Claudio Abbado dirigiert Mozart und Beethoven in Luzern

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Von Walter Krumbach

Die Platte ist eine Hommage an den im Januar 2014 verstorbenen großen Musiker Claudio Abbado. Noch einmal beweist er sein Können, diesmal als Mozart- und Beethoven-Dirigent in Luzern mitgeschnittenen Konzerten. Die Darbietung beginnt mit drei horrend schweren italienischen Konzertarien von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Sopranistin Christine Schäfer – ein wahres kompaktes Kraftpaket – ist der Herausforderung gewachsen. Sie singt die Stücke stilsicher und einwandfrei, und wird der harten Nuss über jeden Zweifel erhaben gerecht.
Mozarts Sinfonie Nummer 35 in D-Dur, als «Haffner»-Sinfonie bekannt, wird von dem Lucerne Festival Orchestra straff, lebensfroh und frisch musiziert. Abbado und seine Musiker bieten einen Mozart vom Feinsten, der keine Wünsche offen lässt.
Letzte Nummer und Höhepunkt der Blu-ray ist die Bühnenmusik zu Goethes «Egmont» von Ludwig van Beethoven, knapp anderthalb Jahre vor Abbados Tod aufgenommen. Juliane Banse singt das Clärchen, Bruno Ganz spricht die Hauptfigur. Die Luzerner lassen einen energiegeladenen Beethoven erklingen, Sopran und Sprecher erschaffen edle Gestalten. Spätestens beim Schlussapplaus ist man davon überzeugt, an einem künstlerischen Ereignis der besonderen Art zugegen gewesen zu sein.
Leider bringt die Platte keine Extras. Im Beiheft ist lediglich ein – nicht überaus informativer – Artikel von Julia Spinola unter dem Titel «Musik der Freiheit» zu finden. Der Text ist eher als Laudatio für den verstorbenen Claudio Abbado zu verstehen. Ebenso sind Abschiedsworte der drei Solisten abgedruckt. In bewegten Worten gedenken sie des Meisters, der stets darauf bestand, sich von seinen Mitarbeitern mit «Claudio» anreden zu lassen. Christine Schäfer schreibt: «Claudio Abbado war eine Ausnahmeerscheinung in der Musikwelt. Sein Charisma, seine Persönlichkeit machten ihn zu einem großen Dirigenten. (…) Eine extrem wohltuende Ausnahme auf den Bühnen dieser Welt! Ich vermisse ihn sehr.»

Schweiz, 2011 (Mozart) und 2012 (Beethoven). Regie: Michael Beyer. Produktion: Paul Smaczny. Spieldauer: 89 Min.

Bild *** Walter Krumbach
Ton *****
Darbietung *****
Extras *

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