglich eine logische Strategie zu entdecken, wie mein Jahrhundertwerk erneut gelingen könnte. Halt logisches Drehen, eben nicht aufs Geratewohl, sondern schlau durchdacht.

Doch Fehlanzeige. Dafür steigerte sich allerdings meine Wut auf dieses Spielzeug, das sich meinen Gedankengängen und Drehungen widersetzt. Bekomme ich eine Farbseite mit Mühe und Not vollständig gesetzt und will dann euphorisch gleich die nächste schaffen – und da zerschlägt´s mir wieder die heile Seite.

Das ist allerdings noch nicht das Schlimmste. Unser Sohn nahm diesen Zauberwürfel natürlich auch in die Hand und drehte und drehte und drehte und – voilà! Er hatte es geschafft. «Eins zu eins, Papa.»

Das war vor zwei, drei Wochen. Ich bin zwar kein Neurowissenschaftler, aber irgendetwas muss in der Zwischenzeit mit unserem Sohn passiert sein. Immer und immer wieder drehte er den Cubo Rubik in seine Grundstellung zurück, jedes Mal schneller und schneller, teilweise in weniger als einer Minute. Ich habe versucht, beim Zuschauen seine Lösungsmethode abzugucken, aber er dreht und verdreht die kleinen Steine so flink, dass mir fast schwindelig wird. «20 zu eins, Papa.»

Und langsam dämmerte es mir: Dieser siebenjährige Knirps hat vielleicht überhaupt keine logische Strategie. Vielmehr dreht er aus purem Instinkt, rein intuitiv. Kann das möglich sein? Mein gesunder Menschenverstand sträubt sich gegen diese Vorstellung. Wissenschaftler meinen herausgefunden zu haben, dass es 490 Millionen Stellungen beim Zauberwürfel gibt, für die nie mehr als 20 Züge notwendig sind, um zur schönen Grundordnung zurückzukehren – und mir will kein einziger Weg gelingen?

Schon der Unterschied macht mich rasend: Ich drehe langsam und muss lange nachdenken – Sohnemann rührt wie mit einem Schneebesen am Zauberwürfel und scheint überhaupt nicht nachzudenken. Ich gebe nach 30 Minuten auf – er sagt: «30 zu eins.»

Schließlich habe ich eine Entscheidung getroffen: Der Zauberwürfel ist verflucht. Verhext! Er wurde gemacht, nur um mich zu ärgern. Aber ich will mich nicht weiter darüber ärgern. Ich werde dieses Unding nicht mehr anfassen. Alea iacta est!

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