«Casablanca» von Michael Curtiz

Von Walter Krumbach

Im Zweiten Weltkrieg fliehen viele Verfolgte nach Casablanca (Westafrika), um einen Flug in das neutrale Lissabon zu organisieren, von wo aus die Möglichkeit besteht, mit dem Schiff nach Amerika zu entkommen. Vor diesem dramatischen Hintergrund spielt sich das bewegte Liebesdreieck der drei Hauptfiguren ab, die von Humphrey Bogart, Ingrid Bergman und Paul Henreid dargestellt werden. Der Film entstand 1942, als der Ausgang des Krieges noch ein Rätsel war. Er ist eine Mixtur aus Liebes-, Abenteuer- und Kriminalfilm, der die Kinogänger in Scharen anzog und die Kritiker aufhorchen ließ.

Das handwerklich indiskutable Produkt ist zwar «großartige Propaganda gegen die Achsenmächte», wie es das nordamerikanische Branchenblatt der Unterhaltungsindustrie «Variety» treffend feststellte, was seiner Qualität 77 Jahre nach der Premiere jedoch keinen Abbruch tut. 2002 wählte das American Film Institute «Casablanca» zum besten Liebesfilm und fünf Jahre später zum drittbesten US-Film aller Zeiten.

In dem langen Zeitraum seit der Premiere ist «Casablanca» zum Kultfilm geworden. Einige seiner Bilder wurden vom Werbefernsehen persifliert – man erinnere zum Beispiel an den Papiertaschentücherspot eines chilenischen Herstellers, der sich an die tränenreiche Abschiedsszene auf dem Flughafen anlehnt. Ebenso sind einige Zitate zu Klassikern geworden, wie «Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen» oder der Schlusssatz «Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft».       

Die Blu-Ray-Disc wartet mit einem sehr gut erhaltenen (restaurierten?), stabilen und kontrastreichen Bild auf. Der Mono-Ton ist mehr als zufriedenstellend. Zahlreiche Extras, mit einer Prise Klatsch gewürzt, übermitteln dazu Information vom Dreh und über die Mitwirkenden. Prominente Experten, wie der (inzwischen verstorbene) Kritiker Roger Ebert und der Film-Historiker Rudy Behlmer nehmen das Werk auseinander. Bogarts Ehefrau Lauren Bacall kramt in ihren Erinnerungen und Ingrid Bergman erzählt von den chaotischen Dreharbeiten: Regisseur Michael Curtiz arbeitete derartig schnell, dass er das nicht fertige Drehbuch mehrmals einholte und kein Mensch wusste, wie der Film enden würde.

Auch die jüngsten Zuschauer werden mit einem Bonus berücksichtigt, der knallbunten Zeichentrickfilm-Parodie «Carrot Blanca» (1995), in der so beliebte Figuren wie Bugs Bunny, Sylvester, Tweety und Daffy Duck das berühmte Vorbild auf die Schippe nehmen.           

«Casablanca», USA 1942. Regie: Michael Curtiz. Produktion: Hal B. Wallis, Jack L. Warner. Drehbuch: Julius J. Epstein, Philip G. Epstein. Musik: Max Steiner. Kamera: Arthur Edeson. Schnitt: Owen Marks. Mit: Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid, Claude Rains, Conrad Veidt u. a. Spieldauer: 102 Min.

Bild                 ****
Ton                 ***   
Darbietung    ****
Extras            ****                                                                           

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